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IVW-Auflagen der 82 größten Regio-Zeitungen: Mopo verliert 18%, Tagesspiegel und Norderneyer Badezeitung legen zu

Laut neuester IVW-Auswertung hat die Hamburger Morgenpost 18 Prozent an Auflage einbebüßt – Tagesspiegel und Norderneyer Badezeitung haben hinzugewonnen
Laut neuester IVW-Auswertung hat die Hamburger Morgenpost 18 Prozent an Auflage einbebüßt – Tagesspiegel und Norderneyer Badezeitung haben hinzugewonnen

Deutschlands Regional- und Lokalzeitungen verlieren weiterhin fast komplett an Auflage, einige sogar massiv. So leiden vor allem die Boulevardblätter wie die B.Z., der Berliner Kurier, die Hamburger Morgenpost (-18,0%!) und der Express Köln/Bonn unter Verlusten von über 10%. Gewinner gibt es ohne Sondereffekte unter den rund 230 Blättern, bzw. Verlagen ganze zwei: den Tagesspiegel dank weiter steigender ePaper-Abos – und Deutschlands kleinste IVW-gemeldete Tageszeitung: die Norderneyer Badezeitung.

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Unsere vierteljährliche Reise durch Zeitungs-Deutschland schaut auf die verkaufte Auflage in den beiden wichtigsten IVW-Rubriken Abonnements und Einzelverkauf (in Kiosken, Supermärkten, Tankstellen, etc.). Andere Rubriken wie Bordexemplare lassen wir außen vor.

Beginnen wir die Reise im weiterhin umkämpftesten Markt, Berlin. Keins der Blätter erreicht dort noch mehr als 100.000 Abonnenten und Einzelkäufer, B.Z. und Berliner Zeitung liegen inzwischen nur noch knapp über 70.000, Berliner Kurier und Berliner Morgenpost bei 52.000/53.000. Die klare Nummer 1 heißt Tagesspiegel. Das Blatt steigerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar leicht. Mehr Papier-Zeitungen verkauft aber auch Der Tagesspiegel nicht, der Zuwachs geht allein auf das Konto der deutlich steigenden ePaper-Abos.

In den anderen fünf östlichen Bundesländern geht es für die großen Blätter ausnahmslos deutlich nach unten. Keine der 14 Titel, die in unserer Tabelle der Zeitungen mit mindestens 40.000 verkauften Exemplaren, verlor hier weniger als 3,4%. Besonders bitter sieht es für die Lausitzer Rundschau, die Märkische Oderzeitung, die Mitteldeutsche Zeitung, die Leipziger Volkszeitung und die Morgenpost für Sachsen aus, die allesamt mehr als 5%, teilweise mehr als 6% einbüßten. Wobei die 6,8% weniger für die sächsische Morgenpost im Vergleich zu anderen Boulevardblättern vergleichsweise sogar noch als halbwegs gute Leistung gewertet werden kann.

In Bremen und Hamburg büßten Weser-Kurier, Nordsee-Zeitung und Hamburger Abendblatt 4,0% bis 4,5% ein. Die Hamburger Morgenpost ist diesmal der größte Verlierer aller deutscher Regionalzeitungen – mit einem heftigen Rückgang um 18,0%. Nur noch knapp über 40.000 Stück setzt man via Abo und Einzelverkauf ab.

IVW 2018/II: Die größten Regionalzeitungen (Teil 1)
Platz Titel / Belegungseinheit Abos + Einzelverkauf Mo-Sa
2018/II vs. 2017/II in %
Berlin*
1 Der Tagesspiegel (mit Potsdamer Neueste Nachrichten) 92.766 752 0,8
2 B.Z. 70.497 -9.368 -11,7
3 Berliner Zeitung 70.096 -4.177 -5,6
4 Berliner Kurier 53.430 -6.379 -10,7
5 Berliner Morgenpost Gesamtausg. (Nordisch+Tabloid) 52.425 -3.951 -7,0
Brandenburg
1 Märkische Allgemeine Gesamt 99.177 -4.812 -4,6
2 Lausitzer Rundschau Gesamt 65.015 -3.825 -5,6
3 Gesamtausgabe Märkische Oderzeitung 64.677 -4.284 -6,2
Mecklenburg-Vorpommern
1 Ostsee-Zeitung Gesamtausgabe 118.101 -4.601 -3,7
2 Schweriner Volkszeitung Gesamt 68.238 -3.260 -4,6
3 Nordkurier Gesamtausgabe 64.948 -2.431 -3,6
Sachsen-Anhalt
1 Mitteldeutsche Zeitung Gesamt Sachsen-Anhalt Süd MZ-Gesamt + Naumburger Tageblatt 164.018 -9.274 -5,4
2 Volksstimme Gesamt 153.246 -5.648 -3,6
Sachsen
1 Freie Presse Gesamt 215.788 -7.595 -3,4
2 Sächsische Zeitung 010 Gesamt 196.714 -8.525 -4,2
3 Leipziger Volkszeitung Gesamt 153.094 -8.756 -5,4
4 Morgenpost für Sachsen Gesamt 49.467 -3.627 -6,8
Thüringen
1 MGT Thüringen Gesamtausgabe (TA+TLZ+OTZ) 227.876 -9.102 -3,8
2 Südthüringer Presse Plus Hauptausgabe 58.751 -2.589 -4,2
Bremen
1 Weser-Kurier Gesamtausgabe 123.049 -5.858 -4,5
2 Nordsee-Zeitung Gesamt 46.524 -1.938 -4,0
Hamburg*
1 Hamburger Abendblatt/Bergedorfer Zeitung 145.250 -6.375 -4,2
2 Hamburger Morgenpost 40.381 -8.847 -18,0
*: Zahlen für Berlin und Hamburg wegen besserer Vergleichsmöglichkeiten Mo-Fr / In allen anderen Bundesländern Mo-Sa
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind einige Titel recht glimpflich davon gekommen. Vor allem die Neue Osnabrücker Zeitung kann mit dem Mini-Minus von 0,7% zufrieden sein. Aber auch Nordwest-Zeitung, Kreiszeitung und sh:z verloren immerhin nur weniger als 3%. In heutigen Zeiten schon eine Leistung. Deutlichere 4,6% büßten die HAZ und die Neue Presse in Hannover ein. In Niedersachsen erscheint auch die einzige Regionalzeitung, die unabhängig von Sondereffekten neben dem Tagesspiegel zulegen konnte: Die Norderneyer Badezeitung bleibt mit 898 Abos und Einzelverkäufen der kleinste von der IVW geprüfte Titel, gewann aber 11 aktive Käufer hinzu. Immerhin.

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In Nordrhein-Westfalen finden sich die Blätter mit einem relativ geringen Minus nicht in den Metropolen: Das Westfalen-Blatt aus Bielefeld, Die Glocke aus Oelde und die Siegener Zeitung verloren jeweils maximal 3%. Deutlicher nach unten zeigen die Pfeile bei der Funke-Mediengruppe (u.a. WAZ), den Abozeitungen der Zeitungsgruppe Köln (u.a. Stadtanzeiger), dem Duo aus Aachen, der Westdeutschen Zeitung und der Recklinghäuser Zeitung mit Verlusten von jeweils mehr als 5%. Größter Verlierer ist auch in NRW ein Boulevardblatt: der Express Köln/Bonn, für den es um fast 15 Prozent nach unten ging. Der Vorjahresvergleich des Vermarktungs-Konstrukts “mrw WIRA Dortmund 2201″, zu dem vor allem die Ruhr Nachrichten gehören, fehlt wegen einer Neuordnung der Belegungseinheit.

In Hessen verliert das Vermarktungs-Konglomerat RheinMainMedia (u.a. Frankfurter Neue Presse und Frankfurter Rundschau” mehr als 7%, die Gießener Allgemeine weniger als 3%.

