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Stich in den Bauch nach Hitlergruß: Jugendliche attackieren Journalisten des Naumburger Tageblatts

In Naumburg ist ein Journalist von vermutlich rechten mit einem Messer attackiert worden
In Naumburg ist ein Journalist von vermutlich rechten mit einem Messer attackiert worden

In Sachsen-Anhalt haben Jugendliche am vergangenen Freitag einen Journalisten mit einem Messer angegriffen. Das Opfer ist freier Mitarbeiter des Naumburger Tageblatts. Der 59-Jährige musste mit einem sechs Zentimeter großen Stich im Bauch ins Krankenhaus und hatte Glück, dass kein lebenswichtiges Organ getroffen wurde. Einer der Täter zeigte vor der Attacke den Hitlergruß. Ob die Tat mit der beruflichen Tätigkeit des Opfers zusammenhängt, ist unklar.

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Der Vorfall ereignete sich gegen 20 Uhr auf einem Rewe-Parkplatz in Naumburg, berichtet die Zeitung. Der freie Mitarbeiter des Blattes, unter anderem für die Fußball-Statistiken der Zeitung verantwortlich, ist nach dem Einkauf im Supermarkt gerade in sein Auto gestiegen und wollte losfahren, als die drei Jugendlichen vor seinem Wagen auftauchten. Einer soll in Richtung seines Autos gespuckt, einer anderer den Mittelfinger gezeigt haben.

Der Journalist Klaus-Peter Krümmling sei dann aus seinem Auto ausgestiegen und habe das Trio verfolgt. Er wollte die Jugendlichen zur Rede stellen. Daraufhin habe einer von ihnen den Hitlergruß gezeigt und ein anderer ihm ein Messer in den Bauch gestoßen.

Zunächst bemerkte der 59-Jährige den Messerstich nicht. „Erst später im Wagen habe ich gesehen, dass es am Bauch nass und alles rot ist. Zuhause habe ich dann die Polizei alarmiert“, sagt er gegenüber seiner Zeitung. Organe seien durch die Attacke nicht getroffen worden. Laut Polizei mussten die Stichverletzungen im Bauchbereich im Krankenhaus behandelt werden.

Das Naumburger Tageblatt, das zur Gruppe den Mitteldeutschen Zeitungen von Dumont gehört, machte den Vorfall in seiner Montagsausgabe in einem merkwürdig nüchtern geschriebenen Beitrag öffentlich. Auf Facebook wünschte die Lokalzeitung dem Opfer immerhin “alles Gute und baldige Genesung”. Hunderte Leser reagierten in dem Sozialen Netzwerk.

Die zuständige Polizei im Burgenlandkreis teilt heute in einer Meldung mit, dass Ermittlungen aufgenommen wurden. Bisher konnten noch keine Hinweise auf den bzw. die Täter erlangt werden. Auch hinsichtlich des Motivs gebe es keine Erkenntnisse. So sei unbekannt, ob die Tätigkeit des Opfers als Mitarbeiter der lokalen Zeitung eine Rolle gespielt habe. “Nach derzeitigem Ermittlungsstand können Rückschlüsse auf die berufliche Tätigkeit des Geschädigten nicht getroffen werden”, heißt es weiter.

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Krümmling geht nicht davon aus. “Ich bin der Meinung, dass die besagten ‘Bürger’ einfach nur ‘auf Krawall getrimmt’ waren”, antwortete er dem Newsportal T-Online.de auf Anfrage, “Einen anderen Zusammenhang schließe ich eigentlich aus.”

Auch der Verlagsleiter des “Naumburger Tageblatt” Olaf Döring schreibt gegenüber MEEDIA, dass man derzeit nicht von einem Zusammenhang mit dem Reporter-Beruf ausgehe: “Herr Krümmling war bei der Attacke privat und nicht im Auftrag des Naumburger Tageblattes unterwegs, auch besteht aus unserer Kenntnis heraus kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Attacke und der Tätigkeit für uns”.

Krümmling selbst widerspricht auch einem Detail der in den Medien verbreiteten Tatschilderung. So gehe er nicht davon aus, erklärte der Journalist gegenüber T-Online, dass bei dem Angriff ein Messer benutzt worden sei: “Das habe ich weder der Polizei noch dem ‘Naumburger Tageblatt erklärt.” Er würde ich das Tatwerkzeug, das er nur kurz gesehen habe, als “Stichel” oder “spitz geschliffenen Schraubenzieher” bezeichnen.

