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Hey, taz! Bevor ihr Eure Print-Ausgabe einstampft, solltet Ihr Euch anschauen, was der Independent danach erlebte

Seit 2016 ohne Printausgabe: The Independent aus Großbritannien
Seit 2016 ohne Printausgabe: The Independent aus Großbritannien

Was passiert, wenn die Print-Ausgabe eingestellt wird und Verlage nur noch auf online setzen? In Deutschland plant die taz, ab 2022 auf die werktägliche Print-Ausgabe zu verzichten. Am Beispiel des britischen The Independent haben Wissenschaftler die Veränderung des News-Konsums der Leser analysiert. Das Ergebnis ist alarmierend: Kaum ein Print-Leser wechselt ins digitale Angebot. Und die Aufmerksamkeit für die Marke sinkt dramatisch.

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Die Berliner Tageszeitung taz will sich 2022 von ihrer werktäglichen Print-Ausgabe verabschieden, um Kosten zu sparen. Was die taz derzeit mit großem Wirbel vorbereitet, hat die britische Zeitung The Independent bereits hinter sich. Vor zwei Jahren hat sie als erste Zeitung Großbritanniens die Druckmaschinen abgeschaltet und setzt seither komplett aufs Digitale. Allerdings ging der drastische Schritt nicht ohne Verluste über die Bühne: 110 Mitglieder der alten, 200 Mann starken, Redaktion mussten gehen, 10 neue kamen hinzu. Durch diesen Wandel konnte das bis dato hoch verschuldete Blatt erstmals wieder Gewinne einfahren.

Das lag auch daran, dass die digitalen Anzeigenerlöse (andere gibt es ja nicht mehr) nach dem Aus der Print-Zeitung um 45 Prozent gestiegen sind. Und die neue Belegschaft verdient zudem weniger als die alte.

Abseits der wirtschaftlichen Aspekte haben sich Wissenschaftler nun mit dem Verhalten der Leser der Zeitung nach dem Wandel beschäftigt. Eine Frage, die Verlage hierzulande ebenso interessieren dürfte – gibt es derzeit noch kaum ein geeignetes Beispiel dafür, was mit den Lesern einer Print-Ausgabe passiert, wenn diese eingestellt wird.

Die Antwort dürfte alarmieren: Der Studie zufolge hat sich die Netto-Leserschaft von The Independent im zweiten Jahr nach der Print-Einstellung um 0,9 Prozent im Vergleich zum Jahr davor verringert, während nahezu alle anderen Publisher in Großbritannien über alle Medien hinweg zulegten (im Schnitt um 25 Prozent). The Independent konnte den großen Leserrückgang zwar auffangen, das liegt aber vor allem daran, dass die Netto-Leserschaft der Zeitung zuvor nur einen kleinen Teil der Community ausmachte. 40.000 Abonnenten hatte der Printtitel, 58 Millionen nutzen monatlich die Webseite.

Aufmerksamkeit sinkt deutlich
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Viel besorgniserregender ist ein Blick auf die Zahlen des tatsächlichen Nachrichten-Konsums bei The Independent. Dabei zeigt sich, dass die Leser der gedruckten Zeitung nicht automatisch der Marke treu bleiben und online weiterlesen, wie es sich die Publisher vorstellen. Im Schnitt nutzen Print-Leser die Zeitung zwischen 37 und 50 Minuten am Tag. Sie waren damit verantwortlich für 81 Prozent der Zeit, die der Leser überhaupt mit der Marke in Berührung kam. Nach dem Aus der gedruckten Zeitung ist dieser Anteil jedoch komplett verloren gegangen:

Das Print-Publikum, das lange Analysen, Kommentare und Hintergrundbeiträge lesen möchten, ist nach der Einstellung der Zeitung nicht ins Digitale gewechselt, sondern hat sich womöglich andere Print-Zeitungen für ihre Bedürfnisse gesucht. Das führt dazu, dass die Zeit, die alle Leser bei The Independent über alle Medienarten hinweg verbringen, von 5.500 Milliarden auf 1.000 Milliarden Minuten gesunken ist.

Mit der Einstellung des Printtitels geht der Marke Aufmerksamkeit verloren, die ein Publisher mit einem reinen Online-Angebot nicht auffangen kann. Die Hoffnung der Publisher, Print-Leser digital zum Weiterlesen zu motivieren, bewahrheitet sich nicht. Ein Weckruf, auch für Verlage, die ähnliches planen.

(rt)

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Alle Kommentare

  1. Wenn schon den Linken der Müll ihrer eigenen Hauspostille (Haus-Müll 🙂 ) schon nichts mehr wert ist, dann gehört eben das ganze TAZ-Unternehmen auf den Müllhaufen der Gechichte.

    Und wie schon ein Vorkommentator schrieb: kein Verlust.

  2. Ich schau mir das redaktionelle Angebot der taz bisweilen mal online an. Gravierende Unterschiede zum allgegenwärtigen linken Mainstream vermochte ich dort nicht zu erkennen. Fazit: Das Angebot ist – auch marktwirtschaftlich bewertet – höchst entbehrlich.

  3. Gedruckte Zeitungen haben sehr viel mit einem immer wichtigeren Element des Lebens zu tun: mit Wahrheit.

    Warum gedruckte Zeitungen wichtig sind
    http://ariplex.com/folia/archives/1881.htm

    Das Internet lähmt die Weltwirtschaft und vernichtet die Kultur. Früher hatten wir den Zirkus,. Jetzt haben wir nichts.

    “Artisten in der Zirkuskuppel? Trostlos!”
    http://ariplex.com/folia/archives/478.htm

    Die Journalisten als Gaukler und Animateure. Davor have ich schon vor 5 Jahren gewarnt…

  4. Die Berliner Tageszeitung taz will sich 2022 von ihrer werktäglichen Print-Ausgabe verabschieden, um Kosten zu sparen.

    Ja, es war ein Fehler der taz sich von diesem deutschen Patrioten und Romantiker zu trennen. Ja, ich meine den, der sich von den verhassten Deutschen aus einem türkischen Gefängnis befreien ließ. Im Idealfall muß ein neuer Deutschenhasser her oder der alte zurück.

    Warum subventioniert die Bundesregierung eigentlich nicht die taz? Anzeigen werden doch schließlich vom Verteidigungsministerium in Auftrag gegeben. Oder ist im Medienkonzern der SPD etwa kein freies Plätzchen frei?

    1. Das stimmt. Die Frage ist dann nur noch, welcher Händler wertvollen Verkaufsraum für ein Blatt opfert, dass keiner lesen will, wenn da genauso gut eine Zeitung liegen könnte die sich besser verkauft und somit dem Händler die teure Ladenmiete finanziert.

      Es ist ja nicht so, dass alle Printmedien Auflagenrückgänge haben. Manche drucken von Jahr zu Jahr mehr.

      Wenn man also die taz subventioniert, müsste man rein theoretisch auch die Händler subventionieren, die sie anbieten.

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