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Die New York Times bringt Donald Trumps Legende vom Selfmade-Milliardär ins Wanken

Donald Trump (li.) und der CEO der New York Times, Mark Thompson
Donald Trump (li.) und der CEO der New York Times, Mark Thompson

Neuer Investigativ-Scoop der New York Times: Die 167 Jahre alte US-Traditionszeitung hat mit einer Enthüllungsstory über Donald Trump mit dem Mythos aufgeräumt, dass sich der heutige US-Präsident sein Milliarden-Imperium eigenhändig aufgebaut habe. Vielmehr bringen die Recherchen, die auf der Auswertung von über 100.000 Dokumenten basieren, langjährige Steuervermeidungstricks von Trumps Vater Fred zutage, durch die an Donald schon im Kindesalter Kapital in Millionenhöhe transferiert wurde. Der US-Präsident wettert über die NYT-Enthüllungen auf Twitter.

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Die Fehde zwischen Donald Trump und der New York Times geht in die nächste Runde. Diesmal punktet die “Gray Lady” mit einer bemerkenswerten Rechercheleistung: “Trump Verdächtiger in Steuerbetrug, der sein Vermögen vom Vater abgeschöpft hat”, betitelte die NYT gestern die Enthüllungsstory, der die Auswertung von 100.000 Dokumenten – von Steuererklärungen bis zu Finanzdokumenten – zugrunde liegt.

Wichtigste Erkenntnis: Donald Trumps Legende, er sei ein Selfmademan, der es ohne wesentliche Hilfe seines Vaters zu den reichsten Männern der Welt gebracht habe, lässt sich in der bekannten Form nicht länger aufrechterhalten. Bislang hatte er immer wieder behauptet, er habe lediglich ein Darlehen von einer Million Dollar von seinem Vater Fred erhalten (und zurückgezahlt) , der seinerseits ein Immobilientycoon war.

Trump-Vater Fred nährte Legende bereits in den 70ern “Alles, war Donald anfasst, hat sich in Gold verwandelt”

Wie die New York Times nun berichtet, ist Trumps Darstellung in der bekannten Form nicht haltbar. Tatsächlich strickten Vater und Sohn gemeinsam an der Legende, dass “alles, was Donald anfasst, sich in Gold verwandelt”, die Vater Fred Trump der New York Times bereits 1976 in einem Interview steckte.

Die US-Renommeezeitung will nun jedoch herausgefunden haben, dass Trump Senior Donald und seinen Geschwistern früh einen beträchtlichen Teil seines Vermögens zugeführt hat, um Steuern zu vermeiden. Und das bereits seit dem Kindesalter: Nach NYT-Angaben verfügte der dreijährige (!) Donald bereits über ein jährliches Einkommen von 200.000 Dollar und konnte sich schließlich im Alter von acht Jahren als Millionär fühlen.

Wie die NYT recherchiert hat, hat der heutige US-Präsident im Laufe seines Lebens Darlehen von seinem Vater von mehr als 61 Millionen Dollar erhalten, diese aber nie zurückgezahlt. Mehr noch: Durch Immobilien-Überschreibungen sei Donald Trump über die Jahre tatsächlich ein Vermögen von inflationsbereinigt 413 Millionen Dollar zugeführt worden, berichtet die NYT.

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Zuwendungen, um Steuern zu vermeiden

Fred Trumps Zuwendungen seien dabei keinesfalls selbstlos gewesen, sondern dienten in erster Linie der Steuervermeidung und -trickserei, berichtet die renommierte amerikanische Tageszeitung. Trump Junior selbst habe für seinen Vater diverse Tätigkeiten ausgeführt – vom Gebäudeverwalter bis zum Banker. Die New Yorker Steuerbehörde prüft als Folge des Berichts nun sogar, ob Trump seinem Vater dabei geholfen hat, Steuern zu hinterziehen.

Wenig überraschend thematisierte Trump die NYT-Untersuchung umgehend auf Twitter. “Die scheiternde New York Times hat etwas gemacht, was ich noch nie gesehen habe. Die haben sich das Konzept des “Zeitwertes von Geld” zunutze gemacht, um eine alte, langweilige und oft erzählte Abrechnung mit mir vorzunehmen. Zusammengerechnet bedeutet das, dass 97 Prozent ihrer Geschichten über mich schlecht sind. Sie haben sich nie von ihrer Wahleinschätzung erholt!” twitterte Trump.

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