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Titanic will „Massenmord“-Gedicht an Springer-Hochhaus projizieren – hat aber keinen Beamer

Hat ein Gedicht geschrieben, das die Titanic nun an die Fassade des Axel-Springer-Gebäudes projizieren will: Satiriker Moritz Huertgen

Bei Springer ist man sauer, weil FAZ-Redakteur Patrick Bahners kommentarlos ein Titanic-Gedicht retweetet hat, in dem Sami A. gefragt wird, ob er nicht mit einem Flugzeug ins Axel-Springer-Hochaus fliegen wolle. Dass die Aufmerksamkeit bei Bahners und nicht der Titanic selbst landet, scheint die Satiriker zu jucken. Jetzt wollen sie ihr Gedicht an die Fassade des Springer-Hochhauses projizieren. Nur fehlt das Equipment.

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In einem Facebook-Posting kündigt die Titanic-Redaktion an, das Gedicht „als Zeichen für die Freiheit von Kunst und Poesie“ an die Fassade des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin zu projizieren.

Die Titanic hatte in dieser Woche unter dem Titel „Für Osama bin Ladens Leibwächter“ ein Gedicht von Moritz Hürtgen veröffentlicht, in dem Sami A., der als mutmaßlicher Ex-Bodyguard des damaligen Al Quaida-Chef gilt, gefragt wird, ob er nicht lieber ins Springer-Hochhaus fliegen wolle anstatt in Einzelhaft. Sami A. wurde vor einigen Wochen von Deutschland nach Tunesien abgeschoben, muss nun aber wieder zurückgeholt werden.

Das Satire-Gedicht kam nicht überall gut an, schon gar nicht bei Mitarbeitern des Verlagshauses. Viel mehr als das Stück erzürnte sie aber, dass FAZ-Redakteur Patrick Bahners das Gedicht via Twitter kommentarlos weiterverbreitet hatte. Bild-Chef Julian Reichelt warf dem Journalisten vor, unter dem Deckmantel der Satire zum „Massenmord an Journalisten“ aufzurufen. Sogar der Deutsche Journalisten-Verband springt dem Bild-Chef zur Seite.  „Ich glaube nicht, dass Journalisten darüber lachen können. Auch nicht diejenigen, die die Bild und Julian Reichelt nicht besonders mögen“, sagt Sprecher Hendrik Zörner. „Wir Journalisten stehen ohnehin schon im Fokus von Hate Speech-Verfassern und Autokraten in höchsten Staatsämtern. Da brauchen wir nicht auch noch den Aufruf zum Massenmord unter dem Deckmantel der Satirefreiheit.“

Problem bei der nun angekündigten Titanic-Aktion: Das jüngst eingeführte Paid-Produkt Titanic Gold wirft offenbar noch nicht genug Erlöse ab, die eine solche Aktion finanzieren könnten. Denn: „Wer die Aktion unterstützen will und/oder über entsprechende Technik verfügt, wendet sich bitte an die Redaktion“, schreibt die Redaktion in ihrem Facebook-Posting weiter.

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