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Diese Studie muss Verlagsmanager alarmieren: 43 Prozent der Befragten sehen keine Zukunft für Printmedien

Auch im Digitalzeitalter bleiben klassische Medien wie Zeitungen für viele Nutzer attraktiv.

Die Auflagenzahlen der meisten Blätter gehen seit Jahren nach unten, nun zeigt die repräsentative Studie „New Storytelling“: Nur 57 Prozent der Befragten glauben daran, dass Printmedien im Jahr 2028 noch eine Rolle spielen. Die noch alarmierendere Nachricht: Die junge Altersgruppe sieht eine Ablösung durch Smartphone und Co. schon früher.

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Welche Ergebnisse sind zentral?

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf den Medienkonsum? Dieser großen Frage ist das Meinungsforschungsinstitut Statista in einer repräsentativen Online-Umfrage im Auftrag von nextMedia.Hamburg nachgegangen. Die gute Nachricht, wenn man so will: 57 Prozent der Befragten glauben, dass Printmedien auch im Jahr 2028 noch eine Rolle spielen. Neun Prozent stimmen der Aussage „Printmedien sind in zehn Jahren tot“ voll zu.

Nach Altersgruppen gliedert sich die Beantwortung der Aussage folgendermaßen: Die knappe Mehrheit der 18-bis 29-Jährigen (absolut: 221 Befragte) glaubt, dass Print in zehn Jahren tot ist. 46 Prozent haben angegeben, dass sie der gegenteiligen Auffassung sind und gedruckte Publikationen auch in Zukunft wichtig sind. Das Meinungsbild dreht sich dann mit steigendem Alter. So antworten 56 Prozent der 30- bis 49-Jährigen (411 Befragte), dass Print auch 2028 eine wichtige Rolle spielt. In der Altersklasse 50 bis 65 (368 Befragte) stimmen lediglich 38 Prozent der Aussage zu, dass Tageszeitungen, Magazine und Co. schon bald vom Markt verschwunden sind.

Blickt man auf die Vielfalt der Print-Produkte zeigt sich, dass gerade Fachmagazinen noch eine hohe Relevanz in der Zukunft haben könnten. Dort glauben 53 Prozent der jüngsten Zielgruppe an deren Fortbestand, was in den älteren Altersgruppen nahezu identisch ist.  Tages- und Wochenzeitungen sehen dagegen lediglich 44 Prozent der jungen Generation als zukunftsträchtig an. Etwas optimistischer sind die beiden anderen Alterssegmente mit 53 bzw. 55 Prozent. Auffallend ist, dass mit zunehmendem Alter auch die Relevanz der Printprodukte in der Zukunft steigt. Je jünger der Nutzer, desto eher wird er wohl schon bald ausschließlich auf digitale Medien setzen.

Schlechte Nachrichten gibt es für Nachrichtenmagazine, Boulevardzeitungen und Kundenmagazine. Die werden aus Sicht der Mehrheit aller Befragten die nächsten zehn Jahre nicht überleben. Nur 29 Prozent glauben, dass Nachrichtenmagazine in zehn Jahren weiter relevant sind. Bei Boulevardzeitungen und -zeitschriften sind es nochmal drei Prozent weniger und Kundenmagazine werden nur von 18 Prozent als zukünftig wichtig erachtet. Für Lokalzeitungen gibt es dagegen ein Fünkchen Hoffnung, denn 40 Prozent sehen in diesem Format auch künftig eine wichtige Rolle.

Was ist noch wichtig?

Auch die Themen Roboterjournalismus und automatisiert erstellte Nachrichten waren Teil der Umfrage. 49 Prozent der Befragten stehen dieser Technik kritisch gegenüber, 28 Prozent halten die Idee für „schlecht“ und nur drei Prozent antworteten darauf mit „sinnvoll“. Ein Fünftel gab an, dass es vom Thema abhinge. Dass automatisiert erstellte Meldungen glaubwürdig sind, verneinen 43 Prozent der Teilnehmer. Lediglich 18 Prozent antworten mit Ja und 39 Prozent wussten auf diese Frage keine Antwort. Weitere Themenblöcke behandelten Künstliche Intelligenz im Journalismus und die Auswirkungen von autonomen Fahren. Die Umfrage hat zudem Fragen zur Nutzung neuer Medien wie Virtual Reality, Podcasts und Messenger-Dienste gestellt. Eine erste Auswertung wurde bereits Anfang Juli veröffentlicht (MEEDIA berichtete).

Wie ist die Studie aufgebaut?

Statista hat die Umfrage im Auftrag von next.Media.Hamburg durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Initiative für die Medien- und Digitalwirtschaft, die von der Hansestadt Hamburg, der Hamburg Kreativ Gesellschaft, dem Verein Hamburg@work sowie engagierten Unternehmen und Persönlichkeiten getragen wird. An der Online-Befragung im Zeitraum vom 17. bis 24. Mai dieses Jahres haben 1.000 Internetnutzer zwischen 18 und 65 Jahre in Deutschland teilgenommen. Quotiert ist sie auf Geschlecht, Alter und Beruf, was sich auf Anfrage von MEEDIA im Detail wie folgt darstellt:

  • 50,5 Prozent der Befragten sind männlich.
  • die Altersgruppe 18 bis 29 Jahre macht 22 Prozent aus; die Altersgruppe 30 bis 49 hat einen Anteil von 41 Prozent und die 50- bis 65-Jährigen stellen 37 Prozent der gesamten Stichprobe.
  • die Mehrheit (64 Prozent) ist berufstätig, arbeitet aber nicht in der Medienbranche, 22 Prozent gehen keinem Beruf mehr nach, 12 Prozent befinden sich in einer Ausbildung und lediglich zwei Prozent  arbeiten selbst in der Medienbranche.

In der nun veröffentlichten Umfrage mussten die Teilnehmer Fragen bzw. Aussagen bewerten, darunter „Was halten Sie von automatisierten Nachrichten und Roboterjournalismus?“ oder „Glauben Sie, dass sich Künstliche Intelligenz im Journalismus durchsetzen wird?“

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