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“Massenmord an Journalisten” – Bild-Chef Julian Reichelt kriegt die Twitter-Wut, weil ein FAZ-Redakteur ein Titanic-Gedicht retweetet

Julian Reichelt wirft dem FAZ-Redakteur Patrick Bahners vor, mit einem Retweet den “Massenmord an Journalisten” zu unterstützen
Julian Reichelt wirft dem FAZ-Redakteur Patrick Bahners vor, mit einem Retweet den "Massenmord an Journalisten" zu unterstützen

Die Titanic hat ein Satire-Gedicht für Sami A., dem mutmaßlichen Ex-Bodyguard von Osama bin Laden geschrieben, in dem auch die Berichterstattung der Bild-Zeitung erwähnt wird. Darin fragt der Autor, ob Sami A. nicht mit einem Flugzeug ins Springer-Hochhaus fliegen wolle. Bild-Chef Julian Reichelt wirft einem FAZ-Redakteur nun vor, "Massenmord an Journalisten" durch einen Retweet zu unterstützen – eine eigenartige Form der Twitter-Schizophrenie.

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Die Titanic hat es mal wieder auf ihr “Lieblings”-Medium, die Bild-Zeitung, abgesehen und es prompt geschafft, dessen Chefredakteur Julian Reichelt auf die Palme zu bringen. Dieses Mal hat die Titanic ein Gedicht an Sami A., dem mutmaßlichen Ex-Leibwächter des toten Al Quaida-Anführers Osama bin Laden, geschrieben. Sami A. wurde vor einigen Wochen aus Deutschland nach Tunesien abgeschoben, muss nun aber auf Anordnung der Justiz wieder zurückgeholt werden.

In dem Gedicht geht Autor Moritz Hürtgen, der die Bild vor einigen Wochen mit dem #miomiogate vorführte, auch auf die Berichterstattung der Bild ein und stellt letztlich die Frage, ob Sami A. – der Leibwächter des Terroristen, der für den Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 verantwortlich war – statt in Haft zu gehen nicht lieber in das Springer-Gebäude in Berlin fliegen wolle.

Für Osama bin Ladens Leibwächter
von Moritz Hürtgen

Heute hier und morgen da,
kurz gelandet, abgehoben.
Jeden Tag, mein Sami A.,
wirst du x-mal abgeschoben.

Netflix bietet dir den Deal:
zwölf Millionen für dein Leben!
Doch du fliegst einfach zu viel,
kannst die Unterschrift nicht geben.

Gratis-“Bild”, Tomatensaft:
Julian Reichelt wird dich kriegen.
Willst du statt zur Einzelhaft
nicht ins Springerhochhaus fliegen?

Das mögen manche Leser lustig finden. Andere nicht. Führende Springer-Leute gehören eher zur zweiten Gruppe – doch scheint sie eine andere Sache in diesem Zusammenhang stärker zu erzürnen. Nämlich ein Retweet. Getätigt wurde er von Patrick Bahners, Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). “der von der postet ein gedicht der , in dem sami a. aufgefordert wird mit einem flugzeug in das springerhochhaus zu fliegen. eine bemerkenswerte form von kollegialität”, twitterte Welt-Chef Ulf Poschardt.

Auf den Plan ruft die Aktion wenig überraschend auch Bild-Chef Julian Reichelt (er und Bild wurden für die Berichterstattung über Ex-Nationalspieler Mesut Özil zuletzt massiv von Bahners kritisiert). Der Bild-Chef schrieb: “Unter dem Deckmantel der Satire propagiert „Kollege“ den Massenmord an Journalisten.”

Tut Bahners das? Was hat ein unkommentierter Retweet zu bedeuten? Nichts. So zumindest äußerte sich Julian Reichelt selbst noch vor ein paar Monaten, wie ihm im Social Web auch sofort entgegengehalten wird.

Im März war Reichelt für das Retweeten eines rechten Twitter-Accounts kritisiert worden. Der Bild-Chef verteidigte sich damals damit, dass die unkommentierte Weiterverbreitung nicht gleich eine “politische Unterstützungsbekundung” sei. Er zeigte sich verwundert darüber, “wieso Zitierungen hier gleich solche Wutwellen auslösen”.

Eine merkwürdige Twitter-Schizophrenie.

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Alle Kommentare

    1. Prototyp Schulhofschläger: Schwächere schlägt er gerne, der Kevin Reichert, wenn er ganz sicher ist, dass sie sich nicht wehren können. Aber wenn er dann selber mal aufs Korn genommen wird, rennt er heulend zu Mami und hängt sich an deren Rockzipfel.

      Friedes Rock dürfte schon ziemlich durchfeuchtet sein.

  1. Ich muss den Kollegen von Bild + Welt beispringen – es ist ein “Ungeheuer von Gedicht”.

    “Wir haben die Tendenz, die Auswirkungen von Technologie zu überschätzen, sie aber langfristig zu unterschätzen! – Roy Amara 1925-2007

    Zitiert nach:
    Philippe Wampfler
    Generation »Social Media«:
    Wie digitale Kommunikation Leben, Beziehungen und Lernen Jugendlcher verändert.

    Wenn nun diese Jugendlichen in Redaktionen von Satireblättern hineinwachsen, entsteht eine von neuronalen Erregungs- und Selbstbelohnungsmustern angetriebene Lust an der Dissipation.

    Aus jeder Tragödie wird eine Chance:
    https://youtu.be/fyhn1twxjHg

    … und plötzlich stecken wir mitten drin im moralischen Dilemma:

    Zeigen und verbreiten …. Auflage steigern … oder Innehalten?

    Ich habe mich entschieden, keinen Twitter-Account zu unterhalten, und lieber die Minuten- und Stunden-Distanz zu einer Botschaft zu suchen, in der jenes untrügliche Gefühl von Kongruenz zwischen Analyse, Urteil und Wortwahl entsteht!

    Stattdessen werde ich es am Wochenende in der Pankower Allgemeine Zeitung richtig krachen lassen, und einen weißen Elefanten im Raum vorführen!

  2. Ach diese modernen Zeiten und ihre Wunder, jetzt soll es sogar schon Journalisten im Springer Hochhaus geben. Wahrlich interessante Zeiten in denen wir leben.

  3. Satiregedicht? Wenn man bei der Titanic dem islamistischen Gesinnungsgenossen gerne einen Gefälligkeitsblowjob verpassen will, um der Springer-Presse und Deutschlands einen auszuwischen, hat das sicher nichts mit Satire zu tun. Es steht Satire drauf, enthält aber nur primitive Scheisse.

  4. Der Pawlowsche Reflex der linksversifften Journaille funktioniert noch, wenn es gegen die Springerpresse geht.

    1. Springer PRESSE ? Hä ? Reichelt ? Presse ? In einem Satz? Der dumpfe Geselle ? Tja – in einer Welt in der die FAZ (!!!) als links gilt- ist der Reichelt natürlich ein Journalist (im Feldbett).

  5. Also- der Mann schläft auf einem Armee- Feldbett. Und ist auch sonst etwas wirr unter dem Springer- Stahlhelm. Wegtreten !

  6. Ach ja, die Titanic-Redakteure. Das Lumpenproletariat der deutschen Gesinnungsjournalisten.

  7. Versteht ihr wirklich nicht den Unterschied der beiden Retweets und die Diskussion darum? Seltsam.

    Im Fall von Reichelt ging es in der Kritik um den fragwürdigen ABSENDER des Original-Tweets, den er retweete. Die Diskussion drehte sich darum, ob man sich mit dem Retweet den politischen Überbau des Originalabsenders zu eigen macht oder nicht. Ob das schon eine „politische Unterstützungsbekundung” sei oder nicht.

    Im Fall von Titanic geht es um den – mäßig geschmackvollen – INHALT des Original-Tweets. Nicht um den politischen Überbau des Absenders. Natürlich nicht. Das wäre ja auch Unfug.

    Das sind zwei völlig verschiedene Sachlagen, die nicht zu vergleichen sind und eben kein Fall von Schizophrenie.

    1. DAS würde Reichelt alles nie verstehen. Der will nur wieder von seinem Feldbett aus ins Horn zur Attacke blasen. Der ist doch völlig sinnfrei- der ganze Mann…

  8. Ich frage mich:

    Wenn es nicht das Springer-Hochhaus gewesen wäre, sondern z. B. das Gebäude des Handelsblattes – wäre dann hier auch ein so “verständnisvoller” Meedia-Artikel erschienen und hätte?

    Und hätte man, wenn zB. Herr Steinhart das dann kritisiert hätte auch von einer angeblichen “Twitter-Schizophrenie” gesprochen?

    Ihr messt mit zweierlei Maß und seit deshalb unglaubwürdig. – Nicht nur bei dieser Sache hier.

  9. Ich hefte diesen Thread unter der Rubrik “reaktive neuronal-digitale Scheißprozesse” ab!

    Zeit, Lebenszeit, Systemzeit, Energie, Planetenzeit und Reputation wurde verbraucht.

    Twitter macht wahnanfällig!

  10. Wenn Teile der Antifa auf Demonstrationen oder im Netz fordern „Bomber Harris, do it again“, also den Tod von Hunderttausenden Dresdenern einfordern, weil es dort systemkritische Demos gibt, dann juckt das unsere Journalistenjünger nicht die Bohne.
    So sieht pure Heuchelei aus….

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