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Neuer Twitter-Ärger: Tesla-Chef Elon Musk verhöhnt US-Börsenaufsicht als “Leerverkäufer-Bereicherungs-Kommission”

Unter Dauerdruck: Tesla-CEO Elon Musk
Unter Dauerdruck: Tesla-CEO Elon Musk

Er kann es nicht lassen. Eigentlich hatte Elon Musk am Wochenende mit der US-Börsenaufsicht SEC nach seinem Börsenrückzugs-Tweet eine für beide Seiten gesichtswahrende Einigung erzielt: Musk trat vom Posten des Verwaltungsratschefs zurück, zahlte 20 Millionen Dollar Strafe, konnte aber Tesla-CEO bleiben. Doch offenkundig ist über die Klage der SEC eine gehörige Portion Bitterkeit beim 47-Jährigen übrig geblieben: Nach Handelsschluss verhöhnte Musk die US-Börsensicht in einem Tweet, der die Tesla-Aktie erneut abstürzen lässt.

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“Wollte nur (sagen – Wort fehlt, A.d.R.), dass die Leerverkäufer-Bereicherungs-Kommission großartige Arbeit leistet. Und der Namenswechsel bringt es so auf Punkt”, twitterte Musk nach Handelsschluss. Der Tesla-CEO meint mit seiner Wortschöpfung, die Englisch “Shortseller Enrichment Commission” heißt, offenkundig die US-Börsensicht SEC, mit der Musk gerade aneinandergeraten ist.

Rückzugs-Tweet bringt Musk Ärger mit US-Börsenaufsicht

Um den kryptischen Tweet zu verstehen, muss man die Vorgeschichte kennen. Vor genau einer Woche hatte die US-Börsenaufsicht SEC wegen Anlegerbetrugs Anklage gegen den Tesla-CEO (nicht aber gegen das gesamte Unternehmen) erhoben. Musk hatte am 7. August mitten am Handelstag höchst überraschend getwittert, er “erwäge, Tesla zum Kurs von 420 Dollar von der Börse zu nehmen. Finanzierung gesichert”, twitterte der Seriengründer am 7. August

Der Tweet des 47-Jährigen bewegte an der Wall Street schnell Milliarden Dollar. Wenig später wurde jedoch schnell klar, dass die Finanzierung für den Börsenrückzug keinesfalls gesichert sei, sondern Musk vielmehr seinem Wunschdenken auf dem 280-Zeichen-Dienst Ausdruck verliehen hatte. Die Folge: Schnell wieder fallende Kurse, lange Gesichter bei Aktionären und jede Menge Kritik am Vorgehen.

Schnelle Einigung mit der SEC am vergangenen Wochenende
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Die US-Börsenaufsicht warf Musk als Konsequenz vor, Anleger mit “falschen und irreführenden Informationen” getäuscht zu haben. Im Falle eines mutmaßlich jahrelangen Prozesses hätte Musk eine lebenslange Sperre von CEO-Posten börsennotierter Unternehmen gedroht. Stattdessen einigte sich der gebürtige Südafrikaner am vergangenen Sonntag überraschend schnell außergerichtlich mit der SEC.

Musk erklärte sich bereit, vom Verwaltungsratsvorsitz des Elektroautobauers für mindestens drei Jahre zurückzutreten und zudem eine Strafe von 20 Millionen Dollar zu zahlen. Musk bleibt aber Tesla-CEO – und schien damit halbwegs glimpflich aus der Twitter-Affäre um den angekündigten Börsenrückzug davongekommen zu sein.

Musks neue Twitter-Sticheleien in Richtung der SEC kosten Tesla 1,1 Milliarden Börsenwert

Doch die Angelegenheit scheint trotz der außergerichtlichen Einigung ihre Spuren beim extrovertierten Tesla-Chef hinterlassen zu haben. Der neue Tweet liest sich mit der Namensschöpfung “Shortseller Enrichment Commission” als direkte Revanche an die Adresse der SEC, die Musk durch ihr Vorgehen, das von vielen Branchenexperten als ungewöhnlich hart eingestuft wurde,  den Verwaltungsratsvorsitz – und damit Einfluss bei Tesla gekostet hat. Profitiert hätten vom Vorgehen der SEC  laut Musk entsprechend die Leerverkäufer, also Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hätten.

Dass das Nachtreten an die Adresse der US-Börsenaufsicht in der aktuellen Situation alles andere als eine gute Idee war, ist an der unmittelbaren Reaktion der Wall Street abzulesen. Nachdem die Tesla-Aktie im Tagesverlauf ohnehin schon vier Prozent an Wert verloren hatte, gaben die Anteilsscheine des Elektroautopioniers nach Handelsschluss in Reaktion auf den Tweet um weitere 2,5 Prozent nach. Oder anders gerechnet: Musk selbst hat mit seinem Tweet zur Bereicherung der Leerverkäufer beigetragen – der Twitter-Post radierte von Teslas Börsenwert 1,1 Milliarden Dollar aus.

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