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Mesut Özil, die Medien und der DFB: die Geschichte eines Missverständnisses

Marke wider Willen? Mesut Özil
Marke wider Willen? Mesut Özil

Das Medien-Drama um Mesut Özil, sein Erdogan-Foto und seine Leistung bei der zurückliegenden Fußball-WM findet mit Özils Rücktritt nun hoffentlich ein Ende. Die Causa Özil spielt sich auf mehreren Ebenen ab, das macht es kompliziert. Nicht zuletzt basiert die ganze Aufregung auf einem grundlegenden Missverständnis und fehlender Kommunikations-Expertise.

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Zunächst einmal ist die öffentliche Figur Mesut Özil (und nur von ihr soll hier die Rede sein) ein großes Missverständnis. Özil ist in einfachen Verhältnissen im Ruhrpott aufgewachsen. Er wäre einer von zig türkischstämmigen Jungs geblieben, über die keiner groß redet oder schreibt, vermutlich wäre er in seiner “Community”, wie das heute heißt, größtenteils unter anderen türkischstämmigen Leuten geblieben, hätte vielleicht eine Lehre gemacht. Wäre vielleicht ein paarmal im Jahr in die Türkei in Urlaub gefahren. Hätte bei den Türkei-Wahlen sein Kreuz vielleicht bei Erdogan gemacht, vielleicht auch nicht. Der Zufall oder das Schicksal wollte es aber, dass der junge Mesut ein begnadeter Fußballer war. So traf das Migrantenkind aus dem Pott auf den vermutlich größten Medien- und Marketing-Komplex, den wir hierzulande haben: den Profi-Fußball.

Wegen der Kombination aus Biografie und fußballerischem Talent war es fast zwangsläufig, dass Medien und das DFB-Marketing aus Özil eine Story, ein Narrativ machten. Die Geschichte vom Migrantensohn aus einfachen Verhältnissen, der dank König Fußball zum Multimillionär, zum weltweiten Idol wurde. Die sündhaft teuren DFB-Trikots mit Özils Namen verkauften sich mit am besten. Er bekam vom Verlagshaus Burda den “Integrations-Bambi” aufgedrängt. Der junge Mesut war eine Marke geworden, ob er wollte oder nicht. Ob er diese Rolle als Idol ausfüllen konnte, hat ihn sicher nicht gefragt. Das kommt in dieser Preisklasse des internationalen Spitzenfußballs inklusive.

Man kann sich vorstellen, dass es Mesut Özil wehgetan hat, als er bei einem Fußball-Länderspiel Deutschland-Türkei von türkischen Fans ausgepfiffen wurde. Nun wurden er und sein Teamkollege Gündogan von deutschen Fans ausgepfiffen wegen dieses unsäglich dämlichen Erdogan-Fotos. Natürlich ist das zutiefst unfair. Fußballfans sind freilich nicht für ihr Fingerspitzengefühl bekannt. Ebensowenig wie Boulevardmedien.

In dem Medienteil seiner dreiteiligen, englischsprachigen Generalabrechnung macht Özil “certain German newspapers” dafür verantwortlich, seine Herkunft und sein Erdogan-Foto für “rechte Propaganda” genutzt zu haben. Konkreter wird er leider nicht. Der Verdacht wabert im Raume, er könnte die Bild-Zeitung meinen, die bereits vor Özils Einlassung auch in anderen Medien und Blogs dafür kritisiert wurde, eine Kampagne gegen den Nationalspieler zu fahren und zum Teil sein Foto mit Artikeln über das miese Abschneiden der deutschen Mannschaft zu verknüpfen.

