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„Kein Magazin nur für Feinschmecker, sondern Leitmedium für Food-Freaks”: G+J greift Jalag mit B-EAT frontal an

B-EAT soll ein Angriff auf die Konkurrenz werden
B-EAT soll ein Angriff auf die Konkurrenz werden

Das Segment der Food-Zeitschriften bekommt einen Print-Neuling. Gruner + Jahr bringt Morgen das neue Gastronomiemagazin B-EAT zum Preis von 6,90 Euro an die Kioske. Damit liegt der neue Magazinführer für Spitzenrestaurants deutlich unter dem Bezugspreis des Hauptkonkurrenten Der Feinschmecker aus dem Jahreszeiten-Verlag. Der will seinen Copypreis nicht an den Konkurrenten anpassen – auch nicht zeitweise.

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Mal wieder hat das Marketing von Gruner + Jahr kräftig auf die Pauke gehauen: Als “neues kulinarisches und gastronomisches Leitmedium im deutschsprachigen Raum” kündigte das Verlagshaus am Baumwall sein neues Gastronomie- und Restaurant-Magazin B-EAT vor einigen Wochen an.

Nun startet der G+J-Neuling Morgen auf dem scharf umkämpften Markt der Food-Zeitschriften. Dabei greift die Bertelmann-Verlagstochter dem Platzhirschen Der Feinschmecker aus dem Jahreszeiten-Verlag (Jalag) frontal an. Denn das neue Gastro-Magazin kommt zum Copypreis von 6,90 Euro an die Kioske. Damit liegt G+J weit unter dem Bezugspreis des Feinschmeckers, der sich bei 9,95 Euro bewegt. Doch der Jalag lässt sich hiervon nicht beeindrucken. „Wir planen keine Preissenkung bei Der Feinschmecker, auch nicht zeitweise“, erklärt Helma Spieker, Geschäftsführerin des Jalag-Vermarkters BM Brand Media, gegenüber MEEDIA. Sie nimmt den Print-Vorstoß des Konkurrenten gelassen. „Wir haben Verständnis dafür, dass der Feinschmecker mit seiner Monopolstellung ein Wettbewerbsprodukt geradezu herausfordert. Aber das ist weniger ein Angriff, als vielmehr der Versuch, in einem erfolgreichen Markt mit einem Me-too-Angebot ein Stück vom Kuchen zu bekommen“, erklärt Spieker, zugleich Jalag-Geschäftsführerin.

Startauflage: 100.000 Exemplare

Ihr Kollege Peter Rensmann hingegen hatte noch vor Kurzem etwas schärfere Töne angeschlagen. Der Geschäftsführer warf G+J vor, dass die Präsentation von B-EAT für Anzeigenkunden in weiten Teilen eine exakte Beschreibung des Feinschmecker-Markenkonzepts sei. Als Abwehrreaktion werten deshalb Branchenkenner, dass der Jalag Frauke Eckert zur Publisherin der Food-Titel – darunter Feinschmecker, Lafer und Foodie – berief. Eckert ist in der Branche keine Unbekannte. Sie war Geschäftsführerin bei Dirk Mantheys Ernährungs-Portal und -Zeitschrift Eat Smarter. Beim Dalag steht sie allerdings vor großen Herausforderungen. Sie soll neue Vermarktungsprodukte entwickeln. Dazu gehören Lizenzdeals, Marketingpakete und gastronomienahe Veranstaltungen für Anzeigenkunden – kein leichtes Unterfangen in dem hart umkämpften Segment.

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Chefredakteur Jan Spielhagen will B-EAT vor allem als neues Food- und Gastronomiemagazin positionieren, das die besten Restaurants in Deutschland, Europa und der Welt präsentieren will. „B-EAT ist kein Magazin nur für Feinschmecker, sondern Leitmedium und Navigationshilfe für Gastro-Fans und Restaurant-Besucher, für Ernährungsinteressierte und Food-Freaks, für Wein-, Champagner-, Bier-Enthusiasten und Spirituosen-Liebhaber“, betont Spielhagen, zugleich Macher des Magazins Beef. Die Marktbedingungen für eine weitere Gastor-Zeitschrift sieht er als ideal. So geben die Bundesbürger 60 Prozent mehr für Essen aus als noch vor zehn Jahren. Zudem würden die Deutschen heute rund drei Milliarden Mahlzeiten weniger zu Hause verspeisen. Zugleich habe sich auch die Spitzengastronomie weiter verbessert. Heute zählt Spielhagen 300 Sterne-Restaurants, 2010 waren es 75 weniger.

Als Startauflage geht Gruner + Jahr mit 100.000 Druckexemplaren relativ verhalten mit B-EAT an den Markt. Der Grund: Die Gewinnschwelle ist offenbar schnell erreicht, da die Chefredaktion größtenteils auf Freie setzt. So würde der Verlag bereits bei rund 50.000 verkauften Exemplaren und rund 20 Anzeigenseiten „richtig Geld“ verdienen. Bislang lässt aber der Vermarktungserfolg mit neun verkauften Anzeigenseiten bei insgesamt 172 Seiten Blattumfang noch auf sich warten. Dass G+J in der ersten Ausgabe nicht mehr Anzeigen losgeeist hat, begründet Spielhagen damit, dass die Werbekunden das Magazin praktisch blind gebucht hätten. Es lag ihnen noch nicht fertig vor, um das Blattkonzept richtig zu bewerten.

Optisch und inhaltlich reizvoll ist B-EAT aufgemacht. Kernstück der ersten Ausgabe sind Porträts von 21 der derzeit „aufregendsten Restaurants weltweit“. Sie wurden von der Redaktion getestet und in den drei Kategorien „lässig & kreativ“, „Avantgarde“ sowie „klassisch & fein“ eingestuft. Darüber hinaus berichtet das Heft über Newcomer aus der Gastro-Szene – und spricht mit „mit Winzern, Bartendern, Food-Aktivisten und Gastrosophen“. In diesem Jahr sollen insgesamt zwei Ausgaben erscheinen, ab 2019 sind es sechs Mal pro Jahr.

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