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IVW-Blitz-Analyse der überregionalen Zeitungen: Bild, Welt und BamS große Verlierer, Handelsblatt, taz und Zeit stabil

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Der vierteljährliche Tag der Abrechnung beschert den meisten Tages- und Wochenzeitungen wieder Auflagenverluste. Unter den sieben überregionalen Tageszeitungen findet sich mit dem Handelsblatt dank steigender Digital-Kunden-Kartei nur ein Gewinner, bei den neun Wochen- und Sonntagszeitungen legte nur Das Parlament zu. Die großen Verlierer kommen mit Bild, Welt und Bild am Sonntag allesamt von Springer.

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Erneut verlor das Boulevard-Schlachtschiff Bild mehr als 10% seiner Abonnenten und Kiosk-Käufer: Rund 1,45 Mio. sind laut neuester IVW-Zahlen in den wichtigsten Rubriken Abos und Einzelverkäufe noch übrig – 169.363, bzw. 10,5% weniger als ein Jahr zuvor. Dennoch bleibt Bild natürlich mit riesigem Abstand weiterhin die populärste deutsche Tageszeitung. Zur Erinnerung: Die MEEDIA-Analysen der IVW-Zahlen beschränken sich auf die Abos und Einzelverkäufe. Bordexemplare, Lesezirkel und sonstige Verkäufe, für die wenig Geld fließt, lassen wir bei unseren Betrachtungen außen vor.

Das Feld der seriösen überregionalen Blätter führt wie gehabt die Süddeutsche Zeitung an: Mit 288.228 Abos und Einzelverkäufen hält man die F.A.Z. auf Abstand – beide Titel büßten 3,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Das Handelsblatt kam im zweiten Quartal in den beiden wichtigen IVW-Rubriken auf 90.271 Verkäufe – ein Plus von 0,4%. Der Grund für das Wachstum sind erneut Digital-Kunden, die auch das ePaper abonniert haben: Hier stieg die Zahl von 35.759 auf 44.629 massiv an, während die Papier-Abonnenten-Kartei gleichzeitig und fast die gleiche Zahl schrumpfte. Unter dem Strich bleibt bei den Abos ein 0,7%-Plus – und inklusive dem Kiosk-Verkauf eins von 0,4%.

Ein weiterer großer Verlierer folgt mit der Welt, inklusive Welt kompakt, auf Platz 5: 8,9% weniger Käufer griffen zum Springer-Blatt, nur noch 83.660 sind übrig. Relativ stabil sah es diesmal für die taz aus, die mit einem Minus von 2,0% unterdurchschnittliche Verluste verzeichnet. Das Neue Deutschland hingegen schrumpft mit 6,9% weniger Käufern weiter deutlich.

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IVW: Überregionale Tageszeitungen im 2. Quartal 2018 (nur Abo+EV)
Abo+EV 2018-II vs. 2017-II
Platz Titel 2018-II absolut in %
1 Bild (+Fussball Bild) 1.449.548 -169.363 -10,5
2 Süddeutsche Zeitung 288.228 -10.836 -3,6
3 Frankfurter Allgemeine 199.054 -7.375 -3,6
4 Handelsblatt 90.271 320 0,4
5 Welt (+ Welt Kompakt) 83.660 -8.223 -8,9
6 taz.die tageszeitung gesamt 43.002 -873 -2,0
7 Neues Deutschland Gesamt 22.806 -1.689 -6,9
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Der dritte große Springer-Verlierer findet sich an der Spitze der Wochen- und Sonntagszeitungen: Die Bild am Sonntag liegt mit 793.568 Abos und Einzelverkäufen genau 10,0% unter dem Vorjahr. Glimpflich davon gekommen ist dahinter Die Zeit mit einem 0,8%-Minus, auch sie gewann wie das Handelsblatt viele Digitalkunden hinzu, die auch das ePaper abonniert haben.

Deutlicher nach unten ging es im zweiten Quartal für die Welt am Sonntag und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die beide allmählich drohen, unter die 200.000er-Marke zu rutschen. Bei den kleineren Titeln halten sich die Junge Freiheit und die Jüdische Allgemeine Wochenzeitung relativ stabil, Das Parlament gewann als einziger Aufsteiger 288 Käufer bzw. 4,3% hinzu.

IVW: Wochen- und Sonntagszeitungen im 2. Quartal 2018 (nur Abo+EV)
Abo+EV 2018-II vs. 2017-II
Platz Titel 2018-II absolut in %
1 Bild am Sonntag 793.568 -88.651 -10,0
2 Die Zeit 409.673 -3.372 -0,8
3 Welt am Sonntag (+ Kompakt) 213.453 -13.194 -5,8
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 203.372 -8.233 -3,9
5 Katholische SonntagsZeitung für Deutschland (gesamt) incl. Neue Bildpost 32.737 -2.255 -6,4
6 Junge Freiheit 23.335 -89 -0,4
7 der Freitag 20.202 -857 -4,1
8 Das Parlament 6.911 288 4,3
9 Jüdische Allgemeine Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und Jüdisches Leben 4.507 -58 -1,3
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

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Alle Kommentare

      1. Seriöse deutsche Berichterstattung ist ein Ammenmärchen von Mediengläubigen.

        Das Ende ist -endlich- absehbar.

  1. Allesamt mal gelesen bzw. abonniert; war mal !! Auch Forist bei der SZ über Jahre(rund 3000 Kommentare bis 2007).Als der grosse Mainshit einsetzte, war peu a peu Schluß mit meinem Masochismus.Vertrauen zu Euch Pseudojouralisten wieder herzustellen, reicht wohl kaum meine Lebenszeit. Ein Trost dazu sind die stetig sinkenden Abonnenten-Zahlen. Na , im nächsten Leben vielleicht wieder Konsument bei Euch ????

  2. Wie immer in D, muss der Zug erst gegen die Wand fahren, bevor das Denken wieder einsetzt ….

    Deshalb fleißig weiter mit den Auflagen auf dem Weg nach unten, unten … ganz unten.

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