Bei Übermedien hat der 11-Freunde-Chefredakteur Philip Köster einen längeren Text dazu veröffentlicht. “Integrationsmaskottchen” sei Özil erst gewesen und dann Buhmann, schreibt Köster. Das trifft es ganz gut. Durchforstet man die Bild-Berichterstattung zu Özil, dann lässt sich der Kampagnenvorwurf allerdings kaum halten. Klar, die Bild hat Aussagen von allerlei Meinungs-Inhabern wie Stefan Effenberg und ihres Kolumnisten Lothar Matthäus prominent transportiert, die hart mit Özil ins Gericht gingen. Aber auch andere Spieler bekamen ihr Fett weg. Vielleicht hätte Bild die Rolle eines Thomas Müller, der wohl auch nicht auf der Höhe seiner fußballerischen Leistung war, noch stärker anprangern können. Aber bei Özil gab es nun einmal diesen Aufreger mit dem Erdogan-Foto, was ihn automatisch heraushob von den anderen, zur Zielscheibe des Boulevard machte. Özils langes Schweigen in eigener Sache füllten die Medien dann mit anderen Geschichten, teils eigenen Kommentierungen, teils mit Stimmen der stets Gewehr bei Fuß stehenden “Experten”.

Und wenn Özil sich in seiner Medienschelte beklagt, dass etwa das Putin-Handshake-Foto seines Kritikers Matthäus kaum ein Medienecho gefunden hätte, dann hat er wohl keine Zeitung gelesen. Die Bild selbst war es, die ihren eigenen Kolumnisten für das Putin-Foto anklagte. Dass das Boulevardmedium Bild Özil nun vorwirft zu “jammern” und es thematisiert, wenn Uli Hoeneß über den nunmehr Ex-Nationalspieler herzieht, kann man ihr nicht verdenken. Wenn eine der wichtigsten Fußball-Persönlichkeiten des Landes derart vom Leder zieht wie Hoeneß, ist das natürlich ein Top-Thema. Das ist grob draufgehauen, aber wer eine solche Thematisierung und Ansprache nicht wünscht, der müsste im Prinzip Boulevardmedien gleich ganz verbieten. Und das wird hoffentlich niemand in diesem Land wollen.

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Bei alldem ist nicht auszuschließen, dass die Berichterstattung des Boulevards in Teilen des Publikums Ressentiments und sogar Rassismus verstärkt. Beleidigungen, Anfeindungen und Drohungen gegen Özil sind bei aller Kritik an dem Erdogan-Foto und den Debatten um seine fußballerischen Leistungen selbstredend fehl am Platze. Solche Phänomene sind aber leider ein Zeichen der Zeit und eine Begleiterscheinung von Social Media. Was es nicht besser macht. “Den Medien” alleine die Schuld dafür zuzuschieben, ist beliebt, greift aber zu kurz.

Ein weiterer Aspekt ist die unrühmliche Rolle des DFB, die sich in erster Linie mit Inkompetenz beschreiben lässt. Der Präsident Reinhard Grindel und Manager Oliver Bierhoff haben sich in der ganzen Debatte maximal ungeschickt benommen, wurden dafür in den Medien aber auch auch gebührend kritisiert. Auch die Bild hatte Bierhoff wegen seiner tatsächlich unsäglichen Andeutungen, die Nationalmannschaft habe wegen Özils Erdogan-Foto die WM vergeigt, in einem Kommentar lang gemacht.

Es gibt also viele Dimensionen in diesem Özil-Komplex: Özil selbst, sein Charakter, seine Herkunft. Die politische Komponente mit dem Erdogan-Foto. Die Rolle der Medien. Die Frage nach seiner fußballerischen Leistung und die Rolle des DFB. Im Prinzip kann hier jeder mitreden und tut es ja auch.

Bei alldem darf man nicht vergessen, dass der Fall Özil ein sehr individueller Fall ist. In der deutschen Nationalmannschaft spielen zahlreiche Fußballer mit Migrationshintergrund, um die es keine solchen Riesen-Debatten gibt. Auch die Boatengs und Khediras werden sich öfter als ihnen lieb ist mit Rassismus auseinandersetzen müssen und unfaire Kritik an ihren Leistungen ertragen. Bei Özil ist der Diskurs aus dem Ruder gelaufen, auch weil der DFB so gnadenlos überfordert ist und auch weil Özil selbst in kommunikativen Dingen so maximal tapsig agiert. Zuerst das lange Schweigen, dann dieser schriftliche Ausbruch auf Englisch via Social Media. Dass so etwas eine Gegenreaktion hervorruft, ist klar.

