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Umstrittener Facebook-CEO: Großinvestoren fordern Rücktritt von Mark Zuckerberg als Aufsichtsratschef

Screenshot: © CNBC
Unter Dauerdruck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei seiner aufsehenerregenden Anhörung vor dem US-Kongress

Erneuter Gegenwind für Mark Zuckerberg. Mehrere Großinvestoren, darunter der New Yorker Pensionsfonds, fordern offen den Rückzug des 34-Jährigen als Aufsichtsratschef. Einen solchen Schritt hatte zuletzt Tesla-Chef Elon Musk auf Druck der SEC vollziehen müssen. Zuckerberg dürfte indes nichts zu befürchten haben, weil der Facebook-CEO die Kontrollmehrheit im Aufsichtsrat besitzt. Trotzdem gilt die Forderung als symbolische Geste der Unzufriedenheit von Großinvestoren mit dem Geschäftsgebaren des Facebook-Gründers.

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Mark Zuckerbergs Jahr zum Vergessen ist um eine Episode reicher. “Ein unabhängiger Aufsichtsratsvorsitz ist notwendig, damit Facebook das Durcheinander hinter sich lassen und wieder das Vertrauen von Amerikanern und Investoren gewinnen kann”, erklärte Scott Stringer, Chefkontrolleur des New York City Pensionsfonds, in einem Statement, das dem Wall Street Journal vorliegt.

Stringer fordert in der Konsequenz explizit den Rückzug von Mark Zuckerberg von der Spitze des Facebook-Aufsichtsrats. Daraus dürfte indes kaum etwas werden, denn der 34-jährige Facebook-Gründer besitzt 59,9 Prozent der Stimmrechte und kann damit auf einer Aktionärsversammlung unliebsame Anträge abschmettern.

Hackerangriff lässt Facebook schlecht aussehen

Trotzdem dokumentiert der symbolische Angriff von Großaktionären das schwindende Vertrauen in die Führungsqualitäten des 60-fachen Milliardärs. In den vergangenen Monaten hatte der Facebook-Chef immer wieder neue Nackenschläge verkraften müssen. Vor drei Wochen etwa musste das Social Network einen Hackerangriff eingestehen, von dem mehr als 30 Millionen Nutzer betroffen waren.

Bei 14 Millionen Nutzern erbeuteten Hacker neben dem Nutzernamen und dem Geschlecht hochsensible Informationen  wie den Wohnort, den Beziehungsstatus, die Religionszugehörigkeit, aber auch technische Daten wie die zur Nutzung verwendeten Geräte, die Orte, an denen der Nutzer zuletzt markiert wurde oder die 15 letzten Suchabfragen.

“Sie haben Nutzerinformationen nicht geschützt, sie verdienen kein Vertrauen”
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Für den 14 Jahre alten US-Internetriesen war die Sicherheitslücke ein neues PR-Debakel nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica im Frühjahr, der das weltgrößte soziale Netzwerk in seinen Grundfesten erschüttert hatte. Gemessen am eigenen Widergutmachungsanspruch sei Facebook damit krachend gescheitert, merkten zahlreiche Branchenexperten wie etwa Marketing-Professor Scott Galloway an. “Sie haben sie (die Informationen – A.d.R.) nicht geschützt, und sie verdienen es (das Vertrauen – A.d.R.) nicht”, twitterte der Bestseller-Autor (“The Four”) vergangene Woche.

Zuckerberg muss zudem intern immer wieder Rückschläge mit der Demission von Top-Managern hinnehmen. Im September etwa überraschten die Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger mit ihrem synchronen Abgang vom nach Amazon und Alphabet drittwertvollsten Internet-Konzern der Welt. Systrom machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass zwischen ihm und Zuckerberg etwas vorgefallen war. (“Niemand verlässt den Job, weil alles toll ist.”)

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