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Fischers kleine Presseschau, Folge 1: Im tiefen Meer des extrem professionellen Journalismus

Leitmedien-Artikel, Kolumnist Thomas Fischer: Drei-Zangen-Zugriff auf das ewige Menschheitsthema
Leitmedien-Artikel, Kolumnist Thomas Fischer: Drei-Zangen-Zugriff auf das ewige Menschheitsthema

Im Ranking der gern beleidigten und missverstandenen Berufsträger liegen Journalisten neben Ärzten und Richtern an der Spitze. Mit "Fischers kleiner Presseschau" erhält die nicht zu jeder Zeit uneitle Branche ein Begleitmedium, das sich als Spiegel konstruktiver Kritik versteht. In Teil 1 der Kolumne von Thomas Fischer: Fragen von Migration, Sicherheit und Ordnung sowie ein katholischer Veganer.

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Vorwort

Schauen wir mal! „Presseschau“ setzt Presse voraus, nicht Internet-Geschrei und Privat-Blähungen. Professionell „freie“ Presse ist  lebenswichtig unter Umständen und Voraussetzungen, die ich für historisch bedeutend, politisch wichtig und menschlich naheliegend halte. Man darf sich nicht verwirren lassen von den Klickzahlen-Zählern, Geschäftsführern und Konzern-Konstrukteuren.

„Presse“ ist Funktion, Struktur, Geschäft, Inhalt, Biografie. Das liegt auf der Hand und muss nicht erläutert werden. Im Ranking der gern beleidigten und missverstandenen Berufsträger liegen Journalisten neben Ärzten, Ministerialbeamten und Richtern in der Spitzengruppe. Sie unterscheiden sich von den anderen durch kommunikative Vorsprünge, die hier nicht erläutert werden müssen. Das ist aber wichtig, wenn man über Kommunikation spricht.

Wenn jeder sich „Jurist“ nennen dürfte, der schon einmal ein Urteil falsch fand (das er nicht gelesen hat), würde es sicher für unsereins schwierig. Aber in der Welt der inhaltsneutralen Sprachkunst ist es so: Eine jede ist Dichterin, die im Angesicht winterlichen Nebels einmal ein Versmaß traf, und jeder ein präsumtiver Kriminal-Schriftsteller, der sich den früheren Geliebten der Gattin im schottischen Moor vorstellte.

„Presse“ verallgemeinert immer, „Presseschau“ ist ein subjektiver Vorschlag. Der Format-Gedanke dieser Kolumne enthält nichts Repräsentatives, und seine Bedeutung erwächst für den Autor nicht aus Klickzahlen. So lebt der unjournalistische Rentner recht angenehm im tiefen Meer des extrem professionellen Journalismus.

 

ZEIT vegan!

Herr Dr. Bernd Ulrich ist seit Juli 2017 Veganer. Das ist eine Nachricht, die uns zehn Seiten im Magazin der ZEIT wert sein kann, zu deren stellvertretenden Chefredakteuren Herr Ulrich gehört. Man kann jetzt fragen: Warum soll nicht mal einer Veganer sein? In Berlin gibt es, sagt der Veganerbund Deutschland (Vebu), 100.000 von ihnen, und auch in Hamburg sind die Matjesverächter ungezählt, und überhaupt kann ja nicht jeder Sympathisant der pyrenäischen Ziegenkäserei oder der Sylter Austernzucht sein. Also warum soll nicht einmal ein stellvertretender Chefredakteur im Zeit-Magazin erzählen, dass ihm die Pharma-Industrie eine B12-Zufuhr schuldet? Ich habe in der Sache nicht das Geringste dagegen, dass der Redakteur  Ulrich sich vegan ernährt, auch wenn mir die Stoffwechselvorgänge der ZEIT-Chefredaktion im Allgemeinen nicht so wichtig sind.

Herr Ulrich ist, wie wir aus jeder seiner Twitter-Verlautbarungen wissen, sehr katholisch. In diesem Jahr versenkte er sich daher am Karfreitag (30.März) zunächst pflichtgemäß in die Stille seines Selbst und suchte „dunklen Ernst, Traurigkeit“; dann aber trieb ihn ein „heiter-kluger Text“ zum Frohsinn hinaus und ins Twittern: Denn die Zeit-Kolumnistin Burmester hatte im Deutschlandfunk einen kurz zuvor vom frommen Veganer geschassten Kolumnisten als „abgehalfterten, alternden, möglicherweise an Impotenz leidenden Mann“ in die Tonne getreten. Dass einen sowas am Karfreitag aufbaut, versteht jeder, der die Kunst des Katholizismus an Leib und Seele erfahren hat.

Herr Ulrich nimmt, wie wir seinem bis heute auf allen Kanälen laufenden Text entnehmen dürfen, jeden Morgen einen erfrischenden Schluck Leinöl zu sich, anstatt einen ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck einzuwerfen. Ja Wahnsinn! Hätte man ahnen können, dass es nützlich sein könne, weniger Bauchspeck und mehr Haferflocken zu essen?

Ach, die Kunst! Ach, das Vegane! Und das Leben! Ulrich nennt sich „unser Autor“ und möchte uns viel über sich sagen, aber zugleich so tun, als kommuniziere er mit uns. Also ran an die ganz tiefen Schichten: Ulrich, 57, hat einen schlimmen Vaterkonflikt (Hasenmassaker) und einen noch düstereren Onkelkonflikt (Schweinezucht); es blieb eine Belastungsstörung wg. Schweineblut und Hasenpfoten. Ein Ulrich-Sohn wohnt – na wo, na wo? In Amerika, in Amerika! Lange hat er BigMacs gefressen, tut es aber nicht mehr. Daher essen jetzt schon zwei Ulrichs vegan. Der Rest der Chefredaktion bevorzugt, wie ich als Austern-Freund bezeugen kann, Mischkost einschließlich lebender Tiere.

Das Eklig-Untergründige bricht sich in Gestalt von „Kopfschlächtern“ Bahn. Dies ist eine Berufsbezeichnung, die zur inzwischen dauerhaft rosafarbenen Mädchenzeitung ZEIT so gut passt wie die alternde Kolumnistin Burmester zur „Dame est. 1912“. Es gibt eigentlich nur zwei Figuren, denen man die Kopfschlächterei ernsthaft zutraut: Die eine ist selbstverständlich Helmut Qualtinger, die andere Günther Lamprecht in „Die Große Flatter“ (1979), einer Produktion aus der Epoche, da man im Öffentlich-Rechtlichen zur besten Sendezeit kostenlos Kunst sehen konnte.

Herrn Ulrich fallen unter dem Stichwort „Kopfschlächter“ erstens ein trunksüchtiger Wirtshausbesucher aus dem Schwarzwald ein, zweitens der Vater des Bundesaußenministers a. D. Joseph (genannt Joschka) Fischer, auch dieser „ein Trinker“. Das trifft sich gut, denn Ulrich hat, wie wir am Rande  erfahren, einmal eine Biografie über Joschka geschrieben (252 Seiten, 29,90 €). Er schuf sie im Jahr 2002, also unter Zufuhr von Buletten von gesottenem Fleisch, vermengt mit ungeborenen Hühnern, Semmelbröseln und Blutdruck-Tabletten.

Verstörend ist natürlich, dass Bernd Ulrich seine Lederschuhe nicht wegzuwerfen gedenkt. Das ist veganmäßig bestenfalls „so mittel“. Es ist aber noch nicht ausdiskutiert. Vielleicht macht die ZEIT ja mal eine Pro & Contra- Seite dazu, gleich nach: „Darf man Kautschuk-Bäume für die Herstellung von Schlauchbooten ausbeuten oder soll man es lieber sein lassen?“

Das einzige, was der katholischen Sehnsucht nach Beichte, Unterwerfung, Besserung durch Leiden und Triumph durch Moral dazwischen kommen könnte, wäre ein Skandal zur unpassenden Zeit: Zum Beispiel, dass die rosafarbene Seite Eins heimlich aus mit Austernwasser verdünntem Hühnerblut hergestellt oder dass ein Redakteur Leinöl-abhängig wird.

 

Migration sinnlos!

Vom veganen Redakteursleben zum Großen & Ganzen: In der Süddeutschen Zeitung vom 4. August hat Frau Carolin Emcke, gendermäßig überkonfessionelle Kandidatin für des Genossen Frank-Walter Nachfolge des Herzens, uns erläutert, warum Migration sinnlos ist.

In einem echten Emcke-Text vermag in der Regel niemand einen Satz zu finden, den irgendein Mensch als falsch, bedenklich oder gar unausgewogen erachten könnte. Das ist an sich nicht kritikwürdig, eröffnet aber, wie es die Autorin nennen würde, „Räume des Fragens jenseits des Erkennens“ und natürlich umgekehrt. Die Gabe uneinschränkbarer Zustimmungsfähigkeit verschafft zwar unzählige Freunde, hat aber auch ihren Preis. Auch in der Sphäre des Wohlklangs kommt es darauf an, wer ihn bezahlt. Der hohe Ton der Unwidersprechbarkeit wird „präsidential“ genannt; das Attribut wärmt den Bürger in Erinnerung an so manches Wort zum Sonntag; allerdings weiß er zwei Minuten später nicht mehr, ob er geträumt hat.

In ihrer SZ-Kolumne hat Emcke einen Drei-Zangen-Zugriff – autobiografisch, nautisch und psychoanalytisch – auf das Menschheitsthema „Migration“ platziert und eine ökologisch fundierte Gesamtlösung der Problematik  angedeutet: Migration sollte eingestellt werden. Sie ist zwecklos.

Diese These muss natürlich kurz erläutert werden: Emckes Argumentation setzt, wie bei (Bernd, nicht Jan) Ulrich, tief im Ich an. Der Vater der Kolumnistin wollte in den 70ern – wie so viele und warum auch immer – gern per U-Boot nach Argentinien auswandern. Die Tochter schließt insoweit auf unverarbeitete  Kriegserlebnisse, bleibt aber etwas im Ungewissen, wie Ulrich mit seinem Hasentrauma. Wir wissen es auch nicht besser.

Dieser ausgesprochen tiefreichende Einstieg führt zur Frage des Auswanderns an sich, bayerisch gesagt: des Fluchttourismus. Die Philosophin hat eine These: Emigration, Immigration, Binnenmigration usw. sind nicht nur gefährlich und unerwünscht, sondern schon im Ansatz sinnlos. Migration hat keinen Zweck mehr, weil es auf dieser Welt überall gleichermaßen scheiße ist. Das liegt philosophie-historisch zwischen Jack Kerouac und Ludwig Ganghofer, Thomas von Aquin und Benedikt XVI. Frau Emckes Gründe sind die folgenden:

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„Es gibt keine unberührte Natur mehr; es gibt keine Gegenden mehr, in denen die physikalischen Spuren des Menschen nicht lesbar wären … Die semi-beruhigende Perspektive eines Orts der Zuflucht beruhigt niemanden mehr… Die Sehnsucht des Aufbruchs taugt noch, solange es ein regional begrenzter Konflikt, Notstand oder Krieg ist, vor dem es zu flüchten gilt. Aber das Versprechen des Auswanderns bekommt etwas Geisterhaftes, wenn es gar kein Außen mehr gibt, wenn kein Ort mehr jenseits der existenziellen Verwundbarkeit liegt“ (SZ, 4.8.2018).

Der Sinn dieser Worte ist schwer erkennbar. Eine „semi-beruhigende Perspektive“, die früher bei Krieg und Notstand „beruhigte“, heute aber nicht mehr, weil „physikalische Spuren“ das Schelfeis schmelzen lassen? Ein Rat zum Daheimbleiben im globalen Innen, weil alles Eins geworden ist in „existenzieller Verwundbarkeit“? Was soll das? Dass man nicht aus-wandern kann, wenn es kein Außen, sondern nur Innen gibt, ist so semi-überraschend wie die Erkenntnis, dass man nicht aus einem Haus gehen kann, wenn man in keinem Haus ist.

Stimmt an der These überhaupt irgendetwas? Die Liste der schrecklichen Erkenntnisse ist ja bekanntlich lang: (1) Die Ozeane sind voll mit PET-Flaschen, auf deren Verschwinden wir noch 300 Jahr warten müssen. (2) Die Welt wird auf immer vom Viergestirn Trump – Putin – Xi – Erdogan regiert. (3) Im Bundespräsidialamt wohnt ein Mann, an dessen inhaltsfreien Sätzen selbst Emcke-Reden zerschellen wie Wattebäusche an einer Schäfchenwolke.

Dass Ökologie eine globale Angelegenheit ist, ist den meisten Menschen bekannt. Meinetwegen mag man schreiben, es habe keinen Sinn mehr, von Hamburg nach Lagos auszuwandern, weil der nigerianische Fisch auch nicht mehr ist, was er mal war. Seit den Zeiten, da deutsche WK II–Teilnehmer gern nach Argentinien tauchten, haben sich die lustigen Gauchos in Betreiber von Fleischfabriken fortentwickelt, die sich von den miesepetrigen Puzsta-Bewohnern aus dem Orban-Land kaum unterscheiden. Alles schön und gut, und unter ökologischen Gesichtspunkten ist es, von Brandenburg aus gesehen, gewiss sinnvoller, einfach in Potsdam oder Rottach-Egern zu bleiben anstatt semi-beruhigt nach Aden oder Damaskus auszuwandern.

Anders könnte die Sache aussehen, wenn man von Damaskus nach Potsdam blickt. Aus dieser Perspektive würde ich nur ungern eine viertel SZ-Seite lang die These vertreten, ein Auswandern von Syrien nach Brandenburg lohne deshalb nicht, weil der Kabeljau in der Ostsee fast so knapp ist wie der Hering im Persischen Golf.

In dem Film „Drei Männer im Schnee“? (Version 1955: Dahlke, Lüders, Biederstädt, Vorlage Kästner 1934) ist ein jeder an dem Platz, der von der Natur für ihn vorgesehen ist, und der Humor nimmt seinen Lauf, indem einmal kurz die gänzlich fernliegende Möglichkeit eines Platztausches angedacht wird. So ähnlich darf man sich vermutlich das philosophische Auswandern vorstellen. Mein Rat: Drei Jahre in ein kleines Hotel in Nairobi ziehen, morgens die Eisbahn kehren und ab 16.00 Uhr die Theorie „Migration überflüssig“ ausarbeiten.

Alles hängt oft, erstaunlicherweise, mit allem zusammen, ist aber meistens zufällig und hat nichts mit irgendwas zu tun. Frau Emcke zum Beispiel ist die Patentochter des vor 29 Jahren ermordeten Bankiers Alfred Herrhausen. Ich hatte einst eine kurze Liaison mit einer schönen Dame, die sich rühmte, langjährige Geliebte desselben gewesen zu sein. Und ein katholischer Veganer weiß, wie die Welt sich dreht.

