Partner von:
Anzeige

Trumps “dreckiger Krieg” gegen Medien: Über 100 lokale US-Medien planen Aufruf für freie Presse

Die Boston Globe rief zum Widerstand gegen Trump-Attacken auf
Die Boston Globe rief zum Widerstand gegen Trump-Attacken auf

Mehr als 100 Zeitungen in den USA werden am Donnerstag Editorials zu Trumps Medien-Attacken veröffentlichen. Die vom Boston Globe koordinierte Aktion soll Trump auffordern, den "dreckigen Krieg gegen die Medien" zu beenden. Jede Zeitung wird ein eigenes Statement zu dem Thema herausgeben. Neben kleinen Lokal-Blättern nehmen an der Aktion auch große Medien wie Houston Chronicle, Miami Herald oder Denver Post teil.

Anzeige

Die US-Tageszeitung Boston Globe, die zu der Aktion aufgerufen hat, war selbst bereits Ziel von Trumps Medien-Attacken. Trump, damals noch Präsidentschaftskandidat, empörte sich 2016 über einen Satirebeitrag der US-Zeitung und beschimpfte das Blatt als “dumm“ und “wertlos”. Der Globe hatte zuvor über fiktive Handelskriege und Szenarien berichtet, die die Umsetzung von Trumps Wahlkampfforderungen vorwegnehmen.

Der nun gestartete Aufruf steht unter dem Titel “This dirty war on the free press must end” (“Der dreckige Krieg gegen die freie Presse muss enden”). Die American Society of News Editors, eine Mitgliederorganisation für Redakteure, sowie weitere Organisationen unterstützen den Aufruf. Mittlerweile sollen laut CNN über 100 große und kleine Redaktionen an der Aktion teilnehmen und am Donnerstag gleichzeitig ihre Statements veröffentlichen.

Das Gros der Teilnehmer sind kleinere (Wochen-)Zeitungen im Lokalen. Dazu machen auch der Houston Chronicle, die Miami Herald oder die Denver Post mit. Überregional bekannte Zeitungen wie die Washington Post oder die New York Times nehmen (noch) nicht an der Aktion teil. In ihren Statements wollen die Teilnehmer unter anderem schreiben, welche Auswirkungen die Presseattacken des Präsidenten auf ihre Arbeit haben und dazu auffordern, dagegen vorzugehen.

Anzeige

Die Aktion zeigt zugleich die Solidarität, die unter den US-Medien besteht. Sichtbar wurde diese zuletzt, als das Weiße Haus eine CNN-Reporterin von einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausgeschlossen hatte. Mehrere Medien, sogar der sonst Trump-freundliche US-Sender Fox News, veröffentlichten daraufhin Statements zu dem Thema.

(rt)

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Solidarität der Medien? Gegen wen?
    Das Volk?

    Journalismus als Opposition zum Souverän?
    Spannende Vorstellung.

    Immerhin ist Trump der erste Präsident der USA , der das vollständig gegen die Medien wurde.
    Nicht auszudenken, wenn der Mainstream dort so für ihn getrommelt hätte wie daß das deutsche Pedant in Deutschland für Merkels Politikvorstellungen macht.
    Ein Zweidrittel-Mehrheit hätte er dann locker geholt.

    Und ich weiß selbst noch nicht genau, ob Trump Regen oder Traufe wäre, wenn man ihn sich für Deutschland wünschte.
    Aber viel schlimmer kanns hier nicht mehr werden.

    1. Schräge Darstellung, das gemeinsame Vorgehen der Medien gegen Trumps dreckige Bestrebungen, die freie Presse zu diskreditieren und möglichst mundtot zu machen, als “Solidarität gegen das Volk” darzustellen. Zunächst einmal ist Trump nicht “das Volk” – wie Sie wissen, vertritt er Dank des amerikanischen Wahlrechts weit weniger als die Hälfte des US-Volkes. Zweitens ist er selbst nachweislich die größte Fake-News-Schleuder im Amt eines Präsidenten. Dagegen Stellung zu beziehen, gehört zu den wesentlichen Aufgaben einer freien Presse.
      Ihre Darstellung, dass er “vollständig gegen die Medien” Präsident wurde, ist ebenso absolut falsch – Fox News ist ein durchaus quotenstarker Sender, der Trump während des Wahlkampfs treu zur Seite stand, egal, welchen kruden Blödsinn er verbreitet hat.

      Ihre Bewunderung für Trump ist mir ehrlich gesagt ein absolutes Rätsel. Auch ohne großartiges politisches Wissen ist gut erkennbar, dass er ein egozentrischer Despot ist, der sich einen Dreck um Bündnispartnerschaften und stabile politische wie wirtschaftliche Beziehungen schert. Er ist durchaus dazu in der Lage, unser gesamtes System zu destabilisieren, was in erster Linie erst einmal die Despoten auf der anderen Seite wie vor allem Putin freut. Und egal, wie man zu diesem System steht (ich bin weit davon entfernt, es zu glorifizieren), wird das jetzt schon erkennbar zu gravierenden geopolitischen Verwerfungen, Handelskriegen, neuen Bündnissen und neuen Kriegsschauplätzen führen. Die Folgen hiervon sind für uns in Mitteleuropa noch gar nicht abschätzbar. Die Vermutung liegt aber nahe, dass es um einiges ungemütlicher werden könnte und mit unserem Wohlstand möglicherweise bergab geht. Daher würde ich Ihrem letzten Satz vehement widersprechen: Es kann durchaus noch viel schlimmer werden, noch geht es uns verdammt gut!

      1. Das alternativlose Herumreiten auf dem amerikanischen Wahlrecht nervt nur noch.
        Es ist, wie es ist und Trump hat nach diesen Regeln gewonnen.

        Hätte er keinen Rückhalt bei den Wählern, wäre er auch mit diesem Wahlrecht nicht Präsident gewonnen.

        Wir können ja mal im Gegenzug ausrechnen, wieviel Deutsche tatsächlich hinter Merkel stehen, wenn man die Nichtwähler und die Koalitionspartner rausrechnet.
        Da bleiben keine 20% für die Durchsetzung der laufenden Umvolkung.
        Und selbst bei denen gehe ich von mindestens 50% “sowiesoimmerCDU”-Wählern aus, die die Wahl nicht als politische Meinungsäußerung begreifen, sondern als Folkloreveranstaltung, sie am besten immer so abläuft wie eben immer.
        Quasi “Dinner for one” an der Urne.

        Wo Sie eine Bewunderung für Trump bei meinen Beiträgen herausgelesen haben wollen, bleibt wohl auch Ihr Geheimnis.
        Ich halte den Mann für einen Nabob und Depp.

        Aber es freut mich regelmäßig, wenn er den richtigen Leuten aufs Maul haut.

      2. Richtig, das Wahlrecht ist wie es ist – über die Rechtmäßigkeit von Trumps Wahl brauchen wir nicht diskutieren. Dennoch ist es falsch, wenn Sie es so darstellen, als ob Trump die Mehrheit des amerikanischen Volkes vertreten würde. Das trifft absolut nicht zu, auch wenn man dabei die Nichtwähler völlig außen vor lässt.
        Und was unsere Regierung betrifft: Nichtwähler finden eben auch bei unserem Wahlsystem keine Berücksichtigung, darüber brauchen wir ebenso wenig lamentieren. Da es glücklicherweise keiner Partei zur absoluten Mehrheit reicht, gibt es (wechselnde) Koalitionen. Und wenn die beiden großen Volksparteien so weiterwurschteln, wird es wohl bald ein Splitter-Parlament mit etlichen Parteien zwischen 5 und 20 Prozent sowie neuen Machtoptionen jenseits der ungeliebten GroKo geben. Einfacher wird das für die Regierungsbildung nicht, aber hoffentlich spannender. Ich hätte auch nichts gegen eine Minderheits-Regierung, die bei jeder entscheidenden politischen Frage neue Bündnispartner gewinnen muss. Das könnte auch mal wieder eine offene Diskussionskultur im Parlament fördern. Deppige Schlagwörter der Ultrarechten wie “Umvolkung” dürfen dabei aber gerne in den Weiten des Alls verhallen.

      3. Weitgehende Übereinstimmung.

        Ihre Blockade liegt nun aber darin, daß Sie Sachverhalte dann ignorieren möchten, wenn sie von den “Falschen” ausgesprochen werden.
        “Umvolkung” ist nämlich das einzig treffende Wort für das, was sich in dieser Realität abspielt.

        Gerade gestern war ich seit einigen Jahren zum ersten Mal wieder in meiner ländlichen Heimatstadt nahe der holländischen Grenze, wo jetzt auf den Straßen zu zwei Dritteln männliche junge Nordafrikaner oder Schwarze pulkweise herumlungerten.
        Zu Dutzenden und in der Mehrheit gegenüber allen anderen dort verkehrenden Deutschen.
        Da lasse ich mir auch kein subjektives “Gefühl” mehr einreden.

        Wovon wollen die leben? Wer soll die ernähren?
        Wer soll für die die Beine breit machen, wenn diese Lust verspüren? Frauen gleicher Ethnie waren da weit und breit keine.
        Oder glauben Sie, das löst sich irgendwie alles von selbst in Wohlgefallen auf?

        Die berechtigte Wut der Bürger, die seit Jahren diese Fragen stellen und für die die Medien außer Häme und Spott (“Wutbürger”, “besorgte Bürger”) keinerlei Antwort geben als das Mantra unserer ostdeutschen Schwadrone “…wir schaffen das…” hat doch erst den Begriff “Lügenpresse” geprägt.

        Nix schaffen wir!
        Wir werden in den Allerwertesten gekniffen.
        Und wenn ich sage “wir”, beziehe ich Sie mit ein.
        Oder glauben Sie, der Kelch geht an Ihnen vorbei und Sie können in der gewaltsam veränderten Gesellschaft weiterleben wie bisher?
        Und das Einzige, was sich für Sie änderte, wäre das Rufen des Muezzins statt der Kirchenglocken und daß Ihr Busfahrer auf einmal ein Farbiger ist?

        Die Leute, die gegen diese Umvolkung angehen, haben sich schon ihre Gedanken gemacht.
        Und die haben weder was mit den linksextremistischen Schmähausdrücken “Rassismus” noch “Fremdenfeindlichkeit” etwas zu tun.

        Solche Vorwürfe sind völlig eindimensional und zeigen nur die Kurzsichtigkeit oder Verblendung derjenigen, die sie benutzen.

      4. @Ben: Um auch Ihren Kommentar von weiter unten aufzugreifen – ich ignoriere die von Ihnen angsprochenen Sachverhalte nicht und verschwende tatsächlich nochmals ein wenig Lebenszeit, um mit Ihnen zu diskutieren. Ist ja durchaus auch nicht ganz uninteressant 😉 Nur komme ich eben zu anderen Schlussfolgerungen. Die Situation, die Sie aus Ihrer ländlichen Heimatstadt geschildert haben, mag sich ja so abgespielt haben und dürfte damit zu tun haben, dass die genannten Afrikaner nur ein vorläufiges Bleiberecht und keinerlei Arbeitsgenehmigung besitzen. Also schlagen sie irgendwo die Zeit tot, während andere malochen und indirekt für deren Unterhalt aufkommen. Dass dies für beide Seiten auf Dauer kein tragbarer Zustand ist, ist klar. Deshalb braucht es beschleunigte Verfahren mit klarem Ergebnis: entweder direkte Abschiebung oder längerfristiges Asyl/Bleiberecht mit Arbeitsgenehmigung – Hilfsjobs gibt es genügende, die unter den Deutschen kaum noch einer machen will.
        Klar ist auch, dass sich die Zahlen aufgenommener Immigranten künftig in vernünftigen Grenzen bewegen müssen – da hat Merkel den größten Fehler ihrer Regierungszeit begangen. Wo diese Grenzen liegen sollten, ist offen zu diskutieren, aber eben nicht mit ideologischen Kampfbegriffen wie “Umvolkung”. Keine Sau (außer vielleicht ein paar deppiger Antifas) will eine “gewaltsam veränderte Gesellschaft”, schon gar nicht die konservative Union. Diese Unterstellung aus der Ecke rechtslastiger Querköpfe halte ich nach wie vor für Stuss.

        Mit dem schwarzen Busfahrer hätte ich übrigens keinerlei Probleme, er ist möglicherweise in dritter Generation Deutscher und zuverlässiger und freundlicher als der hellhäutige Kollege. Der Muezzin würde mich um 6 Uhr morgens aber genauso nerven wie die Kirchenglocken – bei Ruhestörung ist mir die Konfession schnurzegal.

      5. Schwabenpfeil: “Deshalb braucht es beschleunigte Verfahren mit klarem Ergebnis: entweder direkte Abschiebung oder längerfristiges Asyl/Bleiberecht mit Arbeitsgenehmigung – Hilfsjobs gibt es genügende, die unter den Deutschen kaum noch einer machen will.”

        Pures Wunschdenken. Von den Hunderttausenden abgelehnten Asylbewerbern werden nur wenige Zehntausend abgeschoben. Jeder angenommene Asylbewerber hat mittlerweile automatisch eine Arbeitsgenehmigung. Trotzdem liegt die SGB2-Hilfequote (also vulgo die “Hartz-4-Quote”) bei den seit 2015 Zugewanderten aus den sogenannten “Asyl-Hauptherkunftsländern” bei zwei Drittel. Jeden Sommer werden in Deutschland Saisonarbeitskräfte als Erntehelfer gebraucht, aber für sind sich die Herren Zuwanderer offensichtlich zu fein, obwohl die Arbeit kaum Sprachkenntnisse oder sonstige Qualifikationen erfordert. Ist einfach nur harte Feldarbeit. Die meisten Saison-Erntehelfer kommen weiterhin aus den EU-Mitgliedsstaaten in Osteuropa und im Sommer 2018 wurde sogar diskutiert, noch zusätzliche Erntehelfer aus der Ukraine (!) anzuwerben weil die Stellen in Deutschland nicht besetzt werden konnten.

        Die Migration, über die Sie sich so freuen, führt größtenteils in die Sozialsysteme, nicht in den Arbeitsmarkt.

