Gratis-Eis, Ventilatoren und Hitzefrei: Was Medienhäuser ihren Mitarbeitern bei Sahara-Temperaturen bieten

Ob bei Bauer, Burda, dem Spiegel oder dem ZDF: Auch die Mitarbeiter der Medienhäuser leiden unter der Hitze. MEEDIA hat Verlage und TV-Sender gefragt, wie sie mit den Temperaturen umgehen. Bei RTL sind die Eistruhen noch “randvoll”, bei Condé Nast gab es schon hitzefrei und die MDR-Kantinen achten auf besonders leichte Kost.

von Alexander Becker

Axel Springer
Bei Springer gehen die unterschiedlichen Unternehmensteile und -Beteiligungen unterschiedlich mit der Hitze um. Im Welt-Newsroom gibt es Eis, während man bei Idealo im schattigen Innenhof arbeiten kann. Sehr entspannt scheint es auch bei Bonial zuzugehen. Da liefert ein “Zero Stress Truck” frische Pizza direkt vor dem Unternehmenssitz. Zudem gibt es einmal in der Woche am Bonial Ice Cream Afternoon eine Eislieferung für das gesamte Team.

Hubert Burda Media
Bei Burda freut man sich erst einmal über den Sommer, verlegt zeitgleich aber auch – oder gerade deshalb – möglichst viele Meetings auf die Terrassen oder nach draußen in den Schatten. Zudem gilt bei den Münchnern eine Vertrauensarbeitszeit. Es gibt also die Möglichkeit die Arbeitszeit – in Absprache mit dem Vorgesetzten – dem Wetter anzupassen.

Bauer Media Group
Direkt nach einer “erfrischenden Mittagspause” antwortet die Bauer Media Group auf die MEEDIA-Anfrage: „Wir gehen ganz unterschiedlich mit den Rekordtemperaturen um! Auf Wunsch beginnen einige Redaktionen zum Beispiel schon früh am Morgen, wenn es noch kühl ist, und starten dementsprechend früher in den Feierabend. In anderen Abteilungen kühlen Ventilatoren, Wasser-Sprühflaschen, Thermalwassersprays oder Mini-Planschbecken unter dem Schreibtisch. Und wenn das alles nichts mehr hilft, gibt‘s Eis vom Abteilungschef.“

ZDF
Das zweite Deutsche Fernsehen scheint schon sehr routiniert mit der Hitze umzugehen. So gelten während der Sommermonate, sofern die Abläufe es zulassen, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in nichtklimatisierten Büros oder im Freien arbeiten, geänderte Arbeitszeiten (von 6.30 Uhr bis 14.30 Uhr). Ansonsten stehen klimatisierte Besprechungsräume und Aufenthaltsbereiche als Erholungszonen zur Verfügung. Natürlich bleiben auch die Jalousien zu und Klimageräte und Ventilatoren laufen auf Hochtouren.

Spiegel Verlag
Beim Hamburger Nachrichten-Magazin lässt es sich offenbar trotz Hitze bestens – und umweltfreundlich arbeiten. So erklärte der Verlag auf MEEDIA-Anfrage: “Dank unseres bestens klimatisierten Hamburger Standorts an der Ericusspitze hat die Hitze der vergangenen Wochen die Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kaum beeinflusst. Ein optimiertes Raumklimakonzept sorgt das ganze Jahr über für einen besonders gesundheitsbewussten und behaglichen Komfort. Außerdem stellt unser Küchen- und Serviceteam sicher, dass die Eistruhe in der Snackbar jederzeit gut gefüllt ist.

Wir legen nicht nur Wert auf das Wohlbefinden unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch auf eine möglichst umweltfreundliche Klimatisierung unseres Gebäudes. Der Gesamt-Primärenergiebedarf des Gebäudes ist mit weniger als 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr besonders niedrig. Dafür sorgen unter anderem dreifach verglaste Fenster und eine thermische Bauteilaktivierung (z.B. automatisch gesteuerte Sonnenblenden) sowie die Nutzung von Geothermie, bei der 70 Erdsonden in circa 100 Meter Tiefe einen Wärmeaustausch herstellen. Auch Photovoltaikanlagen tragen zur Senkung des Primärenergiebedarfs bei. Die Beleuchtung ist tageslicht- und präsenzabhängig gestaltet.“

NDR
Das Intranet des Norddeutschen Rundfunks hält unter der Überschrift “Coole Tipps für heiße Tage” zahlreiche Ratschläge bereit, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst gut durch den Arbeitstag kommen. Besonders beliebt sind derzeit vor allem die Arbeitsplätze in Produktions- und Sendebereichen. Die sind nämlich klimatisiert.

Der Tagesspiegel
Die Berliner Tageszeitung unterstützt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Hitze mit Eis-Aktionen, Ventilatoren und zum Teil flexiblen Arbeitszeiten und Home Office.

RTL
RTL antwortet auf die MEEDIA-Anfrage: “Hier in Köln-Deutz sitzen wir glücklicherweise in klimatisierten Räumen, in denen es sich sehr gut aushalten lässt. Wem das noch nicht kühl genug ist – die Eistruhen sind randvoll und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Ein pauschaler Ausruf zum Hitzefrei gibt es daher nicht. Unsere entscheidungsfreudigen und verantwortungsbewussten Mitarbeiter wissen die Lage richtig einzuschätzen, um das Wetter zu nutzen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Betrieb weiterläuft.”

MDR
Der Sender bietet seinen Mitarbeitern, in Absprache mit den Vorgesetzten, zum Beispiel eine flexible Arbeitszeitgestaltung an. Wo arbeitstechnisch möglich, kann der Arbeitsbeginn vorverlagert oder mobil mittels Token von zuhause aus gearbeitet werden. Neben Ventilatoren und kostenloses Mineralwasser setzen die Betriebsrestaurants an den MDR-Standorten verstärkt auf leichte Kost.

Funke Mediengruppe
Bei der Funke in Essen kämpft man mit den Temperaturen : “Die Hitze zeigt uns einmal mehr, wie wichtig der Umzug in unseren Neubau ist. Den nächsten Sommer, so viel steht fest, verbringen wir klimatisiert. Bis dahin retten wir uns mit dem Eiswagen, der allmittäglich bei uns vorbeifährt…spezielle Angebote gibt es aber leider nicht…”.

Condé Nast
Die Münchner sind gerade erst umgezogen. In dem neuen Büro gibt es neben reichlich kostenlosem Wasser auch eine gut funktionierende Klimaanlage mit Kühldecken und die Möglichkeit, unter Bäumen im Innenhof zu arbeiten. Außerdem gibt es bei Condé Nast Flex Work, also kann auch von einem anderen und vielleicht kühleren Ort aus gearbeitet werden. Vergangene Woche Mittwoch gab es beim US-Verlag sogar hitzefrei.

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