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“Radiosender haben vergessen, dass Wortinhalte wichtig sind”: Jan Böhmermann über sein Podcast-Engagement

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Ein CEO-Debüt, ein Ex-Formel-1-Weltmeister und der Spotify-König Böhmermann: Tag 2 der Dmexco bot zahlreiche Highlights auf den fünf Bühnen der Digitalmesse. So kritisierte der Satiriker die Radiobranche, in der er selbst, unter anderem beim WDR-Sender 1Live, gearbeitet hat. "Radiosender haben vergessen, dass Wortinhalte wichtig sind", bemängelte er.

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1. Rosbergs zweites Leben

Erst Mitte Mai gab das Adtech- Start-up Stoyo bekannt, dass sich Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg am Unternehmen beteiligt. Stoyo setzt auf datengetriebene Prozesse bei der Erstellung videobasierte Werbeinhalte. Vor allem die Digitalisierung und die Mobilitätsindustrie haben es Rosberg angetan, wie er auf der Dmexco klarstellte. „Heute bin ich in der digitalen Welt unterwegs. Ich liebe YouTube und mache zurzeit meine eigenen Podcasts. Der erste war mit Bernie Ecclestone.” Auch die Mobilitätsbranche liege ihm am Herzen. “Elektrische Autos und autonomes Fahren sind die Themen der Zukunft“, erklärte Rosberg auf der Congress Stage.

Europa muss gerade bei diesen Themen versuchen, den Anschluss an China und die USA nicht zu verlieren, so der Ex-Rennfahrer. „Ich investiere heute in grüne Technologie und neue Konzepte.” Vor ein paar Monaten erhielt Rosberg den GreenTec Sonderpreis „Entrepreneur of the Year“, für sein nachhaltiges Engagement als Unternehmer. So hat sich der 33-Jährige vor einiger Zeit finanziell an der Formel E beteiligt. Auch ein Anbieter von Ladestation für Elektroautos und die Entwicklung eines elektrisch betriebenen Flugtaxis gehören zu seinen Investitionen.

2. Max Conze spricht über P7S1 und Transformation

Der erste große, öffentliche Auftritt von Max Conze wurde auf der Dmexco am zweiten Tag mit Spannung erwartet. Der neue ProSiebenSat.1-Boss hatte erst im Juni diesen Posten als Nachfolger von Thomas Ebeling angetreten. Conzes wichtigstes Anliegen sei der Weg weg vom klassischen Medienunternehmen hin zu einem digital agierenden Konzern, der sich sowohl zum Nutzer als auch zur Technologie ausrichtet.

Bereits Ende Mai hatte Conze bei einem Kurzauftritt auf der Hauptversammlung des Münchener Medienkonzerns verkündet: Nicht E-Commerce, sondern Unterhaltung sei und bleibe das Kerngeschäft. „Wir müssen mutiger werden, wir brauchen Leidenschaft“, sagte der 48-Jährige damals. Als ehemaliger Manager beim Technologie-Unternehmen Dyson und davor beim Kosmetikkonzern Procter & Gamble kennt sich Conze mit Marketing, E-Commerce und Konkurrenten wie Amazon gut aus. Im Mediengeschäft ist er jedoch ein Neuling und das gab er auch auf der Dmexco-Bühne offen zu. Als er in die Medienwelt kam, habe er zahlreiche Begriffe wie DSGVO oder HbbTV neu lernen müssen.

Obwohl das TV-Geschäft im Zentrum seines Arbeitgebers stünde, sei Diversität wichtig. „ProSiebenSat.1 investiert in digitale Geschäfte, es ist vielfältig aufgestellt.“ In Zukunft gehe es nun aber darum, dass der klassische TV-Bereich mit dem digitalen Sektor verbunden wird, sagte Conze. Auch für Werbetreibende sei das wichtig. „Wir müssen uns von einer TV-Reichweite zu einer gesamten Reichweite entwickeln.“ Daraus könne dann eine „smarte Reichweite“ werden.

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3. Einmal Snapchat für Anfänger

Snapchat wird mehr und mehr zur App, die man jeden Tag benutzt, so ist sich Peter Sellis, Director Product Management for Monetization Snap, sicher. Warum er sich so sicher ist? Kreative Inhalte in der App, wie die Gesichtserkennung, die Blumenkrone, Sprüche oder Fotofilter, sind heute nichts besonderes mehr. Doch für Sellis führen sie zu einer kreativeren Gesellschaft und verändern die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren. Laut Snapchat benutzen User die App den ganzen Tag, schauen in ihr nach der Uhrzeit oder dem Wetter, beantworten darüber Mails. Dazu kommt Snapchat ohne Likes, Shares, Kommentarfunktionen und Followerzahlen aus, so Sellis.

Wie man die weltweit einflussreichste Zielgruppe für das eigene Unternehmen erschließen kann, so war es im Programm angekündigt, blieb am Ende des Vortrags jedenfalls offen. Dass diese Rede uninspirierend wirkte, kann auch an den neuesten Meldungen innerhalb des Unternehmens zusammenhängen: Strategiechef Imran Khan verlässt nach drei Jahren das Unternehmen. Er hatte eine zentrale Rolle während des Börsengangs des Unternehmens gespielt. Dazu kommt der Verlust von Finanzchef Andrew Vollero im Mai und der Wechsel eines Managers zu Tesla.

4. Böhmermann kam – und der Saal lachte

Michael Krause, Managing Director EMEA bei Spotify, wollte eigentlich seine Session mit Jan Böhmermann auf deutsch halten, fiel aber zu Anfang immer wieder in die englische Sprache. Als Satiriker Böhmermann dann die Bühne betrat, konnte der sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Deutsch wäre mal fast Weltsprache geworden. Zweimal, knapp daneben.“ Und schon stieg die Stimmung im voll gefüllten Saal.

Wie kam es dazu, dass sich Böhmermann und Schulz gegen das traditionelle Radio und für Spotify entschieden haben? Klare Antwort von Böhmermann: „Radiosender haben vergessen, dass Wortinhalte wichtig sind“. Es fühlte sich für den Satiriker an, als sollte man mal wagen spezielle Inhalte, die man für das Radio produziert, in eine neue Welt zu bringen. “Ich habe mich gefragt, ob es da draußen nicht Leute gibt, die ein größeres Interesse daran haben, zugängliche Wortinhalte zu konsumieren“, erzählt der „Fest & Flauschig“-Moderator. Radio hat seiner Meinung nach den Weg zur reinen Formatstation gewählt, mit viel Musik und wenig Inhalt.

Wie arbeiten die beiden bei Spotify? Eine Redaktion gab es zu Anfang nicht, so wurden Sendungen eher improvisiert aufgenommen. Nun gibt es für die Wunderwaffe „Fest & Flauschig“ aber ein Redaktionsteam, das den beiden unter die Arme greift. Gelohnt hat sich der Wechsel für das Duo alle Mal: Das Format ist das internationale Flaggschiff für Spotify und gilt auch im Ausland aus Aushängeschild. Es ist der weltweit am  häufigsten gehörte Podcast. Und vermarktet wird er auch noch, zum Beispiel von Ebay.

Der Artikel ist Teil eines Specials zur Dmexco. Weitere Beiträge aus dieser Reihe gibt es hier.

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Alle Kommentare

    1. 😉 Extra für meinen Lieblingsfan hier mein Kommentar:

      “Der staatsfinanzierte Merkelclown Böhmermann hat vor allen Dingen ein Interesse daran, möglichst viele regimetreue Wortinhalte selbst zu produzieren und zu verbreiten.”

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