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Bilanz nach zwölf Monaten #MeToo: die Beschuldigten, die Debatte und die Frage, wie es jetzt weitergehen kann

Ein Jahr #MeToo: Zahlreiche Personen aus der internationalen Film- und Fernsehbranche sehen sich mit teils schweren Vorwürfen konfrontiert
Ein Jahr #MeToo: Zahlreiche Personen aus der internationalen Film- und Fernsehbranche sehen sich mit teils schweren Vorwürfen konfrontiert

Fast ein Jahr ist es her, dass die ersten Vorwürfe wegen sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung gegen den ehemaligen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein laut wurden – und innerhalb weniger Tage eine weltweite Debatte über strukturellen Machtmissbrauch auslösten, die unter dem Schlagwort #MeToo bis heute anhält. Was hat sich seitdem bewegt? Eine Chronik.

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Die ersten Vorwürfe

Die italienische Schauspielerin Asia Argento war gerade Anfang 20, als sie eine der Hauptrollen in dem Hollywood-Film “B. Monkey” ergatterte. Produziert wurde der Film von Miramax, der Firma der beiden Weinstein-Brüdern Harvey und Bob. 20 Jahre später erzählt Asia Argento, dass Harvey Weinstein sie damals vergewaltigt haben soll. Er habe sie 1997 zu sich in ein Hotel eingeladen und dort zum Oralvekehr gezwungen. “Er machte mir Angst”, berichtet Argento in einem emotionalen Interview mit dem US-Magazin The New Yorker. “Er hat nicht aufgehört. Es war ein Alptraum.”

Am 10. Oktober 2017 veröffentlicht Ronan Farrow im New Yorker die Reportage From Aggressive Overtures to Sexual Assault: Harvey Weinstein’s Accusers Tell Their Stories“. Zehn Monate hatte der Journalist recherchiert und anschließend das erschreckende Bild eines systematischen Machtmissbrauchs gezeichnet. Beinah zeitgleich erscheint ein Beitrag in der New York Times, in dem unter anderen auch die Schauspielerin Gwyneth Paltrow berichtet, Harvey Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen. Insgesamt beschuldigen zwei Frauen den Filmproduzenten, sie vergewaltigt zu haben. Zahlreiche weitere Schauspielerinnen und Models werfen ihm sexuelle Belästigung vor.

Die Bewegung

Die beiden Texte über Harvey Weinstein lösen eine gewaltige Bewegung aus. Zehntausende Frauen geben sich als Reaktion darauf als Opfer sexueller Übergriffe von Männern zu erkennen; #MeToo trendet bei Twitter in mindestens 85 Nationen. Ausgelöst wird die Flut von Kommentaren durch Schauspielerin Alyssa Milano. In einem Tweet fordert die 44-Jährige alle Frauen auf, die Opfer sexueller Übergriffe wurden, sich mit dem Hashtag #MeToo (“Ich auch”) zu Wort zu melden. „Wenn alle Frauen, die sexuell belästigt oder genötigt wurden, ‘Me too’ als Status schreiben, könnten wir den Menschen das Ausmaß des Problems bewusst machen”, schreibt die 44-Jährige. Der Hashtag #MeToo wurde bereits 2006 von der Aktivistin Tarana Burke ins Leben gerufen.

Noch im Oktober 2017 melden sich auch erste deutsche Stimmen zu Wort. Die Schauspielerin Nina Brandhoff sagte Spiegel Online, sie schätze die meisten ihrer Kollegen sehr, “aber leider gibt es auch welche, die ihren Status als Hauptdarsteller ausnutzen”. Einer habe ihr während einer Drehpause das T-Shirt hoch gezogen, um drunter zu schauen. “Einer anderen Schauspielerin steckte er einfach seine Zunge ins Ohr. Er belästigt fast jede Frau am Set. Alle bekommen es mit. Aber keiner sagt etwas, dazu ist er für die Serie zu wichtig.” Brigitte Zeh, ebenfalls Schauspielerin, sagt zum Fall Weinstein: “Das erstaunt keinen, der in der Branche tätig ist. Das Klima ist das gleiche.” Die sprichwörtliche Besetzungscouch, bei der es Jobs gegen Sex gibt, habe sie nicht erlebt – wohl aber ein Klima von Sexismus und Chauvinismus.

Auch außerhalb der Filmbranche schlägt #MeToo schnell hohe Wellen. So sagt der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig im Oktober 2017: “Ich fordere die künftige Bundesregierung auf, jetzt ein neues Kapitel im Kampf gegen sexuelle Gewalt aufzuschlagen.” Familienministerin Katarina Barley betonte, das “Machtgefälle zwischen den Geschlechtern” in Deutschland müsse sich ändern.

Die Debatte reißt nicht ab: Innerhalb weniger Monate erscheinen millionenfach Tweets mit dem Hashtag #MeToo. Bis Januar 2018 gab es beispielsweise keinen Tag seit Milanos Tweet mit weniger als 14.500 Erwähnungen des Hashtags auf Twitter. Heute ist #MeToo längst zum geflügelten Wort für strukturierten Machtmissbrauch in großen Teilen der Gesellschaft geworden. Im Dezember 2017 erklärt das US-Magazin Time die Frauen und Männer, die mit der #MeToo-Bewegung das Schweigen über sexuelle Übergriffe gebrochen haben, zur Person des Jahres 2017.

Die Beschuldigten

Die Vorwürfe werden immer mehr und immer lauter – unter anderem gegen James Franco, Dustin Hoffman, Terry Richardson und Woody Allen. Auch Asia Argento, eine der ersten Frauen, die Harvey Weinstein Vergewaltigung vorwarf, soll einen jüngeren Schauspielkollegen missbraucht haben.

Eine besonders prominenter Fall ist Hollywoodschauspieler Kevin Spacey. Im November 2017 beschuldigt Schauspielerkollege Anthony Rapp den “House of Cards”-Darsteller, ihn 1986 nach einer Party in seinem Apartment in New York auf sein Bett gelegt zu haben und auf ihn gestiegen zu sein. Er sei damals erst 14, Spacey dagegen 26 Jahre alt gewesen, sagt Rapp. Innerhalb weniger Tage gehen insgesamt zehn Männer an die Öffentlichkeit, die Spacey vorwerfen, sie sexuell belästigt zu haben.

Wenige Monate später erschüttern Missbrauchsvorwürfe auch die deutsche Film- und Fernsehlandschaft. Anfang Januar berichtet das Zeit Magazin von drei Schauspielerinnen, die dem Regisseur Dieter Wedel sexuelle Belästigung vorwerfen. In einer Eidesstattlichen Erklärung widerspricht der 75-Jährige. Wenige Wochen später erheben vier weiter Frauen neue, schwere Vorwürfe, die von Schikane, Gewalt und sexueller Nötigung bis hin zur Vergewaltigung reichen. Die Schauspielerin Esther Gemsch berichtet, Wedel habe sie 1980 in seinem Hotelzimmer angegriffen und versucht, sie zu vergewaltigen. “Er setzte sich rittlings auf mich, packte meinen Kopf bei den Haaren und schlug ihn immer wieder aufs Bett, einmal auch an die Wand und dann einmal auf die Bettkante”, so Gemsch. Dabei soll ihr Halswirbel so hart auf die Bettkante geprallt sein, dass sie sich nicht mehr habe bewegen können. Nach den massiven Vorwürfen haben diverse ARD-Sender, für die Wedel tätig war, Untersuchungen eingeleitet.

Auch den WDR treffen #MeToo-Vorwürfe. Mehrere Frauen beschuldigen den Fernsehfilmchef Gebhard Henke, sie sexuell belästigt zu haben, darunter etwa die Autorin und Moderatorin Charlotte Roche. Laut WDR-Angaben sollen es mehr als zehn Frauen gewesen sein, die Henke sexuelle Übergriffe vorwarfen. Der Sender reagiert im Juni 2018 auf die Vorwürfe und entlässt Henke, der in seiner Position unter anderem für den “Tatort” zuständig war, fristlos.

Darüber hinaus soll ein Auslandskorrespondent des WDR einer Praktikantin während einer Dienstreise einen Pornofilm gezeigt und einer anderen Mitarbeiterin in E-Mails sexuelle Avancen gemacht haben. Im Mai 2018 wird ihm deshalb fristlos gekündigt, weshalb er Klage gegen den Sender einreicht. Diese zieht er jedoch im September zurück.