 

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Alle Kommentare

  1. Der Mann hat doch völlig normal reagiert. Ich hätte mir das auch nicht gefallen lassen. Solche Kids kennen dann gar keine Grenzen mehr.

    Und wo ziehen Sie dann die Grenze: Die vergewaltigte Frau im Minirock auf einer Party hat es dann auch herausgefordert, ja?

    Nein nein, hier wird Gewalt mit rechtsextremen Anstrich relativiert und schön geredet.

    Wenn Sie wissen wollen, was ‚Looking for Trouble‘ wirklich bedeutet, schlage ich vor, dass Sie in Derry mal mit einer orangenen Schärpe an einem beliebigen 30.1. in der Bogside in einen Pub gehen.

    Danach unterhalten wir uns mal über No-Go-Zones und Gewalt im dem angeblich in Trümmern liegende Schlafmützenland Deutschland. Hier schließen ja inzwischen schon 18-Jährige eine Versicherung an, wenn sie von der Fernsehcouch zum Pinkeln geht.

    1. Der Parkplatz von einem Supermarkt ist keine “No go area”.

      Sie haben den Fall einer kolonial-rassistischen Provokation in Irland vorgestellt: was für eine rassistische Provokation hat denn Herr Krümmling begangen? Vielleicht wissen Sie ja mehr als in dem Artikel steht.

      Vielleicht hat es außer dem Stinkefinger und dem Ausspucken ja noch mehr gegeben, was den Streit ausgelöst und hat eskalieren lassen.

      In Chemnitz hat es vor dem Messerstich am späten Abend des Stadtfeste ja auch, wie anfangs berichtet wurde, ein heftiges Wortgefecht gegeben, bei dem es vermutlich so eine ähnliche Provokation gegeben hat, wie die von “Belfast4ever” genannte tödliche Beleidigung wie die der Iren durch einen Verteidiger der britischen Kolonialherrschaft.

      Und vielleicht auch im Fall des Herrn Krümmling. Man steigt doch nicht aus und läuft Leuten hinterher nur wegen einem Stinkefinger und einem Ausspucken. Ich würd da nur meinen eigenen Stinkefinger zei8gen.

      Erzählen Sie, “Belfast four ever”! Was wissen Sie?

      1. Eben, es ist keine No-Go-Area. Der Herr ist offenbar beleidigt worden und hat versucht, die Jugendlichen zur Rede zur stellen. Das halte ich für völlig selbstverständlich und ungefählich, zumal Naumburg ja nicht gerade ein heißes Pflaster ist.

        Sie und Ben haben a) die Täter als Nachahmungstäter entschuldigt und b) dem Opfer auch noch eine Mitschuld gegeben, weil es lieber im Auto hätte bleiben sollen. Wie Sie es getan hätten.

        Unterm Strich: Sie rechtfertigen die Nazigruß-zeigenden Jugendlichen und outen sich selbst als Angsthase, der vor ein paar Halbstarken den Schwanz einzieht, wenn nicht ein paar Jungs mit Glatzen zur Unterstützung vorbeikommen.

        Und nun husch ins Afd-Körbchen zu den anderen Angsthasen, die schon hyperventilieren, wenn Sie beim Türken einen Döner kaufen sollen.

      2. Der Satz “…und so was will an die Macht…” fehlt noch.

        Ich würde übrigens herzlich gerne in einem Land leben, in dem die Kriminalität ausschließlich darin besteht, den Hitlergruß zu zeigen.

        Leute wie Sie mit Ihren kruden Ansichten sind mir deutlich weniger erträglicher.

      3. @Belfast4ever vom 3.10. 18:23 wegen

        Sie und Ben haben a) die Täter als Nachahmungstäter entschuldigt und b) dem Opfer auch noch eine Mitschuld gegeben, weil es lieber im Auto hätte bleiben sollen. Wie Sie es getan hätten.

        Ich kann natürlich nur für mich antworten, nicht für “Ben”.
        a) ist völlig falsch.
        b) ist richtig. In meinen Augen sind Autofahrer, die aussteigen und auf andere Menschen losgehen, weil jemand ihnen einen Vogel oder einen Stinkefinger gezeigt hat, — wie soll ich sagen — also mit ihrem Leben nicht ganz im Reinen. Sowas zu tun heißt völlig überreagieren.

        PS: ein Link für eine direkt Antwort war nicht vorhanden.

      4. Ein Nazi, der von „arabischen Untermenschen“ spricht, und diverse andere ebensolche, die die Tat verharmlosen, weil sie nicht in ihr Weltbild passt –stimmt das fehlte noch: Und so was will an die Macht!

