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Letzte strategische Amtshandlung des scheidenden Chefs: Klusmann führt Paid Content bei Manager Magazin ein

Noch-Chefredakteur Steffen Klusmann führt Paid Content beim Manager Magazin ein
Noch-Chefredakteur Steffen Klusmann führt Paid Content beim Manager Magazin ein

Nach Spiegel Online hat der digitale Ableger des Wirtschaftstitels Manager Magazin ein Abo-Bezahl-Modell eingeführt. Mit hintergründigen Berichten aus der Welt der Industrie und Hochfinanz will die zum Spiegel-Verlag gehörende Zeitschrift zahlende Leser ködern. Die zusätzliche Erlösquelle ist für das Wirtschaftsblatt notwendig, da die Auflage des gedruckten Hefts zuletzt kräftig Federn gelassen hat.

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Es ist wohl einer der letzten strategischen Aktionen von Steffen Klusmann, bevor er die Führungsspitze des Spiegel übernimmt: Der Noch-Chefredakteur des Manager Magazins lässt bei dem zur Spiegel-Gruppe zählenden Wirtschaftstitel die Bezahlschranke runter – zumindest ein bisschen. Das Monatsblatt bietet auf seiner Webseite künftig Hintergrund-Berichte aus der Welt der Industrie und Hochfinanz zum Kauf an. Gekennzeichnet sind die Premium-Artikel mit einer blauen Krone.

Wer die Beiträge lesen will, zahlt hierfür monatlich 8,99 Euro. Abonnenten, die bereits die gedruckte Ausgabe erhalten, bekommen für einen Preisaufschlag von einem Euro zusätzlich unbeschränkten Zugang zum neuen Premium-Angebot. Enthalten seien hier unter anderem auch ausgewählte Stücke aus dem Harvard Business Manager sowie dem britischen Economist, heißt es. Um bei den Lesern Einstiegsschwellen abzubauen, ist das Premium-Angebot jederzeit monatlich kündbar. Ansonsten bleiben die Inhalte der Webseite frei zugänglich. Damit orientiert sich das Online-Angebote an seiner großen Schwester Spiegel Online. Der digitale Dienst hatte erst jüngst auf kostenpflichtige Einzelangebote verzichtet und stattdessen drei Abo-Pakete von 19,99 bis 35,99 Euro geschnürt.

Ob das Manager Magazin mit dem neuen Angebot zusätzlich viele zahlende Leser jenseits der gedruckten Ausgabe gewinnt, ist fraglich. Selbst bei Spiegel Online ist drei Monate nach der Einführung des neuen Preismodells mit 13.500 zahlenden Spiegel-plus Abonnenten der Erfolg übersichtlich, wobei das Produkt hier ein vielschichtiges Themenangebot für eine breite Leserschaft bietet. Bei Premium vom Manager Magazin hingegen ist der Fokus auf eine deutlich kleinere Zielgruppe in den Top-Etagen der Deutschland AG begrenzt. Sollten hier 2.000 neue Premium-Kunden dazukommen, wäre dies als Achtungserfolg zu werten. Damit würde der Wirtschaftstitel aber im Jahr gerade einmal zusätzliche Digitalerlöse in der Höhe von rund 216.000 Euro kassieren.

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Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, um die Rentabilität zu verbessern. Denn die verkaufte Auflage der Print-Ausgabe war im 2. Quartal 2018 mit 99.326 Exemplaren unter die magische Auflagengrenze von 100.000 Stück gerutscht – ein Minus von mehr als neun Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal. Die neue Führungsspitze des Manager Magazin, die bislang noch nicht feststeht, steht deshalb vor großen Herausforderungen. Sie muss vor allem den Absatz des gedruckten Hefts deutlich verbessern. Vielleicht lässt sich der Spiegel-Verlag daher so viel Zeit, um die künftige Chefredaktion des Wirtschaftsblattes zu benennen. Sie sondiert offenbar weiter geeignete Lösungen und lässt dabei die Belegschaft weiter im Unklaren.

Die Optionen für eine mögliche neue Führung des Magazins sind vielschichtig: Von einer Doppelspitze aus den beiden stellvertretenden Chefredakteuren, Martin Noe und Sven Clausen, bis hin zu einem externen Kandidaten ist die Rede. Noch ist aber weiter alles offen. Eine Entscheidung über die neue Chefredaktion sei noch nicht gefallen, erklärt eine Spiegel-Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage. Vielleicht liegt dies auch daran, dass Steffen Klusmann seinen neuen Posten als Sprecher der dreiköpfigen Spiegel-Chefredaktion erst Anfang des nächsten Jahres antritt.

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