Die (Medien-)Debatte

Es dauert nicht lange, bis die Initiative und der Hashtag auch kritisiert werden. Im November 2017 warnen Juristen vor Hetzjagden auf Promis. In der Debatte kommt es nach Ansicht deutscher Rechtsexperten immer wieder zu Vorverurteilungen mit verheerenden Folgen. “Die derzeitige Hetzjagd von Prominenten erfolgt unter Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze”, sagt Medienrechtler Prof. Thomas Hoeren von der Uni Münster. “Man kann nur hoffen, dass das Thema wieder in sachliche Bahnen kommt. Sonst droht eine unkontrollierte Verdachtsaktion mit Diffamierungen, die der McCarthy-Ära entsprechen.”

Die Philosophin Svenja Flaßpöhler findet die MeToo-Bewegung zwar gut gemeint, urteilt aber, sie verdamme die Frauen zu einer passiven Rolle. Nicht in jedem Unternehmen sitze ein Weinstein, so Flaßpöhler, und dass die großen Skandalfälle in die Zeit vor der Jahrtausendwende zurückgingen, zeige, dass sexuelle Übergriffe nicht das Hauptproblem der heutigen Gesellschaft seien. Weiter glaubt die Philosophin: Nur wenn Frauen ihre eigene, weibliche Potenz fänden, könnten sie Autonomie einfordern.

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In der Welt schreibt Autorin Sarah Pines: “Es bringt nichts, wenn ein konfuses Opferkonglomerat sich aufführt wie naive Mamsellen auf Pariser Debütantinnenbällen, immer auf der Flucht vor bartzwirbelnden Halbhalunken, die ihnen an die Wäsche wollen. (…) Ein Feminismus, der überall das Patriarchat wittert und Frauen wie Argento als Opfer vorangegangener Chauvinismen sieht, ist naiv wie Rousseau”, so Pines.

Darüber hinaus unterzeichnen rund 100 Intellektuelle, Künstlerinnen und Journalistinnen, wie Catherine Deneuve oder Ingrid Caven, einen offenen Brief, den die französische Tageszeitung Le Monde am 9. Januar 2018 veröffentlicht. In diesem warnen sie vor dem „Klima einer totalitären Gesellschaft“. Die ersten Sätze lauten: „Die Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber die Anmache oder das Anbaggern (i.O. la drague), das insistiert oder ungeschickt ist, ist kein Delikt wie auch die Galanterie keine machistische Aggression ist.“ #MeToo habe eine „Kampagne der Denunziation und öffentlicher Anschuldigungen“ ausgelöst – die Beschuldigten seien auf eine Stufe mit sexuellen Aggressoren gestellt worden, ohne antworten oder sich verteidigen zu können. Als Folge konstatierten sie eine „Säuberungswelle“, von der insbesondere Kunst und Kultur betroffen sei, was letztlich zu einer unfreien Gesellschaft führen könne.

Auch in Deutschland fordern 16 Frauen aus der Film- und Fernsehbranche in einem offenen Brief einen differenzierteren Umgang mit Belästigungsvorwürfen. Initiiert hat den Brief die Autorin und Künstleragentin Heike-Melba Fendel. Zu den insgesamt 16 Unterzeichnerinnen gehören unter anderem die Produzentinnen Anja Uhland und Annette Pisacane, die Regisseurinnen Feo Aladag und Hermine Huntgeburth sowie die Schauspielerinnen Barbara Auer und Anna Schudt. Die Freistellung von Gebhard Henke lege den Eindruck nahe, dass Differenzierung unerwünscht sei, so die Frauen. Sie kritisieren sie an der aktuellen #MeToo-Debatte, dass „das lange Verschweigen, Vertuschen und Verharmlosen von Übergriffen und Machtmissbrauch bisweilen in blinden Aktionismus und Übereifer mündet“. Eine Auseinandersetzung mit Vorwürfen dürfe aber nur differenziert geführt werden und dies “im Rahmen einer einer sorgfältigen Wahrheitsfindung und Meinungsbildung”, heißt es in dem Schreiben. Die Unterzeichnerinnen kritisieren auch andere Medienhäuser, die offenbar unter Druck stünden, “den nächsten Skandal in Form möglichst prominenter Opfer und/oder Täter zu finden”.

