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Manager Magazin Premium: Magazin stemmt sich mit neuem Digital-Produkt gegen Auflagenschwund

Noch ist Steffen Klusmann Manager Magazin Chefredakteur
Noch ist Steffen Klusmann Manager Magazin Chefredakteur

Ein neues Digitalprodukt, ein größerer Heftumfang und ein kleineres Format fürs gedruckte Heft - Manager Magazin-Chefredakteur Steffen Klusmann baut das zum Spiegel Verlag gehörende Wirtschaftsmagazin aus und leicht um. Damit will der ehemalige FTD-Chefredakteur die Auflage der Zeitschrift aufpäppeln. Sie sank zuletzt unter die für die Anzeigenvermarkter magische Grenze von 100.000 Exemplaren.

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Lange Zeit hat es beim Manager Magazin keine großen Veränderungen gegeben. Jetzt geht Chefredakteur Steffen Klusmann in die Offensive, um das Wachstum des Wirtschaftsmagazins voranzutreiben. Wichtigste Neuerung: Der ehemalige Chef der Financial Times Deutschland (FTD) startet im Herbst das Digitalprodukt Manager Magazin Premium. Wie bei Spiegel+ bringt Klusmann hier das gesamte Heft im Digitalangebot unter und wertet es zusätzlich mit weiteren Inhalten auf, um neue Abonnenten zu locken. „Wer mm Premium lesen will, schließt ein monatlich kündbares Abo ab: rund 9 Euro, genauso viel wie ein gedrucktes oder digitales Heft kostet“, kündigt Klusmann gegenüber MEEDIA an.

Geplant ist der Start für Ende September. Um möglichst viele neue Abonnenten für das Web-Produkt zu begeistern, hat er sich einen erfahrenen Journalisten des Gruner + Jahr-Flaggschiffs stern als Blattmacher an seine Seite geholt: Lukas Heiny. Klusmann und Heiny kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit bei der FTD. Heiny hat hier unter anderem über Banken- und Versicherungsthemen geschrieben. Dafür gewann er diverse Journalistenpreise – unter anderem über die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise.

Vorgesehen ist, dass mit der Einführung von Manager Magazin Premium auch die Webseite überarbeitet wird. Ob das gedruckte Heft unter dem neuem Digitalangebot leidet, sei für ihn eine Frage aus dem letzten Jahrhundert. „Abonnent ist Abonnent, es gibt für mich keine Abonnenten zweiter Klasse, bloß weil sie digitale Leser sind“, betont der Chefredakteur. Dass Klusmann etwas für den Absatz tun muss, ist verständlich: Die verkaufte Auflage der Wirtschaftszeitschrift hat im vergangenen Jahr kräftig Federn gelassen. Sie sank im 2. Quartal 2018 unter die für die Werbekunden magische Grenze von 100.000 Exemplaren (99.326 Stück IVW). Das ist ein sattes Minus gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal von rund neun Prozent.

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Vor allem bei der harten Währung, also Abo und Einzelverkauf, gab der Titel nach. Der Abo-Verkauf verringerte sich im 2. Quartal auf 48.419 (Vorjahresquartal 52.910 Stück), beim EV auf 12.529 Exemplare (15.696 Stück). Diese Entwicklung wird den Verlagsstrategen der Spiegel-Gruppe kaum schmecken. Sie beobachten ohnehin seit Längerem die Erlösseite der Sparte mit Argusaugen. Denn die Manager Magazin-Gruppe musste im hart umkämpften Segment der Wirtschaftspresse 2017 einen spürbaren Wachstumsdämpfer einstecken. Der Umsatz der Gruppe (mit Online) sank – überraschend für viele Branchenkenner – um 8,6 Prozent auf 17,4 Millionen Euro, berichtete jüngst das Branchenblatt Horizont.

Um neue Print-Leser anzulocken, dreht Klusmann zudem am Heft an einigen Stellschrauben. Dazu gehört, dass er den Umfang ausweitet. Geplant ist, die Seitenzahl je Ausgabe um vier bis acht Seiten zu erhöhen. Im gleichen Atemzug verkleinert er das Heftformat leicht auf die Größe des Konkurrenten Capital. Hintergrund für den Umbau ist nach MEEDIA-Informationen, dass die mm-Macher hierdurch die Haptik des Magazins in anzeigenschwachen Sommermonaten beibehalten wollen. Denn sollten hier einmal Anzeigenseiten überraschend wegbrechen, wirkt das Blatt durch das kleinere Format und den größeren Seitenumfang ansprechender.

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Alle Kommentare

  1. Bei Wirtschaftszeitungen fällt es schneller auf, wenn nur Propaganda und Mist drinsteht, und dann sind die Leser weg.

    Frühpensionierte, ZEIT-lesende Lehrer glauben die Jubelarien auf die Regierung weiter, so lange jeden Monat die Rente pünktlich überwiesen wird.

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