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Umbau im Spiegel-Hauptstadtbüro: Mit diesen Leuten will Chefredakteur Klusmann die Redaktionsfusion vorantreiben

Obwohl 2019 erst offiziell im Amt, stellen Steffen Klusmann (Foto) und Team bereits jetzt die Weichen für die Spiegel-Transformation
Obwohl 2019 erst offiziell im Amt, stellen Steffen Klusmann (Foto) und Team bereits jetzt die Weichen für die Spiegel-Transformation

Steffen Klusmann und sein Team stellen bereits die Weichen für das Jahr 2019, in dem der Spiegel Historisches vorhat – Print- und Online-Redaktion sollen endlich miteinander verschmelzen. Dazu baut der designierte Chef bereits personell um, zuallererst in Berlin. Dort soll das bisherige Führungstrio abgelöst werden. MEEDIA erklärt, was Klusmann offenbar plant.

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Die neue Führung des Spiegel will offenbar keine Zeit verlieren. Kurz nach Bekanntwerden der Ablösung des mittlerweile verabschiedeten Chefredakteurs Klaus Brinkbäumers, geht es mit ersten Personalmaßnahmen los.

Derzeit entscheiden Steffen Klusmann, ehemaliger Chef des Manager Magazin und designierter “Vorsitzender der Chefredaktion”, sowie seine Partner Barbara Hans und Ulrich Fichtner, mit wem sie die historische Wende beim Spiegel meistern wollen. 2019 soll das Jahr werden, in dem der Verlag des Nachrichtenmagazins ernst macht und die Zusammenführung von Print und Online starten will. Am Freitag vergangener Woche informierten die neuen Chefs, wer zukünftig die treibenden Kräfte in der Hauptstadt sein sollen – nach Informationen von MEEDIA plant die Chefredaktion, nahezu die komplette Führungsmannschaft auszutauschen.

Der neuen Leitung in Berlin sollen zukünftig nur zwei Personen angehören, die bislang Führungspositionen inne hatten: Sebastian Fischer (Jahrgang 1978) und Philipp Wittrock (Jahrgang 1975), beide seit August vergangenen Jahres Ressortleiter Online, sollen in eine gleichberechtigte Führungsmannschaft mit den Spiegel-Reportern Melanie Amann und Martin Knobbe berufen werden. Amann, Jahrgang 1978, ist seit 2013 im Hauptstadtbüro des Spiegel tätig, berichtet als Redakteurin vor allem über die CDU und die AfD, mit der sie sich auch in einem Buchprojekt befasst hat. Knobbe, Jahrgang 1972, startete 2015 nach Karriere in den USA beim Spiegel, kümmerte sich um Innere Sicherheit, Kriminalität, Extremismus und Sozialthemen.

Dirk Kurbjuweit wird Büroleiter in Berlin

Dem Ressorleiterquartett übergeordnet wird ein Büroleiter. Nach seinem Posten in der Chefredaktion des Spiegel wird Dirk Kurbjuweit diese Position wieder antreten – unter Ägide von Chefredakteur Georg Mascolo war Kurbjuweit bereits zwischen 2008 und 2012 in Berlin verantwortlich. Wie es aus Redaktionskreisen heißt, könnte er aber weniger im Tagesgeschäft mitwirken, sondern einer eher repräsentativen und beratenden Funktion nachkommen.

Unterschrieben sind die Personalien alle offenbar noch nicht, auch könnte sich nach interner Ausschreibung noch etwas ändern – allerdings, so heißt es, seien dies die konkreten und bereits zur Sprache gekommenen Wünsche der Chefredaktion. Auf Nachfrage von MEEDIA wollte sich der Verlag nicht äußern. Über interne Vorgänge geben man grundsätzlich keine Auskunft, so eine Sprecherin.

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Pfister könnte ins Ausland gehen

Auslöser für den Umbau in Berlin könnte der bisherige Leiter des Hauptstadtbüros, René Pfister, sein. Wie es heißt, habe er bereits vor dem Antritt der neuen Chefredaktion Wünsche nach Veränderung zum Ausdruck gebracht. Dabei soll er über den großen Teich in die US-Hauptstadt Washington schielen. Dort ist allerdings erst im vergangenen Jahr Christoph Scheuermann als Büroleiter angetreten.

Für Michael Sauga, seit 2015 neben Pfister Leiter des Hauptstadtbüros, wie auch deren Stellvertreterin Christiane Hoffmann würden intern neue Aufgabengebiete gesucht, heißt es. Dasselbe gilt wohl für Stefan Kuzmany, der die Leitung des Hauptstadtbüros von Spiegel Online, übernommen hatte und zudem Meinungschef ist.

Mit dem Umbau schaffen Klusmann und sein Team auch Doppelstrukturen auf Führungsebene ab. Fakt ist auch, dass sie mit dem Umbau eine Büroleitung erneuern, die zumindest nach außen als nicht unumstritten galt. In der Branche für Furore gesorgt hatte ein Stück der heutigen Spiegel-Kolumnistin Ulrike Simon. In ihrer Kolumne für das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte sie vergangenes Jahr über Pfister, Sauga und Hoffmann als “die drei Fragezeichen” gespottet. Der Dreier-Spitze war vorgeworfen worden, die Orientierung im politischen Berlin sowie den Draht zu den wichtigen Protagonisten verloren zu haben. Zum damaligen Zeitpunkt verkündeten stern und Zeit zugleich Martin Schulz als neuen Kanzlerkandidaten der SPD, der scheidende Parteivorsitzende Sigmar Gabriel hatte sich den beiden Konkurrenten anvertraut. Dem Spiegel blieb damals nur die Rolle des Zuschauers.

 

 

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Alle Kommentare

  1. Print und Online öffentlich zu vereinigen, kann aus Zensursicht von Nachteil sein, weil teurer. Erfolgreiche Zensur vor dem Erscheinen in Print oder Online greift dann auf beide, Print und Online.

  2. Das ist wie in der EU: Die Zusammenlegung von Print und Online führt zur Konvergenz bei allen Standards – und zwar nach unten, auf das klägliche Spiegel-Online-Niveau.

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