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“Journalisten sollen nicht sagen, was Leute zu denken haben”: US-Forscher attestiert deutschen Medien Realitätsferne

US-Forscher Jay Rosen hat den deutschen Journalismus untersucht
US-Forscher Jay Rosen hat den deutschen Journalismus untersucht

Der US-Forscher Jay Rosen hat mit mehr als 50 deutschen Journalisten gesprochen, um sich ein Bild der hiesigen Presse zu machen. Sein Bericht in der FAZ gerät wenig schmeichelhaft. Die Medien seien geprägt von der Flüchtlingsbewegung im Herbst 2015 und dem Aufstieg der AfD. Seine Bestandsaufnahme schließt mit vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Chemnitz lesenswerten Handlungsempfehlungen.

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Auf Einladung der Robert Bosch Stiftung hat sich der Journalismusforscher Jay Rosen über drei Monate in Deutschland aufgehalten und in dieser Zeit mit 53 Journalisten des Landes über den Zustand des deutschen Journalismus gesprochen. Darüber hat der 62-Jährige in der FAZ-Ausgabe von Samstag “Einen Brief an deutsche Journalisten” geschriebenZu seinen Interviewpartnern zählen namhafte Vertreter der Branche wie Ex-Bild-Chef Kai Diekmann, Buzzfeed-Chefredakteur Daniel Drepper, Alina Fichter aus der Chefredaktion von Zeit Online oder auch Kommunikationswissenschaftler Bernhard Pörksen. Um ein umfassendes Bild der deutschen Medienlandschaft zu erlangen, hat er aber auch mit Institutionen gesprochen, dazu zählen der Presserat in Berlin oder das Aufsichtsgremium des Rundfunks Berlin-Brandenburg, der Rundfunkrat (die gesamte Liste gibt es hier).

Rosen konstatiert, dass es fünf Säulen gibt, auf denen das Selbstverständnis deutscher Journalisten gründet:

  • Pressefreiheit
  • Persönlichkeitsrecht, Opferschutz und Verhinderung von Hasskommentaren sind wichtiger “als das Recht auf ungehinderte Berichterstattung”
  • Öffentlicher Auftrag des Rundfunks und dessen Relevanz
  • Journalisten verteidigen Demokratie und Menschenwürde sowie die Rechte von Minderheiten
  • Objektivität gegenüber Politik und Distanz gegenüber eigenen politischen Ansichten

Nun habe nach Rosens Auswertung der Interviews mit der Flüchtlingsbewegung im Herbst 2015 eine Zäsur im deutschen Journalismus stattgefunden. Die Presse engagierte sich und trat für eine “Willkommenskultur” ein. Seine Interviewpartner merkten dazu häufig an: “Das war nicht verwerflich, (…) aber allzu oft hätten Journalisten nicht kritisch gefragt, wie die Flüchtlingspolitik denn funktionieren werde, mit welchen Risiken sie einhergehe, worauf die Entscheidungen der Bundeskanzlerin beruhten – und auch, wie in den Medien darüber berichtet wurde.” Die Silvesternacht von Köln habe auch den Journalisten hierzulande geschadet, “denn die Mitwirkung der Medien an diesem Fehlverhalten beförderte Klagen, die sich seit Jahren am rechten Rand der Gesellschaft angestaut hatten”, schreibt der Wissenschaftler. Der Aufstieg der AfD in den Ländern und auch ihr Einzug in den Bundestag hätten zudem zu einem kritischen Hinterfragen in den Redaktionen geführt. Dort werde nun intensiv darüber gesprochen, wie “über Rechtspopulismus berichtet werden soll, welche Aufmerksamkeit man ihm geben soll und was mit Blick auf die wachsende Kluft zwischen Journalisten und Öffentlichkeit zu tun ist, die weit über die Anhänger von AfD und Pegida hinausgeht.”

Ähnliche Diskussionen lassen sich nun auch über die gewalttätigen Demonstrationen von Chemnitz feststellen. Ex-Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart hat Rosens Ideen prominent in seinem Morning Briefing am Montag platziert und diagnostiziert selbst: “Wir haben zu oft Neugier durch Haltung ersetzt, Analyse durch Gefühl – und viele wollen bis heute nicht davon lassen. Jetzt erst recht, rufen sie.” Die einzig ewig gültige Sicherung, so Steingart, sei die journalistische Selbstversicherung, unschuldig zu sein. Und weiter: “Wir schreiben aus der Altbauwohnung mit Stuckdecke über die im Plattenbau mit Graffiti – oft herablassend und belehrend, zuweilen mitleidslos. Die sollen sich mit den Migranten doch endlich vertragen. Geografie und Gesinnung sind dabei korrelierende Größen. Unsere Zuneigung zu den Flüchtlingen steigt mit der Entfernung zu Wohncontainer und Hauptbahnhof.”

Steingarts Fazit aus der angeprangerten Selbstgerechtigkeit der Eliten: “Wir machen die Menschen am unteren Ende der Einkommensskala, die mit den Neuankömmlingen um Wohnung, Job und kulturelle Hoheit ringen, zu Ausgestoßenen im eigenen Land.” Zweifel daran seien jedoch angebracht und deshalb kämen die Lektionen von Rosen zur richtigen Zeit. Dieser schließt seinen Brief an die deutschen Journalisten mit Handlungsempfehlungen, die allen voran aufgrund der aktuellen Entwicklungen und Ereignisse in Chemnitz lesenswert sind.

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So diagnostiziert Rosen: “Die fünfte Säule – sei cool, distanziert und objektiv – steht in einem erkennbaren Spannungsverhältnis zur vierten Säule: Verteidige die Demokratie und tritt für die Würde aller Menschen ein.” Dieses Spannungsverhältnis könne man jedoch produktiv nutzen, betont Rosen. Außerdem sei es wichtig, gerade jenen Menschen genauer zuzuhören, die “sich übergangen fühlen” und dadurch umempfänglich für unbequeme Wahrheiten werden. Ausdrücklich lobt er den Grundgedanken, die AfD wie eine normale Partei zu behandeln. Das ZDF-Sommerinterview mit Alexander Gauland sei ein kluger Ansatz gewesen mit ihm über andere Themen zu reden (MEEDIA berichtete).

“Als Journalisten haben Sie nicht die Aufgabe, den Leuten zu sagen, was sie denken sollen. Ihre Aufgabe ist es, sie auf Dinge aufmerksam zu machen, über die sie nachdenken sollten”, lautet eine weitere Handlungsempfehlung. Die redaktionelle Agenda dürfe sich nicht nach dem Unterhaltungswert richten oder sich von Sensationen und Tabubrüchen leiten lassen. Seine Forderung: neue Wege und Transparenz. Rosen stellt sich eine Art Live-Funktion vor, mit der Redaktionen Schwerpunkte der Berichterstattung offenlegen und regelmäßig aktualisieren.

Der deutsche Journalismus muss sich aufgrund verändernder Nutzungsverhalten weiter entwickeln, sagt Rosen und stellt deutschen Journalisten abschließend eine Frage: “Sind Sie dazu bereit?”

tb

Was deutsche Redaktionen zu den Vorschlägen von Jay Rosen sagen, lesen Sie hier.

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Alle Kommentare

  1. DAS eigentliche Problem ist aber doch – wir HABEN gar keine klassischen, berichtenden Journalisten mehr – nur noch tendenziöse Meinungsschleudern wie Frau Reschke und Frau Hayali und die US- Bauchredner von der Atlantikbrücke in FAZ, WELT, SPIEGEL , SZ ,ZDF (Herr Bresser !!!) ARD etc… Fast jede “Nachricht” entpuppt sich als (nicht gekennzeichneter) Meinungs- Kommentar. So wird das nix mehr…

    1. @aw: Wenn Sie und die vielen anderen fundamentalen Medienkritiker in ihren Kommentaren oder Publikationen auch nur ansatzweise das selbst umsetzen würden, was sie von den den als “Lügenpresse” gescholtenen Medien verlangen, dann wären wir einen bedeutenden Schritt weiter.

      1. Und das ist noch nicht mal ironisch.
        Kommentierende sind in vielen Fällen einfach besser informiert, weil sie eben nicht in der Blase sitzen.

        Eigentlich müssten wir Geld dafür bekommen.

      2. „Wir sind die Guten. Eines Tages begreifen es auch Sie“: Das nenne ich ein sehr gutes Beispiel für selbstgerechte Selbstwahrnehmung.

      3. Hahaha, Klausi: „Wir sind auf der Seite der Wahrheit, im Kampf gegen die Lüge“! Der ist gut!

        Und wie kommt es dann, dass der/die Klausi hier selbst schon der Lüge überführt wurde? Der Mutmaßungen? Der willkürlichen Behauptungen?

        Und so was will an die Macht …

      4. @Suhaj: An Ihrer Stelle würde ich hier ganz leise sein, denn gerade kollabiert wieder die nächste LINKS/GRÜNE Hetzlüge!!!
        In Chemnitz gab es laut Behörden gar keinen rechten MOB, KEINE Jagdszenen und keinen Pogrom! Wieder mal ALLES LÜGE! So ein “Journalist” hat irgend ein Video genommen und behauptet in Chemnitz würden Ausländer gejagt! Jetzt kommt raus, alles FAKENEWS unserer “GUTEN” “Journalisten”.!!!

    2. Ganz offen und ehrlich: Mittlerweile fange ich mit den Kommentaren an, bevor ich den Text lese. Ich vergleiche z.B. die Spiegel-Kommentare mit denen aus der Welt. Die FAZ lässt leider wenige zu, mit der Konsequenz, dass ich dann i.d.R. den Text auch nicht lese und mich Blogs wie MMN , oder auch DWN zuwende.

      Was mich heute umtreibt ist, dass im ZDF (oder wars die ARD) am Samstag Abend ein falsches Video mit Zusammenhang mit einem AfD Bericht gezeigt wurde. Das tut schon echt weh. Doch wenn meine Wahrnehmung stimmt, treibt das immer mehr Leuten der AfD zu. Ich frage mich einfach (sicherlich kindlich naiv) warum machen die “Eliten” dies?

      1. Ja, das “passiert” ständig. Man manipuliert die Berichte so dreist, nur um die AFD und die Patrioten schlecht dastehen zu lassen. Und wenn diese Hetzmedien dann wieder mal einer LÜGE überführt werden, dann war es wieder mal ein “Versehen”! Gerade ist die nächste LÜGE der “Presse” aufgeflogen: Es gab laut Behörden KEINE Jagdszenen, KEINEN Mob und KEINEN Pogrom!!! ALLES frei erfunden von den MEDIEN!!!! Ich bin mir sicher, unter den Hitlergrußzeigern, waren etliche Antifas!Wetten!

  2. Dafür brauchen wir keine Amerikaner.

    Da reicht mittlerweile der Blick in die eigenen Kommentarspalten.

    1. Deshalb ja Bauchredner- das sind die willfährigen HIESIGEN die diese Spalten HIER füllen . Man braucht nur solche nützlichen Idioten – und schon ist alles gut…

  3. Woher entnehmen Sie aus Rosens Brief den pauschalen Vorwurf der Realitätsferne für die Überschrift?

  4. Keine neue Erkenntnis. Hat Renate Köcher schon 1985 in ihrer Dissertation treffend beschrieben, in der sie Berufsethik und Selbstverständnis deutscher und englischer Journalisten vergleicht. Der Titel – Spürhund und Missionar – sagt alles.

    1. STRIKE!!!! Missionare allesamt – und wer sich sträubt- SACHSENTAUFE ! Das muss natürlich heute erst gegoogelt werden…

    2. In dieser Doktorarbeit waren schon damals die Haupterkenntnisse gefaked. Falsche Übersetzung vom Englischen ins Deutsche. Köcher hätte dafür nie den Doktor bekommen dürfen. Sage ich mal als einer, der die Arbeit gelesen hat.

      1. Alles FAKE alles FAKE sagen diejenigen, welche gerade wieder beim LÜGEN erwischt wurden. Die ganze Chemnitzhetze der Medien bricht in sich zusammen!!!! KEIN MOB, KEINE JAGDSZENEN, ALLES LÜGE!!!!

  5. Das gilt übrigens auch für Meedia! Ich lese manchmal Sätze – im Trending verstärkt – die sowas von die persönliche Meinung des Journalisten wiedergeben – meist ohne Kommentarmöglichkeit und manchmal wie bei Kleinkindern mit ällabätsch – dass man es nicht glauben mag.
    Steingarts Morningbriefing von heute war hervorragend, das vom Handelsblatt schlecht. Das der NZZ solala. Leider setzt sich die Selbstkritik der Journalisten selten durch und wenn, dann endet sie in Herumgeeiere oder lala wie beim ÖR durchgehend und sichtbar – auch an ihren “Experten”.

    1. Ist ja komisch, dass Sie im “Trending” auf Meedia verstärkt auf die persönliche Meinung des Journalisten treffen – das soll bei Meinungsbeiträgen wohl vorkommen …

      1. Man glaube es kaum, wie dumm Antworten sein können. Was hat das trending mit politischen Ansichten zu tun. Überleg einfach mal, bevor Du postest.

      2. Wer es nicht blickt, sind Sie: Das “Trending” ist ein launiger Meinungsbeitrag und schließt auch politische Ansichten nicht aus. So war das alle Zeiten bei Meinungsbeiträgen und wird es auch hoffentlich bleiben. Alles andere wäre blutleerer Journalismus. Dass dabei auch Meinungen vertreten werden, die einem nicht passen, liegt auf der Hand. Wenn man allerdings wie Sie damit nicht umgehen kann, sollte man sich einfach einer anderen Lektüre widmen oder aufhören zu lesen.

  6. Sagen Sie, haben Sie den Artikel von Rosen überhaupt gelesen? Es ist mir schleierhaft, wie Sie aus diesem Artikel eine so negative Tendenz herauslesen können. Der Artikel beschreibt, dass deutsche Journalisten eine feste ethische Fundierung ihrer Arbeit haben und dass sie sich jetzt nach den Ereignissen von 2015 noch einmal kritisch überprüfen. Rosen blickt, gerade im Vergleichb mit den USA, insgesamt sehr wohlwollend auf den deutschen Journalismus. Ich bekomme Zweifel an der Seriösität von “Media”.

    1. Sehen Sie selbst, welche Form von Kommentaren hier seit ewigen Zeiten unmoderiert durchgewunken werden, den Verdacht, dass @meedia nicht ganz uninteressiert daran ist, die Einteilung in rechtsextrem = anständig und nicht rechtsextrem = linksgrünversiffter Feind unter das Publikum zu bringen.

  7. Die Realitätsferne und die einseitige Meinung ist ja nichts im Vergleich zu der Paranoia, Realitätsferne und Meinungsmache bei den Kritikern der “Lückenpresse” und erst Recht auf ihren Propaganda-Plattformen.

    Wo diese “Volk”-Vertreter erst einmal an der Macht sind – siehe Polen, USA oder Ungarn – erkennt, dass selbst die derzeitige mangelnde journalistische Qualität allemal besser ist, als das, was uns dann erwartet.

    Wirkliche Alternativen zum bekannten Meinungsjournalismus der Medien – und das ist ja nun wirklich nichts Neues – sind nicht in Sicht. Nur düstere Alternativen.

  8. Der Deutsche Journalismus (zumindest MSM) ist von wenigen einflussreichen Menschen unter absolute Kontrolle gebracht worden. Dort ist keine Meinung eines Journalisten zulässig, die eigenes Denken offenbart. Wird zu häufig eine dissidente Meinung abgegeben, fällt das dem Chef auf und man kommt auf den Schleudersitz.
    Deutscher MSM Journalismus ist tot und siecht noch für einige Jahre im Zombiedasein dahin.
    Künstlich am Leben gehalten durch Steuergelder in Form von Werbeschalten und Stiftungen. Die Nächste Entlassungswelle kommt, Blätter verlieren Leser und am Ende produziert man Altpapier das direkt im Müll landet, da kein Kiosk es sich leisten kann, Verkaufsfläche für Ladenhüter aufzugeben.

  9. Ich frage mich, wen Herr Rosen überhaupt noch erreichen kann. Es wäre vielleicht Aufgabe der Chefredakteure, diesen Text als Leitbild zu verankern und Abweichungen davon zu sanktionieren. Ich werde den Verdacht nicht los, das Printjornalisten um ihren Job fürchten. Angesichts diverser Zentralredaktionen und Auflagenrückgängen, auch abnehmender Werbeerlöse sicherlich berechtigt. Der sichere Hafen wäre da der ÖRR, der marktunabhängig ist. Da kommt man allerdings nur mit der richtigen Gesinnung rein. Anders kann ich mir jedenfalls diese Chemnitz-„berichterstattung“ nicht erklären.

    1. Der ÖRR hat im Bereich Fiction schon den geschlossenen Markt verursacht. Sogar Kinofilme brauchen einen Sender, sonst gibt es keine Fördergelder. Was auf Hoch-(=STEUERN) und privaten -Schulen ausgebildet und jährlich auf den Markt “geworfen” wird, bekommt keine Arbeit mehr. Der Umgang mit einer ganzen Branche, die – leider – in kleine Einzelgruppierungen zerfällt und deshalb kraftlos und ausgeliefert ist, ist verheerend. Und das mit den Gebühren aller Haushalte. Das heißt, die Branchenleute bezahlen ihre Ausgrenzung selbst und alle Bürger zusammen finanzieren den geschlossenen Markt = das Kartell, das Oligopol. Im Bereich “Nachrichten/Journalismus” befleißigt sich derselbe ÖRR als unentbehrliche, die Demokratie erhaltende, saubere und wichtige Institution. Und dieselben leitenden Männer (Intendant, Programmdirektion, 2 Hauptredaktionen und der kosmetische Rest) betrügt die in D ausgebildeten Kreativen und nimmt gleichzeitig ihre Gebühren in Anspruch, um sie an 160 Tochterfirmen, immer dieselben, Höchstbezahlten plus viele Europäer (Koproduktionen mit Austria, NL, F, Skandinavien und deren Bürger , die meistens keine Gebühren bezahlen!!) zu verteilen. Und das nennt der deutsche Politiker dann “unverzichtbar”… Frage: Unverzichtbar für die Diskriminierung von Frauen? Unverzichtbar für ein Fiction-Monopol und einen geschlossenen Markt? Unverzichtbar als “Moralinstanz”.. die Frauen “massiv disktiminiert” und Frauen regelrecht ausbeutet und ausgrenzt? Echt jetzt? Wahnsinn!

  10. Beispiel: in Frankfurt/ Oder letzte Woche stürmen 20 Asylsuchende bewaffnet einen Club und wollen alle töten “Allah hu Akbar wir töten euch alle”. Die meissten können sich in den Club retten und die Türe zu halten, die Angreifer schlagen Fenster ein. Die es nicht in den Club schaffen werden draußen verprügelt

    So in welche überregionale Zeitung hat es dieses Vorkommnis geschafft ? ALLE Zeitungen sind darüber informiert, genau wie ich und hundertausende Andere

    Köln Sylvester: konnte man schon die Informationen bekommen ab 01. Januar, am 08. Januar kamen die ersten Berichte nachdem man es nicht mehr unterm Teppich halten konnte

    Deshalb Lückenpresse und Lügenpresse

    1. Wer so oft und dreist die Wahrheit verbiegt und lügt wie unsere Medien, dem kann man keine Inkompetenz mehr unterstellen, das ist böswilliger Vorsatz! Lieber verbreitet man hundertmal die LÜGE von Chemnitz, erfindet einen Mob, Jagdszenen und Pogrome, welche es laut Sicherheitsbehörden NIE gegeben hat, aber wenn 20 “Schutzsuchende” einen Club stürmen und alle Nichtgläubigen abschlachten wollen, dann wird eisern geschwiegen!!! Und die wundern sich echt noch, dass ihnen immer mehr Hass und Verachtung entgegenschlägt??? JA, die leben echt in einer Traumwelt!

  11. Journalisten verteidigen Demokratie und Menschenwürde sowie die Rechte von MInderheiten?

    Richtig ist, Demokratie lebt von der Möglichkeit, der anderen Meinung Gehör zu verschaffen. Wer die andere Meinung unterdrückt, also eine Sichtweise hervorhebt und die andere Meinung unterdrückt oder gar delegitimiert der kann sich unmöglich als Demokrat bezeichnen.

    Wer versucht, einer Gesellschaft seine Meinung, seine Haltung aufzunötigen, der macht nichts anderes als seine Meinung anderen diktieren zu wollen.

    Sowas nennt man Diktatur. Wie ausgeprägt die Diktatur ist dürfte alleine davon abhängig sein, was noch von der anderen Meinung durchdringt.

    Wenn man zugrunde legt, in welcher Weise über Wortmeldungen und Inhalte von AfD- Rednern im Bundestag berichtet wird kann sich sofort ein Bild machen, wo wir auf dieser Diktatur- Skala stehen.

    Journalisten, die nicht in der Lage sind dies zu respektieren und sich der Demokratie durch Dokumentation der Meinungsvielfalt entziehen werden damit zu einem bedeutenden Element der Untergangs von Demokratie.

    Sie mißbrauchen den Demokratie- Begriff in der Art eines Walter Ulbricht, der sinngemäß sagte: Solange wir die Kontrolle behalten, kann man es Demokratie nennen.

    Journalisten haben das in sie gesetzte gesellschaftliche Vertrauen getäuscht, als privilegierte Angehörige freier Medien mißbraucht, welche eigentlich die Existenz unserer Demokratie durch Meinungsvielfalt sicherstellen sollte.

    Jetzt feiert schön in Chemnitz.

  12. Das ist ein Witz, oder? Dass ausgerechnet ein amerikanischer (!) „Journalismus-Forscher“ über deutschen Journalismus urteilt… Der soll mal zu Hause anfangen!

    1. Bellt hier ein getroffener Hund? Gerade ist wieder die nächste Lüge der Hetzpresse aufgeflogen! CHEMNITZ ist eine einzige MEDIENLÜGE!

  13. Ganz offen und ehrlich: Mittlerweile fange ich mit den Kommentaren an, bevor ich den Text lese. Ich vergleiche z.B. die Spiegel-Kommentare mit denen aus der Welt. Die FAZ lässt leider wenige zu, mit der Konsequenz, dass ich dann i.d.R. den Text auch nicht lese und mich Blogs wie MMN , oder auch DWN zuwende.

    Was mich heute umtreibt ist, dass im ZDF (oder wars die ARD) am Samstag Abend ein falsches Video mit Zusammenhang mit einem AfD Bericht gezeigt wurde. Das tut schon echt weh. Doch wenn meine Wahrnehmung stimmt, treibt das immer mehr Leuten der AfD zu. Ich frage mich einfach (sicherlich kindlich naiv) warum machen die “Eliten” dies?

    1. So mache ich das auch.
      Ist Teil meiner Meinungsbildung.
      Sehe ich irgendeinen interessant erscheinenden Titel und sehe, daß die Kommentare geblockt sind, klick ich gleich weiter, weil ich genau weiß, daß der Autor mir Scheiß erzählen will und meine Reaktion fürchtet.

      Leute, die so was tun, haben schon auf dem Schulhof immer nur aus dem Hinterhalt heraus Schneebälle auf ihre Mitschüler geworfen, weil sie Angst hatten, dafür aufs Maul zu bekommen.

  14. Am lebendigsten scheint mir #D in den Kommentaren bei meedia.de – überliest man fanboyz die natürlich GUTER sind zeigt sich in Summe doch der Wille zum Austausch, ich vermisse ähnliches doch sehr im Mainstream

  15. Wenn Herr Rosen die Propaganda – gerade die geopolitische – im westlichen Journalismus nicht sieht, dann ist er kein Wissenschaftler.

    1. Haben Sie den originalen Beitrag gelesen? Darin sagt er wörtlich: „Dies ist ein offener Brief an deutsche Journalisten, keine wissenschaftliche Studie. Auf mögliche Fehler wird man mich gewiss hinweisen, und in meinem Twitter-Feed werden zahllose Beschwerden eingehen. Das ist völlig in Ordnung.“

      Er schreibt dies also auch nicht als Wissenschaftler!

  16. Das Ganze ging doch nicht erst 2015 mit der Flüchtlingskrise los. Auf die einseitige Berichterstattung wies 2012 bereits Günter Grass hin; mit Beginn der Ukrainekrise 2014 wurde dies dann überdeutlich. Zuhören? Wie der SPIEGEL schalteten mehrere Print- und Onlinemedien ihre Kommentarfunktion/Leserbriefe ab.

  17. Naja, vielen JournalistInnen fehlt halt die Demut, weil sie sich für unfehlbar halten, furchtbar selbstgerecht, käuflich und eitel sind und sowieso glauben grundsätzlich alles besser zu wissen. Größenwahn halt.

    1. Wenn ich an das mdr-Kamera-Team denke, das, um den Schweigemarsch aus der Vogelperspektive zu filmen, in eine Wohnung eindringt, in der sich nur eine Minderjährige aufhält. Jeder integre Mensch entschuldigt sich für die eigene Zudringlichkeit und geht zur nächsten Tür. Aber hier hat das mdr-Kamera-Team, das ist nicht anders erklärbar, durch Einschüchterung eines Minderjährigen Zutritt zur Wohnung verschafft, nur um ein Bild aus der Vogelperspektive zu “gewinnen”. Und das nennt sich “öffentlich-rechtlich”; gerade die sollten sich in gesellschaftlichen Gepflogenheiten auskennen.
      Art. 13
      (1) Die Wohnung ist unverletzlich.
      (2) Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzuge auch durch die in den Gesetzen vorgesehenen anderen Organe angeordnet und nur in der dort vorgeschriebenen Form durchgeführt werden.
      (3) 1Begründen bestimmte Tatsachen den Verdacht, daß jemand eine durch Gesetz einzeln bestimmte besonders schwere Straftat begangen hat, so dürfen zur Verfolgung der Tat auf Grund richterlicher Anordnung technische Mittel zur akustischen Überwachung von Wohnungen, in denen der Beschuldigte sich vermutlich aufhält, eingesetzt werden, wenn die Erforschung des Sachverhalts auf andere Weise unverhältnismäßig erschwert oder aussichtslos wäre. 2Die Maßnahme ist zu befristen. 3Die Anordnung erfolgt durch einen mit drei Richtern besetzten Spruchkörper. 4Bei Gefahr im Verzuge kann sie auch durch einen einzelnen Richter getroffen werden.
      (4) 1Zur Abwehr dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit, insbesondere einer gemeinen Gefahr oder einer Lebensgefahr, dürfen technische Mittel zur Überwachung von Wohnungen nur auf Grund richterlicher Anordnung eingesetzt werden. 2Bei Gefahr im Verzuge kann die Maßnahme auch durch eine andere gesetzlich bestimmte Stelle angeordnet werden; eine richterliche Entscheidung ist unverzüglich nachzuholen.
      (5) 1Sind technische Mittel ausschließlich zum Schutze der bei einem Einsatz in Wohnungen tätigen Personen vorgesehen, kann die Maßnahme durch eine gesetzlich bestimmte Stelle angeordnet werden. 2Eine anderweitige Verwertung der hierbei erlangten Erkenntnisse ist nur zum Zwecke der Strafverfolgung oder der Gefahrenabwehr und nur zulässig, wenn zuvor die Rechtmäßigkeit der Maßnahme richterlich festgestellt ist; bei Gefahr im Verzuge ist die richterliche Entscheidung unverzüglich nachzuholen.
      (6) 1Die Bundesregierung unterrichtet den Bundestag jährlich über den nach Absatz 3 sowie über den im Zuständigkeitsbereich des Bundes nach Absatz 4 und, soweit richterlich überprüfungsbedürftig, nach Absatz 5 erfolgten Einsatz technischer Mittel. 2Ein vom Bundestag gewähltes Gremium übt auf der Grundlage dieses Berichts die parlamentarische Kontrolle aus. 3Die Länder gewährleisten eine gleichwertige parlamentarische Kontrolle.
      (7) Eingriffe und Beschränkungen dürfen im übrigen nur zur Abwehr einer gemeinen Gefahr oder einer Lebensgefahr für einzelne Personen, auf Grund eines Gesetzes auch zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere zur Behebung der Raumnot, zur Bekämpfung von Seuchengefahr oder zum Schutze gefährdeter Jugendlicher vorgenommen werden.

      1. Der Sachverhalt stellte sich allerdings ganz anders dar, als Sie ihn hier schildern! Wo haben Sie denn diesen Schwachsinn mit der Minderjährigen her? Insofern sind Ihre ganzen weiteren Ausschweifungen für die Katz.

        Aber je rechter man steht, desto mehr wird geglaubt und weiterverbreitet. Und so was will an die Macht …

      2. Ehrlich gesagt, einigen ist so mancher sogenannte Sachverhalt, der sich wie auch immer darstellt oder wie auch immer von wem auch immer dargestellt wird, wurscht. Sollte man nicht alles, also generell nicht unbedingt sooo ernst nehmen.

        Wozu sollte man grundsätzlich sofort alles glauben was geschrieben wird, wenn es auch ganz anders gewesen sein kann?
        Jeder gestaltet sich die Welt nach seiner Fasson, nach seinem Geschmack, nach seinem Weltbild, und was heißt das denn schon?

  18. Ich finde diese Ausführungen des US-Professors wenig tief und die schalen Erwiderungen deutscher Journalisten hier drauf in ihrer Sprachlosigkeit nur entlarvend.

    Nein, es ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen; der deutsche Journalismus scheint entschlossen sich abzuschaffen, weil er sich weigert das einzige zu tun, wofür Leute bereit sind, zu zahlen: nämlich durch investigative Recherchen der Machtvertikale auf den Pelz zu rücken.

    Was ist eigentlich in diesem Land los? Wir haben, seitdem die SPD als Jenossenpartei der Bosse die Sozialdemokratie und die Friedenspolitik in den Fußstapfen Heinemanns, Willy Brandts und Egon Bahr abgeschafft hat, in der Politik einen homogenisierten Blöckflötenchor, der um Gottes willen nicht bereit ist, irgendetwas auszurecherchieren, was einer kleineren immer reicheren Kapitalelite gegen den Strich gehen könnte.

