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Boykott des ESC: Türkei will wegen Conchita Wurst dem Song Contest weiter fern bleiben

Conchita Wurst gewann 2014 den ESC – was nicht jeden erfreute
Conchita Wurst gewann 2014 den ESC - was nicht jeden erfreute

Seit 2013 boykottiert die Türkei den Eurovision Song Contest (ESC) - und auch in Zukunft soll das so bleiben. Die Veranstalter des ESC seien "von ihren Werten abgekommen", sagt der Chef des staatlichen Senders TRT, Ibrahim Eren, in einem Zeitungs-Interview. Unter anderem ärgert er sich über den Erfolg von Conchita Wurst im Jahr 2014, aber auch über unfaire Regelungen beim Song Contest.

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“Wir können nicht um 21.00 Uhr live übertragen, wenn unsere Kinder zuschauen und dann einen Österreicher sehen, der gleichzeitig einen Bart und ein Kleid trägt”, sagte Eren der türkischen Zeitung “Hürriyet”. Die österreichische Drag-Queen Conchita Wurst gewann im Jahr 2014 den ESC, was dem Chef des türkischen Senders TRT noch immer darin bestärkt, seinen Boykott fortzuführen.

Seit 2013 blieb die Türkei dem Song Contest fern. Das Land sah sich ursprünglich von einer Entscheidung der Veranstalter benachteiligt, wonach den fünf wichtigsten Geldgebern des europäischen Wettbewerbs – unter ihnen Deutschland – automatisch einen Platz im Finale des Song Contest gewährt wird. Die Türkei selbst zählt nicht zu den Ländern. “Erst wenn dies korrigiert wird, werden wir wieder an der Eurovision teilnehmen”, sagt Eren der “Hürriyet” weiter.

Türkei fühlt sich diskriminiert

Der Austritt des Landes kam für viele überraschend. In den Jahren zuvor erzielten die türkischen Musiker häufig beste Platzierungen. So gewann die Türkei erstmals 2003 den ESC, dem Jahr, an dem auch Recep Tayyip Erdoğan Ministerpräsident des Landes wurde. Zu einem nicht unerheblichen Teil führte die Einführung des Televotings bei dem Contest zu den Erfolgen. Die Stimmen türkeistämmiger Zuschauer in Mitteleuropa brachten der Türkei die wichtigen Punkte, während Teile Osteuropas dem Land häufig weniger Punkte gaben als der Durchschnitt.

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Seitdem 2008 mit der Wiedereinführung der Jury der Einfluss der Anrufe gesunken ist, fühlten sich die Türken zunehmend diskriminiert. Sie blieben jedoch weiter erfolgreich: 2011 schied der türkische Beitrag zwar im Halbfinale aus, ansonsten gelang dem Land aber regelmäßig ein Platz in den Top 10. Auch 2012, dem letzten Jahr mit einem türkischen Beitrag, reichte es für Rang sieben.

Einen willkommenen Anlass dem ESC fernzubleiben boten schließlich lesbische Küsse wie bei Krista Siegfrids 2013 und der Erfolg von Conchita Wurst 2014. Mit dem Turkvision Song Contest bietet das Land seit 2013 sogar eine eigene Alternative zum ESC für turksprachige Völker.

(rt)

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