  2. Warum ist der Mann auch ausgestiegen?

    Wäre er im Auto sitzengeblieben, wäre nichts passiert.

    Wer sich in Gefahr begibt, der kommt drin um…

    1. Stimmt.
      Die “Armlänge Abstand” hatte ich ganz vergessen.

      Die Geschichte wird wohl so ausgehen wie bei dem Altenaer Bürgermeister Andreas Hollstein, dem von einem Nazi der Kopf abgeschnitten wurde und der anschließend mit einem 3 Zentimeter großen Pflaster am Hals noch mit letzter Kraft eine Pressekonferenz geben konnte.

      Die Bilder dazu kann sich jeder selbst gugeln.

      Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Kinder noch Journalismus erklären soll, ohne Verbalinjurien zu benutzen.

      1. Tolle Leistung, wenn man sich einen abgeschnittenen Kopf “mit einem 3 Zentimeter großen Pflaster am Hals” wieder ankleben kann. Das gehört ins Guinness-Buch der Rekorde!

        Die “Armlänge Abstand” erinnert an die Frau Reker, die hyperventilierend mit weit aufgerissenen Augen neben ihrem Polizeipräsidenten stand und absolut nicht verstanden hatte, worum es geht: daß nämlich eine Gang von abgelehnten Asylbewerbern, denen der Broterwerb durch ehrliche Arbeit verboten war, mit dem polizeibekannten Antanztrick Wertsachen aus den Taschen ihrer Opfer stibitzt hatten, was eine interessierte Bande von rassistischen Hetzern dann in eine Horde von arabischen Untermenschen umgelogen hatte, die hunderte von Frauen vergewaltigt hätten.

        Damit sollte die Willkommenskultur der Flüchtlingsmärsche über den Balkan zerstört werden, und mithilfe einer willfährigen Presse ist das gelungen.

        Ein absoluter Tiefpunkt der deutschen “Presse”.

      1. In diesem Fall ja.

        Oben stehts geschrieben:

        ist nach dem Einkauf im Supermarkt gerade in sein Auto gestiegen und wollte losfahren, als die drei Jugendlichen vor seinem Wagen auftauchten. Einer soll in Richtung seines Autos gespuckt, einer anderer den Mittelfinger gezeigt haben.

        Der Journalist Klaus-Peter Krümmling sei dann aus seinem Auto ausgestiegen und habe das Trio verfolgt. Er wollte die Jugendlichen zur Rede stellen.

        Ich würd doch nicht aussteigen, wenn vor meinem Auto jemand mit Gesten rumpöbelt. Wozu soll das gut sein?

        Der gute Mann hat auch noch “das Trio verfolgt”.

        He was looking for trouble

  3. @Ben: Warum das hier publiziert wird? Weil das eine Medienseite ist vielleicht?

    @gnoreikat: Soso, Jugendliche, die auf Journalisten einstechen, ahmen nur auswärtige Messerstecher nach. Die können also gar nichts richtig dafür und Schuld ist damit der irre Afghane, oder so. Verstehe ich Sie da richtig, ja?

    Von freiem Willen und Selbstverantwortung halten Sie offenbar auch nicht so viel.

    Denn in Ihrer Logik kann sich dann jeder Steuerbetrüger vor Gericht auf Uli Hoeneß berufen, jeder Neonazi auf seinen Opa und jeder Pädophile auf verurteilte wegen Kindesmissbrauchs verurteilte Pädophile.
    Sind ja alles Nachahmertaten.

  4. Als im Bergischen Land Lebende bin ich ebenfalls sehr gespannt zu hören, welche Vorfälle “Ben” da wohl meinen könnte – mir ist da nix entsprechendes zu Ohren gekommen (aber das ist bestimmt wieder Schuld der pösen, pösen Medien).

    Vielleicht denkt Ben, fünf (von Ausländern) abgestochene Deutsche gleichen einen Neo-Nazi-Angriff aus? Oder welcher Logik könnte sein “Einwand” sonst gehorchen?

    Zitat:
    “Oder vielleicht. weil wir morgen den 3.Oktober haben und sich das Establishment gerade die Hosen vollpinkelt in Erwartung dessen, was da vielleicht passieren könnte?”

    Wer ist denn mit “das” Establishment gemeint? Diejenigen, die sich an demokratische Spielregeln halten (also Diskussion statt Exekution, Gespräch statt Messer im Bauch)?
    Fäuste sind keine Argumente – und Springerstiefel im Gesicht von Andersdenkenden oder – aussehenden auch nicht.