Nach seinem Rückzug aus der Nationalmannschaft, kann sich die Debatte rund um Mesut Özil nun hoffentlich wieder etwas beruhigen. Wenn man eines aus den vergangenen Wochen aus dieser “Affäre” lernen konnte dann dies: Der Bedarf an kompetenten (!) Medien- und Kommunikationsberatern ist nach wie vor groß. Allerdings müssten die Leute dann auch auf sie hören.

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Alle Kommentare

  1. Danke für den Artikel, Herr Winterbauer.

    Die Jungs hier, multinational, Fußballverrückt und nicht schmähstad, diskutieren auch, verstehen ebenso wenig wie ich das Theater, da doch für die das fußballerische Können zählt, und nicht die Herkunft, nicht irgendein Foto, kein Verriss durch die medien, sondern ein Idol, das sie lange Zeit begeistert hat.

  2. Özil ist in seinem Herzen immer Türke geblieben. Das kann man ihm nicht vorwerfen. Seine Fehlentscheidung für Deutschland zu spielen schon, warum auch immer er diese getroffen hat (vielleicht weil er sich größere Chancen ausgerechnet hat Weltmeister werden). Hätte er sich wirklich aus innerer Überzeugung für Deutschland entschieden, wären diese Erdogan-Kumpel-Fotos nie geschossen worden. So ist sein Rückzug nur ein Schmierentheater, eine Camouflage für sein zerrissenes Herz, das nun hoffentlich wieder anfangen darf zu heilen. Dass er dabei mit Dreck um sich schmeißt spricht nicht gerade für ihn.

  3. Die 3 ellenlangen Twitter Kommentare des Spielers waren genau so dumm wie das erdogan Foto und das trotzige Schweigen danach. Unverschämt ist es jedoch sich jetzt hinter einem angeblichen Rassismus verstecken zu wollen. Der kann froh sein in England spielen zu dürfen. In Deutschland wäre ihm jetzt bei JEDEM Spiel ein gellendes Pfeifkonzert sicher.

    1. Sie wagen es tatsächlich, von „angeblichem Rassismus“ zu sprechen? „Angeblich“? Es WAR ein Gutteil Rassismus, dazu Fremdenfeindlichkeit; da müssen Sie sich nur einmal die Kommentare zur Petition „Özil und Gündoğan aus der Nationalmannschaft?“ durchlesen!

      1. Özil hat seinen muslimischen Diktator gehuldigt, das widerspricht allen Werten der deutschen Nationalmannschaft. Das ist mit unseren Werten nicht vereinbar. Dazu hat er einen Dreck zusammen gespielt und das seit Jahren. O-Ton Hoeneß. Und er wurde trotzdem mitgenommen zur WM. Er ist kein Opfer von Rassismus, vielmehr hatte einen Bonus. Wie man oft bei Minderleister und Verbrechern mit bestimmten Hintergrund findet. Alle anderen Ausländer wie Klose, Boateng Ters Tegen, Sane etc. werden akzeptiert, weil sie performen und sich zu Deutschland bekennen.

      2. Was ist eigentlich Rassismus konkret?

        Ich dachte, es gibt keine Rassen, sondern nur verschiedene Nationen.

        Wenn sich Özil für seinen türkischen Präsidenten öffentlich stark gemacht hat, Wahlwerbung für ihn gemacht hat, trotzdem er in der deutschen Nationalmannschaft spielt, dann ist die Frage auch eine politische und keine rein persönliche würd ich mal meinen.

        Kann das Herz zugleich für verschiedene Werte schlagen?
        Ja kann es. Die Herkunft und die damit verbundenen Einstellungen, Idealisierung oder kritische Sichtweise usw prägt ein Leben lang.

        Immerhin ist gerade die Multikultigesellschaft in Deutschland offen für alles, also müsste sie auch hier toleranter sein. Wie offen ist eine/diese offene Gesellschaft?