IVW 2018/II: Die größten Regionalzeitungen (Teil 2)
Platz Titel / Belegungseinheit Abos + Einzelverkauf Mo-Sa
2018/II vs. 2017/II in %
Niedersachsen
1 HAZ/NP Hannover 144.472 -6.974 -4,6
2 Neue Osnabrücker Zeitung (A-B) 137.504 -1.018 -0,7
3 Nordwest-Zeitung Gesamt 100.206 -2.735 -2,7
4 Braunschweiger Zeitung Hauptausgabe 97.416 -3.349 -3,3
5 Kreiszeitung Gesamt ohne Rotenburg 56.163 -1.265 -2,2
Schleswig-Holstein
1 sh:z Gesamtausgabe 167.258 -4.828 -2,8
2 Lübecker Nachrichten Gesamt 76.561 -2.765 -3,5
3 Kieler Nachrichten Hauptausgabe 68.489 -2.188 -3,1
Nordrhein-Westfalen
1 Funke-Mediengruppe Funke-Medien-G 850 (WAZ+NRZ+WP+WR)+IKZ 486.053 -27.510 -5,4
2 Rheinische Post Gesamt 259.509 -12.142 -4,5
3 Zeitungsgruppe Köln Abozeitungen Gesamt (Kölner Stadtanzeiger/Kölnische Rundschau) 224.967 -13.504 -5,7
4 Neue Westfälische Zeitung 151 116.159 -5.274 -4,3
5 mrw WIRA Dortmund 2210 (u.a. Ruhr Nachrichten) 113.791
6 Westfalen-Blatt Gesamtauflage 98.700 -3.032 -3,0
7 WN-/MZ-Hauptausgabe inkl. EVZ (100) 97.557 -3.727 -3,7
8 Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten Gesamt 92.766 -5.066 -5,2
9 Express Köln/Bonn XK 69.676 -12.076 -14,8
10 Westdeutsche Zeitung 61.639 -4.990 -7,5
11 General-Anzeiger Bonn 59.819 -2.821 -4,5
12 Die Glocke Gesamt A-F 46.840 -1.301 -2,7
13 Siegener Zeitung 45.972 -1.398 -3,0
14 Recklinghäuser Zeitung 45.630 -2.523 -5,2
Hessen
1 RheinMainMedia Gesamt (FNP, Höchster Kreisbl., Taunus Ztg, Nass. Neue Presse, Rhein-Main-Ztg, FR) 151.371 -11.525 -7,1
2 HNA (Wirtschaftsraum Kassel, Frankenberg, Schwalm, Rotenburg/Bebra) 113.108 -4.670 -4,0
3 Darmstädter Echo gesamt (017) 74.598 -3.572 -4,6
4 Zeitungsgruppe Lahn-Dill 52.921 -1.735 -3,2
5 Wiesbaden Komplett (Wiesb. Kurier/Wiesb.Tageblatt) 48.063 -2.136 -4,3
6 Gießener Allgemeine Gesamt 45.115 -1.351 -2,9
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

In Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg fehlen die großen Ausreißer nach oben oder unten. Alle großen Titel büßten hier zwischen 2,1% und 4,8% ein. Am glimpflichsten davon kamen Die Rheinpfalz, die Badische Zeitung, der Schwarzwälder Bote, die Heilbronner Stimme und das Offenburger Tageblatt mit einem Minus von weniger als 3%. Für das Duo Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten gibt es keine Vergleichszahlen, da die Zahlen hier nur noch mit Partnern unter dem Namen “Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten PLUS” ausgewiesen werden.

Überdurchschnittlich gut läuft es weiterhin in Bayern. Nur für eine der 15 größten Zeitungen ging es hier um mehr als 5% nach unten, die 5,4% der tz sind für Boulevard-Verhältnisse allerdings auch eine stolze Leistung. Zwei Titel verloren sogar weniger als 2%: das Duo Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, sowie der Donaukurier. Das 1,3%-Plus der Main-Post kommt durch einen Sondereffekt zustande. Hier wird im Gegensatz zum Vorjahr nun auch das kleine Haßfurter Tagblatt dazu gezählt.

IVW 2018/II: Die größten Regionalzeitungen (Teil 3)
Platz Titel / Belegungseinheit Abos + Einzelverkauf Mo-Sa
2018/II vs. 2017/II in %
Rheinland-Pfalz
1 Die Rheinpfalz Gesamt ohne Pirmasenser Zeitung 196.456 -5.724 -2,8
2 Rhein-Zeitung Gesamt 160.488 -5.409 -3,3
3 Rhein-Main-Presse Rheinland-Pfalz-Kombi 31 84.645 -3.961 -4,5
4 Trierischer Volksfreund Gesamtausgabe 71.991 -3.374 -4,5
Saarland
1 Saarbrücker Zeitung ohne Pfälzischer Merkur 109.199 -3.896 -3,4
Baden-Württemberg
1 Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten PLUS 177.928
2 Schwäbische Zeitung Gesamt 147.666 -5.665 -3,7
3 Badische Zeitung 104 Gesamtausgabe 119.260 -2.958 -2,4
4 Badische Neueste Nachrichten Gesamt 220 109.291 -3.552 -3,1
5 Südkurier Gesamt 001 101.349 -3.727 -3,5
6 Schwarzwälder Bote 81.747 -1.750 -2,1
7 Südwest Presse [Neue Pressegesellschaft] 75.846 -3.264 -4,1
8 Heilbronner Stimme Gesamt 73.653 -2.105 -2,8
9 Rhein-Neckar-Zeitung Gesamt 72.938 -2.553 -3,4
10 Mannheimer Morgen Ausgabe A plus 62.876 -3.183 -4,8
11 Offenburger Tageblatt Gesamt 42.476 -1.277 -2,9
Bayern
1 Nürnberger Nachrichten Gesamt 231.192 -7.351 -3,1
2 Augsburger Allgemeine Nordausgabe 187.372 -5.385 -2,8
3 Großraumausgabe Münchner Merkur 163.839 -4.026 -2,4
4 Passauer Neue Presse Gesamt 152.302 -3.778 -2,4
5 Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung 112.064 -1.732 -1,5
6 Main-Post 50 Gesamt 105.792 1.316 1,3
7 tz-München 95.788 -5.519 -5,4
8 Mittelbayerische Zeitung Gesamt 95.401 -2.956 -3,0
9 Allgäuer Zeitung Südausgabe 86.054 -2.637 -3,0
10 Donaukurier Gesamt 78.946 -1.546 -1,9
11 Der neue Tag Gesamt 08 66.083 -2.176 -3,2
12 Main-Echo Gesamt 63.535 -1.975 -3,0
13 Oberbayerisches Volksblatt 57.792 -1.299 -2,2
14 Fränkischer Tag 57.640 -1.825 -3,1
15 Frankenpost Hochfranken (1030) 39.309 -1.609 -3,9
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

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Alle Kommentare

  1. Dieses Trauerspiel geht nun seit Jahren so und dennoch sehen die Redaktionsstuben nicht ihre Fehler: Parteiisches Geschreibsel, Übernahme von Propagandabegriffen, keine neutrale Berichterstattung, Regierungshörigkeit und eine erstaunlicher linksideologischer Drall.

    Manchmal scheint es mir so, dass die Medien versuchen die physikalische Wirklichkeit wegzuschreiben. Wie dumm, unlogisch und wie abstrus es auch sein mag, sie versuchen es scheinbar.

    Sowas war nie ein Dauerzustand. Das geht vorrüber. Dinge verändern sich und Massenmedien sind vergänglich.

  2. Den Leuten reichen schon die GEZ-Sender, durch die sie täglich gegängelt, bevormundet und letztlich – wenn ihre Meinung nicht der des Medien-Mainstreams entspricht – beleidigt werden. Da muss man nicht auch noch Geld für den Rest heraus werfen. Ich lese nur noch Medien, die mir ungefiltert mitteilen, was läuft. Und da ist wirklich keine einzige Tageszeitung dabei…

  3. Das Problem glaube ich, liegt irgendwo anders. Die Vergangenheitsdeutschen werden immer weniger und die Zukunftsdeutschen immer mehr. Und die Zukunftsdeutschen interessieren sich nun mal nicht für die Bunte oder den Spiegel. Sie lesen -wenn überhaupt- die Hürriyet, schauen mutttersprachliches Satelliten-TV oder gehen ins Internet. So siehts wohl eher aus.

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