    Und dass sich diejenigen mit den Ideen von (vor)gestern (die Europa in Schutt und Asche hinterlassen haben) jetzt als Speerspitze der Neuerung verstehen wollen, ist eine Ironie der Geschichte, die ich nur als Hohn verstehen kann.

    Außer der Verleugnung haben Sie offenkundig gelernt aus den Taten der Vorväter (-mütter).

    1. Frankfurt liegt nicht im Bergischen, Nafris tragen keine Springerstiefel und wer genau warum Europa in Schutt und Asche gelegt hat, lernt man sicher auch nicht bei den Öffentlich-Rechtlichen.

      Bringen Sie Sich erst einmal auf den allgemeinen Wissensstand, bevor Sie von anderen Antworten einfordern.

      1. Nein, Frankfurt liegt nicht im Bergischen? Jetzt bin ich aber enttäuscht, weil die Kriminalität hier anscheinend nicht im Mindesten an die im Bergischen herankommt!

        Aber bringen Sie, Ben, uns doch „erst einmal auf den allgemeinen Wissensstand“, „wer genau warum Europa in Schutt und Asche gelegt hat“. Das wird dann sicherlich auch erklären, warum sie die beschriebene Tat gutheißen.

  5. Daß er Journalist ist und “freier Mitarbeiter”, dürfte doch nur dann eine Rolle spielen, wenn diese Tätigkeit in einem Zusammenhang mit der Tat steht. Ob er nun Journalist oder Elektriker oder Kfz-Mechaniker ist spielt ansonsten keine Rolle.

    Es dürfte – von mir aus auch halbgebildeten – Experten klar sein, daß die Serie von Messertaten in Deutschland jede Menge Nachahmer finden wird … gleichgültig, welcher Nationalität. Die “zurückhaltende” Berichterstattung unsere Medien dürfte dieses Phänomen nicht verringern.

    1. Richtig. Spielt keine Rolle.

      Weshalb wird aber so ein belangloser Fall hier erwähnt?
      Der Mann wurde ja noch nicht mal ermordet und seine Begleiter schwer verletzt, wie das in Chemnitz passierte.

      Und selbst da war nur ein Aufruf gegen rechts im Blätterwald zu hören.
      Die Hintergründe und den Gesundheitszustand der beiden anderen Betroffenen wird uns bis heute vorenthalten.

      Man hat diesen Fall hier gewählt, weil man nichts anderes gegen rechts vorzuweisen hat.
      Und weil morgen der 3. Oktober ist.

  6. “Nach derzeitigem Ermittlungsstand können Rückschlüsse auf die berufliche Tätigkeit des Geschädigten nicht getroffen werden”, heißt es weiter.

    Also mal wieder ein “Aktivist” mit Presseausweis?

  7. Sehr spannend.

    Ich könnte allein bei uns, aus dem Bergischen Land, vier oder fünf solcher Vorfälle aus den letzten Wochen nennen, die von Ausländern an Deutschen verübt wurden.

    Weshalb wird nun dieser publiziert?
    Weils in die Linie passt?
    Weil “Journalist” wichtiger als “Deutscher” ist.

    Oder vielleicht. weil wir morgen den 3.Oktober haben und sich das Establishment gerade die Hosen vollpinkelt in Erwartung dessen, was da vielleicht passieren könnte?

    1. “Ich könnte allein bei uns, aus dem Bergischen Land, vier oder fünf solcher Vorfälle aus den letzten Wochen nennen, die von Ausländern an Deutschen verübt wurden.”

      Wir sind gespannt.

    2. Sie können sich ja auch einen Journalistenausweis zulegen.

      Das geht ganz einfach indem Sie sich auf dem Arbeitsamt als Journalist arbeitslos melden und mit dem Schreiben, was sie bekommen zum DJV gehen. Dauert keinen Monat und sie sind ganz offiziel ein Journalist.

      Gleiches gilt für Kippa. Sollten sie überfallen werden einfach eine aus der Tasche zaubern und die mediale Aufmerksamkeit ist Ihnen gewiss.

    3. Das Bergische Land, eine Hochburg der Kriminalität gegen Deutsche – man lernt nie aus. Kann es sein, dass man dort schon Ausländer ist, wenn man aus Ostwestfalen kommt?

      „Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt,
      die Berge hoch ragen, der Amboss erklingt. …”

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