      3. @Geierwalli: Stimmt, eine offene Gesellschaft sollte auch mit solch einem Fehltritt von Özil und Gündogan souverän umgehen können. Hat sie ja zunächst auch: Die beiden wurden zurecht gerügt und eben nicht kurz vor der WM vor die Tür gesetzt. Aus sportlicher Sicht kann man das im Fall von Mesut Özil hinterfragen – das war allerdings die souveräne Entscheidung des Bundestrainers und keinesfalls politisch motiviert. Hinterher von Seiten des DFB und einiger Medien in Özil den Sündenbock für das frühe Ausscheiden zu suchen, ist einfach nur schäbig und billig. Da kann ich sogar verstehen, dass bei dem Betroffenen der Verdacht aufkommt, als Deutschtürke das gefundene Fressen für Kritik aller Art zu sein. Dass Özil (bzw. sein Berater) selbstgefällig und unreflektiert auftritt – geschenkt. Nur wir sollten nicht den Fehler machen, die ganze Sache zur Staatsäffäre und zum Präzedenzfall in Sachen missglückte Integration aufzublasen. Dazu ist der in England lebende Multimillionär Özil viel zu weit weg von den Sorgen “normaler” Einwanderer-Kinder. Er kann gut ohne die zusätzliche PR-Maschine Nationalmannschaft leben und die Nationalmannschaft gut ohne ihn …

      4. @Tyll
        Kann Ihre Argumentation gut nachvollziehen, und stimme Ihnen zu.

        Danke für Ihre Antwort.

  4. Im übrigen dürfte klar sein dass die 3 Twitter Kommentare von PR Beratern und dem Management des Spielers verfasst wurden. Da sitzen weitere Türken drin u. a. Özils Bruder. Die vertreten übrigens auch Jogi Löw. Deshalb durfte der Spieler ja überhaupt nur mitspielen

    1. Es ist in der Branche üblich, dass Professionelle die Tweets übernehmen. Bei Özil wird das von seinem Bruder gemanagt. Daher ist Aussage richtig. Ein Fakt ist ein Fakt, der kann nicht rassistisch sein. Problematisch sind Verbindungen zu Trainer Löw. Es scheint, dass der türkische Minderleister nur aufgrund dieser dubiosen Umständen zur WM. Ich habe die Vermutung, es wurde getürkt.

      1. Doch, es ist Rassismus, weil die „weiteren Türken“ hier eindeutig abwertend gemeint ist, Fakt hin, Fakt her! Lothar Stefan Bach sähe es lieber, wenn da ausschließlich Deutsche „drinsäßen“, auch in der Nationalmannschaft. Das eint ihn mit vielen, vielen weiteren Rassisten, die eine rein „bio-deutsche“ Nationalmannschaft wollen und den Fall Özil nur als Vorwand für ihre rassistische Gesinnung genutzt haben. Insofern hat Özil tatsächlich recht mit seinem Vorwurf des Rassismus!

      2. Nein, da ist gar nichts “eindeutig”, denn die Vokabel “weitere” ist keine (Ab-)Wertung, sondern eine Tatsachenbehauptung.
        Auch Ihre Unterstellung, jemand “sähe es lieber, wenn…” ist reine Spekulation, durch nichts gedeckt in dem kurzen Beitrag oben.

      3. Eine Nationalität zwar, die aber nicht als vollwertig, ebenbürtig, gleichwertig und als Teil der deutschen Nationalmannschaft begriffen wird, selbst wenn Özil einen deutschen Pass hat – und zwar NUR einen deutschen! Den türkischen hat er vor Jahren schon freiwillig abgegeben. Und wegen der „weiteren Türken“ [„Die vertreten übrigens auch Jogi Löw.“] „durfte der Spieler ja überhaupt nur mitspielen“: Verraten Sie mir doch mal, was das denn sein soll, wenn nicht Rassismus!

  5. Fußball hat sich in Erziehung, Sprachregelung und Lenkung der Bevölkerung einbinden lassen, der DFB ist teil davon, und auch noch stolz darauf. Mittlerweile haben die aber nicht mehr so viel, auf was sie stolz sein könnten. Politische Vorgaben bestimmen, was Fans zu lieben und zu denken haben. Und welcher politisch unkorrekte Trainer trotz Erfolg aussortiert wird.

    Rauball meldet sich mal wieder zu Wort?

    So zählt Deutschland nicht zu den Nationen, in denen man stolz sein darf. Was sich sowohl aus der gewählten lächerlichen Namensgebung als auch durch das aktuelle Trikot ausdrückt.

