Partner von:
Anzeige

Sexuelle Belästigung beim WDR: Entlassener Korrespondent zieht seine Klage gegen den Sender zurück

Mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung beim WDR sorgen derzeit für Schlagzeilen
Mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung beim WDR sorgen derzeit für Schlagzeilen

Ein ehemaliger Auslandskorrespondent des Westdeutschen Rundfunks (WDR) soll einer Praktikantin während einer Dienstreise einen Pornofilm gezeigt und einer anderen Mitarbeiterin in E-Mails sexuelle Avancen gemacht haben. Im Mai dieses Jahres war ihm deshalb fristlos gekündigt worden, weshalb er Klage gegen den Sender einreicht. Diese zog er nun zurück.

Anzeige

Dies berichtete der Deutschlandfunk am Dienstagabend. Demnach habe ein Sprecher des Arbeitsgerichts Köln mitgeteilt, dass der frühere Mitarbeiter seine Klage zurückgezogen habe. Zu den Gründen seien keine Angaben gemacht worden und ein zunächst angesetzter Gütetermin habe demnach nicht mehr stattgefunden.

Dem 60-jährigen ehemaligen Auslandskorrespondenten wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. So soll er bereits im Jahr 2012 während einer Dienstreise eine Praktikantin auf sein Hotelzimmer eingeladen, ihr Champagner gereicht und auf seinem Laptop einen Pornofilm gezeigt haben. Einer anderen WDR-Mitarbeiterin habe derselbe Korrespondent sexuelle Avancen in E-Mails gemacht. U.a. habe er sich als “Alpha-Tier” beschrieben und erklärt, er bekomme immer, was er wolle. Nachdem die Vorwürfe im Frühjahr dieses Jahres an die Öffentlichkeit kamen, wurde der Mann zunächst freigestellt und im Mai schließlich fristlos entlassen.

Anzeige

Anfang des Jahres wurden vermehrt Vorwürfe wegen sexueller Belästigung beim WDR laut. Neben dem selbsternannte “Alpha-Tier” steht unter anderem auch der “Tatort”-Koordinator Gebhardt Henke im Fokus, der seinen Namen selbst öffentlich machte und die Vorwürfe dementiert. Henke wurde zunächst von seiner Arbeit freigestellt und einigte sich im Juli außergerichtlich mit dem WDR. Eine ursprünglich anberaumte Verhandlung vor dem Kölner Arbeitsgericht wurde abgesagt.

Erst in der vergangenen Woche hatte die von WDR-Intendant Tom Buhrow eingesetzte frühere Gewerkschaftsvorsitzende Monika Wulf-Mathies die Untersuchungsergebnisse vorgestellt, wie der Sender mit Hinweisen zu sexueller Belästigung umgegangen ist. Sie kam zu dem Urteil: “Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass das Thema sexuelle Belästigung nur die Spitze des Eisbergs ist, hinter dem sich Machtmissbrauch, vielfältige Diskriminierungserfahrungen und eine Unzufriedenheit mit dem Betriebsklima verbergen.” Trotz aller Gleichstellungsbemühungen bestehe noch immer ein strukturelles Machtgefälle zwischen in der Regel männlichen Chefs und weiblichen Untergebenen, das Raum für Grenzüberschreitungen lässt, so Wulf-Matthies. Sie bezeichnete es als mutig, dass sich der WDR darauf einließ, von ihr extern geprüft zu werden.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Der Einfachheit halber sollte man nur mehr Frauen beim WDR arbeiten lassen.

    Alle Männer rausschmeißen und Ruhe ist. Die einfachste, billigste und eleganteste Lösung.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia