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Per Losentscheid? Der Spiegel öffnet SpON-Kollegen die Tür zur mächtigen Mitarbeiter KG – aber nur ein bisschen

Die neue Spiegel-Chefredaktion: Ullrich Fichtner, Steffen Klusmann (Vorsitz), Barbara Hans,  (vl)
Die neue Spiegel-Chefredaktion: Ullrich Fichtner, Steffen Klusmann (Vorsitz), Barbara Hans, (vl)

Es ist ein historischer Vorgang beim Spiegel: Erstmals in der Geschichte des traditionsreichen Verlages will die Mitarbeiter KG Kollegen von Spiegel Online als stille Gesellschafter aufnehmen. Aber nicht alle auf einmal. Ob per Los oder nach Betriebszugehörigkeit - noch ist nicht klar, nach welchen Kriterien dies schrittweise erfolgen soll. Spiegel TV und Manager Magazin bleiben aus rechtlichen Gründen außen vor.

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Zeitenwende bei Spiegel-Gruppe. Erst vor wenigen Tagen wurde die Redaktionsspitze ausgewechselt. Statt Klaus Brinkbäumer soll ab 2019 ein Chefredakteurs-Trio mit Steffen Klusmann, bisher Chefredakteur des Manager Magazin, an der Spitze die Geschicke des Spiegel führen. Stellvertretende Chefredakteure gibt es dann nicht mehr; stattdessen werden Stabsstellen eingerichtet. Und auch die Fusion der Redaktionen von Print und Online wird nach vielen Jahren mit Streitereien endlich angegangen.

Jetzt übernimmt die Spiegel-Gruppe einen weiteren Schritt, den man als historisch bezeichnen kann. Erstmals in der Verlagsgeschichte öffnet sich die Mitarbeiter KG für stille Gesellschafter. Die KG ist mit 50,5 Prozent Mehrheitsgesellschafter des Spiegel. Bislang war dies nur Angestellten des Verlags vorbehalten. Mitarbeiter von Spiegel Online, Spiegel TV und dem Manager Magazin blieben außen vor. Jetzt soll dies zumindest für die Belegschaft von Spiegel Online nicht mehr gelten. Sie sollen mit der geplanten Redaktionsfusion Anfang des nächsten Jahres die Chance erhalten, in den erlauchten Kreis der stillen Anteilseigner aufzurücken. Dafür sollen sie die Stellen beispielsweise von Vorruheständlern in der KG einnehmen, die mit dem Ausscheiden aus dem Verlag ihre Beteiligung satzungsgemäß abgeben müssen.

Doch die frei werdenden Plätze im KG-Boot sind rar. Künftig verlassen durchschnittlich rund 30 bis 40 Vorruheständler das Unternehmen, die im Zuge des Strukturkonzepts Agenda 2018 dem Spiegel den Rücken kehren. Zudem ist nicht klar, welche Spiegel Onliner als erstes zum stillen Gesellschafter aufsteigen. Ob per Los oder per Betriebszugehörigkeit entschieden wird – darüber wird hausintern noch heftig diskutiert. Die Mitarbeiter KG tendiert dazu, zunächst langjährige Onlineer an Bord zu holen, heißt es in Unternehmenskreisen. Das sorgt aber für Unmut, da hierdurch der Gleichheitsgrundsatz missachtet wird. Sollte nach der Betriebszugehörigkeit verfahren werden, dürften aber auch langjährige SpOn-Mitarbeiter nicht gleich in Jubel ausbrechen. Wie satzungsgemäß üblich, werden sie erst dann Mitglied im Kreis der stillen Gesellschafter, wenn sie drei Jahre ausgeharrt haben. Erst dann sind sie gewinn- und wahlberechtigt.

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Das neue Modell hat noch andere Macken. Vorerst weiterhin außen vor bleiben Mitarbeiter von Manager Magazin und Spiegel TV bleiben. Die Mitarbeiter KG will sich zunächst auf den „großen Brocken“ Spiegel Online konzentrieren, bevor man Mitarbeiter aus anderen Verlagseinheiten hinzuzieht. Zudem gebe es auch rechtliche Hürden. Beim Manager Magazin behindere die Gesellschafterstruktur mit Gruner + Jahr das Vorhaben, bei Spiegel TV stünden sendelizenzrechtliche Probleme im Raum. Zudem dürfte es noch Jahre dauern, bis alle SpOn-Mitarbeiter stille Gesellschafter geworden sind.

Der Spiegel-Verlag hält sich hierzu bedeckt. Eine Unternehmenssprecherin erklärt auf MEEDIA-Anfrage, dass „wir einen sukzessiven Übergang der Kolleginnen und Kollegen von Spiegel Online in die Mitarbeiter KG planen“. Die Mitarbeiter KG wollte sich hierzu nicht äußern.

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