    Aus einem verzagten A**** kommt kein fröhlicher Furz.

    Das hat man der Mannschaft anfühlen können. Für wen oder was sollten diese Jungs also spielen, sich ins Zeug legen?

    Bereits hier liegt einer der Ursachen für das letztlich konsequente Scheitern bei dieser Fußball- Weltmeisterschaft. Daran trägt ein Özil keinerlei Schuld.

    Der Werteverfall, die Sabotage jeglicher Bindung in unserer Gesellschaft, die wirkungsmächtig vorangetriebene Auflösung ist nicht mehr wegzudiskutieren. Der DFB hat, was Fußball angeht, daran seinen Anteil.

    Auf welche Werte sollten sich junge Sportler beziehen, orientieren, völlig egal aus welchem Kulturkreis diese ursprünglich stammen mögen ? Wir haben ihnen an Identifikation nichts mehr anzubieten. Hier liegt die Ursache der Verachtung, die uns mittlerweile in weiten Teilen entgegengebracht wird.

    Offen diskutuert werden kann dies jedoch nicht.

    Nur Spinner glauben, daß Wertelosigkeit als erstrebenswert angesehen wird oder daß die Feigheit, zu sich und seinen Wurzeln zu stehen irgendeine Anziehungskraft entfaltet. Abstoßung und Verachtung erntet man dafür.

    Unsere Gesellschaft ist inzwischen gesättigt mit Spinnern.

    Das Özil -Theater wird nicht nur in der Türkei unter den Erdogan- Wählern, mithin der Mehrheit der Türken, seine Wirkung entfalten.

    Der DFB hat sich, mit schlechtem Beispiel vorangehend, in die Auflösung unserer Gesellschaft einbinden lassen. Die FiFa wird, soviel man hört, auch noch den Genderkram drauflegen.

    Derweil verweist Mezut Özil auf einen Präsidenten, der ihn mit seinen eigenen Wurzeln verbindet.

    Er würde es wieder machen, sagt Özil. Recht hat er. Untypisch ist, dies auch noch zuzugeben. Er ist hat wirklich kein Deutscher.

    1. „Fußball hat sich in Erziehung, Sprachregelung und Lenkung der Bevölkerung einbinden lassen, der DFB ist teil davon, und auch noch stolz darauf. Mittlerweile haben die aber nicht mehr so viel, auf was sie stolz sein könnten. Politische Vorgaben bestimmen, was Fans zu lieben und zu denken haben. Und welcher politisch unkorrekte Trainer trotz Erfolg aussortiert wird.“ Au ja! Der DFB bestimmt mein Leben. Zum Schießen! Nur seltsam, dass das die Wenigsten so empfinden.

      Zu dumm nur, dass manche Leute das, was sie so absondern, tatsächlich auch noch glauben und meinen, das auch noch schreiben zu müssen.

      „Das Problem der sozialen Netzwerke ist allerdings die manchmal etwas unglückliche Kombination aus Denkfaulheit, Rechtschreibschwäche und Internetanschluss.“ (der bekannte Philosoph Erwin Pelzig)

      1. E Ekat konsumiert einfach zu viele “alternative” Medien oder ist selbst ein Teil davon. Und wer lange genug abstruse Verschwörungstheorien und reaktionären Dreck konsumiert, glaubt auch irgendwann daran – das scheint in der menschlichen Natur zu liegen.
        Mit dem Satz “Unsere Gesellschaft ist inzwischen gesättigt mit Spinnern” hat er leider Recht, dabei aber nicht den Blick in den Spiegel gewagt.

  6. Fußball hat sich in die Erziehung, Sprachregelung und Lenkung der Bevölkerung einbinden lassen, der DFB ist Teil davon, und auch noch stolz darauf. Mittlerweile haben die aber nicht mehr so viel, auf was sie stolz sein könnten. Politische Vorgaben bestimmen, was Fans zu lieben und zu denken haben. Und welcher politisch unkorrekte Trainer – trotz Erfolg- aussortiert wird.

    Rauball meldet sich mal wieder zu Wort?

