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“Sie schaden dem Bild des WDR” – anonyme Vorwürfe gegen Fernsehdirektor Schönenborn in Sachen #MeToo-Aufarbeitung

Ein offener Brief an Jörg Schönenborn, der ihn und seinen Umgang mit den Missbrauchsvorfällen scharf kritisiert
Ein offener Brief an Jörg Schönenborn, der ihn und seinen Umgang mit den Missbrauchsvorfällen scharf kritisiert

"Sie schaden vor der ganzen Öffentlichkeit dem Bild des WDR", heißt es in einem offenen Brief an WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn und den WDR-Rundfunkrat. Das von einer anonymen Verfasserin verschickte Schreiben liegt dem Branchendienst DWDL.de vor. Die Autorin erhebt darin Vorwürfe gegen Schönenborn und seinem Umgang mit den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen.

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Die anonym verfasste Mail arbeitet die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle im öffentlich-rechtlichen Sender auf und fordert Fernsehdirektor Jörg Schönenborn auf, persönliche Konsequenzen aus den Vorfällen zu ziehen. Der Branchendienst DWDL hatte als erstes darüber berichtet, der WDR hat die Existenz des Briefes mittlerweile bestätigt. Das Schreiben sei zunächst anonym ohne Absenderangaben per Post verschickt worden, sei aber letztlich der ausgedruckte Entwurf einer E-Mail. Erhalten haben die Mail WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn und der WDR-Rundfunkrat, inhaltlich ist aber vor allem der Direktor angesprochen.

Die als “Anonyma” auftretende Autorin, selbst angeblich seit vielen Jahren Mitarbeiterin des WDR, möchte mit dem Brief bewirken, dass der MeToo-Skandal nicht einfach ausgesessen wird. Der Vorwurf an Schönenborn: “Schließlich waren Sie es als damaliger WDR-Chefredakteur, der sich offenkundig schützend vor die Redakteure stellte, als die jeweiligen Vorwürfe wdr-intern bekannt wurden.“

“Sachliche Fehler in dem Brief”

Der 53-Jährige äußerte sich im April gegenüber der dpa wie folgt: “Damals gab es in der Tat von einem Kollegen einen Hinweis, und die damalige Geschäftsleitung hat dann eine sehr aufwendige Untersuchung initiiert.” Am Ende habe es aber weder einen konkreten Vorwurf noch namentlich Opfer gegeben. Weiter sagte er: “Es war damals notwendig, deutlich zu machen, dass ohne Belege diese Anschuldigungen gegenüber Dritten nicht weiter erhoben werden sollten.“

Die Verfasserin wiederum schreibt, dass erneute Vorwürfe Jahre später keinerlei Konsequenzen nach sich gezogen hätten, außer die, dass ein weiterer beschuldigter Mitarbeiter versetzt worden sei. Sie schlussfolgert: „Bei jedem Minister, bei jedem Vereins- oder Kirchenfunktionär, bei jedem Manager hätten Sie als Kommentator das Einstehen und den Rücktritt für solch ein massives Führungsversagen und Vertuschen gefordert. Und das zu Recht. Gilt das nicht auch für Sie?“ Der Fernsehdirektor schade mit seinem Verhalten “vor der ganzen Öffentlichkeit dem Bild des WDR als einem gutem und verantwortungsvollem Arbeitgeber.”

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Dass der WDR-Rundfunkrat ebenfalls adressiert ist, liegt an der ausstehenden Vertragsverlängerung mit Schönenborn, dessen Vertrag im April 2019 ausläuft. Der WDR arbeitet seit Anfang April verschiedene Missbrauchsvorfälle auf (MEEDIA berichtete). Damals wurden Schönenborn und WDR-Intendant Tom Buhrow unter anderem von der Personalrätin kritisiert, die als Vorgesetzte als Einzige im Sender Entscheidungen treffen könnten.

Update, 7. August 2018, 14:15 Uhr: 

Auf Anfrage teilte der WDR gegenüber MEEDIA mit, dass das Schreiben keine neuen Hinweise beinhalte, denen der Sender im Rahmen der Aufklärung nachgehen könne. “Es gibt zudem sachliche Fehler in dem Brief.” So sei unklar, woher die Information der anonymen Autorin kommt, dass der WDR einen ebenfalls beschuldigten Mitarbeiter in den Hörfunk versetzt habe, wie es in dem Brief unter anderem heißt. Außerdem habe sich, wie die öffentlich-rechtliche Anstalt betont, Jörg Schönenborn nicht “offenkundig schützend” vor die Redakteure gestellt. Er sei allen Vorwürfen nachgegangen.

tb

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Alle Kommentare

  1. Haha, bald wieder ein alter weißer Alman-Mann von den feministischen Kampfgruppen weggebissen. Wer wird die Nachfolgerin? Vielleicht Dunja Hayali?

  2. Das von einer anonymen Verfasserin verschickte Schreiben…
    Respekt und sooo mutig. Eben typisch WDR Journalismus.
    Auch eine Art, sich nach oben pöbeln zu wollen.
    Aber Charakter findet man beim WDR eben nicht. Erst Recht wenn es um die üppigen Fleischtöpfe geht

  3. Welchem Bild des WDR kann man denn schaden, wenn man von abgepressten Zwangsbeiträgen lebt und so beliebt ist, wie Gebärmutterhalskrebs?

  4. Aus meiner Sicht ist Jörg Schönenborn ein guter Journalist und auch ein guter Moderator – jedenfalls im Presseclub. Kompetent, zurückhaltend (zeigt nicht wie Herr Herres seine eigene Meinung – noch schlimmer Frau Seymour Mikich), geht auf die Anrufer ein und hält auch Kritik aus. Dass der ÖR bei allen Vorwürfen – und davon gibt es eine Menge – bunkert, sich einigelt, Wagenburgen baut… und grundsätzlich Null Transparenz zeigen will, ist eine Tatsache. Das Monopol/Oligopol hat den geschlossenen Markt vollkommen im Griff und manipuliert, wies ihm gefällt. Nachwuchs? Frauen? Egal. Sie mauscheln, lügen, gründen hunderte von Firmen, wo sie unkontrolliert unsere Gelder hinschieben können und es auch tun, vergeben Aufträge an Buddys, drehen billig im Ausland mit billigen Kräften. versuchen alle zu dumpen und manipulieren, um nur einige Punkte zu nennen. Kontrolle durch Rundfunkrat? Lächerlich! Kontrolle durch die Staatskanzleien? Lächerlich! Dabei wäre das Gegenteil solchen Verhaltens deren einzige Legitimation, weiter Gebühren für ihr Fiction-Monopol zu bekommen. Dass auch Schönenborn hier nicht voranschreitet kann man ihm auf jeden Fall zum Vorwurf machen, denn die “massive Frauendiskriminierung” und was sonst noch schlimmes in der eigenen Studie steht, hat auch er trotz der Vorkommnisse vollkommen ignoriert.. Sie hoffen leider alle – und vermutlich noch einige Zeit zu Recht – darauf, dass weder Medien noch Politik ihr kolossales Fehlverhalten, das mit fast 9 Milliarden Euro der Bürger auch noch belohnt wird, endlich beenden

  5. Herr Schönborn ein guter Journalist. Da muss ich aber widersprechen Haber ihn zuletzt im WDR Regional Studio in Siegen erlebt. Einfach nur jämmerlich, so etwas zu einem Vorgesetzt und Direktor zu machen zeigt die Unfähigkeit des kontrollierenden Verwaltungsrates. Ich wiederhole meine schriftliche Forderung von 04/2018: Herr Buhrow, Frau Mikisch und Herr Schönenborn müssen abtreten.

    1. Das können Sie gerne machen, mir widersprechen. Ich bleibe dabei, dass Schönenborn keine “Hybris” entwickelt hat wie die meisten (übrigens auch Prof.Henke und ALLE, die zum Leiter – bei gaaanz wenigen Leiterinnen, der Rest arbeitet den Leitern (!) zu hahahaha – von irgendwas werden. Warum Wer vorgeschlagen wird, erschließt sich auch dem Rundfunkrat nicht ist, der ja auch keine Kompetenz hat, denn das sind oft keine dafür ausgebildeten Leute sondern nur langjährig dagewesene. So werden ehemalige Volontäre zu “wichtigen ÖR-Managern”, die wie Graf Koks herumstolzieren, mit Milliarden hantieren, ihre Macht aus-üben und jede Transparenz verhindern.

  6. Auf anonyme “Sources” bauen MSLGBT und ClintonNewsNetwork den gesammten RUSSIA RUSSIA RUSSIA Nothingburger auf.

    Warum dann nicht dem “Putin-Steller” und Touchscreen-Heini das Demokratie-Abgabe finanzierte Smug-Leben versauen.

    #aufschrei #ichwillfucken

  7. Die Geister, die ich rief…..

    Ist nicht gerade der WDR auf diese kranke #MeToo-Kampagne abgefahren und hat diesen Mist als Ausdruck von höchstem Feminismus gehyped, um auf andere zeigen zu können?

    Und jetzt purzeln die Macher selbst drüber?
    😀

    1. Kranke #metoo-Kampagne? Ich glaube Du hast sie nicht alle.. Typisch Mann. Frauen verunglimpfen, wenn weltweit festgestellt wird, dass sie neben der fehlenden Gleichberechtigung, weniger Lohn für gleiche Arbeit, massiver Diskriminierung (sogar hier im tollen Deutschland beim ÖR in eigener Studie festgestellt! Uni Rostock, LESEN!) auch noch angefasst und bedrängt werden in unverschämter Weise (Weinstein!)…. Deine en Verunglimpfung und die wütende Wortwahl lässt tief blicken hahahaha.. Sich so zu entblössen ist schon eine reife Leistung.

      1. “Ich glaube Du hast sie nicht alle.. Typisch Mann.”

        Das gilt dann auch für typisch Till-Mann, der edle Ritter (Idiot).
        Der von höchster staatsfeministischer Stelle lancierte Pay-Gape-Quatsch hat der SPD eher Stimmen gekostet als gebracht. Laut aktuellem Zensus leben im deutschen “Patriarchat” rund 2 Millionen mehr Frauen als Männer. Letztere sind dennoch doppelt so häufig von Sanktionen des Arbeitsamtes betroffen und können für gewöhnlich zwischen Erwerbsobligenheitspflicht oder fiktivem Einkommen “wählen”. Parallel dazu hält das sogenannte Familienministerium an der Mutterhoheit fest. Danke, seit 25 Jahren frauenquotierte Sozialfemokraten.

        Ein jährlicher Equal Age Day könnte die eklatant höhere Lebenserwartung bei Frauen in Zusammenhang mit ‘Pay’ bringen. Genau aus diesem Grund darf es ihn nicht geben.

        #metoo:

        “Kampagne von Denunziation und öffentlicher Anschuldigung” (Katherine Deneuve).

        #metoo ist Talibanisierung der Lebenswirklichkeit. Und wer könnte ein Interesse daran haben? Na?

      2. Ohh, hier will jemand eine Gender-Pay-Gap-Diskussion anfangen! Vermutlich eine Frau.

        Na gut, liebe Till Eule, beantworten Sie mir eine Frage: Wenn Frauen bei gleicher Leistung tatsächlich sooo viel weniger verdienen wie Männer, wieso schmeißen Unternehmen nicht alle Männer raus und stellen dafür nur Frauen ein? Wäre doch viel billiger so…

      3. Hahahaha… schau sie Dir an diese subversiven Hater, die sich nicht duzen lassen wollen aber andere Idioten nennen… hahahahahaaaa… Merkste gar nicht wa ARO.. Macht Spaß, Euren Mist heraus zu kitzeln und euren Dreck zu lesen, der deutlich zeigt: Ihr habt keine Ahnung von diesem Business. Aber weiter so… ihr diskreditiert Euch ganz alleine, da muss man gar nicht viel dazu sagen: ARO. RTE2018, Ronald und Suhaj. Billig, ganz billig und dumm, ganz dumm.

      4. Womit wir wieder am Beginn des Posts wären: Der Till hat sie nicht mehr alle.

      5. Na ja, Till Eule, ausgerechnet Ronald und Šuhaj in einen Topf mit ARO, der noch nicht mal den Vornamen der Deneuve richtig schreiben kann und vermutlich sowieso nur jemandes Sockenpuppe mit der Intelligenz einer Socke ist, und RTE2018, der vermutlich sowieso nur jemandes Sockenpuppe mit der Intelligenz einer Socke ist, zu werfen, scheint mir auch nicht gerade gelungen!

      6. Richtig, die messerscharfe Brülljanz der Šuhaj werde ich definitiv nicht überbieten können.

      7. ‘Richtig, die messerscharfe Brülljanz der Šuhaj werden wir definitiv nicht überbieten können.’ muss es heißen. Denn wir von der ARO sind viele.

      1. Klar, wenn man keine Argumente hat und sich noch angegriffen fühlt wie RTE2018 und Till Eule, geht man unter die Gürtellinie und fängt an zu Duzen. Getretene Hunde bellen.

        Billig, ganz billig!

    1. Wie bitte? Was ist denn “gesammelte Rechte”? Was bist denn Du.. die gesammelte linke Socke hahahahaha? Aber Du bekommst ja fein kontra und so könnt Ihr hier Eure gegenseitigen Spielchen treiben, die NICHTS zur jeweiligen Sache beitragen ausser Euch selbst zu beharken. Linke Socken outen sich in interessanter Weise seit “gesammelte Rechte” in den Ring gestiegen sind. Und tatsächlich gehen sie sogar auf Frauen los.

      1. Äußerst geschmackvoller und höchst intelligenter Kommentar! Hat Šuhaj dir das Du angeboten?

        Aber irgendetwas hat er offensichtlich getroffen, also war es den Kommentar wert!

      2. Klar, wenn man keine Argumente hat und sich noch angegriffen fühlt wie Ronald, geht man unter die Gürtellinie und fängt an zu Duzen. Getretene Hunde bellen.

        Billig, ganz billig!

      3. Wo geht Ronald denn unter die Gürtellinie? Er drückt sogar noch Lob und Anerkennung aus!

        Gut, das mit seinem Du hätte nicht sein müssen, aber Nachplappern wie ein kleines Kind bzw. wie eine Sockenpuppe eines kleinen Kindes? Geschenkt!

    1. Der verlinkte Tweet impliziert, dass Trump ARD, die Tagesschau und Tagesthemen guckt? Glauben Sie das wirklich, ARO?

      Mein Kommentar: arrogant, unsympatisch, autoritär, rechts – die Hassspirale der Dummheit!

      1. So, jetzt aber mal statt dem ewigen ‘Ätschi-Bätschi’ mal was Substanzielles, Ronny.

  8. Interessant. Ich gehe allerdings davon aus, dass der “anonyme Brief” von einem Verfasser – d.h. einem männlichen Kollegen mit Insiderwissen – geschrieben wurden. Und zwar um Herrn Schönenborn maximal zu schaden, weil ihm der bisherige Schaden nicht reicht und das verfolgte Ziel (Schönenborn aus dem Amt entfernt zu sehen) noch immer nicht erreicht wurde.

    1. Wenn es um die Aufdeckung von Drogen- und Wirtschaftskriminalität geht, wird gerne der Follow the money-Approach herangezogen: Wer profitiert finanziell von den jeweiligen Handlungen? Verfolgt man das Geld zurück, kommt man ziemlich sicher zum Täter.

      Wenn es um die Aufdeckung von Rufschädigung, Verdrängung aus bestimmten beruflichen Positionen und ähnliche Rachefeldzüge gegenüber einer bestimmten Person geht, bietet sich aus meiner Sicht der “Follow the motive-Approach” an: Wer profitiert am meisten davon, dass der Ruf oder das berufliche Ansehen einer bestimmten Person geschädigt, zerstört, oder diese Person aus dem Amt entfernt wird? Verfolgt man das Motiv zurück, kann man den Täterkreis eingrenzen.

      Konkreter: Welche/r langjährige Mitarbeiter/in innerhalb des WDR befindet sich auf einem persönlichen Rachefeldzug gegen Herrn Schönenborn?

      Wer hat das stärkste Motiv, Herrn Schönenborn , der – ja, auch das! –
      noch immer im Amt ist – etwas heimzuzahlen oder sonst zu schaden?

      Ich glaube ebenfalls nicht an eine Frau und an die Opfergeschichte – eher an einen Mann, der jetzt das “weibliche Opfergewand” nutzt und einen moralisierenden Tonfall anschlägt, um die Vertragsverlängerung eines unliebsamen Vorgesetzten (Ex-Chef vielleicht sogar?) zu verhindern. DWDL.de bemerkt dazu folgendes:

      ” Im Flurfunk des Kölner Senders wird jedoch auch gemutmaßt, ob es wirklich in erster Linie um moralische und ethische Fragen geht oder diese nur eine genutzte Gelegenheit sind, den zuletzt im Haus weniger geliebten Fernsehdirektor los zu werden.”

      Sollte tatsächlich dies dahinter stecken, wäre es meiner Meinung nach ein sehr perfider Missbrauch von #meetoo.

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