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Verleihung des Deutschen Comedypreises: Carolin Kebekus gewinnt zum sechsten Mal in Folge

Carolin Kebekus moderierte am Sonntag die Verleihung des Comedypreises und wurde auch ausgezeichnet
Carolin Kebekus moderierte am Sonntag die Verleihung des Comedypreises und wurde auch ausgezeichnet

Wer Unvorhergesehenes scheut, ist beim Deutschen Comedypreis in der Regel gut aufgehoben. Man weiß, was man bekommt – und das ist oft Carolin Kebekus. In diesem Jahr ist das nicht sonderlich anders. Die Comedian wurde zum sechsten Mal in Folge als "beste Komikerin" ausgezeichnet worden. Auch bei den anderen Gewinnern gab es kaum Überraschungen.

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Carolin Kebekus wirkt wirklich überrascht -–und das ist eigentlich die größte Überraschung. “Das ist jetzt total bescheuert, ne? Weil ich das Ding hier moderiere”, stellt die Komikerin fest. Sie hat gerade den Deutschen Comedypreis in der Kategorie “Bestes TV-Soloprogramm” bekommen (“Carolin Kebekus live! – AlphaPussy”, RTL) – und ist nebenbei auch noch Moderatorin der zugehörigen Gala am Sonntagabend in Köln. Dass sie wenig später – und wie schon 2017, 2016, 2015, 2014 und 2013 – auch als “Beste Komikerin” ausgezeichnet wird, weiß sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Als es passiert, wirkt die 38-Jährige allerdings auch schon weniger überrascht. Der Abend ist die Essenz der vergangenen Jahre.

Der Deutsche Comedypreis steht seit Jahren nicht gerade im Ruf, mit Neuem zu überfordern. Gewinner, Moderatoren, Juroren – oft sind es dieselben Protagonisten, die in wechselnden Rollen auf der Bühne stehen. Und ganz oft ist es Carolin Kebekus, an der in der Branche kein Weg vorbei zu gehen scheint. Mittlerweile ist schon das Stadium erreicht, in dem das selbst zum Witz taugt. “Comedy ist wirklich eine solide Branche, oder? Ohne viel Fluktuation”, sagt Kebekus in ihrer Moderation. Woanders gehe das viel flotter. “So als Verfassungsschutzpräsident: Kaum haste mal sechs Jahre Scheiße gebaut: Zack, biste weg!”

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass man genau hinschauen sollte. Ein paar Entwicklungen – zumindest in Ansätzen – lassen sich dann nämlich doch erkennen. Zum einen die, dass sich Luke Mockridge (29) langsam an den Kebekus’schen Thron heranpirscht. Wie schon im vergangenen Jahr kann er in mehreren Kategorien gewinnen, diesmal als “Erfolgreichster Live-Act” und auch – mit seiner Sendung “Luke! Die Woche und ich” (Sat. 1) – in der Sparte “Beste Comedy-Show”. Dort landet er sogar vor Kebekus mit ihrem “PussyTerror TV” (ARD/WDR).

Eine weitere Beobachtung: Satire ist zur Domäne der Öffentlich-rechtlichen geworden, die in der Kategorie alle Nominierten stellen. Etwas überraschend setzt sich dort am Ende “Mann, Sieber!” (ZDF) gegen bekannte Hochkaräter wie die “heute-show” (ZDF), “Neo Magazin Royale” (ZDF/ZDFneo) und “Die Anstalt” (ZDF) durch.

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Die weiteren Sieger im Schnelldurchlauf: “jerks.” (ProSieben/maxdome, «Beste Comedyserie»), “Sketch History” (ZDF, “Beste Parodie/Sketch-Show”), “Das Institut – Oase des Scheiterns” (BR, NDR, WDR, PULS und ARD-alpha, “Beste Innovation”), Felix Lobrecht (“Bester Newcomer”). Den Sonderpreis bekommt in diesem Jahr die Oberhausener Kabarettistin Gerburg Jahnke (“Ladies Night”).

In der Kategorie “Beste Sitcom” werden erstmals gleich zwei Preise verliehen – an “Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres” (NDR) und “Beste Schwestern” (RTL). Die Doppelvergabe hängt mit der Konstellation in der Jury zusammen, die die Auszeichnungen vergibt. Beide Serien bekamen die gleiche Zahl an Stimmen. Die dann eigentlich entscheidende Stimme der Jurypräsidentin konnte aber nicht herangezogen werden – da diese Mirja Boes heißt und selbst bei “Beste Schwestern” mitspielt.

Von Jonas-Erik Schmidt, dpa

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Alle Kommentare

  1. Diese immer und überall anzutreffende “antiorgastische, sexuell unlustige, die Frigidität der Frauen schaffende Penetranz” gehörte ja eigentlich auch verboten. Typisch für die männliche Herrschaft und Unterdrückung der Frau. Auch bei der Zensur. Pfui

    “Wir für Wally”.

    1. Dazu passend, weil es ja immer und überall um Unterhaltung und Spaß, exzessivste comedy, also nicht nur hoppipoppi trallala, sondern spannende Morde und aufregende Hetzjagden und lustige Geschichten über ehemalige NaziVerfolgte gehen muss, ist nun auch der berühmte und dann eh Gott sei Dank nur mehr von FeministInnen gehasste Psychoanalytiker Freud dran. Seine Bücher hat man damals, 1933 einfach halt mal verbrannt, weil man ihn nicht verstanden hat, was hat der auch für narrische Theorien aufgestellt, wie unfassbar, aber was solls. Heute versteht man ihn ja immerhin zu vermarkten, wie kastrierend, wie herzig, wie rührend, welch großartige penetrante “Wiedergutmachung” für alles, hoffentlich kriegen die für den Thriller viele Einschaltquoten und Preise ohne Ende. ;-(

      Dreharbeiten zu ORF-Netflix-Serie „Freud“ ab 2019

      Zitat:

      “Der Erfinder der Psychoanalyse auf Mörderjagd: Dieses Szenario offenbart sich in einer neuen Thrillerserie, die der ORF gemeinsam mit dem Streamingdienst Netflix entwickelt. Im Jänner sollen die Dreharbeiten zu „Freud“ in Wien und Prag beginnen, die Regie übernimmt der Österreicher Marvin Kren („4 Blocks“). In die Rolle des kriminalistisch veranlagten Sigmund Freud schlüpft Robert Finster.

      Er fällt laut einer Aussendung als junger Freud „von einer beruflichen Krise in die nächste“, stoßen seine Theorien doch auf breite Ablehnung. Als sich im Wien der Jahres 1886 schließlich dunkle Machenschaften bemerkbar machen, begibt er sich auf deren Spur. An der Seite von Finster sind Ella Rumpf und Georg Friedrich zu erleben.

      Die Drehbücher der 45-minütigen Episoden hat Kren gemeinsam mit Stefan Brunner und Benjamin Hessler verfasst, die Ausstrahlung in ORF eins ist für 2020 geplant. Mit der Produktion von Satel Film und Bavaria Fiction könne der ORF „seine Bedeutung als starker und verlässlicher Partner für internationale Content-Allianzen“ ausbauen, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Amy Reinhard von Netflix verwies auf den Anspruch des Unternehmens, „lokale Geschichten mit globalem Appeal zu erzählen“.!”

      https://orf.at/#/stories/3054901/

  2. Systemwitzler unter sich.

    Böhmermann verleiht Preise an Kebekus, die wieder zurück an Böhmermann, Hayali an Welke, Claus Kleber an Steffen Seibert und alle zusammen wählen Angela Merkel zum beliebtesten Menschen auf der ganzen, ganzen Welt, dem nur der Teufel, welcher in den USA wohnt und “Trump” heißt, gefährlich werden kann.

    Und währenddessen schleicht sich der Islam von hinten an und meuchelt die ganze Bagage in den Orcus.
    Selbst der Comedypreis, einst der Ort des Frechen und Anarchischen, ist zu einer Systemveranstaltung, die den Deutschen das “Stillhalten, bis der Metzger kommt” vermitteln soll, verkommen.

    Jetzt weiß ich, wie sich die helleren Köpfe, die es bis 1939 nicht aus dem dritten Reich heraus geschafft haben, gefühlt haben mögen.

    1. Sie haben Dieter Nuhr vergessen. Dieser Mann ist das Paradebeispiel, wie aus einem islamkritischen, charakterlich korrekten und dazu exzellenten Comedian im Zeitraffer ein buckelnder, speichelleckender Systemgünstling geworden ist…

      1. Ja, der Nuhr…..

        Er gehört zu den Leuten, die lieber auf ihre Meinung verzichten als auf ihr Linkssein.
        Man muß halt Prioritäten setzen.
        Ist aber vermutlich eher ein genetisch-geistiges Problem.

        Mit seiner Art zu denken wäre ich heute noch bei den Grünen.

  3. Ja, ja, ja, der deutsch-österreichische Humor. Diese typische selbstgerechte, hölzerne, phallisch-anal-aggressive und arrogant-bornierte Plumpheit.

    Und, wie meist, auch hier, soviel könnte nicht mal ich saufen, wenn ich es denn täte, dass ich die Kebekus und Ihren Schmafu nur annähernd witzig fände.

    Da war ja die “doofe” Komödiantenscheune mit dem legendären Hias Mock noch eine intellektuelle Bereicherung im Sektor Unterhaltung.

    Sarkasmus Ende.

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