    So zählt Deutschland nicht zu den Nationen, in denen man stolz sein darf. Was sich sowohl aus der gewählten lächerlichen Namensgebung als auch durch das aktuelle Trikot ausdrückt.

    Aus einem verzagten A**** kommt kein fröhlicher Furz.

    Das hat man der Mannschaft anfühlen können. Für wen oder was sollten diese Jungs also spielen, sich ins Zeug legen?

    Bereits hier liegt einer der Ursachen für das letztlich konsequente Scheitern bei dieser Fußball- Weltmeisterschaft. Daran trägt ein Özil keinerlei Schuld.

    Der Werteverfall, die Sabotage jeglicher Bindung in unserer Gesellschaft, die wirkungsmächtig vorangetriebene Auflösung ist nicht mehr wegzudiskutieren. Der DFB hat, was Fußball angeht, daran seinen Anteil.

    Auf welche Werte sollten sich junge Sportler beziehen, orientieren, völlig egal aus welchem Kulturkreis diese ursprünglich stammen mögen ? Wir haben ihnen an Identifikation nichts mehr anzubieten. Hier liegt die Ursache der Verachtung, die uns mittlerweile in weiten Teilen entgegengebracht wird.

    Offen diskutuert werden kann dies jedoch nicht.

    Nur Spinner glauben, daß Wertelosigkeit als erstrebenswert angesehen wird oder daß die Feigheit, zu sich und seinen Wurzeln zu stehen irgendeine Anziehungskraft entfaltet. Abstoßung und Verachtung erntet man dafür.

    Unsere Gesellschaft ist inzwischen gesättigt mit Spinnern.

    Das Özil -Theater wird nicht nur in der Türkei unter den Erdogan- Wählern, mithin der Mehrheit der Türken, seine Wirkung entfalten.

    Der DFB hat sich, mit schlechtem Beispiel vorangehend, in die Auflösung unserer Gesellschaft einbinden lassen. Die FiFa wird, soviel man hört, auch noch den Genderkram drauflegen.

    Derweil verweist Mezut Özil auf einen Präsidenten, der ihn mit seinen eigenen Wurzeln verbindet.

    Er würde es wieder machen, sagt Özil. Recht hat er. Untypisch ist, dies auch noch zuzugeben. Er ist hat wirklich kein Deutscher.

      1. Dass erfolgreiche Trainer aussortiert werden, weil sie “politische Vorgaben” nicht erfüllen, ist doch ein enormer Geistesblitz. Liest man gerne doppelt.

      2. Für Sie habe ich es zweimal eingestellt. Damit Sie auch mal einen eigenen Punkt machen können. Zählen können Sie ja.

    1. „Fußball hat sich in die Erziehung, Sprachregelung und Lenkung der Bevölkerung einbinden lassen, der DFB ist Teil davon, und auch noch stolz darauf. Mittlerweile haben die aber nicht mehr so viel, auf was sie stolz sein könnten. Politische Vorgaben bestimmen, was Fans zu lieben und zu denken haben. Und welcher politisch unkorrekte Trainer – trotz Erfolg- aussortiert wird“: Das ist die Antwort! Ich habe Bettwäsche vom DFB, Trikots, Fahnen, Rückspiegel-Überzieher, Geschirr, sogar DFB-Präservative; im Fernsehen und Radio nichts als Fußball und DFB-Pressekonferenzen, in Zeitungen und Zeitschriften das Gleiche. Und mein Lieblingsverein nimmt nie meine Wunschtrainer. Jetzt weiß ich, warum: Der DFB und dessen politische Vorgaben wollen mich erziehen! Danke für Ihre wertvolle Erklärung!

      Aus einem unverzagten A… wie von dem von dem Eklat kommt doch auch mal ein erhellender Furz. Sollte hier ein drittes Mal stehen. Zählen kann er ja anscheinend auch.

      1. @ Šuhaj

        DFB- Präservative: der war gut. Verhütungsgeschäft.

        Deutschland-Fähnchen schwenken Sie also offenbar nicht. Die fehlen in Ihrer Aufzählung. Gibts die nicht vom DFB ? Die haben wohl Angst vor der Antifa, welche solche Fahnen auf den Publik Viewings einzusammeln versprachen? Ein Video dazu ?

        https://www.youtube.com/watch?v=uZEcT6OsJg4.

