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Ex-Investor über Netflix’ anhaltendes Wachstumspotenzial: “Die Leute verstehen nicht, wie groß der Streaming-Markt ist”

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Content kostet: Netflix' immer größere Ausgaben für Eigenproduktionen wollen zurückverdient werden

Die Erleichterung war groß: Nach Monaten der Ungewissheit wischte Netflix gestern die Wachstumssorgen der Wall Street mit starken Quartalszahlen, bei denen 7 Millionen Neukunden herausstachen, förmlich weg. 24 Stunden später ist die Euphorie schon wieder verflogen, die Aktie hat den Großteil der Zugewinne wieder abgegeben. Nach Meinung eines früheren Netflix-Investors ein Missverständnis: Anleger würden weiterhin die Größe des Streaming-Marktes unterschätzen.

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Der Preis ist ziemlich heiß: Mit 155 Milliarden Dollar wird Netflix bewertet. Der Streaming-Pionier ist damit mehr wert als jeder deutsche Konzern. Angesichts von jährlichen Umsätzen in Höhe von knapp 16 Milliarden Dollar und einem erwarteten Nettogewinn von rund einer Milliarde eine stolze Bewertung, mit der Netflix zeitweise zum wertvollsten Medienkonzern der Welt aufgestiegen ist und aktuell nur 10 Prozent hinter Branchenprimus Walt Disney rangiert.

Nach Einschätzung von zahlreichen Analysten ist Netflix’ Bewertung zu schnell angewachsen: Allein im ersten Börsenhalbjahr konnte der Streaming-Pionier aus Los Gatos, Kalifornien, seinen Börsenwert um 85 Milliarden Dollar steigern und damit mehr als verdoppeln.

“Viele Anleger verstehen nicht, wie groß der Markt ist”

Entsprechend reagierten Wall Street-Großbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs allein diese Woche mit drei Herabstufungen des Kursziels. Die Analysten von KeyBanc folgten heute trotz der starken Quartalszahlen vom Vorabend und bremsten damit den Aufschwung der Netflix-Aktie, die am Ende lediglich um fünf statt wie im gestrigen nachbörslichen Handel um 15 Prozent zulegte, gehörig ab.

Nach Einschätzung des früheren Netflix-Investors Paul Holland beurteilen viele Anleger die Wachstumschancen des Streaming-Video-Pioniers inzwischen zu skeptisch. “Viele Leute gehen die falschen Wetten ein. Sie verstehen nicht, wie groß der Markt (für Streaming-Videos – A.d.R.) ist”, erklärte Holland gegenüber dem Finanzsender CNBC. “Es gibt soviele Gelegenheiten.”

“Sie tauschen Geld effektiv gegen Inhalte ein”

Auch Netflix’ enorme Aufwendungen für seine Content-Produktionen, die sich nach Einschätzung von Goldman Sachs in den nächsten vier Jahren noch mal auf 16 Milliarden Dollar im Jahr verdoppeln dürften, bereiten dem Wagnisfinanzierer keine Sorgen. “Sie tauschen Geld effektiv gegen Inhalte ein, was der Grund ist, warum sie so stark Marktanteile gewonnen haben”, erklärt Holland das Geheimnis von Netflix’ Erfolgsstory.

Gestern nach Handelsschluss hat der viertwertvollste Internetkonzern der USA mit seinem neusten Zahlenwerk nachgewiesen, dass seine Anziehungskraft weiter ungebrochen ist. In den drei Monaten von Anfang Juli bis Ende September konnte Netflix knapp sieben Millionen Neukunden verbuchen und mit 403 Millionen Dollar den größten Nettogewinn der 21-jährigen Konzerngeschichte einfahren.

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