Für besonderen Wirbel in der deutschen Medienlandschaft sorgt ein Text von Jens Jessen in der Zeit. In der Titelgeschichte “Schäm dich, Mann!” rechnet er im April mit dem, wie er es nennt, “Triumph des totalitären Feminismus” ab. Er spricht von einem “neu ausgebrochenen Geschlechterkampf”, in dem alles, was Männer tun, sagen, fühlen oder denken, falsch sei. Männer stünden generell unter Generalverdacht, so Jessen. Für die “neuen Feministinnen” gebe es keine schuldlosen Männer, im Gegenteil: Sie hätten etwas gegen Männer und ihre allgegenwärtigen Perspektiven”. In der taz, der FAZ und auch auf dem Zeit-Online-Jugendportal ze.tt wird Jessen vehement widersprochen. So heißt es in dem ze.tt-Kommentar, Jessen verfehle den Kern der Debatte und entziehe sich der Selbstreflexion, “die von allen Seiten nötig wäre, um die sexistischen Strukturen unserer Gesellschaft aufzudröseln, abzuschaffen.” Weiter schreiben die Autoren des Jugendportals: “Wir brauchen eine Sexismus-Debatte, die ohne das Geschlechter-Bashing auskommt. Eine reißerische Tonalität ist dabei kontraproduktiv.”

Die Folgen

Fast genau ein Jahr nachdem die #MeToo-Bewegung ins Rollen kam wird einer ersten Prominenter wegen sexueller Belästigung verurteilt. US-Entertainer Bill Cosby muss wegen schwerer sexueller Nötigung in drei Fällen für mindestens drei und höchstens zehn Jahren ins Gefängnis.

Wie sieht es bei den weiteren Beschuldigten aus? Ein Überblick:

Dieter Wedel: Nach den Vorwürfen untersuchen das Filmstudio Bavaria Film sowie die Sender NDR, ZDF, Sat.1 und SR ihre zurückliegende Zusammenarbeit mit Dieter Wedel. Im Februar 2018 legt der NDR hat einen Zwischenbericht vor, laut dem es es keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe bei den zwischen 1969 und 1991 für den NDR gedrehten Wedel-Produktionen gab. Auch dem ZDF liegen keine Hinweise zu möglichen sexuellen Übergriffen vor. Im April kommt der Saarländische Rundfunk zu dem Schluss: “Es gibt in mindestens zwei Fällen deutliche Anhaltspunkte dafür, dass Wedel sich Darstellerinnen gegenüber nicht korrekt verhalten haben könnte.” Im September 2018 äußert sich erstmals die Staatsanwaltschaft zum Stand der Ermittlungen. „Die Ermittlungen dauern noch an“, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I. mit.

Gebhard Henke: Der 63-Jährige will vor dem Kölner Arbeitsgericht zunächst gegen seine Entlassung Widerspruch einlegen, einigt sich kurz darauf jedoch mit dem Sender außergerichtlich.

Kevin Spacey: Im November 2017 trennt sich Netflix von Spacey. “Netflix wird an keiner weiteren Produktion von ‘House of Cards’ beteiligt sein, bei der Kevin Spacey dabei ist”, heißt es in der Mitteilung des Streamingdienstes. Der Schauspieler zieht sich daraufhin komplett aus der Öffentlichkeit zurück und teilt mit, eine Therapie machen zu wollen. Bis heute jetzt musste sich der 59-Jährige noch nicht vor Gericht verantworten.

Asia Argento: Die Schauspielerin betont nach Bekanntwerden der Vorwürfe, sie sei “zutiefst schockiert” über die “absolut falschen” Nachrichten und spricht von “Verfolgung”. Die Polizei in Los Angeles befasst sich aktuell mit dem Fall. Die Berichte seien zur Kenntnis genommen worden, bestätigte eine Sprecherin des Los Angeles County Sheriff Darren Harris und es werde versucht, das mutmaßliche Opfer zu kontaktieren, um mögliche kriminelle Anschuldigungen angemessen zu dokumentieren. Bislang lägen zu dem angeblichen Vorfall keine Polizeiberichte vor.