        Hat nix mit Politik zu tun. Und wir haben noch mal Glück gehabt mit dem Abschneiden unserer unpolitischen “Mannschaft”

        Fragen Sie mal bei Rauball, (googeln, wer ist das ? ) ob er ebenfalls DFB- Präser verwendet. Bedauerlich, daß der begabte und erfolgreiche, aber als “störrisch” bezeichnet und deswegen abgetriebene Tuchel nicht zu ihren Lieblings-Trainern gehört. Business as usual. Auch nach einem Anschlag. Natürlich ist ein Verein nicht nur wegen des Trainers erfolgreich. Stimmung ist ebenfalls wichtig. Nicht nur beim BVB. Der daraufhin Obameyang und Dmbele verlor.

        Lenkung und Erziehung funktionieren, wenn die Zielgruppe nicht mitbekommt, was ablaufen soll. Damit dies so bleibt, sind mehr oder weniger ehrenamtliche Nebelwerfer unterwegs. Das ist OK mit mir. Nur: mit solchen argumentieren zu wollen ist ziemlich entbehrlich.

        Jetzt bringt mal die Özil- Klamotte hinter Euch.

        Wir wären ja fast Weltmeister geworden, wenn der Özil nicht offengelegt hätte, das in unserer Gesellschaft nicht alle zu wissen scheinen, wann man einem Erdogan in den Hintern kriecht, und wann man ihn zu meiden hat.

        Das ist schließlich eine wesentliche Aufgabe des in der Öffentlichkeit stehenden Fußballers. Lahm weiß dies. Höneß weiß dies. Watzke weiß dies. Alle wissen dies. Außer Özil und Tuchel.

  7. Der selbstgerechte Özil ist konsequenterweise zurückgetreten. Er selbst hat mit Erdogan posiert, nicht die von ihm Angegriffenen.

  8. Was für ein Theater …. Ein Fußballspieler, der in England spielt und Erdoğan als seinen Präsidenten betrachtet spielt nicht mehr in der deutschen Nationalmannschaft. Und das ist gut so.

    1. Korrekt. Und zwar nicht, weil er in England “seinen Präsidenten” getroffen hat, sondern weil er sportlich nichts mehr in der Nationalmannschaft verloren hat. Da Jogi zu befangen war, ihn vor die Tür zu setzen, macht er es halt selbst. Auch okay, wenngleich ohne jegliche Selbstreflektion. Egal, der Fußball rollt weiter, die große PR- und Gelbmaschine mit ihm. Dazu gibt’s bunte Bilder, von sich selbst besoffene Staatschefs auf der Ehrentribüne und, fast ohne Beachtung, weiterhin Bomben auf beliebte Kriegsschauplätze wie Syrien. Und am Ende war es wieder das tollste WM-Turnier aller Zeiten. Sorry, jetzt hab ich mal das Fass etwas zu weit aufgemacht. Aber vielleicht könnte sich wenigstens mal ein Fußballer bei seinem großen Abgang von der Weltbühne einem solchen Thema widmen, statt als selbstgefällige beleidigte Leberwurst zu gehen. Schade, Mesut Özil, schon wieder eine Chance vertan.

      1. (Beleidigung gelöscht; Red.) Er und seinesgleichen sind Style-Ikonen, “Markenbotschafter”, abgekapselte Jungmillionarios ohne jede Lebenserfahrung. Die “Kommunikation” mit der realen Welt erledigen Berater, die gelegentlich auch zur family gehören.

        Der Trainer Neururer wurde mal gefragt, ob er auf seinen vielen Stationen je einen Spieler erlebt hat, der außer Bild oder Kicker mal was Gedrucktes gelesen hätte. Ein einziger Name (Yves Eigenrauch, später taz-Kolumnist) fiel ihm ein.

        Selbst Rummenigge, inzwischen 60+, kann noch immer kaum einen Satz unfallfrei daherreden. Was also käme bei Özil mit seinem dumpfen Gelsenkierchenerisch raus? Eine einzige Blamage; dem sind sogar Sportreporter intellektuell überlegen.

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