    Das Grundgesetz ist gleichfalls völlig entwertet: drei unserer Grundrechte dürfen von der NSA mit bestem Einverständnis des Kanzleramts außer Kraft gesetzt werden, die Friedensverpflichtung des Grundgesetzes nach Artikel 26 (1) ist keinen Pfifferling mehr wert (und der zugehörige Straafrechtsparagraph, der Angriffskriege verbietet, wurde, ohne dass dies deutsche Leitartikler für erwähnenswert hielten, klammheimlich abgeschafft. Es werden permanent die Kampftrommeln gerührt für eine mit einer Hand voll Stereotypen um sich schmeißenden Propaganda-Kampagne für Nato-Aufrüstung zum Wohle einer uns alle gefährdenden Konfrontationspolitik gegen Russland, obgleich 87% der deutschen Bevölkerung im Einklang mit unserer 1949 geschriebenen Verfassung dergleichen entschieden ablehnt – und um die Kriegsgefahr so richtig anzukurbeln, verschlägt sich die teutsche Presse darauf, diese friedenspolitische Grundeinstellung als persönliche Idolatrie gegenüber der Person des russischen Präsidenten zu verunglimpfen. (Und das seit vier Jahren!)

    Dagegen feuerte der deutsche “Mainstream” (nein, der Ausdruck stammt nicht von der AfD, sondern von dem linken US-amerikanischen Vorzeigesoziologen und Linguisten Noam Chomsky und seinem Co-Autor Hermann) entfesselt nicht nur gegen die frühe Syriza-Regierung in Griechenland, sondern auch gegen das “Oxi” der griechischen Bevölkerung, als sich diese in einem Plebiszit dafür ausspricht, im Zweifelsfall den Euro lieber als die Demokratie in Griechenland zu opfern. Zu diesem Zeitpunkt wimmelt es im deutschen Blätterwald nur so von “faulen Griechen”, die ihre “Hausaufgaben zu machen” hätten, während der Zuchtmeister Schäuble, der Henker der Demokratie in Südeuropa in höchsten Tönen gepriesen wird.

    Recherchen – Mangelware. Stattdessen Meinungsmache auf den Seiten der hegemonialen politischen Zirkel und der mit ihnen lobbyistisch verbandelten Kapitaleliten.

    Um zu wissen, warum die deutsche Presse gerade ihren Gang in den Hades antritt, hätten deutsche Journalisten jede Menge Auskunft bei deutschen Medienwissenschaftlern erhalten können: So bei Professor Lutz Hachmeister, der die Nähe der “Berliner Hauptstadtjournalisten” bereits in den Milleniumsjahren dokumentiert hat. Oder seinen Schüler, Doktor Uwe Krüger, der den Einfluss transatlantischer Netzwerke auf deutsche “Alphajournalisten” empirisch untersucht hat. (Meinungsmacht, 2014). Erwähnenswert ist auch Professor Michael Meyen von der LMU-München, der die Dramaturgie der Hysterisierung in prohegemonialen Pressediskursen beschrieb wie auch die Professoren Siegfried und Margerethe Jäger (Duisburger Institut für Sprache und Sozialforschung) oder der eremetierte Diskurstheoretiker Jürgen Link, die allesamt gründlich die Kriegsmetaphorik in Berichterstattung zu Nato-Kriegen seit 1999 untersucht haben. Ergänzend hierzu hat der Marburger Professor Jörg Becker die aktive Rolle von PR-Agenturen und Journalisten bei der Entfesselung und Eskalierung von Nato-Kriegen empirisch aufgearbeitet und der eremetierte Leipziger Professor Thomas Meyer (“Die Unbelangbaren”, 2015) die sozial extrem homogene Herkunft deutscher Journalisten herausgefunden und Schlussfolgerungen daraus für ihre Berichterstattung erforscht. Die wachsende Diskrepanz einer Elite von Meinungsmachern und dem Gros der Bevölkerung ist gleichfalls ein immer wieder kehrendes Thema des aus Trier stammenden Professors Ulrich Teusch.

    Dies ist nur eine kleine Auswahl. Ich könnte weitergehend auf die Publikationen der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Jürgen Prokopp, Siegfried Weisgerber oder des an dem italienischen Philosophen Giorgio Agamben anlehnenden Stavros Arabatzis und viele viele andere hinweisen.

    Der deutsche Leitmedienjournalismus (terminologische Entlehnung diesmal von Uwe Krüger) jedoch tut so, als gäbe es – trotz wütender Leserproteste seit 2014 und einen nie dagewesenen Käufer- und Abonenntenschwund, als gäbe es jenseits von “Lügenpresse”-Rufern in diesem Land keine Medienkritik – obgleich der Zustand der Presse in Deutschland heute alle Kriterien dessen aufweist, die bereits Jürgen Habermas Mitte der 60er als paradigmatisch für eine hochgradig “vermachtete” Presse erachtete. Aber, ach, der Mann entstammte ja der Frankfurter Schule! Eine heute schnurrig zu erachtende Verirrung deutschen Selbverständnisses, die Menschen dauerhafte Ideologiekritik verordneten, über die aber Leitartikler, die von Lehrern fordern, die sollten Schülern doch gefälligst wieder “Vertrauen” zu deutschen Chefredakteuren eintrichtern, gewiss nur lachen würden – wären die Auflagenzahlen nur nicht so erbärmlich!

    Dieser Journalismus, der kritische Querdenker und ernsthaft recherchierende Reporter immer noch ins Abseits drängt (wie die Syrienkorrespondentin Karin Leukefeld, die doch ernsthaft das Land bereist, den Nahost-Experten Michael Lüders oder es der Spiegel mit dem preisgekrönten Finanzexperten Harald Schumann machte, weil der die Bankenrettung der Bundesregierung nicht als höchste aller Weisheiten erachtete), hat den Untergang verdient.

    Unsere Presse ist heute so, als hätte Metternich seine Zensoren gleich zu Chefredakteuren erheben lassen, die ihm pausenlos zujubeln. Kritikfähigkeit haben die, die heute noch eine Festanstellung beziehen, nur gegenüber den Hartz IV beziehenden Bewohnern von Plattenbauten im östlichen Sachsen – aber auch das nur vom sicheren Platz am Schreibtisch aus.

    Liebe Journalisten: Dafür zahlt niemand. Und es empfindet auch niemand als “Haltung”. “Haltung” ist doch keinen Pifferling wert, wenn sie nichts kostet – und der, der sie sich stolz ans Revers heftet, von Regierung, Armee, dem reichsten Prozent und dem eigenen Chefredakteur dafür auf die Schulter geklopft wird.

    Das, was ihr macht, ist billigste Hofberichterstattung und Speichelleckerei gegenüber hegemonialer Macht. Wer liest denn heute noch die Hofschranzen von Metternich? Niemand! Heinrich Heine und Ludwig Börne werden verlegt. Wurden die damals zum Sektempfang im Kanzleramt eingeladen? Aus der Weimarer Republik werden Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky gewürdigt, der unter den Nazis umgebracht werden konnte, weil ihm noch unter Brüning die Verurteilung für die illegale Aufrüstung der Reichswehr eingebrockt wurde. Wer liest denn die, die, wie der ganze Gleichklang aus Spiegel bis Bild-Zeitung es tut, für diese Aufrüstung die Trommeln bliesen und jeden, der dagegen war, als Verräter beschimpften?

    Und doch sind wie diese letzteren alle Journalisten so, die bei Springer bis Spiegel heute noch Festanstellungen bekommen.

    Die Klasse der Journalisten benimmt sich genau so, wie sich in Joseph von Eichendorffs “Auch ich war in Arkadien” die veröffentlichte Meinung benimmt: eine grell geschminkte Hetäre, die sich vor den Füßen gekrönter Häupter schrill lachen windet wie ein Wurm.

    Da ist keine Kritik.
    Da ist keine Bereitschaft zur Unbequemheit und zum Risiko.
    Da ist keine Opposition zur Macht, weder zur wirtschaftlichen noch zur politischen noch zur militärischen.

    Wir haben keine vierte Gewalt mehr. Was also ist an dieser gleichförmigen und machtkonformen Berichterstattung denn dann bitte “demokratisch”?

    Ich entdecke da nichts.
    Eine solche Presse braucht die Bevölkerung nicht.

    1. Da haben Sie sich wohl endlich einmal etwas von der Seele geschrieben. Es ist die Wahrheit, Bravo und meine Hochachtung!
      Ich antworte mit folgendem Zitat:

      „Es ist schwierig, einen Menschen dazu zu bringen, etwas zu verstehen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht.

      Upton Sinclair

  19. In den USA ist es doch das selbe.
    Auf danisch.de konnte man gerade lesen wie das mit den Highschool Abschlüssen unter Obama und Co .war-sie wurden regelrecht verschenkt,selbst wenn jemand Monate schwänze bekam er seinen Abschluss.
    Und warum ist das passiert?Weil angeblich alle gleich sind,also müssen auch alle den Abschluss schaffen.

    In Deutschland ist es nicht anders.Letztens traf ich einen ehemaligen Hauptschüler der wegen Massenhaftem Drogenkosum in der Irrenanstalt(darf man ja auch nicht merh sagen) war,und der hat jetzt auch ein “Abi”.

  20. bei Lichte betrachtet, könnte der gesamte Vorgang irgendwann ein Gewinn für die Antisemitismus- Forschung darstellen. Die ja mit ihren Erklärungsversuchen steckengeblieben ist, sofern Wiki sich nicht irren sollte.

    Latent vorhandene Bosartigkeit des Menschen, die wirksam wird, sobald sie sich als fortschrittliche Bewegung legitimieren und Gegner namhaft machen kann, auf den ihre Bosartigkeit fokussiert wird.

    Dies war bereits der Antrieb nicht nur des Nationalsozialismus als auch sämtlicher kommunistischer Ideologien.

    Argumentative Auseinandersetzung ist unter solchen Voraussetzungen schlicht nicht möglich.

    Die Bosartigkeit wird inzwischen gefördert. Bösartig agierende Menschen werden dadurch gefährlich. Sowas entwickelt sich allerdings nie von alleine. Und wie sowas endet ist ebenfalls bekannt.

    Vielleicht sollte man sich gegen Anfeindungen immunisieren.

    1. Meine Rede seit Jahren.
      Es gibt keine “Nazis”.
      Es gibt nur Menschen, die sich leicht manipulieren lassen und die dann in vollster Überzeugung jedem Scheiß hinterherrennen. Bis zum eigenen Tod in Stalingrad oder irgendeiner dunklen Ecke im heutigen Deutschland.

      Problem ist wohl das Abstraktionsvermögen vieler Leute und das Schwarmverhalten.
      Da braucht man mit Argumenten gar nicht erst anfangen.
      “Wir sind viele, also haben wir recht”.
      Sogar ganz aktuell.

      1. Wenn man dies so sieht, dann wird auch erahnbar, wie bei uns die Demokratie ausgehebelt wurde. Es bedarf dazu nur einer stillen Vereinbarung von nach außen als unterschiedlich auftretenden Parteien, die sich intern darauf verständigen, hochwichtige Gesellschafts-relevante Entscheidungen nicht mehr zur kontroversen Diskussion, und schon garnicht zur Wahl zuzulassen.

        Als da wären: Einführung des Euro. Aussetzung des Grundgesetzes durch Installation des EuGH, Überführung der BRD in die EU durch automatisierte Übernahme der Gesetze einer Komission, der ihrerseits parlamentarisch praktisch nicht entgegengetreten werden kann. Man sollte die Strukturen der EU besser garnicht erst hinsichtlich ihrer Demokratie- Fähigkeit hinterfragen. Der Architekt dieser Vorgehensweise hieß Jean Monnet. An dessen Grab will Helmut Schmidt geweint haben.

        Insoweit ist auch eine AfD weit davon entfernt, für die Restitution von Demokratie einzustehen. Die wissen auch nicht, was Demokratie voraussetzt. Eine AfD, die lediglich die Alternative an und für sich hervorhebt, aber darüber hinaus nicht sagen kann, warum die Alternative für eine Demokratie unverzichtbar ist. Die müßten dann für Demokratie eintreten, nachdem sie erklärt haben, was Demokratie von Demokraten erfordert. Freilich könnten die anderen Parteien dann zumachen.

        Die AfD hatte wohl eher im Sinn, Sitze im EU- Parlament zu erobern. Da sitzen sie nun.

        Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben versagt, haben sich diesem heimlich- heimtückischen Konsens gegen die Demokratie unterworfen.

        Demokratie benötigt mindestens 2 gegensätzliche politisch wirksame Ausrichtungen, meinetwegen: Werte-Orientierungen, die miteinander um die beste Lösung ringen müssen. Dahinter müssen Überzeugungen stehen.

        Das fehlt unseren Parlamentariern.

        Davon kann spätestens seit der Überführung der europäischen Länder in diese Art von Europa, mit der wir es nun zu tun haben keine Rede mehr sei.

        Dem haben sich auch die Medien unterworfen, offenbar ebenfalls Verächter, jedenfalls keine Verfechter von Demokratie. Bestenfalls Opportunisten, die ihrem Anspruch als vierte Gewalt, als Wächter der Demokratie nicht gerecht wurden.

        Angedacht war dieses Europa einmal anders. Europa der Vaterländer. Subsidarität.

        Davon halten Kommunisten allerdings rein gar nichts.

        Seither ist bereits viel Zeit vergangen, der Erosionsprozeß vorangeschritten, u.a. durch die immer drängender hervortretende und zwangsläufige Instrumentalisierung einer Bösartigkeit des Menschen gegen alles, was sich dem entgegenstellt. Hervorgebracht durch Appelle an seine Großherzigkeit und Gutmütigkeit unter einer damit unterschwellig hervorgehobenen Besonderheit. Einem Ritterschlag wegen besonderer Führung. Diesem Leim entgehen normale Menschen nicht.

        Solange die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufrechterhalten bleiben wird es so weitergehen.

        Da muß die EU liefern, zumindest in Deutschland. Allerdings haben sich die Deutschen als fast unendlich belastbar herausgestellt.

        Eines jedoch haben die Deutschen bewiesen: sie haben nichts gegen eine Frau an der Spitze des Landes, wie damals befürchtet wurde. Und sie hatten auch nichts gegen einen Ossi an der Spitze des Landes, wie damals ebenfalls befürchtet wurde.

        Frau Merkel hat, woraus immer sie schöpfen mag diese Republik und damit alles, was aufgezählt wurde voll im Griff. Sie ist 66, könnte gut 95 werden, was ich ihr gerne gönne.

        Aber irgendwann wird es auch wieder aufwärts gehen.

  21. Steingarts Fazit passt allerdings nicht zu Struktur der AfD-Wählerschaft, die eben nicht in der Mehrheit “am unteren Ende der Einkommensskala” angesiedelt ist, im Gegenteil. Auch seine Behauptung, die Zuneigung zu Flüchtlingen steige “mit der Entfernung zu Wohncontainer und Hauptbahnhof” ist nicht korrekt, da auf dem Land, in Randbezirken der Großstädte auch gegenteilige AfD-Wahlergebnisse erzielt werden. Insofern trägt ein solcher Artikel zu nichts bei. Er gibt vielmehr der Argumentation gegen eine vermeintliche Lügenpresse eine Basis. Ablage P!

  22. Weiterentwicklung in DE? Das würde Arbeit an sich selbst, an seinen Denk- und Handlungsmustern bedeuten. Eine Generation, die nichts mehr schafft, die nur nimmt, die verwaltet, belehrt, selbst lebensuntauglich ist. Und mit was stellt man diese Überlegungen an?

  23. Der aktuelle Fall “Chemnitz” sollte wirklich mal so einige Leute wachrütteln.
    Sachsens Staatsanwaltschaft und Ministerpräsident sind sich einig: Es gab keine “Hetzjagden”. Ein entsprechendes Dementi sucht man allerdings vergeblich in den großen Medien-Blättern. Nein, diese Infos muss sich der mündige Leser selbst im Internet zusammen suchen.
    Frau Merkel allerdings merkelt (ja was auch sonst) trotzdem ganz offiziell fleißig weiter gegen böse, rechte Chemnitzer … Ihre alleinige Informations-Quelle? … Die Medien.
    Es wäre schon fast witzig, wenn es nicht so traurig wäre.

    Hier noch etwas zum Nachdenken:
    Wir sind uns wohl alle einig, dass die Bürger der DDR damals von Politikern und Medien von Vorn bis Hinten verschaukelt wurden.
    Warum nun sollten heutige Politiker und Medien glaubwürdiger sein?!

    1. Sie widersprechen sich: Einerseits glauben Sie dem sächsischen Ministerpräsidenten und Sachsens Staatsanwaltschaft, andererseits „wiśsen“ Sie, dass Sie von der Politk „verschaukelt“ werden.

      Wat nu? Fähnlein nach dem Wind?

  24. ” Der deutsche Journalismus muss sich aufgrund verändernder Nutzungsverhalten weiter entwickeln, sagt Rosen und stellt deutschen Journalisten abschließend eine Frage: “Sind Sie dazu bereit?” ”
    tb

    ” Was deutsche Redaktionen zu den Vorschlägen von Jay Rosen sagen, lesen Sie hier. ”

    Alles keine eindeutigen Bekenntnisse.

  25. NETZFUND zu Chemnitz , Pressefreiheit und ehrliche , neutrale Berichterstattung
    ************ *

    Demo in Chemnitz:

    Was passiert, wenn einer ruft “Chemnitz den Deutschen” … und “Ausländer raus!”… er wird von einem Ordner, den die Veranstalter ja stellen müssen, von der Demo ausgeschlossen… mit dem Hinweis “mach Deine eigene Demo”.

    Warum berichten die Mainstream-Medien nicht davon ?

    Mainstream und “Hauptstadtpresse” sollten dieses (!) Filmmaterial mal veröffentlichen, dann wäre viel geklärt zum Thema “rechtsradikale Demo” in Chemnitz, finde ich .

    https://www.facebook.com/pipnews/videos/256773745172432/

    Journalismus und Pressearbeit muss (!) frei sein und bleiben, sonst ist es Missbrauch eines Berufsstandes und Manipulation – gleich von wem, mit wem und in welche Richtung !
    Presse/Journalismus soll möglichst ehrlich und neutral berichten, damit die Menschen sich eine eigene Meinung bilden können.
    Doch dazu gehört auch Mut !
    Amen

    Mit tiefem Respekt vor wirklichen Journalisten wie Peter Scholl-Latour, Peter Hahne , Gabriele Krone-Schmalz und weiteren in dieser Reihe,
    verbleibe ich mit besten Grüssen

    Volker Gross

    (Freier Journalist / G.N.S. PRESSE)

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