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Weser-Kurier droht Führungsvakuum: Beide Vorstände wollen dem Regionalverlag den Rücken kehren

Die Vorstände Eric Dauphin und Jan Leßmann wollen der Bremer Tageszeitungen AG den Rücken kehren
Die Vorstände Eric Dauphin und Jan Leßmann wollen der Bremer Tageszeitungen AG den Rücken kehren

Die Bremer Tageszeitungen AG, zu der der Weser-Kurier gehört, steckt tief in der Krise. Die beide Vorstände, Eric Dauphin und Jan Leßmann, wollen das Verlagshaus Ende des Jahres verlassen - angeblich im Streit um die veraltete Druckerei und die weitere Ausrichtung des Weser-Kurier. Eine Nachfolgeregelung im Vorstand ist nicht in Sicht. Damit steht das Unternehmen vor einer ungewissen Zukunft.

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Die hauseigene Druckerei sorgt im Verlag des Weser-Kurier für heftige Diskussionen.  Seit Jahren streiten sich die Anteilseigner der Bremer Tageszeitungen AG, die Hackmack-Familie sowie der Anteilseigner Christian Güssow, über die Zukunft der Druckerei in Bremen-Woltmershausen. Mal ist von einer Schließung die Rede und einer Verlagerung der Druckaufträge zum Verlag der Nordwest-Zeitung, mal ist im Gespräch, eine modernes Druckhaus in der Nähe von Delmenhorst zu übernehmen, heißt es in Unternehmens- und Betriebsratskreisen. Doch die Anteilseigner können sich nicht einigen. Nun wollen sie die eigene Druckerei mit ihren 90 Mitarbeitern weiter betreiben, so ein Betriebsratmitglied gegenüber MEEDIA. Doch damit sind die Probleme nicht gelöst. Denn die Druckmaschine ist veraltet: Sie müsste dringend modernisiert werden, um Kosten zu sparen. Dafür müssten die Anteilseigner aber Geld locker machen.

Jetzt droht dem Regionalverlag weiterer Ärger. Überraschend wollen die beiden Vorstände Eric Dauphin und Jan Leßmann das Unternehmen zum Jahresende verlassen, erklärt das Betriebsratsmitglied. Eine Nachfolgeregelung sei bisher nicht in Sicht. Sollte der Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard Gätjen bis dahin keine Lösung benennen, steht das Unternehmen vor einem Führungsvakuum. Der Rückzug der beiden Vorstände kommt für das traditionsreiche Printhaus zudem zur Unzeit. Denn wie aus dem jetzt im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht für 2017 hervorgeht, erwartet die Bremer Tageszeitungen AG für 2018 einen „Verlust in ähnlicher Größenordnung“. 2017 hatte die Gesellschaft mehr als 5 Millionen Euro Miese angehäuft, ein Jahr zuvor waren es 3,37 Millionen Euro. Bislang gleichen die Gesellschafter die Fehlbeträge aus. Doch dies dürfte die Anteilseigner auf Dauer kaum glücklich machen.

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Zumal die Aussichten des Weser Kurier auf dem hart umkämpften Markt der Regionalzeitungen nicht rosig sind. Der Vorstand rechnet damit, dass die Abo-Auflage der Tageszeitung 2018 und 2019 um etwa 5 Prozent nachgibt. Damit würde sich der Rückgang der Abo-Auflage noch beschleunigen. Sie war im 3. Quartal 2018 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um rund 3,7 Prozent auf 117.860 Exemplare gesunken. Der Einzelverkauf brach im Berichtszeitraum um mehr als 14 Prozent auf 3136 Stück ein. Vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Bremer Tageszeitungen AG war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten. Auch der Vorstand der Gesellschaft ließ eine Anfrage von MEEDIA unbeantwortet.

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Alle Kommentare

  1. Seit Jahren gibt es doch beim WK schon Hackmack, äh Hickhack.
    Die Auflage von 117.860 Exemplaren ist aber – für eine kleine Großstadt wie Bremen – immer noch sehr gut, da können andere vergleichbare Regionaltageszeitungen nur von träumen.

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