Partner von:
Anzeige

“Fluchtgefahr wegen Tötungsdelikt in einem besonders schweren Fall”: Alexander Falk muss in U-Haft bleiben

Alexander Falk
Alexander Falk

Stadtplan-Erbe Alexander Falk bleibt im Gefängnis. Das Amtsgericht Frankfurt hat angeordnet, dass der Haftbefehl des einstigen Börsenstars der New Economy aufrechterhalten wird und die Haft fortdauert. Grund: Bei dem Unternehmer bestehe "Fluchtgefahr" aufgrund des Verdachts wegen der Anstiftung zu einem Tötungsdelikt "in einem besonders schweren Fall". Über eine Anklage ist noch nicht entschieden.

Anzeige

Alexander Falk, Erbe des Kartografie-Verlags mit seinen ausklappbaren Stadtplänen und einst gefeierter Börsenstar, kann vorerst nicht auf seine Freilassung hoffen. Der Haftrichter am zuständigen Amtsgericht hat angeordnet, den Unternehmer in Haft zu belassen. „Der Haftbefehl wurde aufrechterhalten und Haftfortdauer angeordnet“, erklärt Oberstaatsanwältin Nadja Niesen auf Anfrage von MEEDIA. Laut Gericht bestehe bei dem Inhaftierten “Fluchtgefahr wegen eines Tötungsdeliktes in einem besonders schweren Fall”.

Nach Niesens Angaben werden die Ermittlungen gegen den Geschäftsmann fortgesetzt. Ob eine Anklage erhoben wird, wenn der Tatverdacht hinreichend ist, werde sich zeigen, betont die Staatsanwältin. Von seinem Strafverteidiger Thomas Bliwier war auf telefonische Nachfrage vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.

Alexander Falk wurde Anfang September am Sitz seiner Firma in Hamburg festgenommen worden. Der Vorwurf: Er soll 2010 zu einem Tötungsdelikt an einem Anwalt angestiftet haben. Berichten der Bild zufolge soll es sich hierbei um den Frankfurter Anwalt Dr. Wolfgang J. handeln, der schwerverletzt ins Krankenhaus kam. Dieser sei damals mit einer Zivilklage gegen Falk betraut gewesen, bei der es um Schadenersatzforderungen gegen den Internetunternehmer in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro ging.

Anzeige

Falk ist der Erbe des gleichnamigen, von seinem Vater Gerhard gegründeten, Unternehmens, das patentierte Stadtpläne verkaufte. 1995 veräußerte er das Unternehmen an den Gütersloher Medienriesen Bertelsmann für 50 Millionen Mark. Das Geld investierte er in verschiedene Startups und übernahm unter anderem in der Schweiz die Distefora AG. Sie diente ihm als Holding, um seine vielfachen Firmenaktivitäten zu bündeln, zu denen damals auch Ision gehörte. Dabei handelt es sich um einen Anbieter von Internetzugängen.

Im März 2000 brachte Falk die Ision AG an den boomenden Neuen Markt. Wenige Monate später verkauft er das Unternehmen an den britischen Telekommunikationsanbieter Energis – für einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Das Manager Magazin zählt ihn zu dem Zeitpunkt auf Rang 86 der 100 reichsten Deutschen. Vor der Veräußerung an Energis schönt er aber den Wert seiner Firma angeblich durch Scheinrechnungen, um einen höheren Verkaufserlös zu erzielen, erklärte damals ein Gericht. Es verurteilte ihn deshalb später zu vier Jahren Haft.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Wieder mal ein Lipinski, wie früher. Beispiel: “Alexander Falk wurde Anfang September am Sitz seiner Firma in Hamburg festgenommen worden.” War wohl niemand in der Redaktion zum Gegenlesen.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia