Partner von:
Anzeige

Weser-Kurier-Verlag vor neuer Führungsriege? Aufsichtsrat tagt Ende Woche zur Zukunft des Zeitungshauses

Die Vorstände Eric Dauphin und Jan Leßmann wollen der Bremer Tageszeitungen AG den Rücken kehren
Die Vorstände Eric Dauphin und Jan Leßmann wollen der Bremer Tageszeitungen AG den Rücken kehren

Der Bremer Tageszeitungen AG, zu der der Weser-Kurier gehört, droht ein Führungsvakuum. Die beide Vorstände, Eric Dauphin und Jan Leßmann, wollen den Verlag Ende des Jahres verlassen – angeblich im Streit um die veraltete Druckerei und die weitere Ausrichtung des Weser-Kuriers. Kommenden Freitag tagt nun der Aufsichtsrat. Dabei könnten die Weichen für einen personellen Neuanfang gestellt werden.

Anzeige

Bernhard Gätjen, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bremer Tageszeitungen AG, bittet um Geduld. Fragen über die künftige Besetzung des Vorstands des Weser-Kuriers würde das Unternehmen derzeit nicht beantworten. Sollten sich Veränderungen ergeben, würde man dies der Öffentlichkeit zu gegebener Zeit mitteilen. Gätjen verweist allerdings gegenüber MEEDIA auf eine Aufsichtsratssitzung, die am Freitag nächster Woche stattfinden soll. Einzelheiten zur Tagesordnung gibt er aber nicht preis.

Dass sich Gätjen bedeckt hält, ist verständlich. Das Zeitungshaus aus Bremen steckt in einer schwierigen Situation. Die beiden Vorstände, Eric Dauphin und Jan Leßmann, wollen das Unternehmen Ende des Jahres verlassen. Da bislang kein Ersatz in Sicht ist, würde die Gesellschaft ohne Vorstand dastehen. In Firmenkreisen geht man davon aus, dass der Aufsichtsrat über die künftige Besetzung des Vorstands berät. Ob das Kontrollgremium hierfür die notwendigen Weichen stellt, ist unklar. Denn Gätjen steht vor einer herausfordernden Aufgabe. Seit Jahren zanken sich die Anteilseigner, die Hackmack-Familie sowie der Unternehmer Christian Güssow, über die Zukunft des Unternehmens. Immer wieder blockieren die Eigentümer gegenseitig wichtige Entscheidungen.

Anzeige

Zankapfel ist hier vor allem die hauseigene Druckerei in Bremen-Woltmershausen, die modernisiert werden müsste. Doch dafür müssten die Anteilseigner viel Geld locker machen. Mal ist daher von einer Verlagerung der Druckaufträge zum Verlag der Nordwest-Zeitung die Rede, mal ist im Gespräch, ein modernes Druckhaus in der Nähe von Delmenhorst zu übernehmen. Doch das ist vom Tisch. Zuletzt hatten sich die Verlagseigner darauf verständigt, die hauseigene Druckerei mit 90 Mitarbeitern weiter zu betreiben. „Da es leider keine Entscheidung des Aufsichtsrates zu den vom Vorstand vorgeschlagenen Druckereioptionen gegeben hat, ist es um so wichtiger, dass die positiven Effekte aus der Digitalstrategie eintreten und im Bereich der Zeitungszustellung die Effizienz durch Digitalisierung des Workflows und durch weitere Kooperationen Kostensenkungspotentiale erreicht werden“, deutet der Geschäftsbericht für 2017 den Weg an, den die Bremer Gesellschaft einschlagen will. Die Bilanz war jüngst im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

Damit sind die Probleme aber nicht gelöst. Denn der Weser-Kurier, Verlagsflaggschiff und wichtigster Umsatzträger, steht seit Jahren unter Absatzdruck. Die wichtige Abo-Auflage ist im 3. Quartal 2018 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um rund 3,6 Prozent auf 117.860 Exemplare gesunken. Zwei Jahre zuvor bewegte sie sich noch bei 127.645 Stück. Zudem steigen die Papierpreise deutlich, da die Papierfabriken in den vergangenen Jahren massiv Kapazitäten abgebaut haben. Für 2018 erwartet der Vorstand einen „Verlust in ähnlicher Größenordnung“ wie im Vorjahr. 2017 erwirtschaftete die Gesellschaft mehr als 5 Millionen Euro Miese, ein Jahr zuvor waren es 3,37 Millionen Euro.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Wer braucht heutzutage bitte noch Print-Tageszeitungen? Das ist nichts anderes als ein riesiger Papiermüllberg der zudem zum Erscheinungszeitpunkt schon nicht mehr aktuell ist.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia