Partner von:
Anzeige

“Manche verlassen sich ohne Nachfrage auf die Regierung”: Döpfners Hallo-Wach-Ruf an den Journalismus

BDZV-Präsident Mathias Doepfner beim Zeitungskongress 2018
BDZV-Präsident Mathias Doepfner beim Zeitungskongress 2018

Neuer Telemedienauftrag, check. Neue Richtlinie zum EU-Verlegerrecht, check. Zwei Jahre nach Antritt als BDZV-Präsident hat Mathias Döpfner einen Großteil seiner Hausaufgaben erledigt. Wohl auch deshalb war seine Eröffnungsrede beim Zeitungskongress 2018 kein krawalliger Lobby-Auftritt. Vielmehr appellierte der Springer-Chef an die eigene Zunft, ihre Werte und den Kampf für die Pressefreiheit – und warnte die Verleger-Kollegen, dass neue Schlechtwetterfronten für deren Business aufziehen.

Anzeige

Döpfners Rede wurde von grellen Blitzen eingeleitet. In Anlehnung an den Veranstaltungsort des diesjährigen Zeitungskongresses, dem e-Werk in Berlin, startete die Veranstaltung mit einer Illustration der Wettergewalt, die faszinierend wie gewaltig sein kann. Sie hätte schon in das vergangene Jahr gepasst, als der Präsident der deutschen Zeitungsverleger zum Rundumschlag ausholte und gegen die Systembedrohung in Form des öffentlich-rechtlichen Rundfunk, gegen Google, Facebook und die europäische Medien- und Wettbewerbspolitik wetterte. Während der Verlegerhimmel in diesem aufklarte – der private Medienlobbyismus hat ein neues Telemediengesetz durchgesetzt, die Richtlinie zum Verlegerrecht auf EU-Ebene ist durch – sah Döpfner in seiner Eröffnungsrede aber neue Fronten aufziehen. Auch er selbst funkte wieder. Dabei hielt auch er sich mit Einschlägen in Richtung der eigenen nicht zurück – auch wenn nicht jeder Blitz einschlug.

Seine diesjährige Rede vor den Verlegerkollegen stand unter dem Zeichen des Appells an die eigene Zunft, die Publizistik und journalistische Grundsätze hochzuhalten. Dabei gab sich der Verleger mit Blick auf die eigene Branche durchaus selbstkritisch. Wenn auch klar für ihn ist: Die Zeitung, beziehungsweise der Zeitungsjournalismus in Digitalen Welten sei eine Erfindung, “die Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte, von Facebook bis Google, von elektrischen, autonomen Autos bis zur virtuellen Realität noch in den Schatten stellen kann”, so Döpfners These. Sie kombiniere “das Beste der Vergangenheit mit dem Segen moderner Technologie”. Drei Eigenschaften seien dabei von größter Bedeutung.

Journalisten als “Trüffelhunde”

Die Suche nach der Wahrheit war immer schon keine einfache Aufgabe. Da geht es nicht nur Journalisten so. “Ein guter Journalist hat zur Wahrheit dasselbe Verhältnis wie ein Trüffelhund”, so Döpfner. Das Internet, die Zunahme verschiedenster Interessen und Motive habe den Wald an Informationen allerdings zum Dickicht mit vielen Hindernissen gemacht. “Vom Pressesprecher bis zum Politiker, vom Wirtschaftslobbyisten bis zum selbstberufenen Aktivisten möchten ihm viele, denen er auf seinem Weg begegnet, ihre eigene Wahrheit als die Wahrheit verkaufen, nach der er sucht.”

Auch die Berichterstatter selbst stünden sich oft im Weg. “Bei manchen Journalisten, bei schlechten Journalisten, ist es so, dass sie den größten Gegner ihrer Suche sehen, wenn sie in den Spiegel schauen.” Der Ruf der Journalisten sei dieser Tage nicht mehr der allerbeste, so Döpfner. Damit kommt er auf den US-Professor Jay Rosen zurück, der vor einigen Wochen in der FAZ an die deutschen Medien appellierte, den Menschen nicht zu sagen, was sie denken sollen, sondern sie darauf hinzuweisen, worüber sie nachdenken sollen”. Es sei richtig gewesen, dass Rosen den Journalisten die Leviten gelesen habe. “Wir sollten Lehren ziehen, mutiger werden, kritischer, unberechenbarer, wehrhafter.”

“Nicht sicher, ob Prinzip Zeitung in allen Fällen seiner Verpflichtung gerecht geworden ist”

Zuvor sprach Döpfner unter anderem über die Berichterstattung in Chemnitz, über die tödliche Messerattacke, deren Tatverdächtige zwei Migranten sind. Über die Demonstrationen, die Diskussionen über “Hetzjagden”. Über den Vorfall wenige Tage später in Köthen, bei dem ein Mann wohl während eines Streits mit zwei Männern einen Infarkt erlitt und starb. “Ich habe mich über diese Fälle nicht immer gut informiert gefühlt (…) Und ich bin mir nicht sicher, ob das Prinzip Zeitung in allen Fällen seiner Verpflichtung zur Wahrheit gerecht geworden ist”, so der Springer-CEO, in dessen Verlag die Tageszeitungen Bild und Welt erscheinen. “Waren die Aufwallungen in den Städten – von links wie von rechts – wirklich nicht nur so wichtig wie, sondern noch wichtiger als die Todesfälle an sich?” Die Antwort ließ er offen. “Ich glaube, dass diese unterschiedlichen Gewichtungen für viele Menschen unverständlich sind.” Die Folge: Das Vertrauen in die Medien erodiere – und sei dabei doch der wichtigste Kitt, um eine Gesellschaft zusammenzuhalten.

Es müsse möglich sein, Begrifflichkeiten, die als Tatsachen hingestellt würden, ohne Aufruhr und Konsequenzen zu hinterfragen. “Wenn jemand beispielsweise diskutieren will, was eine Hetzjagd ist, muss das noch kein Vorbote von rechtsradikalem Revanchismus sein. Es kann gesunde Skepsis gegenüber schnellen Gewissheiten und Autoritäten sein.” In manchen Ressorts und Sendern habe es sich aber “offenbar eingebürgert, sich ohne Nachfrage auf die Regierung zu verlassen”.

“Die Zeitung ist nicht Social” – ist sie nicht?

Das gleiche gelte für Stimmen aus den sozialen Netzwerken, in denen immer einer wisse, “dass ‘es wieder ein Ausländer war'”. Es sei Aufgabe der Verleger und Journalisten, die Rahmenbedingungen zu schaffen, unabhängig und frei auf die Suche nach der Wahrheit zu gehen. Information von Hetze zu trennen. Es sei das zweite Merkmal, das sie Zeitung ausmache – dass nicht jeder darin publizieren darf. “Das Prinzip Zeitung ist nicht ‘Social'”, so Döpfner.

Anzeige

“Das heißt: Nicht eine teilweise anonyme soziale Konstellation entscheidet, was publiziert und geteilt wird, was wie zu sehen ist, was wahr ist und was falsch. Sondern eine klar identifizierbare Absenderschaft”. Es entscheidet “keine anonyme Netzgemeinde über die Relevanz einer Nachricht” – eine steile These, gilt in heutigen Zeiten doch mehr denn je die Parole: Relevant ist, was interessiert.

Nicht nur im Web, auch auf gedrucktem Papier werden mehr Inhalte publiziert, denen eine Analyse der “anonymen Masse”, der Leserschaft im Web vorangegangen ist. Social-Media-Redaktionen, “Audience Development”-Einheiten haben zur Kernaufgabe, zu filtern und zu produzieren, worüber “das Netz” gerade so spricht. Das “Listening Center” der Rheinischen Post, das Themen in sozialen Medien erkennen soll, bevor sie groß werden, ist am Abend für den vom BDZV vergebenen Nova-Preis nominiert. Es wird auch für die gedruckte Zeitung eingesetzt. 

Was der Unterschied sei: “Das Prinzip Zeitung ist nicht denkbar ohne Verantwortung.” Und: “Die Informationen von Presse- oder Regierungssprechern stehen eben nicht gleichrangig neben der Einschätzung unabhängiger Journalisten.” Zeitung erweitere den Horizont. Und: “Journalisten sind Wecker, die sich nicht abschalten lassen.” Deshalb sei es besorgniserregend, mahnte Döpfner, “wenn streitbare Redakteure, die auch mal gegen die Blattlinie schreiben, unter dem Druck der Leser oder von dem eigenen Chefs eingeschränkt werden”.

In den vergangenen Monaten kam es in Redaktionen immer wieder zu Vorfällen, die innen wie außen für Aufregung gesorgt haben. “Da ist der Literaturkritiker, der für ein nicht genehmes Buch stimmte. Und deshalb Ärger bekommt. Da gibt es die Autorin, die zur Seenotrettung von Flüchtlingen eine andere Meinung beschreibt, als die meisten ihrer Kolleginnen und Kollegen haben. Und die darauf wie eine Aussätzige behandelt und eingeschüchtert wird.” Unabhängig der persönlichen Meinung über Artikel: “Ohne starken Binnenpluralismus drohen wir, selbst eine Blase zu werden, statt jene auf Facebook, Twitter und vielleicht auch im Berliner Regierungsviertel zu zerstören.” Wie sich der Verlegerpräsident hier gegenüber der journalistischen Zunft präsentiert, mag bemerkenswert und außergewöhnlich wirken. Doch fällt auf: So weit reicht die Selbstkritik dann doch nicht. In den Beispielen bezieht er sich mit Spiegel und Zeit auf Medien, die ausgerechnet nicht dem BDZV angehören. 

“Befinden uns in Systemwettbewerb”

Die Meinung- und Informationsfreiheit sei deshalb ein weiterer wichtiger Aspekt, der das Prinzip Zeitung besonders mache. Die Presse dürfe sich nicht selbst bedrohen, weil es bereits andere gäbe, so Döpfner. Es seien ausgerechnet einige der größten Märkte, die weder an Informationsfreiheit noch an freie Rede glaubten und für den Westen wirtschaftlich an Attraktivität gewinnen. Gemeint sei der Kontrollstaat China, wo Google mit einer zensierten Suchmaschine starten wolle. Zugleich treibe das Land den Staatskapitalismus voran und dehne sich aus. “Wir befinden uns in einem Systemwettbewerb”, so Döpfner. “Wir haben: die westliche Marktwirtschaft, die liberale Demokratie und den starken Rechtsstaat. Diese Kombination war bislang erfolgreicher gewesen als jede andere Gesellschaftsordnung. Kann sie sich auch gegen den chinesischen Staatskapitalismus und seine Überwachungsökonomie behaupten?” 

Bedroht sieht der BDZV-Präsident nicht nur die Gesellschaft im Allgemeinen, sondern auch die Presse im Speziellen. Die Einschränkung ihrer Freiheit sei auf dem Vormarsch und Deutschland – geografisch – näher als man denkt. Slowakei, Ungarn, Polen. “Auch wir in der Europäischen Union sind nicht vor Entwicklungen gefeit, die die Freiheit, insbesondere die Pressefreiheit einschränken.” Und dann sei da noch der Nato-Partner Türkei, der die Pressefreiheit “weitgehend abgeschafft” habe.

Bedroht werde die Freiheit auch von Gewalt, vor der der Staat die Journalisten schützen müsse. “Ich erwarte von der Polizei, von Spezialkräften (…) auch unter dem größten Stress und Druck im Einsatz (…) selbst von Geheimdiensten und – ganz besonders von der Politik, die hier die Spielregeln aufstellt – dass Reporter und Journalisten bei der Recherche nicht aufgehalten werden. Bei der Arbeit nicht behindert werden. Ganz im Gegenteil: dass ihnen geholfen wird.” Es war nach circa 25 Minuten Rede der erste (und einzige) Zwischenbeifall für den Redner. 

Zum Schluss wollte Döpfner noch einmal Optimismus versprühen. In allen Herausforderungen und Bedrohungen liege auch eine Chance, die eigene Arbeit relevanter zu machen. Und: “Die zunehmende Brisanz der Verhältnisse kann auch dazu beitragen, dass wir endlich wieder die besten und größten Talente für unsere Branche begeistern können.”

Je mehr die Welt ins Wanken gerate, desto eher realisiere eine neue Generation, die sich in den vergangenen Jahren vielleicht eher für das coole Start-up als für das Zeitungshaus entschieden habe, “dass Journalismus essenziell ist”. Man möchte für Döpfner und für die gesamte Branche hoffen, dass dies nicht der einzige Antrieb sein wird.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Matze ist nicht umsonst, wo er ist.

    Seine außer-eurafrischen Exile stehen, so wie bei den restlichen oberen 10k.

    Pässe inkl.

  2. Herr Döpfner hat bei den meisten der hier angesprochenenThemen recht. Zum Beispiel mit der Unterscheidung zwischen guten und schlechten Journalisten. Herr Schade kann augenscheinlich nicht unterscheiden zwischen Bericht und Kommentar.

    Und im Fall Chemnitz hat es die komplette deutsche Medienlandschaft immer noch nicht geschafft, die anonyme Quelle “Antifa Zeckenbiss” zu verifizieren. Statt dessen plappert sie linke – und von Kanzlerin sowie Regierungssprecher fahrlässig übernommene – Deutungen nach. Wie kläglich. Einzig die “Freie Presse” vor Ort hat ihren Job gut gemacht.

  3. Pressefreiheit kann nicht nur über den Einsatz von Gewalt bedroht werden.Vielleicht stellt dies sogar eine Form der Bedrohung dar, die aufgrund ihrer Sichtbarkeit die insgesamt geringste Wirkung haben dürfte.

    Die Ahnungslosigkeit, mit der eine Gesellschaft dem Treiben einer Presse gegenübersteht, die nicht offen erkennbar dennoch – durch was auch immer – eingenordet wurde könnte für eine sich als noch frei empfindende Gesellschaft das eigentliche Desaster darstellen.

  4. Wenn eine abweichende Meinung gegen das Grundgesetz ist und antidemokratische Werte unterstützt, dann sollte man sie als solche kennzeichnen und genauso behandeln, wie einen gefährlichen Giftstoff. Es geht hier nicht nur um “Meinungen”. Die Meinungsfreiheit ist hier sicher. Man muss sich nur anschauen, was AfD und Konsorten von sich geben – genau diese Leute, die die Pressefreiheit zu ihren eigenen Gunsten am liebsten schon gestern abgeschafft hätten. Das Problem ist, dass bösartige, menschenverachtende “Meinungen” in vielen Kreisen schon salonfähig sind, und nun in die breite Bevölkerung eingeimpft werden sollen. Und die Regierung hat hier herzlich wenig getan. Die ist so schwach und impotent wie seinerzeit in Weimar. Wehret den Anfängen!

  5. Die Schlechtwettermacher und Feinde der Pressefreiheit sitzen höchstselbst in den Redaktionen und Verlagen und mitten in unseren den Städten!

    Sie bemerken es nur nicht!

    Kostproben gefällig?

    a) Verlagsmanager, die Social-Media-Buttons “on Top” positionieren, als wären Sundar Pichai und Marc Zuckerberg die Meta-Herausgeber ihrer Zeitungen. Sie stellen für Social Medie Öffentlichkeits-Fiktion, Reputation und Elitenspielwiesen bereit. Auch eine Wahrheitsfiktion bei den sozialen Medien wird so ermöglicht, die aber selbst gar nicht personell mehr eingefangen werden kann (z.B. unbezahlte Mehrarbeit bei Shitstorms).

    b) Leser-Paywalls schränken die öffentliche Verfügbarkeit von Information ein.
    Demokratische Öffentlichkeit wird immer mehr dekonstruiert. In der Folge kommt es zum Verlust gemeinsamer Erkenntnisse und Werte. Wissen ist nun nicht mehr vom Geldbeutel, sondern auch von Miethöhe und Alter abhängig, je nach Netto vor und nach Renteneintritt. Eine Willkommenskultur für Populismus entsteht!

    c) Staatliche Pressestellen, Pressestellen der Kommunen, die unter dem Begriff “Datenhoheit” immer mehr presseähnliche Dienste herausgeben. Bis hin zum regelmässigen Internet-Rundfunksender “bundeskanzlerin.de”.
    Dabei stellt sich nicht nur die Frage: wo ist die legale Grenze, sondern: wer bezahlt Journalisten die Lesezeit und Verarbeitungszeit? Und wo bleiben die Inhalte der
    vorherigen Regierung zum Nachprüfen?

    d) Abteilungen für Unternehmenskommunikation, die Presse-Stelle, Marketing, Kommunikation (Social-Media) und Corporate Social Responsibility/Sponsoring miteinander in einer Kostenstelle verzahnen, und mit “Klein-Spenden & TamTam” ihre Werbeetats eindampfen! “Corporate Cash-Responsibility 100% – Public Value Responsibility 5%.”

    e) PR-Agenturen, die nur mit Catering-Budget und ohne Anzeigen-Marketing-Etat zur “Journalisten-Speisung” ins Rennen geschickt werden, und in Echtzeit alle Social-Media- , PR-Schleudern und SEO-BigData-Kanäle bedienen. Aus PR-Agenturen werden “SocialMetaData”-Agenturen, die nicht mehr für die “Öffentlichkeit”, sondern für “DataCenter” arbeiten (40% digitale Blindleistung bei Klicks, Likes und Fakes eingeschlossen).
    Ein Unterscheidungsmerkmal PR / SocialData-Agentur sollte entwickelt werden!

    …. dies nur eine kleine Auswahl von Aspekten, die aus systemischen volkswirtschaftlichen Betrachtungen und betrieblichen Gemeinkostenwertanalysen abgeleitet werden.

    Wenn BDZV-Präsident Mathias Döpfner von “Trüffelhunden” auf Wahrheitssuche spricht, betreibt er auch einen “publizistischen Reduktionismus”, der Zeitungen in eine Sackgasse hineinführen kann.

    Der nach Zeilen honorierte Journalist ist kein “lokaler Langzeitbeobachter” mehr, der “Zusammenhänge & Wahrheiten” hinter Worten, Sprachmustern und Medienfeld herausspähen kann.

    Im Wandel einer “stürmischen Mediatisierung” wird übersehen, dass Journalisten auch eine immerwährende Grundaufgabe der “Herstellung vom breiter inklusiver Öffentlichkeit” haben! Hinweise, Erklären, Vermitteln und Aufklären kommen zu kurz!

    Journalismus auf kommunaler Ebene wird durch das gestiegene Nachrichten-Aufkommen ökonomisch immer prekärer, weil Nachrichtenwert und, Neuigkeitswert im Minutentakt entschwinden.
    Das Lesepublikum kuratiert sich immer mehr selbst – und so sinken auch mögliche Reichweiten-Skalierungen, die Werbung effektiv machen.

    … diese und viele andere Punkte sind Ergebnisse einer systemischen Gemeinkostenwertanalyse, die verdeckte Kostentreiber im “Mediensystem” aufspürt.

    Ob das Prinzip Zeitung allein mit Journalisten als “Trüffelhunden” überlebt ist fraglich, denn es setzt mindestens eine Wegzehrung zum “Selbstkostenpreis” voraus.

    Geld ist übrigens genug im Medienökonomiesystem!

    Es wird nur zuerst von den “Middlemen” in der Stadt aufgefangen, und nicht mehr per Anzeigen an Zeitungen weitergereicht.

    Politik, BDZV und Journalisten müssen sich im die “Middlemen” kümmern, und die Agenten der großen provisionsfressenden Internetplattformen in die Mangel nehmen!

    Angesichts des Steuerungsverlustes der Parteien (nur noch 1,71 % Rekrutierungsgrad in der Bevölkerung) und angesichts des “selbstkuratierenden Populismus” muss über “Public Social Responsibility” und inklusive Öffentlichkeit nachgedacht werden.

    Bei Öffentichkeitskampagnen der Bundesregierung und von Verbänden könnte z.B. ein “Pflichtsplitting” bei den Budgets für “Öffentlichkeitsarbeit eingeführt werden, das Lesereichweiten und Garantenstellung von Zeitungen mit bedenkt!

    Dazu muss über Datenschutz, Datensouveränität und “digitale Unversehrtheit der Person” verhandelt werden. Aufgaben und Themen der Datenethikkommission und des Kompetenzzentrums für Öffentliche-IT, die auch in der Medienpolitik und -Regulierung ankommen müssen!

    (mehr dazu im Oktober auf anzeigio.de)

  6. Ein “Hallo-Wach-Ruf” ist, in druckreifem Deutsch, ein “Weckruf”.
    Und niemand ruft “an den Journalismus”.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia