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Trotz Digitalwachstum und erfolgreicher Print-Neustarts: Deutschlandgeschäft von Gruner + Jahr stagniert

Seit 2013 an der Spitze: Julia Jäkel treibt die Transformation von Gruner + Jahr voran, musste im ersten Halbjahr 2018 aber einen Dämpfer bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen
Seit 2013 an der Spitze: Julia Jäkel treibt die Transformation von Gruner + Jahr voran, musste im ersten Halbjahr 2018 aber einen Dämpfer bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen

Trotz Magazin-Offensive und guter digitaler Geschäfte kam das Deutschlandgeschäft beim Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr in den ersten sechs Monaten 2018 nicht vom Fleck. Grund hierfür waren das Printanzeigen- und Vertriebsgeschäft, die marktbedingt zurückgingen. Insgesamt sind Umsatz und Ertrag unter Druck, wie aus den von G+J-Mutterkonzern Bertelsmann heute veröffentlichten Zahlen hervorgeht.

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Neue Magazine wie Dr. von Hirschhausen stern Gesund leben sowie JWD oder neue Digitalangebote wie die Achtsamkeit-App Balloon – das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr setzt seine Innovationsoffensive fort. Vor allem die Magazineinführungen bereiten Gruner + Jahr Freude: „Positiv wirkten sich in Summe die neu eingeführten Zeitschriften aus“, heißt es bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Zum Start von stern gesund hatte der Verlag mehr als 200.000 Hefte verkauft. Auch das Männermagazin JWD um den Pro Sieben-Moderator Joko Winterscheidt hätte sich erfolgreich am Markt etabliert. Zuletzt pendelte sich der Verkauf des Heftes bei rund 50.000 Exemplaren ein.

Die Neugeschäfte im Inland würden bei Umsatz und Ergebnis zulegen, unter anderem durch die neu eingeführten Zeitschriften, heißt es. Dennoch stagnierte das Deutschland-Geschäft der zur Bertelsmann gehörenden Verlagstochter im ersten Halbjahr. Zahlen hierzu wurden nicht genannt. Grund für die Entwicklung seien aber offenbar die Vermarktung von Printanzeigen und das Vertriebsgeschäft, die “marktbedingt” zurückgingen.

Erneut zulegt hätte auch das Digitalgeschäft in den ersten sechs Monaten. Hier habe sich vor allem das digitale Werbegeschäft „positiv bemerkbar“ gemacht. Auch AppLike legte erneut stark zu. Dennoch musste Gruner + Jahr beim Umsatz und Ertrag im Berichtszeitraum einen Dämpfer einstecken. Der Gesamtumsatz ging um 5,6 Prozent auf 701 (743) Millionen Euro zurück, das Operating EBITDA verringerte sich in den ersten sechs Monaten auf 51 (Vorjahr: 59) Millionen Euro.

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Auslöser hierfür sind der Verkauf des Zeitschriftengeschäfts in den Niederlanden und die Veräußerung der Frauenzeitschrift Grazia in Deutschland. Auch die Werbezurückhaltung in einigen Branchen – darunter der Automobilindustrie – hätten das Ergebnis belastet, heißt es. Insgesamt sinkt die Ebitda-Rendite in den ersten sechs Monaten 2018 auf rund 7,1 Prozent. Sie lag im vergleichbaren Vorjahreszeitraum bei rund 7,7 Prozent. Damit bewegt sich das Verlagshaus deutlich unter der Rendite von mehr als 9 Prozent, die das Unternehmen für das vergangene Jahr auswies. Traditionell steht die Rendite aber nach Einschätzung von Branchenbeobachtern im ersten Halbjahr immer unter Druck. Entscheidend sei die Entwicklung des 4. Quartals, die das Gesamtergebnis wesentlich prägen.

Auch in Frankreich, neben Deutschland zweitwichtigstes Standbein von Gruner + Jahr, gingen im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis zurück. Als Grund hiefür nennt das Medienunternehmen vor allem das Printanzeigengeschäft. Dagegen hätte das digitale Werbegeschäft bei den Markensites um 30 Prozent zugelegt. Zudem stagnierte das verbliebene Zeitungsgeschäft bei der DDV Mediengruppe in Dresden (Sächsische Zeitung). Das Ergebnis bewegte sich „moderat“ unter dem Vorjahresniveau.

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Alle Kommentare

  1. Richtig müsste es in der Überschrift lauten: “Trotz Digitalwachstum und erfolgreicher Print-Neustarts und vieler Entlassungen …”

    Tja, wenn man die besten Leute entlässt oder wegekelt, dann stangiert halt das Geschäft. Frau Jäkel merkt nun, dass der Rotstift kein Wunderstab ist.

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