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Wochenrückblick: Wie Veronica Ferres internationale Stars auf Twitter stalkt

Wenn der Julian Reichelt gemeinsam mit dem Moritz Hürtgen und der Vroni Ferres zu Springer nach Hamburg fliegen würde, gäbe es garantiert mächtig Beef auf Twitter
Wenn der Julian Reichelt gemeinsam mit dem Moritz Hürtgen und der Vroni Ferres zu Springer nach Hamburg fliegen würde, gäbe es garantiert mächtig Beef auf Twitter

Twitter und Bild-Chef Julian Reichelt, das ist die vielleicht gefährlichste Mischung seit Nitro und Glycerin. Jüngster Fall: ein Titanic-Gedicht. Veronica Ferres schmeisst sich auf ebendiesem Dienst an die internationale Prominenz ran. Ein Vize-Chefredakteur modelt. Und beim Abendblatt kann man sich nicht mehr so gut an die alten Springer-Zeiten erinnern. Die MEEDIA-Wochenrückblick-Kolumne.

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Wie es ein bizarrer Zufall will, folge ich auf Twitter der bekannten deutschen Schauspielerin Veronica Ferres. Sie legt bei dem Kurznachrichtendienst einen ähnlichen Elan vor wie ihr Mann, der Finanzinvestor Carsten Maschmeyer, der zumindest zeitweise Dienste der Diekmann/Jessen-Agentur Storymachine in Anspruch genommen haben soll. Genaueres weiß man nicht, da die Story-Maschinisten aus ihrem Kundenkreis ein großes Geheimnis machen. Aber zurück zur Twitter-Vroni: Die nahm diese Woche Andeutungen des britischen Schauspielers Idris Elba (“my name’s Elba, Idris Elba.”), er könne vielleicht doch der nächste James-Bond sein, zum Anlass, diesen via Twitter mal so richtig kumpelhaft anzuhauen:

“You’re such a grenade!” Und dann der dezente Hinweise, dass sie diesen “cool guy” very well kenne, da man ja die same agency share. Hashtag: England. Geht es eigentlich noch anbiedernder und peinlicher? Schwer vorstellbar. Der Lohn des Schleims: 1 Retweet, 2 Antworten. Von Idris Elba: kein Wort. Na sowas. Die Ferres ist da übrigens keine Einzeltäterin. Sie hat via Twitter u.a. auch schon Sean Penn, Reese Witherspoon, Arnold Schwarzenegger und JK Rowling gestalkt. Mit ähnlichem Erfolg. Elbas “my name’s Elba”-Tweet brachte es übrigens auf knapp 40.000 Retweets und über 5.000 Kommentierungen.

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Dass Bild-Chef Julian Reichelt auf Twitter eine kurze Zündschnur hat, ist nicht direkt ein Geheimnis in der Branche. So war es auch nicht überraschend, dass er auf ein Gedicht von Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen reagierte, der in gereimten Zeilen die Frage in den Raum stellte, ob der angebliche Ex-Leibwächter bin Ladens, Sami A., nicht in das Springer-Hochhaus fliegen wolle. Der gebremste Witz brachte Reichelt programmgemäß auf die Palme. Fast mehr noch regte ihn aber auf, dass der FAZ-Redakteur Patrick Bahners das Werk retweetete. Reichelt erklärte auf Twitter nun, Bahners propagiere den “Massenmord an Journalisten”. Man kann die Kirche auch im Dorf lassen. Außerdem schien Reichelt vergessen zu haben, dass er unlängst in anderer Sache belehrte, dass Retweets rein gar nix über eigene Befindlichkeiten aussagen. “RT-Gesinnungsfuror” nannte er das.

Am Rande notiert: Lustiger als das eigentliche Gedicht war, dass FDP-Chef Christian Lindner zu glauben schien, dass FAZ-Mann Bahners die Zeilen an Sami A. selbst verfasst hatte.

Fehlt es da etwa an digitaler Bildung, Herr Lindner!? Hashtag: Zwinkersmiley.

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Kollege Marcel Auermann ist ein Mann mit vielen Talenten. Er ist beim Weser Kurier stellvertretender Chefredakteur, Head of Digital und Lokalchef und nicht zuletzt Head of Top-Frisur. Folgerichtig arbeitet er ausweislich seines Xing-Profils nebenher als Model! Das Bild, das Hape Kerkeling einst in Gestalt von Horst Schlämmer vom typischen Lokalreporter entwarf, es ist ganz offensichtlich nicht mehr up to date.

Lokalreporter einst (links) und jetzt

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Shit happens! Kollege Kai-Hinrich Renner schrieb diese Woche im Hamburger Abendblatt über den Umzug von Springers Sport Bild-Redaktion von Hamburg nach München. Im Text war zu lesen, dass danach noch 200 Leute in der Hansestadt für Springer arbeiten würden. Das habe ein Sprecher so mitgeteilt. Gar so geschrumpft ist Springer in HH aber nun auch wieder nicht. Kurze Zeit später veröffentlichte das Abendblatt eine Korrektur: Es sind tatsächlich rund 1.500 Mitarbeiter.

Das hätte der betreffende Sprecher natürlich wissen können. Das Abendblatt aber auch. Immerhin gehörte die Zeitung selbst mal zu Springer Hamburg. Tempi passati.

Schönes Wochenende!

PS: In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “Die Medien-Woche” spreche ich mich meinem Kollegen Christian Meier von der WELT über die Diskussion rund um das ZDF-Sommerinterview mit AfD-Chef Alexander Gauland. Wir diskutieren über die Nebentätigkeiten der ZDF-Journalistin Dunja Hayali und es geht um die Frage, ob es OK ist, dass die Deutsche Welle weitgehend auf Nutzerkommentare verzichten will (Spoiler: Ist es nicht!) Viel Spaß beim Reinhören.

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