    2. @RTE2018: Ich stimme Ihnen zu, das ist nach dem heutigen Stand tatsächlich Wunschdenken, da liegt noch vieles im Argen. Um Asylanten zu sinnvoller Arbeit zu bringen, müsste es ein viel stringenteres System aus “Fordern und Fördern”. Im Sinne von: Ihr habt die Chance, euch hier einzubringen und was Sinnvolles zu machen, was auch eure Akzeptanz fördert, ihr müsst dafür aber auch die Bereitschaft aufbringen, die Sprache zu lernen, unseren Lebensstil zu achten und zu respektieren (was nicht bedeutet, ihn selbst unbedingt zu 100 Prozent zu kopieren), und Leistung zu bringen.
      Im Gegensatz zu Ihnen bin ich mir aber sicher, dass dies mit vielen Immigranten möglich wäre, wenn man ihnen die Chance dazu gibt und erst mal auf die richtige Spur setzt – völlig unabhängig von Hautfarbe und Religion. Den Menschen dies aufgrund ihrer Herkunft ganz pauschal von vorneherein abzusprechen, ist nichts anderes als dumpfer Rassismus.
      Sie irren sich übrigens, wenn Sie meinen, dass ich mich über die Migration freue. Das Gegenteil ist der Fall, ich sehe ebenso die Probleme, die eine massenhafte Zuwanderung hervorbringen. Menschen aus einem fremden Kulturkreis wirklich zu integrieren, ist eine schwierige Aufgabe, keinesfalls ein Selbstläufer, aber auch keine Unmöglichkeit. Generell wäre es mir aber auch lieber, wenn die Leute in ihren Herkunftsländern eine vernünftige Lebensperspektive hätten. Wäre diese vorhanden, dann würden sie sich garantiert nicht auf diesen teuren, lebensgefährlichen und ungewissen Weg machen. Diese Perspektive zu schaffen ist allerdings ein Mammutprojekt und eine der großen Zukunftsaufgaben der westlichen Welt, sonst werden bald nicht mehr wenige Millionen, sondern zig Millionen vor unseren Grenzen stehen, ganz egal, wie hoch die Einreisehürden sind. Es ist einfach naiv, zu glauben, dass die Leute wieder umdrehen, sobald keine Seenotrettung mehr auf dem Mittelmeer unterwegs ist.

  2. Lach – und unsere Merkel-Haltungspresse vertreten durch Regierungssprecher Giovanni schließt sich diesem Aufruf für freie Presse selbstverständlich geschlossen an.

  3. Die Medien sind das Sprachrohr der Superreichen und vertreten deren Agenda. Bestes Beispiel ist der Jeff Bezos und Washington Post. Hier noch von freier Presse zu Sprechen ist doch ein Witz. Die Harvard Studie ist ein Beweis für die perverse Haltung der Medien, was eigentlich schon jeder wusste. Noch nie wurde ein Präsident so schlecht behandelt. Natürlich toppt die ARD wieder alles. Lügenfunk at its best.

    https://www.heise.de/tp/features/98-Prozent-der-wertenden-ARD-Berichterstattung-zu-Donald-Trump-eindeutig-negativ-3721738.html

    Selbst über Bush Junior wurde besser berichtet und der hat tausende von irakischen Kinder auf dem Gewissen.

    1. Ihnen ist aber schon klar, dass Trump selbst zu den Super-Superreichen gehört und sich dennoch auch kleine Medien, die längst nicht alle in der Hand solcher Potentaten sind, eine eigene Meinung leisten. Trumps Getwittere ist Fake-News at its best, das lässt sich bei nüchterner Betrachtung der Fakten kaum bestreiten.
      Dass auch Bush Junior Bullshit gemacht hat und die internationale Presse an der Nase herumgeführt hat, ist historische Tatsache, da wird wohl kaum einer widersprechen. Das lässt Trump aber in keiner Weise besser dastehen.

  4. Die Medien stellen die Machtfrage.

    Direkte Folge davon, daß in den USA ein Präsident neuerdings wagt zu fordern, von den Medien objektiv behandelt zu werden auch dann, wenn er aus dem Konsens des Establishment ausschert.

    Genau deswegen ist er übrigens gewählt worden. genau so sieht Demokratie aus.

    In der EU/BRD verhält sich dies ja bekanntlich anders.

    1. Sie nennen es “Konsens des Establishments”, wenn die Medien gegen Trump Stellung beziehen. Man könnte es aber auch “Konsens der Vernunft” nennen, wenn man nicht die Haltung eines irrlichternden, in etlichen Bereichen ultra-reaktionären Präsidenten vertritt, der Bündnisse zerschlägt, gigantische Handelskriege heraufbeschwört und die eigene Wirtschaft ins 19. Jahrhundert zurückbefördert.

      1. Kurzum:
        Nicht das tut, was Sie von Ihm verlangen.
        Nämlich gegen die linksgehypte Clinton die Wahl verloren zu haben.
        Wo sich doch alle , Claus Kleber mit wehender Fahne vorneweg, so sicher waren.

        Das ist es doch, was Sie ärgert.

      2. Nein Ben, dass Clinton die Wahl verloren hat, ärgert mich keineswegs. Linksgehypt ist die Dame übrigens nur dann, wenn man aus ultrarechter Perspektive alles jenseits des eigenen politischen Spektrums als links betrachtet – also auch das konservative politische Establishment der USA oder das bürgerliche Lager Deutschlands.
        Was mich eher ärgert, ist dass die Alternative zu Clinton ausgerechnet solch eine reaktionäre Hassfratze wie Trump sein muss und dieser in rechten Kreisen Deutschlands auch noch Fürsprecher findet. Dabei müsste mittlerweile auch jedem halbwegs vernunftbegabten Deutschen klar sein, dass dieser Egomane nichts Gutes für uns bedeutet.

      3. @Schwabenpfeil:

        “Konsens des Establishment”, und “Konsens der Vernunft” das ist hierbei dasselbe. Jedes Establishment wird sich als vernünfig bezeichnen.

        Das Problem dabei: die jeweilige Gegenseite macht ebenfalls geltend, vernünftig zu sein. Offenbar ist Vernunft kein Kriterium, welches alleine nur einer der Seiten zur Verfügung steht. Die notwendige Einsicht hierin fehlt Ihnen offenbar.

        Kein Grund zur vorschnellen Besorgnis, denn diese Einsicht fehlt bei fast allen. Die erste Konsequenz daraus für Sie persönlich: Sie sind kein Demokrat. Macht nichts, denn die anderen sind ja auch keine Demokraten.

        Demokraten wissen 1) , daß sie eine Meinung haben und sie hoffen 2). daß ihre Meinung zutreffend ist. Also durch das, was sie unter Vernunft begreifen gestützt wird.

        So etwas kann man, wie gesagt, grundsätzlich nur hoffen.

        Sämtliche in der Zukunft liegenden Vorgänge, die nicht einer rein naturgesetzlichen Beschreibung unterliegen sind behaftet mit mehr oder weniger großer Ungewißheit. Damit ist alles menschliche Tun und Handeln, also auch das Formulieren von Meinungen einer sicheren Vorhersage entzogen.

        Ist unschön. Aber nix Neues. Auch wenn es sofort wieder vergessen wird.

        Daraus ergibt sich zwingend, daß man für den sicherlich seltenen Fall, mit seiner Hoffnung einmal daneben gelegen zu haben dem anderen unbedingt die Möglichkeit zugestanden haben muß, nicht nur seine abweichende Meinung zu äußern sondern: man muß geradezu dafür einstehen, daß dieser seine Meinung äußern können muß.

        Da erahnt man, wie weit entfernt wir von den Voraussetzungen entfernt sein dürften, die eine Demokratie unverzichtbar erfordert. Wie grottenschlecht beispielsweise unser Bildungssystem, die dort tätigen Pädagogen und die dahinter befindliche Kultur-Bürokratie ist.

        Die Verhinderung einer anderen Meinung kann erfolgen, indem man den anderen umlegt. Oder einbuchtet. Hat die Welt schon erlebt. Wird bei uns bereits wieder angedacht.

        Die Unterbindung der anderen Meinung setzt jedoch sehr viel früher ein. Durch Diffamierung. Delegitimierung. Öffentliche Verächtlichmachung. Durch höchste Staatsdiener. Durch Entrechtung. Verfolgung.

        Es sind halt mehrheitlich schwache Charaktere, welche die andere Meinung nicht nur nicht ertragen, sondern nach Möglichkeit unsichtbar, zumindest unwirksam machen wollen.

        Können Sie erahnen, welch ein niederer Scherz es darstellen dürfte, die Meinungen im Internet zu reglementieren ?

        So besehen ist jede Gesellschaft, welche die unterschiedliche Meinung nicht fördert und begrüßt, sondern mehr oder weniger offen verfolgt, keine demokratische Gesellschaft.

        Es sollen sich keine abweichenden Mehrheiten bilden können, die durch unblutige Wahl einen Machtwechsel, und damit eine Veränderung der Politik herbeiführen könnte. Für sowas geben sich ungeheuer viele Trottel her, denen ein eigenes Nachdenken offenbar Schmerzen zu bereiten scheint.

        Der Bruch, also der Zusammenbruch setzt nicht dann erst ein, wenn Leute verschwinden, oder nicht mehr aufstehen.

        Er setzt ein, wenn Leute die Vernunft auf ihrer Seite wähnen und nicht einräumen können, daß es sich dabei allenfalls nur um Meinung handeln kann – die man ja auch noch medial stützen, propagandistisch forcieren kann – denen jedoch eine andere, vielleicht gleichwertige Meinung womöglich entgegenstehen könnte.

        Den Entscheid über die zutreffende Meinung darf nicht eine Vernunft- Elite vorgeben. Das war und ist im Grundgesetz so auch nicht vorgesehen. Er ist per freier Wahl durch Mehrheiten herbeizuführen selbst dann. wenn die Mehrheit sich einmal irren könnte. Das macht nichts. Das kann durch die nächste Wahl, durch dann neue, frei sich bildende Mehrheiten korrigiert werden.

        Deutschland hat die Lehren aus der Weimarer Republik hinsichtlich Demokratie nicht gezogen, und leider auch nicht aus dem 3. Reich.

        Ob sie es wollen oder nicht: Sie sind dafür der Beweis. Aber kein Grund, sich zu grämen.

        Sie befinden sich damit bei weitem in der Mehrzahl. Die eigene Zugehörigkeit zur einer großen Menge entfaltet ihrerseits bekanntermaßen ebenfalls eine bestärkende Wirkung. Man muß dabei ja nicht gleich an die Massenaufmärsche in Nürnberg denken, obgleich die natürlich einen einfachen Grund hatten. Der bestand nicht darin, daß der Führer mal sein ganzes Volk sehen wollte. Der Wirkungsmechanismus der großen Zahl ist uns geblieben. Heutzutage hilft dabei die mediale Aufbereitung von geeigneten Botschaften. We can do. Oder in Deutsch: Wir schaffen das.

        Wir: das seid ihr.

        Andere sagen: Wir schaffen das nicht. Wir wollen das nicht schaffen. Wir wollen uns nicht vorgeben lassen, was zu schaffen sein soll. Es ist schädlich und gefährlich, was derzeit gefordert wird überhaupt schaffen zu wollen.

    2. @E Ekat: Das ist wirklich ein Text voller wohlfeiler Formulierungen, sicherlich aus interessanter Quelle kopiert. Aber schon eine seiner ersten Annahmen ist falsch: Ich verhindere keine andere Meinung, beharre auch nicht in allen Fällen auf der meinigen, wenn die andere Seite wirklich treffende Argumente hervorbringt. Insofern würde ich mich doch ganz gerne wieder in den Kreis der Demokraten einreihen, die in der Lage sind, ergebnisoffen zu diskutieren. Netter Versuch, mir das abzusprechen – zieht aber nicht.
      Ihnen möchte ich nur eine Empfehlung geben, auch wenn Sie diese wahrscheinlich brüsk zurückweisen: Überprüfen Sie Ihre Quellen ganz genau und schauen Sie dabei nicht nur auf deren Selbstdarstellung, sondern auch auf widersprüchliche andere Quellen, um möglicherweise zu einem objektiveren Gesamtbild zu kommen. Mag sein, dass Sie dann immer noch zu den von Ihnen geschätzten alternativen Medien tendieren, aber vielleicht nicht mehr ganz so blauäugig, wie Sie es gerne den Nutzern der gängigen Mainstream-Medien vorwerfen.

  5. Der Medienkasper Trump als Kämpfer gegen »Kampagnenjournalismus«? Eine Kunstfigur, die das Volk repräsentiert? Sind wir jetzt alle ein bisschen bluna?

    1. Sind Sie,
      wenn Sie Sich Ihre Meinung über Trump, den Sie wohl kaum persönlich kennen dürften, von den ÖR und Linksprintern haben triggern lassen.

      Machen Sie doch mal den Gegentest:
      Wer hat Trump denn gewählt, wenn nicht nur die Presse fast geschlossen gegen ihn war ?

      Und wie sähe das Wahlergebnis des “Medienkaspers” aus, wenn er die Presse auf seiner Seite gehabt hätte?

      Die Leute in den USA merken, wie hier auch (“Lügenpresse”), wer sie auf den Arm nimmt.
      Ob Trump unter dem Strich eine gute Wahl für die Nation war, steht auf einem anderen Blatt.
      Aber auch da sehe ich deutlich mehr Licht als die üblichen deutschen Hetzmedien.

      1. @Ben: Wenn Sie von den “üblichen deutschen Hetzmedien” schreiben, befinden Sie sich übrigens nicht in einem allgemeinen Konsens und nicht in der Mitte der Gesellschaft, sondern im überschaubaren Kreis der “besorgten Bürger”, die sich ihre Infos lieber von deutlich zweifelhafteren “alternativen Medien” besorgen. Alles andere ist dann gleich “Lügenpresse”, Stempel drauf, so einfach ist die Welt.
        Auch für einen Despoten wie Trump ist es herrlich einfach, wenn er alles, was gegen Ihn in Opposition tritt, als “fake news” bezeichnet. So einfach lassen sich aber Dutzende von zum Teil kleineren Medienhäusern nicht über einen Kamm scheren, deren Stellungnahmen sollte man sich vielleicht fairerweise erst einmal genauer anschauen und auf den Wahrheitsgehalt überprüfen. Aber es ist natürlich bequemer, gleich mal den “fake news”-Stempel rauszuholen und alles abzuqualifizieren, was gegen den geliebten Despoten Stellung bezieht.

      2. Sie faseln.
        Nichts von dem, was Sie hier behaupten, können Sie durch meine Postings belegen.

        Ich habe weiß Gott lange genug den Charme von Rheinischer Post, der Tagesschau und dem lokalen WDR ertragen, bis ich angefangen habe, der Sache zu mißtrauen und dann auch die unheilvolle schweigende Übereinkunft in deren Berichterstattung zu erkennen.
        Erst danach habe ich mich im Web auf die Suche nach Zweitmeinungen gemacht, die man logischerweise nur abseits der Staatsmeinung findet.

        Ich bin Ihnen da also in der Meinungsfindung um Jahre voraus, selbst, wenn Sie noch heute den gleichen Weg gingen.

        Aber Sie haben Sich ja noch nicht mal auf den Weg gemacht.

      3. Boah, der Ben ist aufgrund seiner langjährigen, umfangreichen Internetrecherchen um so vieles überlegen, dass er sich mit Fußvolk wie mir eigentlich gar nicht abgeben sollte. Ein ganz toller Hecht, um Jahre voraus …

      4. Sie sind eine ignorante Null, Schwabenpfeil.
        Und ich werde auch “keine Lebenszeit mehr darauf verwenden, auf solch einen Stuß zu antworten”. (Zitat Stefan Winterbauer)

      5. Donnerwetter, Ben, „ich bin Ihnen da also in der Meinungsfindung um Jahre voraus, selbst, wenn Sie noch heute den gleichen Weg gingen“! Schon ärgerlich, wenn man seine Meinung erst suchen und finden muss, und als „Meinungsfindung“ dann die „alternativen Medien“ braucht. Und die meisten finden diesen Weg in die „alternativen Medien“ auch nicht unbedingt nachahmenswert.

        Aber ich bin ja nur eine ignorante Null …

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia