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Zoff beim Flensburger Tageblatt: Chefredakteur Stefan Kläsener stößt Lokalredaktion vor den Kopf

Stefan Kläsener, Chefredakteur des Flensburger Tageblatts
Stefan Kläsener, Chefredakteur des Flensburger Tageblatts

Unruhe beim Flensburger Tageblatt. Überraschend hat Chefredakteur Stefan Kläsener drei langjährige Redakteuren aus der Flensburger Lokalredaktion in die tiefste Provinz versetzt. Möglicher Auslöser hierfür soll laut Journalistenverband DJV eine unliebsame Berichterstattung über ein Flensburger Unternehmen gewesen sein. Mehrere Pressesprecher - unter anderem der Stadt - protestieren in einem offenen Brief gegen die Versetzung.

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Es sind schwere Vorwürfe, die der Landesverband des Deutschen Journalistenverbands (DJV) gegen Stefan Kläsener, Chefredakteur des Flensburger Tageblatts, erhebt. Knall auf Fall habe der Chefredakteur drei langgediente Redakteure der Flensburger Lokalredaktion gegen ihren Willen in die Außenredaktionen nach Husum, Niebüll und Schleswig versetzt – darunter den Ressortleiter Carlo Jolly. „Die Eile und Härte, mit der Geschäftsführung und Chefredaktion diesen einschneidenden Personalaustausch betreiben, muten wie eine Strafaktion an“, erklärt DJV-Landesvorsitzende Arnold Petersen. Und der DJV-Landeschef liefert auch einen möglichen Anlass für die Hauruck-Aktion. Wörtlich: „Was den Anstoß für das Personalkarussell gab, darüber kursieren im Verlagshaus wie in der Stadt Flensburg verschiedene Varianten. Eine ist besonders pikant. Danach wird die Lokalredaktion wegen unliebsamer Berichterstattung auf Druck eines Wirtschaftsunternehmens ausgetauscht“, erklärt Petersen.

Laut DJV habe die Chefredaktion den Wechsel in der Lokalredaktion in einer Hausmitteilung mit einem „anstehendem Generationswechsel“ begründet. „Von einem Fehlverhalten der Betroffenen, das auch nur ansatzweise ihr plötzliches Fallenlassen als anerkannte Lokalberichterstatter rechtfertigen würde, ist nicht die Rede“, betont Petersen. Dies gelte insbesondere für Carlo Jolly, ihn habe der Verlag noch Ende 2017 für besondere Leistungen mit dem so genannten Herausgeberpreis ausgezeichnet, heißt es.

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Solidarisch zeigen sich mehrere Pressesprecher gegenüber den Versetzten – darunter Clemens Teschendorf, Pressesprecher der Stadt Flensburg sowie die Sprecher der Universität Flensburg, des kommunalen Abfallentsorgers TBZ sowie des örtlichen Wohnungsbaubetriebs SBV. Sie haben in einem offenen Brief, der MEEDIA vorliegt, gegen die Versetzung des Trios protestiert. „Wir wundern uns über die Hintergründe dieses radikalen Wechsels innerhalb der Lokalredaktion, durch den so viel Erfahrungswissen verloren geht, und wir wundern uns darüber, dass diese Gründe nicht kommuniziert werden. Das verunsichert uns“, schrieben die Sprecher. Die Journalisten Carlo Jolly, Joachim Pohl und Holger Ohlsen hätten ihr Vertrauen gehabt. „Natürlich waren wir nicht immer begeistert, wenn wir auch mal Kritik einstecken mussten oder uns unangenehmen Fragen gegenübersahen. Doch unangenehme Fragen zu stellen, ist unter anderem Aufgabe und Funktion der Medien als vierter Macht im Staate“, resümieren sie.

Eine Sprecherin der Medien Holding:nord GmbH hält sich auf Anfrage von MEEDIA hierzu bedeckt: „Zu einzelnen Personalangelegenheiten nehmen wir grundsätzlich keine Stellung, insbesondere nicht bei laufenden Verfahren. Hierfür bitten wir um Verständnis. Eine Einflussnahme Dritter auf redaktionelle Angelegenheiten können wir ausschließen.“

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Alle Kommentare

  1. “Von Flensburg strafversetzt in die tiefste Provinz…”

    Diesen Satz muss man sich mal ganz ganz langsam immer wieder aufsagen, bis man den versteht 😉

    1. aw sagt:
      19.09.2018 um 08:24 Uhr

      Das ist mal ne Meldung. Bitte nicht verpassen, wenn da oben demnächst wieder mal ein Schaf auf dem Deich ausrutscht….

      Nicht ausgerutscht aber Schaf mit Hund verwechselt:

      Unlängst wurde ein Schafehütehund von einem Spaziergänger mit einem Schaf verwechselt. Ein Ehepaar wollte am späten Abend mitten durch eine am Deich grasende Schafherde spazieren. Das paßte dem Hütehund nicht. Jetzt hatten Hund und Schafe die gleiche Haarfarbe und Größe. Auch war weit und breit kein Schäfer in der Nähe um die Hunde – es waren vier – und Herde zu “überwachen”.

      Das Ehepaar fühlte sich durch den Hund bedroht und meldete das zunächst der Polizei – die aber nicht wollte – dann dem Ordnungsamt, welches den Fall sofort übernahm und zusammen mit irgend einer Tierschutzbehörde und dem Veterinäramt ermittelte. So zu lesen in einem hiesigen Provinz-Wochenblatt.

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