Partner von:
Anzeige

Quartalsbilanz: Amazon fährt Rekordgewinn von 2,88 Milliarden Dollar ein, die Aktie stürzt trotzdem ab

Macht Google in Sachen Werbung inzwischen Konkurrenz: Amazon-CEO Jeff Bezos
Macht Google in Sachen Werbung inzwischen Konkurrenz: Amazon-CEO Jeff Bezos

Jede Serie geht einmal zu Ende. Von Quartal zu Quartal kann Amazon die Wall Street mit besser als erwarteten Geschäftsergebnissen überraschen – nicht jedoch nach Handelsschluss. Im September-Quartal konnte der E-Commerce-Riese mit Gewinnen von 2,88 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen mit dem größten Nettogewinn der 24-jährigen Unternehmensgeschichte zwar erneut übertreffen. Aber: Weil die Umsätze und der Ausblick auf das Weihnachtsquartal unter den Analystenschätzungen lagen, brach die Amazon-Aktie nachbörslich ein.

Anzeige

Es ist keine leichte Quartalssaison für Technologie- und Internetkonzerne: Seit Wochen finden sich die Aktien von Digitalunternehmen mit den Weltbörsen in einem beschleunigten Abwärtstrend, der einen Großteil der spektakulären Kursgewinne des Jahres wieder zunichte gemacht hat.

Auch E-Commerce-Pionier Amazon, der im September noch als erster Internet-Konzern die Billionen-Dollar-Marke  durchbrochen hatte, erlitt in den vergangenen Wochen einen zweistelligen Kurssturz, der zunächst wie eine Kaufgelegenheit aussah – im gestrigen Handelsverlauf beförderten Schnäppchenjäger die Amazon-Aktie um gleich 7 Prozent nach oben.

Umsatzentwicklung enttäuscht die Wall Street

Dass Anleger mit ihren Käufen vorschnell gehandelt hatten, war nach Handelsschluss zu besichtigen, als das wertvollste Internet-Unternehmen der Welt noch steiler wieder abstürzte – nämlich in der Spitze um gleich neun Prozent. Der Grund:
Der 24 Jahre alte Internet-Pionier konnte bei Vorlage seines neusten Zahlenwerkes nicht wie gewohnt die Erwartungen der Wall Street übertreffen.

Die Umsätze legten um 29 Prozent zu, allerdings flossen im Vergleich zum Vorjahresquartal auch die Erlöse von Whole Foods mit ein. Im dritten Quartal konnte Amazon bereits 56,6 Milliarden Dollar erlösen, unterbot damit jedoch leicht die Konsensschätzungen der Analysten, die bei 57,1 Milliarden Dollar gelegen hatten.

Amazon erzielt größten Gewinn der Konzerngeschichte

Dafür haussierten die Gewinne. Zwischen Anfang Juli und Ende September konnte Amazon bereits einen Nettogewinn, auf den Konzernchef Jeff Bezos zugunsten des Wachstums lange Zeit verzichtet hatte, von 2,88 Milliarden Dollar ausweisen – und damit so viel verdienen wie nie in einem Quartal. Es war das 14. Mal in Folge, dass der US-Handelsgigant einen Profit einfahren konnte.

Die Analystenschätzungen, die noch bei 3,14 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten, wurden damit komplett pulverisiert – Amazon erzielte nämlich tatsächlich einen Gewinn je Aktie von 5,75 Dollar. Vor einem Jahr hatte der E-Commerce-Riese noch 256 Millionen Dollar verdient. Amazon konnte seinen Gewinn somit mehr als verelffachen!

Anzeige

AWS erneut Treiber – Werbegeschäft wächst rasant

Treiber der enormen Geschäftsdynamik war wieder einmal die rasant wachsende Cloud-Computing-Sparte AWS (Amazon Web Services), die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (4,58 Milliarden Dollar) immer noch um 46 Prozent zulegte und nun bereits mehr als 6,7 Milliarden Dollar erlöste. Mit einem operativen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar steuert die AWS-Sparte bereits mehr als die Hälfte zu Amazons Vorsteuergewinn bei.

Noch dynamischer wächst unterdessen Amazons noch junges Werbegeschäft, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um spektakuläre 122 Prozent zulegte und bereits Erlöse in Höhe von 2,49 Milliarden Dollar einfuhr.

Von Microsoft an Wall Street wieder überholt

Allerdings zeigten sich Anleger von Amazons Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft enttäuscht. So prognostizierte Konzernchef Jeff Bezos für das laufende vierte Quartal Umsätze zwischen 66,5 und 72,5 Milliarden Dollar, die deutlich unter den Konsensschätzungen der Wall Street von 73,8 Milliarden Dollar lagen. Auch die in Aussicht gestellten Gewinne von 2,1 bis 3,6 Milliarden Dollar kamen nicht annähernd an die Analystenerwartungen von 3,9 Milliarden Dollar heran.

Die Folge: Ein Kurssturz von in der Spitze 9 Prozent nach Handelsschluss, der die Zugewinne der Amazon-Aktie im Handelsverlauf wieder komplett ausradierte. Bei Kursen von 1650 Dollar notierte Amazon nachbörslich wieder bei einem Börsenwert von 800 Milliarden Dollar und hat damit binnen sieben Wochen in der Spitze mehr als 200 Milliarden Dollar in der Marktkapitalisierung eingebüßt. Mehr noch: Durch den Kurssturz verlor Amazon damit den zweiten Rang im weltweiten Börsenranking an Microsoft, das gestern mit seinen Quartalszahlen überzeugt hatte.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Betr. “Auch E-Commerce-Pionier Amazon, der im September noch als erster Internet-Konzern die Billionen-Dollar-Marke durchbrochen hatte, erlitt in den vergangenen Wochen einen zweistelligen Kurssturz (…)”

    Ich dachte, APPLE wäre der erste Internet-Konzern, der die Billionen-Dollar-Marke durchbrochen hätte.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia