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Chemnitz und die Worte: Sprachliche Radikalisierung in Medien und Politik findet längst statt

Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli: Häufiger in Twitter-Kontroversen verstrickt
Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli: Häufiger in Twitter-Kontroversen verstrickt

Worte haben Macht. Es ist bezeichnend, wie im Umfeld der Berichterstattung zu den Ausschreitungen in Chemnitz Worte verwendet werden. Teils unachtsam, teils mit einer bestimmten Intention. Teils als Bestandteil einer auch von Eliten im Munde geführten Radikalisierung. Das hat Folgen in der realen Welt.

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Christian Bartels schrieb in der Medienkolumne “Altpapier” beim MDR: “Dass Worte wieder deutlich mehr auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt zu werden verdienen, dürfte eine gute Lehre aus den Ereignissen in Chemnitz sein.” Da hat er recht. Es herrscht allgemein eine gewisse Verlotterung der Wortwahl, der Sprache. Das augenfälligste Beispiel ist der Begriff “Selbstjustiz”, der in Politik- und Medienkreisen im Zusammenhang mit den Chemnitzer Ausschreitungen die Runde machte. Es war und ist ja keine “Selbstjustiz”, die wir da beobachten, sondern ein außer Kontrolle geratener Mob. “Selbstjustiz” würde bedeuten, dass da jemand für ein tatsächliches oder vermutetes Vergehen bestraft, zur Rechenschaft gezogen wird. Auch dies wäre zu verurteilen, die falsche Verwendung erzeugt aber zusätzlich ein schiefes Bild. Es entsteht der Eindruck, hier würden “Bürger” die Justiz in die eigene Hand nehmen, da der Staat versagt hat. In Bezug auf die tödliche Messerattacke, die Auslöser der Krawalle war, hat der Staat aber ja gerade nicht versagt, sondern zwei Tatverdächtige zügig festgenommen.

Womit wir beim Staat wären. Ein weiteres Wort, das die Runde macht, ist “Staatsversagen”. Die Lesart in vielen Kommentaren geht so, dass der Staat in Chemnitz einen rechtsfreien Raum geduldet hat, in dem der Mob ungestört wüten konnte. Das erinnert an die Ereignisse jener verhängnisvollen Kölner Silvesternacht oder auch an den aus dem Ruder gelaufenen G20-Gipfel in Hamburg. In allen Fällen haben sich die Verantwortlichen in den Polizeibehörden nicht mit Ruhm bekleckert, aber rechtfertigt das die Maximal-Vokabel vom “Staatsversagen”? Kritik an dem Vorgehen bzw. Nicht-Vorgehen von Polizei und Regierung ist notwendig. Welche Begrifflichkeiten will man aber aufrufen, wenn wirklich mal alles den Bach runtergeht? Von einem tatsächlichen “Versagen” des Staates sind wir hierzulande gottlob noch immer ein gutes Stück entfernt. Wer derartige Vokabeln gebraucht, muss gute Gründe dafür haben und diese darlegen – auch das gehört zur Verantwortung des Journalismus.

Die Beliebtheit des Begriffs ist Teil einer längst stattfindenden sprachlichen Radikalisierung, an der sich nicht nur Pöbler in den sozialen Netzwerken beteiligen, sondern auch die gesellschaftlichen Eliten aus Politik und Medien. Es fällt zum Beispiel auch auf, dass im Diskurs immer häufiger Vokabeln wie “widerlich” und “ekelhaft” fallen. Begriffe, die eine absolute Abscheu ausdrücken, für die es kaum noch eine Steigerungsform gibt.

Es ist mittlerweile salonfähig, eine Art “gute” Radikalität einzufordern, die man der schmutzigen “Radikalität” der Straße entgegensetzen will. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli hat das gerade bei Twitter getan, angesichts des einsetzenden Shitstorms ihren Tweet aber schnell wieder gelöscht. Wie sie selbst schrieb, möchte sie das R-Wort “angesichts der ekelhaften rechten Gewalt” nicht weiter verwenden, weil “es als gewalttätig verstanden werden könnte.” Na sowas.

Der Geist des Radikalismus ist aber längst aus der Flasche. Leute wie der FAZ-Redakteur Patrick Bahners oder Sophie Passmann klatschen dem ursprünglichen Radikalisierungs-Aufruf von Frau Chebli öffentlich Beifall.

