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Twitter sperrt Verschwörungstheoretiker Alex Jones nach Gaga-Auftritt am Rande der Kongressanhörung dauerhaft

Twitter-CEO Jack Dorsey (l.) hatte zur Causa Alex Jones seine Entscheidung verteidigt, die Inhalte auf Twitter zu lassen
Twitter-CEO Jack Dorsey (l.) hatte zur Causa Alex Jones seine Entscheidung verteidigt, die Inhalte auf Twitter zu lassen

Nun doch: Einen Tag nach seinen verbalen Ausfällen bei den US-Kongressanhörungen von Twitter und Facebook hat der Kurznachrichtendienst den InfoWars-Betreiber Alex Jones dauerhaft gesperrt. Zuvor war das Konto des Verschwörungstheoretikers kurzzeitig für eine Woche deaktiviert worden. Im Wochenverlauf zirkulierte noch ein Bericht des Wall Street Journals, demzufolge Twitter-Boss Jack Dorsey zunächst persönlich den Verbleib Jones' angeordnet hatte.

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Es dürfte nur der berühmte letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte: Alex Jones’ Gaga-Auftritt am Rande der Kongressanhörung von Twitter-CEO Jack Dorsey und Facebook-COO Sheryl Sandberg kostet den InfoWars-Betreiber nun seine Twitter-Präsenz.

Am Mittwoch leistete sich Jones vor der Anhörung, zu der er selbst nicht eingeladen war, einen höchst skurrilen Auftritt. Zunächst störte der 44-jährige Texaner vor laufender Kamera ein CNBC-Interview mit Senator Marco Rubio, der daraufhin fast die Fassung verlor und Jones entgegnete: “Fass mich nicht an, Mann.”

Beleidigungen von CNN-Moderator auf Periscope besiegeln Twitter-Sperre von Alex Jones

Zum eigentlichen Verhängnis wurden Jones indes die Angriffe auf CNN-Moderator Oliver Darcy, den der Infowars-Betreiber über Twitters Live-Streaming-Dienst Periscope aufs Übelste beleidigte.

Wegen verbaler Ausfälle habe Jones gegen Twitters Richtlinien verstoßen, teilte der Kurznachrichtendienst in der Nacht zum Freitag mit – und sperrte Alex Jones’ Twitter-Konto dauerhaft.

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Jack Dorsey entschied sich lange gegen Sperrung von Alex Jones

Twitter-CEO Jack Dorsey hatte im vergangenen Monat mit der viel diskutierten Entscheidung, den Verschwörungstheoretiker nicht von Twitter zu verbannen, für Diskussionen gesorgt.  Apple, Facebook, YouTube, Spotify und BuzzFeed hingegen hatten die Maßnahme bereits getroffen. Dorsey begründete den Verbleib von Jones Anfang August wie folgt: “Wir wissen, dass das für einige schwer zu verstehen ist, aber der Grund ist simpel: Er hat nicht gegen unsere Regeln verstoßen.” Jones werde an denselben Maßstäben gemessen wie andere Nutzer, erläuterte Dorsey weiter.

WSJ: Twitter-Mitarbeiter wollten Suspendierung von Alex Jones

Dass Twitter zunächst gar nicht reagierte, hatte für immer größer werdende Kritik gesorgt. Wie das Wall Street Journal zunächst berichtete, hatte es beim Kurznachrichtendienst offenbar Kontroversen über den Umgang mit Jones gegeben. So soll Jack Dorsey in der Causa seine Mitarbeiter überstimmt haben, die ursprünglich eine Sperrung von Jones befürwortet hatten. Dorsey bestreitet den Bericht jedoch und beteuert, er würde zwar Input für solche Entscheidungen liefern, sei aber in den finalen Entscheidungsprozess, wer letztendlich gesperrt wird, gar nicht involviert.

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  1. Twitter ist eine Gefahr für die Zivilisation!

    Authentische Echtzeit-News sind ein Segen & Fortschritt
    in einer immer komplexer werdenen Welt!

    Zugang und Nutzung müssen reguliert werden!
    – Nur Regierungssprecher sollten gültig publizieren
    – Nur Pressesprecher
    – Nur Redaktionssprecher
    – Newsticker mit öffentlicher Garantenstellung (Polizei, ÖPNV u.a.).

    Alles andere kann als Propaganda, Marketing & Privatsache
    einfach klassifiziert werden.

    Was ist die Gefahr?
    a) In Krisensituationen werden KI-Systeme von Frühwarn- und Verteidigungszentren durch probalistische News überlaufen und auf Basis errechnter Wahrscheinlichkeiten aktiviert!

    b) ehrenamtlich verfasste politische Systeme verlieren ihre
    soziale Kohärenz, ihren “kollaborativen Steuerungs-Verstand”.
    Steuerungsverlust in der Kommunalpolitik, bei Langfristthemen
    und bei überkomplexen Systemen ist längst da.

    c) Wahrheit verliert sich im “Minkowski-Raum”, in dem weder
    Journalist noch Beobachter die “Echtzeit-Fülle” und “Echtzeit-
    Mannigfaltigkeit” überblicken und bewerten können.

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/World_line-de.svg/481px-World_line-de.svg.png

    d) Mit zunehmenden Abstand (zeitlich, räumlich, medial)
    entwickeln sich spukhafte Fernwirkungen eines “Performing-
    Journalism”, der auf medialen Resonanzen und nicht mehr
    auf Ereignis, Realität und Wahrheit baut. Wobei alle Teilnehmer
    im ethischen Sinn wahrhaftig agieren können, aber auf immer
    mittelbare Informationen zugreifen.

    e) Politische Glaubwürdigkeit kann nicht mehr aufgebaut werden,
    weil der Zwang steigt, ihre Voraussetzungen zu konstruieren und
    zu inszenieren – ein Teufelskreis!

    Die Digitalisierung der westlich geprägten Zivilsation steht vor einem
    grundhaften Scheitern – das sich in der Zeitungskrise schon abzeichnet!

    Etwas Neues kommt: aus Staaten, die die Gefahr der Unregierbarkeit
    erkannt haben, und Bürgerfreiheiten digital regulieren, mit neuen immanenten
    Problemen.

    Es ist nicht mehr viel Zeit, Auswege zu erfinden, denn inzwischen werden
    mehr als die Hälfte der Menschheit autokratisch regiert, ein Pendel rückwärts
    schlägt aus.

  2. Schon toll, wie sich Facebook, Twitter und Co. da auf die “richtige Seite” stellen. Heutzutage gilt ja schon folgendes als “Hate Speech”:

    http://blog.fefe.de/?ts=a56f9a60

    Momentan freuen sich alle im inneren Mainstream, dass der gefährliche Verschwörungstheoretiker endlich gebannt ist. Mal sehen, ob die Geister, die gerufen wurden, nicht unter einer AFD-Regierung in 10 Jahren auf die aktuell Applaudierenden zurückschlagen.

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