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ZDF-Journalistin Dunja Hayali: Werbeauftritte für Glückspielautomaten, Pharmabranche und Amazon

"Journalismus auf der Bühne" oder PR-Nebentätigkeit: Dunja Hayali im Einsatz für die Automatenindustrie

Prominente Gesichter von ARD und ZDF, die privat lukrativen Nebentätigkeiten nachgehen, sind kein neues Phänomen. Aktuell greift das NDR-Medienmagazin „Zapp“ die Nebentätigkeiten von ZDF-Aushängeschild Dunja Hayali auf, die fleißig Jobs für die Wirtschaft annimmt, u.a. für die Deutsche Automatenwirtschaft, den Pharmakonzern Novartis oder Amazon. Hayali selbst sieht darin kein Problem. Ihr Journalismus sei „auf der Bühne“ genauso kritisch wie im TV, meint sie.

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„Meine erste Reaktion war: Das machst du auf gar keinen Fall. Meine zweite Reaktion war: Das machst du auf gar keinen Fall.“ Mit diesen Worten beginnt Dunja Hayali im „Zapp“-Beitrag ihren Auftritt bei der Deutschen Automatenindustrie. Gemacht hat sie es dann doch, weil sie sich „den eigenen Vorurteilen stellen“ wollte. Völlig überraschend kam die ZDF-Journalistin dann zum Schluss, dass sich in der Automatenbranche sehr viel Positives getan hat und diese nun gar nicht mehr so schmuddelig sei. Mit entsprechenden Hayali-Statements werben Verbands-Medien der Automaten-Industrie, wie „Zapp“ dokumentiert.

Hayali selbst sieht in ihren Engagements für die Wirtschaft kein Problem. Gegenüber „Zapp“ sagt sie: „Ich sehe für meine Person keinen Interessenskonflikt, so lange ich auf der Bühne bei jeder Fachtagung, bei jedem Fachkongress das tue, was ich auch sonst tue: kritischen Journalismus, unabhängig, fair, respektvoll, den Finger in die Wunde legend.“ Und später: „Ich bin nicht käuflich.“ Das Honorar für den Auftritt bei der Automatenindustrie habe sie gespendet.

„Zapp“ zitiert dann noch den Journalismus-Professor Volker Lilienthal. Der erklärt, dass es selbstverständlich kein Journalismus ist, wenn man bezahlt auf einer Industrieveranstaltung auftritt und in vorgegebenem Rahmen mit vorgegebenen Gesprächspartnern spricht. Eigentlich erstaunlich, dass Hayali da nicht selbst drauf kommt. Weitere Auftraggeber Hayalis in jüngerer Zeit waren laut „Zapp“: der Pharmakonzern Novartis, BMW, der Deutsche Beamtenbund, die Deutschen Stahlindustrie, die Amazon Academy und der Deutscher Handelskongress. Es kommt einiges zusammen. Die Firmen und Verbände werben auf eigenen Homepages und in Veröffentlichungen mit der prominenten ZDF-Frau, die vor kurzem für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Hayali ist beim ZDF als freie Mitarbeiterin beschäftigt, darf solche Nebentätigkeiten also prinzipiell  annehmen. Als sendungsprägendes Gesicht muss sie diese Job beim ZDF allerdings in der Regel angeben. In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Ärger wegen Nebentätigkeiten von bekannten TV-Gesichtern. Die „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers geriet mal in die Kritik, weil sie Werbung für McDonald’s machte. Ihr Kollege Jan Hofer  trat schon mal bei einer Betriebsfeier des deutschen „Automatenkönigs“ Gauselmann auf.

Dunja Hayali gehört beim ZDF zum festen Moderationsteam des „Morgenmagazins“. Außerdem hat sie beim Zweiten eine eigene Talkshow unter ihrem Namen.

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