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Die Spiegel-Männer Nils Minkmar und Georg Diez sind gleich auch dabei, ebenso der Mega-Influencer vom ZDF, Jan Böhmermann. Sie sehen sich womöglich ganz auf einer Linie mit Publizist Sascha Lobo, der neulich ein einer seiner Spiegel-Online-Kolumnen mit Bezug auf Donald Trumps Lügen erklärte, man müsse “Kotze” auch “Kotze” nennen. Das ist so ziemlich das Gegenteil dessen, was die einstige First Lady der USA, Michelle Obama einmal einer Rede als Umgangsform mit dem Sittenverfall á la Trump einforderte: “When they go low, we go high.” Das ist den neuen Radikalinskis aus Politik und Medien vielleicht zu fein.

Aber muss man denn gleich “radikal” werden? Täte es nicht auch ein “konsequent”? Zugegeben: Es fällt nicht leicht, den Blutdruck unter Kontrolle zu halten, wenn man sieht, wie beispielsweise der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in der Causa Chemnitz agiert. Zuerst war von ihm wenig, bis nichts zu hören. Als er sich dann via Pressekonferenz zu Wort meldete, wünschte man fast, er hätte weiter geschwiegen. Im festen Griff der Schluffigkeit las er Allgemeinplätze und Phrasen vom Blatt ab. In einem Akt bemerkenswerter Realitätsverleugnung bescheinigte er der Polizei, eine “hervorragende Arbeit” geleistet zu haben, obwohl alle Welt gesehen hatte, dass eben dies nicht der Fall war. Gleich mehrfach brachte er den schrägen Begriff von “Wahrheitssystemen” in die Diskussion ein. Was soll das sein, ein Wahrheitssystem? Und es gibt laut Kretschmer sogar mehrere davon! Meint er die Regierung? Das Parlament? Die Justiz? Die Medien? Es ist eine gefährlich diffuse Vokabel, in die die wenig Wohlmeinenden sofort einen versteckten Hinweis auf eine Art “Wahrheitsministerium” von Staats wegen witterten und twitterten. Was Kretschmer sagte, ist nicht radikal, aber was bringt den Regierungschef eines Landes dazu, derart sorglos und verantwortungslos mit Worten zu hantieren?

Kommen wir zu des Pudels Kern bei der grassierenden Sprach-Verirrung: dem altbekannten Links-Rechts-Spiel. Waren es nun “rechte Demonstranten”, die da in Chemnitz auf “linke Demonstranten” getroffen sind? Oder waren es allesamt “Nazis”, die einer Gruppe von “Chaoten” gegenüberstanden? Die Zuschreibungen “links” und “rechts” waren schon immer schwierig, weil grob vereinfachend. Mittlerweile sind beide Begriffe stark mit zusätzlichen Bedeutungen und negativen Konnotationen aufgeladen. Bei “rechts” schwingt in den meisten Fällen mindestens “rechtsradikal” oder “rechtsextrem” mit, häufig “Nazi”. Wer “links” sagt denkt oft an “Chaoten” oder “Randalierer”. Wobei es “links” auch noch in der Ausprägung des “linken Mainstreams” gibt, der manchmal auch “links-grün versifft” ist, wenn es sprachlich ein wenig robuster bzw. radikaler zugeht. Die Zuschreibungen “links” und “rechts” sind hoffnungslos kontaminiert und taugen nicht länger für eine um Objektivität bemühte Berichterstattung. In Teilen haben das auch Medien selbst erkannt. Steffen Grimberg thematisierte das beispielsweise in der taz, als er schrieb:

Wenn in der medialen Berichterstattung in solchen Zusammenhängen simplizistisch von „Rechten“ und „Linken“ die Rede ist, ist das keine Zuspitzung mehr, sondern schlicht falsch. Und in einem Land wie Sachsen, in dem – wie auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt – nach einer aktuellen Umfrage von infratest dimap die AfD zweitstärkste politische Partei ist, ist so eine Darstellung brandgefährlich.

Grimberg prangert zurecht an, dass es in die Irre führt, wenn Demonstranten, die sich gegen Nazis oder Rechtsextremismus wenden, reflexhaft als “links” bezeichnet werden. In der Bildunterschrift zu dem Kommentar wird gefragt: “Ist, wer sich den Nazis gegenüberstellt, automatisch ein Linker?” Die Antwort lautet: Nein. Die umgekehrte Frage wird dann aber nicht gestellt. Sie müsste lauten: “Ist, wer sich gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung wendet, automatisch ein Rechter?” Die Antwort auch hier: Nein. Das wäre sonst die berühmte “rechte Ecke”, in der Nazis, Pöbler, Hooligans und andere Subjekte hocken und in die der dauerbesorgte CDU-Politiker Wolfgang Bosbach seine besorgten Mitbürger nicht gestellt sehen will, wie er unlängst mal wieder bei “Maischberger” verriet.

Die von Sawsan Chebli, Patrick Bahners und anderen geforderte Radikalisierung von oben hat sprachlich längst stattgefunden. Das ist einerseits natürlich eine Folge der Auswüchse und Ausschreitungen, wie wir sie leider aktuell beobachten müssen. Allerdings können Worte eben auch Rückkopplungseffekte auf die Wirklichkeit haben und weitere Eskalationen begünstigen oder verstärken. Unklar ist, ob sich die Wortführer eines radikalen Republikanismus (Bahners) einer solchen Verantwortung in allen Konsequenzen bewusst sind.

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Alle Kommentare

  1. Da wird doch nicht jemand wach bei meedia?

    Die Bundestagspräsidentin höchstselbst läuft ungestraft hinter ‘Deutschland du mieses Stück …’ her. Mehr noch, diese Bundestagspräsidentin unterbricht die Schweigeminute für ein grausam ermordetes Opfer des Migrationsregimes.

    Nein, innerhalb der BERliner Republik sehen wir bereits geraume Weile der allgemeinen Verrothung der Sitten zu.

  2. Wenn Bahners zitiert wird, sollte man vielleicht an seinen “Silvesternacht-Tweet” erinnern, wo er nicht kommentieren wollte, da im Täter nicht genehem erschienen. Das ist Appeasment.

    Liebe meedia-Redaktion, liefert doch einmal Ergebnisse: Was ist denn beim “wütenden Mob” an Schaden entstanden.

    … also auf deutscher Seite haben wir drei Niedergestochene und einen Toten.

    Frage: Wie hat denn Frau Chedli geäußert angesichts von Brandanschlägen von Palästinensern auf Synagogen in Wuppertal und Düsseldorf ?

  3. Ja, dieser Text spricht ein wichtiges Thema an: Die Verrohung der Sprache. Als Beispiel möchte ich hier einmal den Begriff “zusammenrotten” aufgreifen, den die Bundeskanzlerin unlängst verwendete. Wildschweine bilden Rotten, Menschen versammeln sich. Diese Entmenschlichung erinnert tatsächlich an die Sprache unseliger Vergangenheit. Dass selbst eine seriöse Zeitung wie die FAZ diesen Begriff in einem heutigen Kommentar verwendet, empfinde ich als ungeheuerliche Entgleisung einer ansonsten auf Sprache bedachten Zeitung (ich habe da vorsichtshalber für den vollen Genuss immer ein Fremdwörterlexikon zur Hand).

    Von einem tatsächlichen “Versagen” des Staates sind wir hierzulande gottlob noch immer ein gutes Stück entfernt, schreiben Sie. Aber viel fehlt da wohl nicht mehr, wenn man das Gespräch zweier “normaler” Chemnitzer zugrundelegt, welches ich hiermit empfehlen möchte. https://www.youtube.com/watch?v=MDU1vo0Tz6A .Ein im Augenblick 327 000 mal angeklickter “Renner”. Ganz am Ende wird der Begriff “zusammenrotten” bezogen auf menschliche Versammlungen kritisiert. Dadurch bin ich auch darauf aufmerksam und nachdenklich geworden.

    1. “Sturm im Wörterglas”.
      Wir sollten nun mal nicht tageslaunengeschuldet Begriffe interpretieren. Der Duden sagt zu “zusammenrotten”:
      -(von größeren Menschenmengen) sich [in Aufruhr] öffentlich zusammentun, zusammenschließen, um [mit Gewalt] gegen etwas vorzugehen.
      Suche bei Google/Begriff:
      -1. sich in aufrührerischer Absicht spontan zusammenschließen
      Legen Sie Ihr Fremdwörterbuch zur Seite und schlagen Sie dort nach, wo Sie eher treffend fündig werden.

    2. Zweier „normaler“ Bürger? Der eine ist felsenfest davon überzeugt, Hitler lebe noch in Argentinien und glaubt an die flache Erde, der andere Betreiber einer der bekanntesten Truther-Portale Deutschlands mit eindeutig rechtsnationalem Drall. Ihre Definition von „normal“, auch eine mit Anführungszeichen, ist definitiv außerhält der Norm.

      1. Nach diagonaler Recherche gebe ich Ihnen teilweise Recht. Auf den Interviewer bezogen ist Ihr Einwand allerdings irrelevant – er stellt ja nur Fragen. Auf den Interviewten bezogen, habe ich Ihre Aussagen nicht verifizieren können. Allerdings wäre auch das irrelevant, denn es kommt nicht darauf an, wer was sagt, sondern was gesagt wird (sie sehen das vermutlich anders und haben das Interview evtl. gar nicht gesehen?). Dieser Langhaarige mit Rastalocken arbeitete lt. Interview als DJ in einer Disco nahe des Tatortes und schilderte seine eigenen Erfahrungen (und die des Türstehers dieser Disco) zur Sicherheitssituation in der Chemnitzer Innenstadt. Ich halte meine nachdrückliche Empfehlung dieses beeindruckenden Interviews daher in vollem Umfang aufrecht.

        @ Frederik Weiss Auch Sie haben recht mit ihrem Einwand. Ich habe mir ohne weitere Prüfung die Aussage des Interviewten zu eigen gemacht, weil sie mich sehr beeindruckt hat. Allerdings hat auch nach Definition des Duden der Begriff “zusammenrotten” etwas mit “Aufruhr” zu tun, und das ist bezogen auf Chemnitz absurd überzogen. Auch hier halte ich daher meine Kritik an der Verwendung dieses Begriffs in der FAZ in vollem Umfang aufrecht.

        Meine letzte Demo war pro Snowden. Hätte da in der Zeitung gestanden, wir hätten uns “zusammengerottet”, hätte ich diese Zeitung nie wieder gekauft. Versetzen Sie sich doch mal in die Chemnitzer hinein, die zu dieser Demo gegangen sind, weil sie tatsächlich Sorgen um die Sicherheit haben und weil sie (und das ist ja legitim) gegen einen weiteren Zuzug illegaler Migranten sind (in der Definition des Art. 16 a GG) und so abqualifiziert werden.

        Es kommt jetzt auf umgesetzte Lösungsvorschläge (Taten) an, es ist genug gequatscht und gehetzt worden. Meine Meinung.

        Im Übrigen greift der Text Stefan Winterbauers eine sehr wichtige Frage auf, wie ich meine. Er könnte tatsächlich was ändern.

  4. Doch, man darf im Fall Chemnitz das Wort “Staatsversagen” benutzen. Wenn einen Tag nach den sonntäglichen Ausschreitungen trotz Warnungen des Verfassungsschutzes eine Kundgebung derart unterschätzt wird seitens Polizei und Innenministerium; wenn das dazu führt, dass Neonazis ungeniert vor den Augen der Polizei Straftaten verüben (Hitlergruß u.a.), dann hat der Staat versagt.

    Sind alle Leute dort Neonazis gewesen? Nein. Aber man kann schon fragen, wie denn Bosbach diese “besorgten Mitbürger” klassifizieren möchte, welche direkt neben bekennenden Neonazis (3. Weg) stehen, welche neben solchen Leuten stehen bleiben, die massiv im Chor “Ausländer raus!” rufen und den Arm zum Hitler-Gruß heben, und sich nicht stören an alledem. Hinweis: meine Beobachtungen stammen von einem Live-Stream eines rechten Internetportals.

    Und selbstverständlich ist es eine typisch rechte Vernebelungstaktik, auf eine Demo mit Claudia Roth hinzuweisen, während Gauland die Geschehnisse in Chemnitz als “völlig normal” verniedlichen kann.

    Um Sascha Lobo zweimal zu zitieren:

    1) “Gegen Rechtsextremismus zu kämpfen ist nicht links, es ist demokratisch. Demokraten sind per Definition Antifaschisten, ansonsten können sie sich ihr Demokratieverständnis in die sicher akkurat gescheitelten Haare schmieren.”

    2) “Ab wann genau werden offensichtliche Nazis in deutschen Medien eigentlich auch als “Nazis” bezeichnet? Hitlergruß und Migrantenjagd reichen offenbar nicht aus. In vielen Artikeln und in sozialen Medien ist die Rede von “Hooligans” oder “Protestlern”. Hätte ich eine Zeitmaschine, würde ich ins Jahr 1933 fahren, und Hitler erstmal nicht umbringen, sondern für eine Pressekonferenz nach 2018 bringen. Wahrscheinlich könnte ich Zitate lesen wie “der als rechtsnational geltende A. Hitler”. Ein strukturelles Problem, nicht nur in Sachsen, sondern auch in den Köpfen, erkennbar an den Worten.”

    1. Das haben schon die ‘antifaschistischen’ Betonköpfe der DDR nicht begriffen, dass sie die realsozialistische Ursache für die ‘konterrevolutionären, militaristischen Zusammenrottungen’ waren.

      Was heißt das für die Beobachtung? Sich des Linksextremismus zwecks Einschüchterung und Durchsetzung des internationalsozialistischen Migrationsregimes zu bedienen, ins insbesondere im einstigen Gebiet der staatsterroristischen Deutschen Demokratischen Republik keine gute Idee gewesen. Die Erschütterungen der Herrschaft des Unrechts werden sich potenzieren. Und welch Ironie: beginnend vor einer Monumentalplastik von Karl Marx.

      Der Westberliner Lobo kann über links sein mitreden, wenn er wie wir nahe Karl-Marx-Stadt seine realsozialistische Kindheit verbracht hat.

      1. Was Linkspopulist Lobo nicht sagt:
        die Nationalsozialisten waren eine Antwort auf den Weltmacht beanspruchenden Kommunismus basierend auf Marx.
        Die strategischen Mittel haben die Braunen 1:1 von den Roten abgeschaut. Symbolik, Militanz, Aufmärsche, Denunziation, Parolen…

        “Was dem Marxismus einst den Erfolg gegeben hatte, war das vollendete Zusammenspiel von politischem Wollen und aktivistischer Brutalität.” wusste der Gröfaz und handelte demgemäß.

    2. Lobo ist ne Luftpumpe. Das zeigt allein schon seine Entgleisung, dass ein Demokrat zwangsläufig Antifaschist sein muss. Die Kommunisten in der DDR waren Antifaschisten, mitnichten Demokraten. Ein Antifaschist ist das radikale Spiegelbild eines Faschisten. Totalitär und zutiefst antidemokratisch.

      1. Einfach mal das reflexhafte “Nein, nein, nein!” ausschalten und noch mal drüber nachdenken. Das Führerprinzip, das Kern des Faschismus ist, geht nicht mit einer demokratischen Grundhaltung einher. Wer einen Führer einsetzen und eine Diktatur errichten will, kann kein Demokrat sein. Umgekehrt kann jemand, der für die politische Willensbildung durch die Bevölkerung eintritt, kein Faschist sein. Im Gegenteil, der Faschismus würde die Demokratie zunichte machen, weshalb Demokraten zwangsläufig Antifaschisten sind. Dass auch andere politische Gruppe mehr oder weniger glaubhaft den Antifaschismus für sich reklamiert haben, tut da nichts zur Sache. Schließlich kann ich auch Antifaschist sein, ohne Kommunist zu sein.

        Sie sind da einem Trugschluss aufgesessen. Dafür kann Lobo herzlich wenig.

      2. “Umgekehrt kann jemand, der für die politische Willensbildung durch die Bevölkerung eintritt, kein Faschist sein.”

        Nicht?

        Merkwürdig.
        Die selbsternannten Anti-Faschisten sind doch immer genau die, die am lautesten brüllen , wenn die AfD mehr Volksentscheide fordert.

        Weil…mit Volksentscheid im Vorfeld wäre uns die Vorfälle in Köln, Chemnitz und sogar Merkel selbst erspart geblieben.
        Von dem ein oder anderen Grüßaugust ganz zu schweigen.

        Das unterstützen Sie also?
        Bravo!

        Btw.:

        “Dafür kann Lobo herzlich wenig.”

        Ich habe schon länger den Verdacht, daß dieser Mann nicht dafür kann.

        Ich glaube,

  5. Ganz große Respektsbezeugung für Stefan Winterbauer, der unfehlbare Meinungspäpste wie Chebli, Bahner, Minkmar, Diez und Böhmermann respektlos daran erinnert, das man sich – auch für eine demokratisch gute Sache – nicht sprachlich radikalisieren darf.

    Der Krieg der Worte kann jederzeit in radikale Gewalt umschlagen, wie Straßenschlachten, brennende Asylheime und brennende Autos gleichermaßen zeigen. Und alle “Krieger” sind sich in ihrer Rage sicher, sie hätten radikal recht.

  6. Ein sehr guter Beitrag von Herrn Winterbauer. Es bleibt festzuhalten, dass die Eskalation der Worte von Seiten der politischen Elite begonnen wurde. Alle, die den einsamen Beschluss unserer Kanzlerin einer bedingungslosen Grenzöffnung für verantwortungslos hielten und diesen diskutieren wollten, wurden durch eine gnadenlose Front von Verbänden, Kirchen, Medien und Parteien niedergewalzt. Von diesem “breiten Bündnis” (ein schreckliches Wort, solche Bündnisse gibt es vor allem in totalitären Staaten) wurde Abweichler diffamiert, bei Arbeitgebern angeschwärzt und mit Begriffen wie “Pack”, “Nazis” und “Abschaum” tituliert. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung schamlos belogen wurde, was Ausbildungsstand und Eingliederungswillen der Migranten angeht. Kategorisch wurde ausgeschlossen, dass sich Straftäter und Terroristen und die “Schutzsuchenden” mischen könnten, da diese “ja nicht fliehen würden”. Kurzum: die mediale und politische Elite dieses Landes hat völlig versagt und schwere Schuld auf sich geladen. Statt innezuhalten und das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren wird scheinbar in den nächsten Gang geschaltet und zur Ausübung manifester Gewalt aufgerufen. Es scheint, als seien mächtige Gruppen in diesem Land an einem echten Bürgerkrieg interessiert.

    1. Vielleicht ist ihnen ja entfallen, dass eine selbsternannte Alternative kräftig bei der sprachlichen Verrohung mitgemischt hat und weiter mitmischt. Mag auch daran liegen, dass deren Sprachgebrauch auch bei ihnen Einzug gehalten hat. Es gab im Schengenraum keine Grenzöffnung durch Merkel, die Grenzen waren längst offen. Merkel hat entschieden, anderen EU-Mitgliedsstaaten Asylbewerber abzunehmen, was übrigens auch nach Dublin-Regeln möglich ist, um diese zu entlasten. Die angeblich so diskussionsfreudigen Merkelkritiker a la Pegida und Co haben auch nicht lange hinterm Berg gehalten, dass es da wenig Diskussionsgrundlage gab. Oder glauben sie ernsthaft, Leute wie Bachmann oder die Besorgten aus Heidenau oder Freital könnte man mit guten Argumenten zur Mäßigung bringen?

      1. “Merkel hat entschieden…”

        Kein großer Unterschied zu
        “…der Führer hat entschieden…”

        oder?

      2. Ich (und nicht nur ich) bezweifle, daß es sich bei Merkels Taten um Gutmenschlichkeit gehandelt hat.

        Weder ist Merkel zu menschlicher Empathie fähig, noch zu weitreichendem Denken.
        Ich denke, die Dame wird von außerhalb souffliert.

    2. Na, die Neonazis, die in Chemnitz auch auf der Straße waren, wollten bestimmt nicht diskutieren!

  7. totales Staatsversagen war beim Gipfel in Hamburg zu sehen. Dieser Staat muss gegen diese Chaoten mit gleichen harten Mitteln vorgehen. Diese Politiker sind doch alles Weicheier. Der kleine Mann, der sich sein Auto vom Munde abspart, muss zusehen, wie diese Chaoten es abbrennen? Man kann da nicht hart genug vorgehen. Wenn dann mal mit gleichen Mitteln zurück geschlagen wird, dann wird die Polizei verurteilt, weil die Politik keine “Eier” in der Hose hat dazu zu stehen.

  8. Es gibt noch Wunder.
    Meedia ist die verbale Hetze auf Seiten der “Guten” tatsächlich einen Bericht wert. Wobei man schon hofft, dass die Bilder zu den “Ausschreitungen” in Chemnitz – die Meedia ja offensichtlich vorliege- hier auch noch mal veröffentlicht werden. Man findet sie ja nirgendwo.
    Aber wichtiger ist wohl, dass die im Bericht erwähnten Hetzer und demokratische Vollidioten jetzt nicht auch noch zur Progrommen gegen die Meedia-Redaktion aufrufen. Bisher ein “demokratisches” Mittel um Konkurrenten loszuwerden.
    Und was soll Staatsversagen in Deutschland sein? Zu dämlich zur Grenzsicherung, zu dämlich zur Identitätserfassung, zur dämlich zur Kriminalitätsbekämpfung- und erfassung und zu dämlich zur Abschiebung und dem Vollzug von Recht. Naja, der Fisch stinkt eben vom Kopf. Ein genetisch degenierter Lügner und eine Demokratiefeindin sitzen dem Parlament vor und schwadronieren von Moral. Totales Staatsversagen eben.

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