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Mark Zuckerberg im re/code-Interview: Facebook-Posts von Holocaust-Leugnern werden weiterhin nicht gelöscht

Erlebt sein schwerstes Jahr: Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Erlebt sein schwerstes Jahr: Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Die Krise, die der Datenskandal um Cambridge Analytica ausgelöst hat, ist für Facebook längst abgehakt: Der Mutterkonzern des Social Networks notiert an der Wall Street so hoch wie nie und wird bereits mit mehr als 600 Milliarden Dollar bewertet. Konzernchef Mark Zuckerberg befindet sich seit Monaten trotzdem in Büßerpose. Gestern stellte sich der 34-Jährige der notorisch kritischen Techreporterin Kara Swisher zur Silicon Valley-Variante eines Sommerinterviews – nämlich zu einem 80-minütigen Podcast, den Zuckerberg bereuen könnte.

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Kara Swisher und Mark Zuckerberg können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Acht Jahre ist es her, dass die damalige Co-Chefin des Techportals AllThingsD, aus dem später re/code werden sollte, dem Facebook-Chef buchstäblich den Hoodie auszog.  Es war Zuckerbergs “Meltdown-Moment“, der Augenblick, als er auf der Bühne der Techkonferenz D8 Angstschweiß schwitzte und sich bis auf die Knochen blamierte.

Swisher sagte später, sie habe Zuckerbergs Blamage in der Form nicht gewollt, sondern dem Emporkömmling des Web 2.0 lediglich zu den Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook auf den Zahn fühlen wollen und ihm durch die Hoodie-Bemerkung tatsächlich Zeit zum Verschnaufen geben wollen. Weil Swisher, damals noch unterstützt von Techreporter-Veteran Walt Mossberg, Zuckerberg trotzdem nicht höhnisch vorführte, ist der Draht zu einer der profiliertesten Techjournalistinnen der Welt bis heute nicht abgerissen.

Entsprechend konnte die re/code-Chefin Zuckerberg gestern als prominenten Gesprächspartner ihrer Podcast-Reihe präsentieren, in der sich auch die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton  bereits äußerte. 82 Minuten dauerte der denkwürdige Podcast, an dessen Ende man sich wieder fragt, ob sich Zuckerberg mit dem Interview einen Gefallen getan hat.

Im Podcast geriet Zuckerberg schnell in die Defensive. “Du hast genug Dinge kaputt gemacht – nun reparier sie”, hält Swisher Zuckerberg das Facebook-Motto “Move fast and break things” unter die Nase. Zuckerberg versucht sich damit herauszureden, dass Facebook sich schnell vom Motto der Studententage verabschiedet habe und nach dem weniger coolen Anspruch “Move fast with stable infrastructure” operiere.

Zuckerberg machte zudem weitere kontroverse Äußerungen. So wolle sich der Facebook-Chef weiter nicht anmaßen, die Richtigkeit von Nachrichten zu bewerten, sondern nur etwas gegen ihre Verbreitung auf Facebook tun, wenn sie von Nutzern als “Fake News” eingestuft würden. “Unser Ansatz mit Falschmeldungen ist nicht, dass wir sagen, man darf nichts Falsches mehr im Internet sagen.  Das wäre zu extrem”, erklärt Zuckerberg.

Stattdessen will Facebook die Verbreitung von Fake News im NewsFeed weiter erlauben, umstrittene Anbieter wie InfoWars aber selbst nicht von der Plattform verbannen. Selbst Holocaust-Leugnungen wolle Zuckerberg nicht löschen, erklärte der Facebook-Chef.  Nur im Falle von absichtlicher Fehlinformation, die das Ziel verfolge, Gewalt auszulösen, wolle das weltgrößte Social Network handeln und entsprechende Beiträge entfernen, erklärte Zuckerberg gegenüber Swisher.

Entsprechend kontrovers wurden Zuckerbergs Äußerungen im Social Web diskutiert. Besonders die Weigerung, Posts mit Holocaust-Leugnung zu löschen, schlug hohe Wellen.

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