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Kommt bald das Facebook-Konto? Banken und Social Network loten Zusammenarbeit aus

Datendebatte: Im Sog der Cambridge Analytica-Krise wächst die Skepsis gegenüber Facebook
Datendebatte: Im Sog der Cambridge Analytica-Krise wächst die Skepsis gegenüber Facebook

Dass sich Facebook penibel für Nutzerdaten interessiert, ist keine Neuigkeit. Das könnte zukünftig auch hochsensitive Bankdaten betreffen, sofern sie denn freiwillig übermittelt werden. Wie das Wall Street Journal berichtet, strebt der Social Media-Pionier mit Banken eine Kooperation an: So wolle das weltgrößte Social Network Nutzer im Messenger künftig neue Finanzdienste wie die Abfrage des Kontostands anbieten. US-Großbanken wie JP Morgan Chase, die Citigroup oder Wells Fargo hätten allerdings reserviert reagiert.

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Wie stehen die Finanzen? Nach Vorstellung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg sollen Mitglieder des weltgrößten sozialen Netzwerks diese elementare Alltagsfrage auch über den konzerneigenen Messenger abrufen können.

Unklar ist in diesem Zusammenhang jedoch, wer mit wem worüber reden wollte. So schreibt das Wall Street Journal (WSJ), dass Facebook in den letzten zwölf Monaten an zahlreiche US-Großbanken mit dem Wunsch herangetreten, Bankdaten ihrer Kunden mit dem Social Media-Pionier zu teilen – inklusive Girokonten- und Kreditkartenzahlungen. Dem widerspricht das Netzwerk gegenüber Techcrunch allerdings und betont, dass man keine Finanzhäuser kontaktiert habe, um nach Finanz-Informationen von Bankkunden zu fragen. Es gehe lediglich um Partnerschaften für Chats und Live-Updates via Bots. Zudem hätten sich die Banken an Facebook gewandt.

Kontostand über Messenger abrufen?

Hintergrund für das neue Interesse an Bankdaten seiner Mitglieder ist laut Bericht des WSJ das Bestreben, neue Finanzdienstleistungen innerhalb von Facebook anbieten zu können – wie etwa das Abrufen des Kontostandes oder Benachrichtigungen im Missbrauchsfall.

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Banken hätten allerdings reserviert auf Facebooks Initiative reagiert – nicht zuletzt wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica. Eine Großbank hätte nach den Gesprächen vorerst abgewunken, berichtet das WSJ.

Wall Street-Journal-Bericht beschert Facebook Kursplus von 4,5 Prozent

Nach dem schweren Börsenabsturz kann Facebook neue Einnahmenquellen gebrauchen. Zwei Wochen ist es her, dass der 14 Jahre alte US-Internetkonzern die Wall Street mit seiner neusten Quartalsbilanz und dem Ausblick, dass sich die Umsatzdynamik weiter verlangsamen werde, total verschreckte – und 120 Milliarden Dollar an nur einem Handelstag vernichtete.

Die neue mutmaßliche Initiative, Finanzdienste enger in den Messenger zu integrieren, hat der Wall Street sehr gut gefallen: Im heutigen Handelsverlauf   legte die Aktie befeuert vom Bericht des Wall Street Journal um 4,5 Prozent zu und konnte damit 25 Milliarden Dollar an Börsenwert zurückgewinnen. Bei nunmehr 185 Dollar notiert die Aktie auf dem höchsten Stand seit der Bilanzvorlage vor zwei Wochen.

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