 

Kriminologie deutsch

Die FAZ für Deutschland widmet sich, wie wir wissen, gern Fragen von Sicherheit und Ordnung. Nun hat der Redakteur Volker Zastrow in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung  vom 19. August 2018 ein Ergebnis seiner intellektuellen Bemühungen bekannt gegeben:

„Nicht pädophil veranlagten Menschen sind sexuelle Handlungen an Kindern widerwärtig, ja kaum vorstellbar. Pädophilen schlägt Abscheu und Hass entgegen. Sie müssen sich verbergen. Um an ihr Ziel, die Kinder, zu gelangen, müssen sie arglose Personen in ihre Taten einbinden. Deshalb trifft man bei der Aufdeckung von Pädokriminalität immer wieder auf Gutgläubige, die unwissentlich Voraussetzungen für die Gräueltaten geschaffen haben.“

Das ist, wie es ja gar nicht anders sein kann, gut gemeint, allerdings noch nicht einmal semi-richtig. Genauer gesagt: einfach falsch. Herr Zastrow verwechselt Pädophilie mit sexuellem Missbrauch von Kindern. Das hat er mutmaßlich aus einer Zeitung abgeschrieben. Besser wär’s gewesen, er hätte jemanden gefragt, der sich auskennt.

Pädophilie ist eine psychische Störung (manche würden alltagssprachlich sagen: „Krankheit“), sexueller Missbrauch von Kindern ist eine Straftat: ein Vergehen (meistens) oder ein Verbrechen (in den übrigen Fällen). Die Pädophilie verhält sich zum Missbrauch von Kindern wie die Blindheit zur vorsätzlichen Straßenverkehrsgefährdung: Diese wird von manchen Blinden, aber von weitaus mehr Sehenden begangen, und nicht jeder Blinde fährt Auto. So ähnlich muss man sich das mit der Pädophilie vorstellen. Sie ist (hochwahrscheinlich) psychische „Prägung“, nicht moralisches Versagen. Insoweit unterscheidet sie sich nicht von Homo- oder Heterosexualität. In diesen Fällen könnte die FAZ nicht ohne Weiteres schreiben, dass den so Veranlagten „Abscheu und „Hass“ entgegenschlagen und sie sich verbergen müssen.

Die überwältigend große Mehrzahl aller sexuellen Übergriffe gegen Kinder wird nämlich gerade nicht von Pädophilen, sondern von hetero- oder homosexuell veranlagten Menschen begangen, deren sexuelle Neigungen sich nicht auf Kinder beschränken oder konzentrieren. Die größte Fallgruppe sind Täter, die auf Kinder als „Ersatz“-Objektive zurückgreifen: Weil sie nicht, noch nicht oder nicht mehr erwachsene Sexualpartner finden; weil sie Kindern körperlich und psychisch überlegen sind ihnen daher ihren Willen aufzwingen können; weil sich Kinder als „Gelegenheit“ anbieten. Das weiß eigentlich jeder, der sich mit dem Thema einmal ernsthaft befasst hat.

Man könnte also sagen: Was soll’s, wenn Herr Zastrow dazu Unsinn schreibt? So einfach ist es aber nicht. Worte sind nicht Zufall, sondern gedankliches Programm. Die sachunkundige, aber in höchsten Empörungsregionen angesiedelte Zusammenschreibung von Krankheit und Verbrechen, „Prägung“ und „Versagen“, ist Ausdruck eines Denkschemas, das zwischen den „kaum Vorstellbaren“ und den „nicht Veranlagten“ unterscheiden will nach Maßgabe der puren Biologie. Daher ist Zastrows These nicht nur peinlich falsch, sondern hochgradig symptomatisch: „Abscheu und Hass“ fleht er herab auf die Schänder, die Widerwärtigen, die Unnennbaren, die sich verbergen müssen vor ihm und den (seinesgleich) Normalen. Das ist eine recht erbärmliche Variante einer routinisierten Methode der Verlagerung von Schuld in ein angeblich fremdes Außen: „Wir“ sind nicht so; “Wir“ könnten so etwas gar nicht, denn „Wir“ sind so nicht „veranlagt“. Geschätzter Forschungsstand: August 1925. Suboptimal im August 2018.

Man sollte darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn man über eine „Veranlagung“ spricht, deren Verwirklichung ausnahmslos strafbar ist. Wenn Pädophilie eine „Veranlagung“ ist wie „Heterosexualität“, ist das ja nicht schwierig: Es müsste sich eine jede und ein jeder einfach nur vorstellen, wie es wäre, wenn ihr/ihm im Alter von 13 Jahren gesagt würde, es sei von nun an bis zum Tod mit schwerer Strafe und lebenslanger Sicherungsverwahrung bedroht, irgendeine der in den nächsten 60 Jahren sehnsuchtsvoll-drängenden Fantasien in die Wirklichkeit umzusetzen. Ein jeder mag sich einmal versuchen vorzustellen, wie es wäre, wenn schon das bloße Besitzen oder Anschauen eines einzigen (virtuell erzeugten) Bildes eines sexualisiert dargestellten nackten Körpers seiner/ihrer „Veranlagung“ mit Freiheitsstrafe von drei Jahre bedroht wäre. Von der Verwirklichung einmal ganz zu schweigen.

Wenn man den Hass und die Verachtung einmal beiseitelässt, die Herrn Zastrow so leicht von den Lippen geht: Schwierige Lage, in der man nicht stecken möchte! Wie schafft es der „veranlagte“ Mensch, 60 Jahre lang sich zu „verbergen“ und dem widerwärtigen Zastrowschen Hass zu entkommen und trotzdem kein Verbrecher zu werden? Wer meint, er oder sie müsse eine Berufslaufbahn als katholischer Bischof oder Schwester Oberin einschlagen, mag noch einen Rest von Verantwortung in Form der von Strafjuristen so genannten „actio libera in causa“ (= „vorverlagerte Schuld“) haben. Aber was ist mit den Unstudierten, Doofen, einfach nur „Veranlagten“?

Weil das so ist, braucht es nicht schaumschlagend wohlfeiler Empörung in der Zeitung für Deutschland, sondern kritischer Vernunft. Nicht „Widerwärtigkeit“ und „Unvorstellbarkeit“ sind das Thema, sondern Schutz für Schwache und Verstehen von Zusammenhängen. Denn das angeblich Unvorstellbare ist mitten unter uns, jederzeit.

 

 

 

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Alle Kommentare

  1. Meine Beobachtung bei den Pressekammern: Rechtsabwälte klagen wesentlich häufiger als Richter wg. Beleidigung etc.. Richter schlimmstenfalls bei der Staatsanwaltschaft. Rechtsanwälte zivil als auch strafrechtlich. Richter offenbar nur strafrechtlich.

  2. Lieber Thomas Fischer – danke! Endlich wieder etwas, worauf man sich freuen kann – hoffentlich jetzt jeden Freitag..

  3. Lieber Thomas Fischer , dem Kommentar von Claus Cornelius Fischer kann ich mich nur anschliessen. Wortgewaltig, sprachpräzise, mit Genuss zu lesen. Dem “unjournalistische Rentner” viel Erfolg im “tiefen Meer des extrem professionellen Journalismus”!

  4. Da scheint der Herr Fischer die nicht ganz freiwillige Trennung von der Zeit noch nicht überwunden zu hben!

    1. Dabei sollte man sich aber darüber im Klaren sein, dass hier die Zeit der Verlierer ist, weil sie ihren in meinen Augen interessantesten Autorn verloren hat. Es mag sein, dass Herr Fischer hier etwas nachtritt, aber er hat da auch nicht Unrecht. Allerdings sollte er sich nicht damit aufhalten, die Zeit kann zur Zeit nicht mit der ausreichenden intellektuellen Satisfaktionsfähigkeit dienen. Darauf deutet z.B. der Artikel zum Veganismus hin, vor allem aber die Unfähigkeit, konträre Meinungen diskutieren zu können. Stattdessen macht sich das ZEIT-Forum derzeit zum Tummelplatz rechtsextremer Kommentatoren.

      Schön finde ich die Demontage des Artikels zur Differenzierung zwischen Pädophilen und “Kinderschändern” (mir fiel hier leider kein besseres Wort ein, aber das scheint mir auch ein typisches Problem der Journalisten zu sein, wenn sie von “Relativierung” statt von “Verharmlosung” sprechen.

      Herr Fischer, schön, dass man Sie wieder regelmässig lesen kann, in gewohnter Länge.

      1. Dachte mir erst neulich, wie schade um das gesamte FischerForum, das einfach einzigartig war bei der Zeit, weil dort Streit und realistische, menschliche und harte, konträre, sowie humorige Auseinandersetzung vom allerfeinsten möglich war, es war ein Hochgenuss, und ein paar übliche Spinner halt, aber die hält man einfach aus, und das große Problem der unterbelichteten LöschmeisterInnen, die nicht differenzieren, moderieren und richtig einordnen können, sondern nur exekutieren, wie schade für die Zeit und wie unendlich dumm einen Kolumnisten vom Format eines Thomas Fischer zu pfeffern.
        Unersetzbar.

        Wer traut sich heute schon noch öffentlich berechtigte Kritik zu äussern? Vor allem an der Journaille.

      2. So weit, von “Journaille” zu sprechen, würde ich jetzt nicht gehen. Das hat für mich wieder einen Beigeschmack.
        Auch die ZEIT hat ihre Qualitäten. Die Moderation des Forums zählt nicht dazu, vor allem, wenn in vormoderierten Teilen offensichtlicher Rassismus akzeptiert wird.

        Tragisch ist aber, dass Herr Fischer mit seiner Kritik in sehr weiten Teilen Recht hat. Es mangelt den Autoren oft an der fähigkeit zum kritischen Lesen ihrer Quellen (und ich gebe zu, dass auch mir nicht selten die kritische Distanz fehlt, aber ich verdiene meinen Lebensunterhalt auch nicht mit Journalismus). Dass die ZEIT nicht ertragen hat, dass ein Teil ihres “Kernsortiments” in der Luft zerrissen wurde, ist zwar irgendwie verständlich, aber das genaue Gegenteil von dem, was ich von einem “Qualitätsmedium” erwartet hätte. Ich hätte zumindest eine offene Auseindersetzung erwartet, wie sie hier bei Meedia auch schon stattgefunden hat.

      3. Mir riecht dieser Begriff zu sehr nach seiner Nähe zur “Lügenpresse”. Nein danke, das sehe ich anders, diese Verallgemeinerung mache ich mir nicht zueigen.

      4. Lügenpresse finde ich auch zu ideologisch. Aber Pressegesindel klingt bodenständig und vortrefflich. Manche mögen die direkte Sprache.

      5. Ich finde, dass es immer noch einen Unterschied zwischen Bodenständigkeit und Grobheiten gibt.

      6. Grobschlächtigkeit braucht der Bauer. Sonst verhungert er. Der Rest auch.
        Wer beim Sau- und Hendlabstechen, Fischen und bei der anstrengenden händischen Zwetschken-und Erdäpfelernte heult, der versteht nichts vom existentiellen Leben.

        Karl Kraus, der den Begriff “Journaille” (analog “Kanaille”)prägte und zu Recht vom “Pressegesindel” sprach, den würden Sie also als Grobschlächter bezeichnen? Ich fand u finde ihn sehr gut, als Gesellschaftskritiker, Satiriker, Aufmischer, sehe Parallelen zu TF. Meine Meinung.
        Sind Sie sicher, dass es Aufgabe der Presse ist Politik zu machen und zu schüren?

  5. Woran erkennt man einen Veganer? Er sagt es ihnen.

    Schön dass sie wieder regelmäßig schreiben.

    Grüße aus der Lausitz.

  6. Die neue Kolumne ist gut, für meinen Geschmack allerdings zu lang. Kürzer ist jedoch schwieriger.

  7. Ich hoffe, der Herr Fischer kann mir vielleicht die Frage beantworten, ob ein vergleichbares Rechtsphänomen einer faktisch vollständigen Rechtsumkehrung in einen Staat weltweit überhaupt schon einmal beobachtet worden ist?

    Sie kennen sogar alle dieses extrem seltene Rechtsphänom einer Extralegalität, das ist die Aufrechterhaltung von Staaten mit ALLEN Mitteln, nach der erfolglosen Ausschöpfung ALLER legalen(!) Mitteln, die überhaupt nur im Rahmen einer sowieso exotischen extrakonstitutionelle Notstandsmassnahme auftreten kann, sogar außerordentlich gut, es ist die Ihnen allen wohlbekannte Extralegalität in Form einer ansonsten illegalen Betrugsstraftat gemäß Paragraph 263 StGB in Verbindung mit dem Paragraphen 129 StGB “Flüchtlinge”!

    Nein, das ist beileibe kein Scherz, sondern nur etwas für die Gourmets in Sachen Staats- und Verfassung!

    Ich hoffe, das der Herr Fischer ebenfalls zu diesen Gourmets gehört!

    1. Etwas unübersichtlich angerichtet, die Gourmet-Mahlzeit. Welches Verhalten konkret wollen Sie unter § 263 StGB und/oder § 129 StGB subsumiert haben und inwiefern bedarf es “iVm”?

  8. wird interessant zu beobachten sein, wie Meedia und Spiegel-online sich die Fisch(er)gerichte teilen . . . (sofern die heutigen Veröffentlichungen dazu stimmen)

    1. Kein Problem: Immer abwechselnd.
      Eine Woche meedia Donnerstags; eine Woche SPON Freitags.
      Und verschiedene Themenbereiche.

      1. Uff, da bin ich beruhigt.
        2 Fischer-Kolumnen an einem Tag – so wie gestern – überfordern mich total.

        Zu dieser gleich unten mehr…

      2. Danke, den Fischer im Spiegel hätte ich fast verpasst. Das ist auch ein sehr guter sehr lesenswerter Artikel.

  9. Endlich wieder TF! Sehr schöne, wenn auch zT traurig machende Ferienlektüre!

    Werde morgen Früh sofort zur Grotte Maria Brunn pilgern, wo alle Bitten sofort angenommen und direkt nach ganz oben weitergeleitet und sodann erhört werden, dem vegan-frömmelnden Bösewicht, der den Kolumnisten geschasst hat dort eine an den Hals wünschen. Bei der Gelegenheit auch ein paar anderen, dann geht’s in einem Aufwaschen.

  10. Kleine Anmerkung:

    Als ich im Internet Explorer ( Microsoft ) eingab:
    thomas fischer ( jurist )
    da erhielt ich unter anderem einen Treffer bei
    dofaq.com

    Als ich dort öffnete und versuchte einen der dort
    angebotenen Filmen zu öffnen, da erhielt ich
    die üble Mitteilung, der Computer sei verseucht.
    Wie kommt sowas ?

    Als ich diesen Task ( dofaq.com ) killte,
    da war der Rechner in Ordnung.

    Wer will suggerieren dass Fischer böse
    Sachen in den Rechner schleppt?

    Wem steht er auf den Zehen ?

    Hinweis:
    Es ist unüblich eine com Datei im Internet so zu nutzen,
    denn eine com Datei wird sofort ausgeführt…
    https://de.wikipedia.org/wiki/COM-Datei

    1. @Herr Garbers

      Das können nur ganz dumme Leute sein, die suggerieren wollen, dass Bundesrichter a.D. Thomas Fischer böse Dinger in den Rechner schleppen will.

      Jeder Normale, der/die TFs Kolumne bei der Zeit schätzen gelernt hat und weiß wie er als Strafrechts-Experte und Gesellschaftskritiker mit Fachkompetenz tickt, greift sich am Kopf, wenn er von solch Intriganten- und mobbingquatsch hört.

      Als sehr humorvoller, lebenserfahrener Mensch hat man ja bis zu einem gewissen Grad durchaus Verständnis sogar für Pflanzereien und Juxerei, aber bei überbordender Unverschämtheit braucht es harte Bandagen.

      1. Liebe Geierwalli,
        in dem von mir beschriebenem Vorgang sehe ich den heimtückischen Versuch der Diskredetierung von TF.

        Mit dieser Boshaftigkeit wird nach meinem Empfinden
        dokumentiert, dass er endlich still sein soll
        und sich nicht mucken darf.
        Ich schätze aber, das ist so wirksam wie ein Schlag
        mit dem Stock auf eine große afrikanische Katze,
        insbesondere, wenn der Schläger dann bemerkt,
        dass er sich mit dem Großkater im selben Käfig befindet.

        Na ja, eventuell bin ich befangen und sehe diese Sache durch eine verzerrende Brille.

        Die Zukunft wird die Antwort bringen.

      2. Wegen dem glugen Hinweis von “RTE2018”:

        Auszug aus
        https://de.wikipedia.org/wiki/COM-Datei

        Dort: Missbrauch:
        Programmierer von Computerviren nutzen auch aus, dass .com heute mit der gleichnamigen Top-Level-Domain assoziiert wird, indem sie ihre Programme www.(…).com nennen. Wird eine solche Datei als E-Mail versandt, wird dem unbedarften Windowsnutzer eine Domain nach dem Muster http://www.example.com angezeigt, der dann entgegen seinen Erwartungen nicht (oder nicht nur) die Seite http://www.example.com öffnet, sondern die Datei http://www.example mit der Endung .com ausführt.

      3. Lieber Herr Garbers!

        Heimtücke und Hinterhältigkeit sind ganz typisch für Feiglinge. Am besten gleich attackieren. Bloß nicht zaudern. Sonst werden die noch ermutigt. Verdächtig wäre lediglich Unbefangenheit.

    2. Eieiei, Herr Garbers…
      Auf der Internetseite (.com=Commercial) bei der dort aufpoppenden Werbung auf den Porno geklickt?
      Auf welchen Seiten waren Sie vorher, daß Google Ihnen das Ergebnis dofaq.com überhaupt anzeigt?
      Oder haben Sie auf eine Werbeanzeige geklickt?
      Merke: Das Internet ist gefährlich!!

      1. Super, Fotobiene! Die Fetzereien und Gehässigkeiten gehn schon los. So gehört sich das in einem anständigen Forum.

        Ist eigentlich die herzallerliebste Mietzekatze mittlerweile schon verstorben?

  11. Lieber Herr Fischer,

    ich finde, es wird ZEIT, einen gewissen persönlichen ZEITlichen Schlußstrich zu setzen.
    2 Neuanfänge sind gemacht!

    Meinen Matjes lass’ ich mir nicht nehmen, aber Ihre tierquälerische Austern-Nummer werde ich nie verstehen.
    Ich fordere einen Paragraphen gegen den Lebendverzehr von Tieren! Die Opfer!! Stellen Sie sich mal vor, wie man unter Anwendung von Gewalt in Sie eindringt, Sie alsdann – beträufelt mit Zitronensäure – einen dunklen schleimigen Schacht hinabstürzen und dort in ein Meer von Magensäure plumpsen, aus dem Sie weder ein Kautschuk- noch sonstiges Boot herausfischt! In dem Sie nicht ersaufen, auch nicht lediglich lebendig gekocht werden, wie ein durchschnittlicher Krebs oder gar Hummer, sondern sich elendig langsam in Säure auflösen zwischen Champagnerperlen und von oben nachrollendem schimmligem Bleu des Basques, den ein echter “Säuremörder” Ihnen hinterherwirft!!
    Wäre das Hottentotten-Kultur, wäre es längst verboten.
    Aber nein: Französische “Kultur”.
    Neeeee, echt. Dann lieber Veganer. Die streicheln wenigstens ihre Zimmerpfanzen und sprechen mit ihnen, bevor sie dem Schnittlauch die Arme abschneiden.

    Aber: “dauerhaft rosafarbene Mädchenzeitung ZEIT” finde ich wirklich klasse!

    “Migration sinnlos” paßt zu unseren derzeitigen Urlaubs-Planungs-Ansätzen – und da geht es lediglich um 2 Wochen!
    Türkei geht politisch nicht – Erdogan.
    Griechenland, Italien, Malta, Spanien: Schwierig mit dem Baden zwischen angespülten orangenen Westen und werweißwasnoch.
    Nordafrika: Da sind doch die ganzen Grabscher von “Köln” und Leibwächter von Terroristen zu Hause, oder?
    UAE: Nachdem ein Klamottenladen in Garmisch seinen zahlungskräftigen Kundinnen aus den Golfstaaten das Betreten des Geschäftes nur unverhüllt erlaubt, muß frau mit einem Burka-Konter in Dubai rechnen. Das Risiko gehe ich nicht ein.
    Kroatien, die Richtung? Voll die Balkan-Route, besser nicht.
    Auf Malle sind se total deutschfeindlich geworden, wie man hört, haben irgendwas gegen die Ballermann-Kultur.
    Also: Es ist schwierig.
    Oder, mit Emcke: “Die semi-beruhigende Perspektive eines Orts der Zuflucht beruhigt niemanden mehr…”

    In der FAZ wird offenbar so etwas wie “Edathy – reloaded” veranstaltet?
    Oder hat Onkel Franziskus nach seiner Entschuldigung eine Entschädigung der Opfer seiner weltweit aktiven Schäfchen aus den reichen Beständen seines in sich korrupten “Staats”gebildes angekündigt?
    Jedenfalls: Irgendwas mit Opfern, nehme ich an.

    Also, sorry, aber danke – ich les das alles jetzt nicht dort nach.

  12. Herrn Fischer zur Pädophilie: Es ist gut, dass Sie deutlich unterscheiden zwischen Pädophilie als psychicher Störung, die unterschiedliche Ursachen haben kann – und der allein strafbaren Betätigung pädophiler Neigungen-(sofern sie zur Anzeige kommen). Doch wie soll eine Gesellschaft mit der Pädophilie umgehen? Wird sie überhaupt erkannt, bevor es zur Betätigung kommt bzw. angezeigt wird? Erkennt jemand, der sexuell von Sex mit Kindern träumt, überhaupt, dass er eine psychische Störung hat – die wohl nur deshalb Störung genannt wird, weil ihre Betätigung unter Strafe steht ? Vielleicht ist der Betroffene sogar stolz auf seine pädophilen Fantasien und wählt sich einen entsprechenden Beruf, in dem er Kontakt zu Kindern und Jugendlichen hat(wie Sie unter Hinweis auf actio libera in causa erwähnten). Ergo: der Pädophile müsste frühzeitig ein Bewusstsein dafür erlangen, dass die Betätigung seiner Neigung unter Strafe gestellt ist mit der Folge, dass dieser sich sagen muss,” ich habe , wenn ich das tue, was ich möchte, eine Neigung, die mich ins Gefängnis bring oder ich muss diese Neigung ignorieren. Also bin ich benachteiligt gegenüber allen Hetero-und Homosexuellen, die diese spezifische Neigung nicht haben und ihre Neigungen leben können. Doch warum bin ich mit einer solchen Neigung versehen?
    Das Leben ist ungerecht bzw. der, der mich geschaffen hat…”
    Also: wie erreicht man diese Menschen, bevor sie ihre Neigung betätigen , im Dunkeln wirken oder angezeigt werden ? Wahrscheinlich drückt man lieber beide Augen zu, wie es auch die katholische Kirche lange getan hat und es vielleicht immer noch tut – und auch in anderen Bereichen wird so etwas lange ignoriert, bevor es zum Knall kommt….. und dann ist der Aufschrei da…….

    1. Ja, da haben Sie recht. Und erschwert wird die Frage natürlich noch dadurch, dass eben der Großteil der sexuellen Übergriffe auf Kinder nicht von (primär sexuell) “Gestörten”, sondern von Dissozialen und sonstigen “Normalen” begangen werden, bei denen die Gesellschaft fast ausschließlich auf Strafe setzt.
      Wenn man – was wohl unstreitig ist – an der absoluten Schutzgrenze für Kinder festhalten will und die üblichen pädophilen Rechtfertigungs-Legenden nicht akzeptiert, muss man, wie Sie richtig schreiben, dafür sorgen (und sich ernsthaft bemühen), Pädophile von der Verwirklichung abzuhalten, bevor sie es tun. Das ist um so schwieriger, je sozial vernichtender das “Outing” ist: Man kriegt nur einen sehr geringen Teil dazu, sich Therapie- bzw. Hilfegruppen anzuschließen. “Ersatz”-Möglichkeiten – etwa im virtuellen Bereich – sind ebenfalls nicht unproblematisch, weil sie zur Ausweitung führen können und Ausgangspunkte harter krimineller Aktivitäten sein könnten/würden. Ein sehr schwieriges Problem ohne “einfache” Lösungen!
      Die Zastrow’sche Herangehensweise ist populär, aber besonders unsinnig: Einfach leugnen, dass die Dunkelwelt irgendetwas mit “uns” (Normalen) zu tun hat. Schon Shirley Temple wurde in den 30ern zeitweise als Mini-Vamp inszeniert, und die Sexualisierung kindlicher Körper ist heute allgegenwärtig. Dass ein Publikum, das das goutiert, zugleich beteuert, Sex mit Kindern sei so unvorstellbar widerwärtig, “dass man es sich fast gar nicht vorstellen kann”, offenbart hoffnungslose Verdrehungen.

      1. giscaris antwortet: ich stimme Ihnen zu, insbesondere in Ihrem letzten Absatz.
        Gerade heute nachmittag las ich in der Schweizer Sonntagszeitung, dass in der Schweiz zumindest erwogen wird,ein assessment für angehende Priester einzuführen, um herauszufinden, wie die mit ihrer Sexualität umgehen……
        Zu welchem Zweck bleibt wohl offen. Kann akzeptierte Sexualität sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen (wohl Knaben) verhindern? Immerhin ein Ansatz…….

        Und noch ein weiterer Artkel in derselben Zeitungheute: Kindersex und Kinderpornografie auf den Philiipinen per livecam: deswegen wurde jüngst ein 63jähriger Schweizer verurteilt- Strafvollzug aber ausgesetzt. Der biedere Familienmensch wusste selbst nicht, wie er dazu kommen konnte….. plötzlicher Jobverlust, Langeweile……..

        Sehr bedrückend ist jedoch eine Tat, die sich in der Schweiz im Ort Rupperswil, Aargau, am 21. Dez. 2015 ereignete und zu der erst kürzlich ein allerdings wohl noch nicht rechtskräftiges Urteil erging. Ein damals 31jähriger Mann, bis dato
        strafrechtlich völlig unauffällig, bei dem sich bis dahin trotz des vor-prozessualen Medienhype “kein Hinweisergeben hatte,
        dass er sich jemals einem Kind in sexueller Absicht genähert
        hätte und der zudem eineKinder-Jugendlichen-
        Fussballmannschaft ohne Auffälligkeiten trainierte, spioniert in
        seiner Nachbarschaft ein Haus mit seinen Bewohnern aus.
        Sein Interesse galt dem 13 jährigen Sohn, den er sexuell
        missbrauchte und danach nebst seinem 18 jährigen Bruder, dessen Freundin und seiner Mutter mittels Strangulierung
        tötete. Anschliessend setzte er das Haus in Brand, um Spuren zu verwischen. Die Polizei brauchte knapp 5 Monate mit
        akribischer Arbeit, um auf den nur 500 m entfernt wohnenden Täter zu kommen, der inzwischen – so ergaben die Durchsuchung und sein PC- inzwischen schon eine ähnlcihe Tat in Solothurn geplant hatte, die wohl kurz vor der Ausführung stand.
        “kaltblütig, mitleidlos und primitiv” urteilten die Richter. Im StGB gebe es keinen Artikel, der die abscheulichen Taten ausreichend bestrafen würde, erklärte ein Anwalt der Angehörigen. (Meine Anmerkung: wie auch? mehr als lebenslang und lebenslange Sicherungsverwahrung gibt es für kein Delikt). Staatsanwältin trug vor, die beiden psychiatrischen
        Gutachter hätten bei dem Täter “keine eindeutige therapierbare Störung” diagnostiziert. Das Urteil lautet dennoch auf
        ordentliche Verwahrung mit ambulanter Therapie.

        Die Frage, die mich durch die Berichterstattung beschäftigt hat
        und weiter beschäftigt, ist die:
        Seine pädophilen Neigungen wird der Täter schon lange
        erkannt, aber wohl nicht ausgelebt haben.(oder wollen die Gutachter eine solche verneinen und gehen davon aus, dass eine solche Störung therapierbar wäre?) Er lebte unauffällig,
        ging zwei bewilligten Studiengängen(jura, Medizin) nicht nach und wohnte im Haus seiner Mutter mit dieser und seinen
        Huskies, die er trainierte, ebenso wie seine Fussballgruppe mit Jugendlichen. Hat er gedacht, durch so eine Tat, an der ihn
        wohl allein die Vergewaltigung des 13jährigen interessierte, könne er seine Neigung in die Tat umsetzen, ohne entdeckt zu
        werden, wenn er die Augenzeugen ebenfalls umbringt und das Haus in Brand setzt, um Spuren zu beseitigen?
        Die geplante Anschlusstat mit ähnlichen Konstellationen
        spricht dafür.
        Hat sich bei ihm über die Jahre ein solcher Druck aufgebaut,
        dass er begann, solche Taten genauestens zu planen , vorzubereiten und dann auszuführen? Wurde er derart von seinen pädophilen Neigungen und Phantasien beherrscht und gesteuert, dass es schliesslich zu einer solchen Tat kam?
        War es ihm zuzumuten, dies überhaupt als Störung zu erkennen und sich um Hilfe zu bemühen, bevor diese wohl eine Eigendynamik entfalteten? Hätte dies etwas genützt, wenn es sich laut Gutachter um keine “eindeutig therapierbare Störung” handelte?
        Fragen über Fragen. Der Täter mitten unter uns. Die Opfer konnten sich darauf nicht einstellen. Aufklärung dürfte nicht viel nützen – denn wer kann schon in jemandem, der an der Tür klingelt, einen Pädophilen erkennen, der es eigentlich nur auf den 13jährigen Sohn abgesehen hatte?
        Kann dies als abschreckender Fall für einen Mensch mit pädophilen Neigungen dienen, sich rechtzeitig in Therapie zu begeben, auch wenn sie vielleicht nichts nützen kann? Sollte dann vielleicht jemand, der sich outet, gleich weggesperrt werden, um der Empörung über eine solche Tat gerecht zu werden? Ist im Rechtsstaat undenkbar. Die Lösung des Problems aber auch. Eine Aporie.

        seinen pädophilen Neigungen und Phantasien gesteuert und beherrscht, dass es schliesslich dazu kam?

        War es ihm zuzumuten, das vorzeitig zu erkennen und geeignete Hilfe zu suchen? Hätte es etwas genützt, wenn ihm Psychiater “Nichttherapierbarkeit” attestieren?
        Ich kenne das Urteil nicht im einzelnen. Offenbar ist er jedoch für schuldfähig gehalten worden. Die Pflicht-Verteidigung wurde hart kritisiert: sie wies angeblich auf die “Mitschuld” der Opfer hin und wurde von einem prominenten Züricher Strafverteidiger als Beispiel dafür genannt, wie man nicht verteidigen solle…….
        Fragen über Fragen wirft dieser Fall auf: der Täter mitten unter uns- Aufklärung potenziell Gefährdeter (Kinder, Jugendliche, die sich vor “bösen Onkeln” schützen sollen), zwecklos.
        Wie schützt man einen potenziellen Täter vor sich selbst und wie erkennt man einen solchen? Aporie.

      2. Was ist denn das für eine seltsame Diskussion, die sich hier entwickelt?
        Ich muß da im Artikel doch wohl etwas falsch verstanden haben.

        Wieso wird (ausgerechnet) am Beispiel “Pädophilie” diskutiert und (u.a. mit “Shirley Temple”) positiv in den Raum gestellt, daß Pädophilie (wie früher Homosexualität – bei Papst Franziskus bis heute!) eine “psychische Störung” sei, die im Vorfeld behandelt werden könne und müsse?

        Was ist mit dem, was uns allen im Kopf herum geht, wenn und weil wir “Graf-Dracula”- oder “Zombie”-Filme sahen und sehen?
        Oder “Tatort”, gar “YX-ungelöst”?
        Ballerspiele am PC oder im Internet?
        Wieso gibt es dafür keine ICD-Nümmerchen?

        Wie wird sichergestellt, daß nicht jemand von uns den letzten “Tatort” in die Tat umsetzt – wie verhindern wir das?!!?!
        Selbsthilfegruppen? Psychiater?

        Eifersucht. Neid. Gier.
        Alles total krank (psychische Störung), “Veranlagung”!
        Wie beugt man dem “Ausbruch” dieser “Veranlagung” vor?
        Ist Tatort-Gucken nicht eine “”Ersatz”-Möglichkeit – etwa im virtuellen Bereich” aber “ebenfalls nicht unproblematisch, weil sie zur Ausweitung führen können und Ausgangspunkte harter krimineller Aktivitäten sein könnten/würden”???

        Da “muss man, wie Sie richtig schreiben, dafür sorgen (und sich ernsthaft bemühen) Pädophile von der Verwirklichung abzuhalten, bevor sie es tun.”
        Super Idee!
        Bitte auch:
        “…Eifersüchtige von der Verwirklichung abzuhalten, bevor sie es tun.”
        “…Gierige von der Verwirklichung abzuhalten, bevor sie es tun.”
        etc.pp.

        Und ganz aktuell:
        Es “outen” sich gerade ziemlich viele Nazis – mehr oder weniger sozial vernichtend – , daß sie das (veranlagungsbedingte?) Bedürfnis haben, Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderer politischer Gesinnung umzubringen.
        Ha! Her mit den “Therapie- bzw. Hilfegruppen” zur Behandlung aller “psychischer Störungen”, die vermutlich allen Straftaten vor Verwirklichung immanent waren!

      3. Jede und jeder, die und der das dringende Bedürfnis verspürt jemand anderen umzubringen, ist mit Sicherheit nicht wirklich normal im Sinne von sozial normal, sofern es sich nicht um Notwehr handelt, weil man von einem Idioten angegriffen wurde und der einem nach dem Leben trachtet.

        Wenn man sich mit der eigenen Vergangenheit beschäftigt, kann ja durchaus zu Tage kommen, dass es Sachen gab, die damals nicht gelöst wurden, Verhaltensmuster eingelernt wurde, die nicht gesund sind. Das schadet sicher nicht, wenn man ab und an mal eine Nabelschau betreibt, dazu braucht man nicht immer großartig ein Krankheitsbild, es kann auch reichen, wenn man selbst einsichtig ist, weil man doch merkt, es tut einem selber und anderen nicht gut.

        Mit der Pädophilie wäre ich vorsichtig, halte es nicht zwingend für eine Störung, wenn jemand eine Zuneigung, Liebe zu Kindern empfindet, und auch erotisches Gefallen am Anblick empfindet, ohne sich an einem Kind zu vergehen und ohne ein Kind zu missbrauchen. Problematisch halte ich tatsächliche Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch an Unmündigen allemal, eine direkte körperliche Annäherung und blödes beschämendes Sexualgeschwafel sollte deshalb grundsätzlich unterlassen werden. Als junges (vor)pubertierendes Mädl hatte man schon die Schnauze voll, wenn man von irgendwelchen Typen und auch notgeilen Weibern auf die Geschlechtsmerkmale blöd und kindisch angesprochen wurde. Das ging aber den Burschen genau so, die das sexualisierte Getue und diese dummen Sprüche mehr als nervte. Ein bisserl Sensibilität und ab und zu Maul halten, das könnt also nicht schlecht sein.
        Andererseits wurde Sexualität oftmals auch ziemlich verklemmt und schon fast als unnatürlich dargestellt, was Verbotenes, klar, die Kirche hatte ja die Sache Sexualität für sich gepachtet, und beides ist aber ungesund, die Übersexualisierung, und die Verteufelung. Beides ein Machtthema.

      4. Frau Geierwalli schrieb:
        “wenn jemand eine Zuneigung, Liebe zu Kindern empfindet, und auch erotisches Gefallen am Anblick empfindet,”

        Meinem Empfinden nach gilt:
        Liebe zu Kindern halte ich für eine normale und gesunde Reaktion.
        Erotik hat da nichts, gar nichts zu suchen !

        Das ein Mann mit manchen Kindern, die er eigentlich nicht kennt, kommunizieren kann und das Kind frei und mit Freude mitspielt, dürfte in der Menschheitsgeschichte dem Überleben von Kindern gedient haben, denn diese Kinder ähneln diesem erwachsenen Kommunikator und weil er sich teilweise darin wiedererkennt, genau darum geht er sorgsam mit den Kleinen um.

      5. Lieber Herr Garbers,

        ich differenzierte da schon recht früh zwischen Eros, dem Lebenstrieb und Sex. Hatte aber oft den Eindruck, man versteht mich nicht.
        Ich erinnere mich, als TF über die “Wichsvorlagen” (Fall Edathy) schrieb, da sah ich schon vom Ansatz her Ähnlichkeiten.
        Es macht einen großen Unterschied, ob man sich mit den Sinnen angesprochen fühlt, oder ob man sich eines Menschen, zb eines Lustknaben, der abgerichtet wird als Sexsklave bemächtigt.

      6. Liebe Frau Geierwalli sagte am 04.09.2018 um 10:38 Uhr
        sinngemäß: Ich unterscheide zwischen Eros und Sex.

        ok, und ich habe Freude daran wenn ich mit Kindern
        unbefangen, also ohne Eros und auch ohne Sex,
        kommunizieren kann und sehe, die freuen sich
        über die geschenkte Aufmerksamkeit und reagieren passend.

        Ich meine:
        Kinder gehören der Welt,
        die Staaten in denen sie sich aufhalten sollen beschützend wirken
        und die Eltern haben das vornehmste Recht ihre Kinder
        bei der Suche nach dem passenden Platz zu unterstützen.

        Also, ganz einfach.

      7. Lieber Herr Garbers,

        auch für mich haben alle Kinder und Heranwachsenden eine eigene Psychosexualität, eigene Entwicklungsphasen und sexuelle Integrität, die ich unbedingt für schützenswert erachte.

        Gerade weil Kinder sehr offen sind und ein Urvertrauen haben (sollten), ist es fatalst, wenn man dies zerstört. Leider werden Kinder oftmals wie Ware behandelt. Und all zu oft bekommen Frauen und Männer Kinder um mit ihnen anzugeben, oder um sich an ihnen abzuarbeiten, anstatt sie einfach nur liebzuhaben.

        Nichtsdestotrotz gibt es viele Menschen mit verschiedenen Ansichten, schrägen Vorlieben und auch Störungen und Perversionen. Hat sicher auch alles seine Ursache.

  13. An Fotobiene: was ist denn für Sie eine pädophile Neigung , egal welchen Ursprungs? Eine, die vom Betroffenen willentlich gesteuert und abgestellt werden kann? Woher nehmen Sie diese Ansicht? Triebe sind anders zu beurteilen – auch Süchte. Kleptomanen anders als Diebe, die einfach nur an G, oder andere Sachen kommen wollen, ebenso Leute mit rassistischen Vorurteilen, die diesen gemäass handeln. Auch das Strafrecht kann und will nicht alle Täter über einen Kamm scheren – darum etwas vorsichtiger sein mit solchen Vergleichen…..

    1. Kann Pädophilie behandelt oder geheilt werden?
      Ist sie eine nun Neigung oder eine Krankheit?
      Ist jeder Pädophile latent kriminell, also ein “Gefährder”, wie ein Islamist?
      Aber wenn ein Pädokrimineller sexuelle Handlungen an Kindern ausführt, ist er dann also wegen seiner “Krankheit” schuldunfähig?

      Ich bin sicher, daß Menschen mit pädophiler Neigung nicht alle wirklich Sex mit Kindern wollen, und daß sie, wie andere Menschen auch, ihren Sexualtrieb beherrschen können.
      Nein, auch Pädophile sollte man nicht alle über einen Kamm scheren.

      1. Ist die Neigung zum Saufen, Fressen, sich Auftackeln bis zur Unkenntlichkeit, Herumhuren unter Erwachsenen, Sextourismus, öffentliches exhibitionistisches weibliches Brüste- und Schambereich herzeigen, Lügen, Leute tyrannisieren normal oder krank?

        Sollte man das alles pathologisieren?

  14. Man müsste sich einmal über den Stand der Pädophilieforschung speziell in re: potenzielle Gefährdung für Kinder und Jugendliche in puncto sexuelle Straftaten informieren.
    Und auch darüber welche geeigneten Therapiemassnahmen inzwischen entwickelt wurden. Auch im Bereich der Pädophilie wird es verschiedene Grade der Ausprägung geben, die man hierunter subsumiert.Auch kannn sie einhergehen mit anderen psychischen Störungen, welche immer diese auch sein mögen.

    In jedem Fall ist es wichtig, einmal wie Herr Fischer aufzuzeigen, dass es nicht
    “d e n” Pädophilen gibt, der kleine Kinder schändet. Auch wenn sich dieser Eindruck durch die umfangreiche Berichterstattung in diversen Medien über entsprechende Taten aufzudrängen versucht. Danach scheint die Welt voll zu sein von nicht erkannten und potenziell gefährlichen Pädophilen.

    1. Sollten Sie sich ernsthaft für das Thema interessieren, empfehle ich nicht nur “Pädophilieforschung”(?), sondern vor allem eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Pädophilen selbst.
      Das ist z.T. “harter Tobak” für den einen oder die andere, gibt aber einen anderen Blick frei als die vorurteilsgetragene reine Außensicht, vorausgesetzt, man ist in der Lage, sich zumindest gedanklich, vielleicht auch empathisch, einmal darauf einzulassen.
      Ich untersütze deren Forderungen nicht, empfehle trotzdem krumme13.org .

      1. Zusatz: Man findet dort die von Fischer in seinem Kommentar oben als “übliche pädophile Rechtfertigungs-Legenden” diffamierten Argumente und kommt von dort auch in offene Foren und zu Erfahrungsberichten.
        Forschungsmäßig gab es Anfang des Jahres Berichte über mögliche Zusammenhänge mit dem “Brutpflegesystem des Gehirns” eines Kieler Forschungsteams, die angebliche “Rechtfertigungs-Legenden” ins Reich der Legenden verweisen könnten.

      2. Wegen Fotobiene am 03.09.2018:

        “Zusatz: Man findet dort die von Fischer in seinem Kommentar … diffamierten Argumente …
        Forschungsmäßig gab es Anfang des Jahres Berichte …., die angebliche “Rechtfertigungs-Legenden” ins Reich der Legenden verweisen könnten.”

        Ich halte es für bemerkenswert, dass es für Fotobiene wichtig ist, zu vermuten auf der Basis einer “Forschung”
        KÖNNTE VERMUTET WERDEN
        die angebliche “Rechtfertigungs-Legenden” , die TF erwähnte, seien ins Reich der Legenden zu verweisen.

        Donnerwetter, da ist Fotobiene aber mit gesichertem Abstand einem eigenen Diffamierungsvorwurf fern geblieben.
        Ist sie doch nicht juristisch bis an die Zähne bewaffnet ?

  15. Die ZEIT hat sich mit Sicherheit keinen Gefallen getan die Zusammenarbeit zu beenden, schön nun auf anderen Portalen die Gelegenheit zu haben wieder neue Texte des Kolumnisten lesen zu können.

    Im großen und ganzen auch ein gelungener Auftakt hier, doch um mit der ZEIT abzurechnen hätte man lieber einen anderen Artikel wählen sollen, dieser war nämlich zur Abwechslung recht lesenswert, da die üblichen Klischees um Veganismus und das Halbwissen was man in anderen Artikeln zu dem Thema lesen muss vermieden wurden. Die Art und Weise wie der Artikel geschrieben ist, ist dem Rahmen als Beitrag in der Magazin-Sparte angemessen und länger als ein Beitrag des Kolumnisten ist er zum Glück auch nicht geraten, wobei wahrscheinlich für die meisten Leser etwas leichter verdaulich 😉

    Eine kurze Frage zum Tierschutzgesetz §1 S. 2 (” Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.”) hätte ich noch. Da es ja problemlos möglich ist, sich auch vegan gesund und ohne Nährstoffmangel zu ernähren, ist es keine Notwendigkeit entsprechende Nährstoffe über den (ineffizienten) Umweg des Tieres zu erzeugen. Der verbliebene Grund dennoch diesen Umweg zu gehen, ist lediglich der Geschmack, eine hochgradig emotionale und sehr subjektive Angelegenheit. Vielleicht bin ich glücklicher wenn mein Essen nach Schwein schmeckt, es könnte mich aber auch glücklich machen einen Hund hinter mir herzuziehen, während ich Motorrad fahre. Letzteres wird mit Sicherheit vom TierSchG nicht als ein vernünftiger Grund anerkannt, doch die Motivation ist im wesentlichen die gleiche. Auch muss man wohl sehr stark an den heiligen Unternehmer glauben, wenn Kosteneinsparung für übersubventionierte Konzerne ein vernünftiger Grund für die Entsorgung männlicher Küken ist. Wo genau liegt also die Grenze für die Auslegung welcher Grund nun vernünftig ist?

  16. Liebes Meedia-Team,

    eine Thomas-Fischer-Landingpage wäre super. Wo man alle Artikel des Autors chronologisch sortiert findet. Ich tue mich mit der Navigation auf Ihrer Seite ehrlich gesagt schwerer als mit der nicht immer leichten Kost, die Prof. Dr. Fischer uns kredenzt. Und ich möchte wirklich keinen der Artikel verpassen.

    Vielleicht bin ich aber auch nur zu blöd. 🙂

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