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“Die Autoindustrie steht vor ihrem iPhone-Moment”: Warum Richard Gutjahr mit emobly jetzt in Elektro-Mobilität macht

emobly: Grischa Meyer, Richard Gutjahr und Georg Konjovic (v.l.)
emobly: Grischa Meyer, Richard Gutjahr und Georg Konjovic (v.l.)

Richard Gutjahr macht was Neues! Der bekannte Blogger und Journalist beim Bayerischen Rundfunk hat gemeinsam mit Georg Konjovic (CEO) und Grischa Meyer (CTO9 emobly gestartet, eine Website rund um elektrisches Fahren. Gutjahr selbst firmiert als Chefredakteur. emobly will News und Hintergründe aber auch Service liefern, etwa eine Karte mit Ladestationen. Gutjahr und Konjovic haben MEEDIA erzählt, was sie mit emobly vorhaben.

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Wie seid Ihr auf die Idee zu emobly gekommen?
Richard Gutjahr: Anfang 2018 habe ich ganz schnell ein neues Auto gebraucht und bin zum ersten Mal ein Elektroauto Probe gefahren. Was soll ich sagen. Es hatte sofort gefunkt. Ich wollte nie wieder zurück zum Verbrenner! Mir war klar: Die Automobilindustrie steht vor ihrem iPhone-Moment.

Ist emobly ein Business oder ein Hobby-Projekt?
Gutjahr: Knifflig. Ich folge gerne meiner inneren Stimme und kümmere mich nicht so um die Vermarktung, zumindest nicht am Anfang. Darum war es eine glückliche Fügung, dass Georg Konjovic und ich uns in dieser Zeit über den Weg gelaufen sind. Wir kennen uns seit Jahren, Georg fährt seit 2016 elektrisch und so ergab eins das andere.

Wie sieht denn das Geschäftsmodell aus?
Georg Konjovic: emobly wird klassisch monetarisiert – über Werbung und Kooperationen. Daneben sind wir auch Gründer der auf E-Mobilität fokussierten Beratung EV ANGELS, die Unternehmen und Kommunen zu ihren Kunden zählt. Anfangs subventionieren wir quer, später wird emobly auf eigenen Beinen stehen können.

Welches E-Auto fahrt ihr selbst und welche Erfahrungen habt ihr bisher damit gemacht?
Konjovic: Ich fahre einen BMW i3 und einen Tesla. Den Umstieg habe ich zu keiner Zeit bereut, meine Familie liebt das elektrische Fahren bzw. Gleiten ebenso. Man merkt deutlich, dass Tesla eine sehr konsequente nutzerzentrierte Produktentwicklung betreibt während BMW noch deutlich in der alten Kfz-Hersteller-Welt verhaftet ist. Die Digitalisierung des Autos und die Umstellung auf Nutzer-fokussierte Produkte wird eine große Herausforderung für etablierte Hersteller.

Also keinen heimlichen Zweitwagen mit Verbrenner daheim in der Garage?
Konjovic: Ich habe weder Garage, lade also stets an öffentlichen Ladepunkten, noch habe ich alte Diesel- oder Benzin-Autos. Deren Zeit ist vorbei.

Gutjahr: Mein Audi ist mir am Neujahrstag auf der Autobahn sprichwörtlich unter dem Hintern abgeraucht – Motorschaden. Ich musste ihn noch an Ort und Stelle verschrotten lassen.

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Richard, machst Du Dein Blog Gutjahr.biz und Deinen Job beim BR weiter?
Gutjahr: Mein Blog hatte in den letzten Jahren ohnehin gelitten. Was den BR betrifft, wird sich nichts ändern. Das Haus profitiert von den Erfahrungen, die ich in der Netzwelt sammle. Vieles von dem, was ich vor fünf Jahren bei der “Rundshow” entwickelt habe, ist heute Standard beim BR.

Haben die großen Medien-Häuser das Thema E-Mobilität bislang zu stiefmütterlich behandelt?
Konjovic: In der Regel enden Berichte bei traditionellen Auto-Medien mit der Pointe des Liegenbleibens oder mit dem Gerücht brennender Akkus. Es fehlt meiner Beobachtung nach zum einen an erlebter Wirklichkeit im Bereich E-Mobilität. Zu wenige Redakteurinnen und Redakteure fahren selbst elektrisch. Noch schlimmer aber: Es scheint an Neugier und Begeisterung für die neue Technologie zu fehlen. Zum anderen sind viele Medien auch damit beschäftigt, ihre eigenen engen Verbindungen zur inländischen Autoindustrie neu zu justieren. In diese Lücke stellen wir nun emobly.

Glaubt ihr, dass die Diesel-Debatte den Durchbruch von E-Mobilität bescheunigt?
Gutjahr: Ich hoffe es. Wir haben nichts gegen Verbrenner, ganz im Gegenteil. Unser Land hat einen Großteil seines Wohlstands der klassischen Automobilindustrie zu verdanken. Aber alles hat seine Zeit. Und manchmal ist Erfolg auch eine Falle, weil man den Zeitpunkt der Erneuerung verpasst. Das gilt für Menschen wie für Unternehmen. Wie heißt es so schön: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

swi/Die Fragen wurden via E-Mail gestellt 

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Alle Kommentare

  1. Einer mehr auf dem Band-Wagon.

    Was Alle nicht bedenken: Die Batterien leben nicht ewig. Deren “Recycling” wird die nächste Umwelt-Katastrophe. Und natürlich hat niemand das ahnen können…

    Flüssigtreibstoff hat riesige Vorteile gegenüber allen anderen Antriebsstoffen.

    Warum kommt niemand auf die Idee, in den Städten den Strom NICHT aus der Batterie, sondern mit Stromschienen wie für Trolley-Busse zu liefern? Reine Stadtfahrzeuge OHNE BATTERIE lassen sich durchaus realisieren. Straßenbahnen und Trolley-Busse sind der Beweis dafür, daß es geht.

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