Harvey Weinstein: Im Mai 2018 klagt die Grand Jury den Ex-Filmmogul wegen Vergewaltigung an. Das Gremium wirft dem Filmproduzenten Vergewaltigung und erzwungenen Oralsex vor. Die Vorwürfe entsprechen der Anklage, die die Staatsanwaltschaft am vorigen Freitag gegen Weinstein vorgebracht hatte. Mit der Grand-Jury-Entscheidung sei man dem Ziel nähergekommen, den Angeklagten für seine Gewaltvergehen zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte Staatsanwalt Cyrus Vance. Die Kaution wird auf eine Million Dollar in bar festgesetzt. Weinstein bekommt ein Überwachungsgerät. Er gibt seinen Pass ab und muss von nun an um Erlaubnis bitten, wenn er die US-Bundesstaaten New York und Connecticut verlassen will. Im August reicht auch eine deutsche Schauspielerin, die anonym bleiben will, in Kalifornien Klage gegen Weinstein wegen Vergewaltigung ein.

Im Juni 2018 gründen in Deutschland derweil die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und 15 Branchenverbände eine Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. “Es war und ist mir ein wichtiges politisches und menschliches Anliegen, angesichts sexueller Belästigungen, Demütigungen und Gewalt in der Filmbranche, aber auch in anderen Kultursparten eine Anlaufstelle mit zu initiieren, an die Betroffene sich vertrauensvoll wenden können”, sagte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters.

Wie geht es weiter?

Es ist viel passiert in den vergangenen zwölf Monaten. Und doch dürfte dies erst der Anfang sein, denn schlussendlich geht es bei #MeToo um tief verwurzelte Geschlechter- und Beziehungsmuster, die es jederzeit – und zwar unabhängig vom aktuellen Zeitgeist – zu hinterfragen gilt. Machtgefälle, Machtmissbrauch, Opfer-Täter-Rollen, komplexe zwischenmenschliche Abhängigkeiten: Die Diskussion darf jetzt nicht im Sand verlaufen, sie muss im Gegenteil noch geöffnet und vor allem noch sehr viel differenziert werden. Sie muss sich weiterentwickeln und schließlich im Idealfall ohne pauschale Verurteilungen und allgemeingültigen Parolen über “die Männer” oder “die Frauen” auskommen. Dafür ist es wichtig, dass weiter gestritten wird – am Küchentisch, im Büroflur, in Schulen und Universitäten, in der Politik und den Medien.

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Alle Kommentare

  1. Denkfehler, Frau Burgard-Arp.

    Es gilt keine Denkmuster zu hinterfragen.
    Das wird den Frauen von der Lesbenfront eingeredet, um deren Daseinsberechtigung und Deutungshoheit zu gewährleisten.

    Die ganze Nummer hat sich mittlerweile meilenweit vom durchaus berechtigten Streben nach Gleichberechtigung entfernt und als manischer Trieb verselbständigt.

    Jungen Menschen den gesellschaftlichen Rahmen zu nehmen, an dem sie sich orientieren können, halte ich mittlerweile für kriminell.
    Was bleibt, ist eine völlig verunsicherte Generation von jungen Männern und Frauen, die jedes Gefühl für ein natürliches Miteinander verloren haben.
    Das ist doch nur noch Krampf, wie heute miteinander umgegangen wird.
    In meinem persönlichen Umfeld sind Dutzende junge Leute beiderlei Geschlechts, gut aussehend, gepflegt und gebildet, die mit Mitte 20 immer noch keinen ersten festen Partner haben. Alle suchen, aber keiner findet. Das ist doch nicht normal für eine Gesellschaft. Und erst recht nicht gesund.

    Apropos; Sie haben doch so einen vielbeachteten Beitrag über Anorexie publiziert.
    Versuchen Sie Sich doch mal an dem Thema “Weshalb es keine glücklichen und zufriedenen Emanzen gibt”.

    Diese #MeToo Geschichte ist doch nur sichtbares Symptom einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft, in der man Leuten erzählt, daß sie immer nur zu kurz kommen und das ihnen eigentlich mehr zusteht, als sie selbst intellektuell liefern können.

    Ich (und sicher auch Hadmut Danisch 😀 ) würde Sie dabei gerne unterstützen.

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