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“Putin kann sein Glück nicht glauben”: So empört schreibt die US-Presse über das Gipfeltreffen von Trump mit Putin

Die US-Medien lassen kein gutes Haar am Gipfeltreffen – und kritisieren vor allem die Nähe zu Putin
Die US-Medien lassen kein gutes Haar am Gipfeltreffen - und kritisieren vor allem die Nähe zu Putin

Die unkritische Haltung Donald Trumps gegenüber Wladimir Putin beim Gipfel in Helsinki hat in den US-Medien Kritik hervorgerufen. Selbst der erzkonservative TV-Sender Fox News sieht den Auftritt des US-Präsidenten als "schockierend" und bezeichnet das Verhalten Trumps als "dumm und naiv". Einige Print-Medien spotten mit Karikaturen über seine Nähe zum Kremlchef.

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Das Treffen Donald Trumps beim Gipfeltreffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin wird in den USA kontrovers diskutiert. Nicht nur Parteifreunde und Oppositionelle empören sich über die Nähe Trumps zu Putin, auch in den US-Medien wird heftige Kritik laut. Dass der Präsident dem Kremlchef in der Russlandaffäre mehr glaubt als seinen eigenen Geheimdiensten, lässt selbst konservative Journalisten aufhorchen.

Der US-Nachrichtensender Fox News, der Trump sonst in vielen Bereichen nahesteht, spricht auf seiner Webseite von einer “schockierenden” Geste. “In einer Zeit, in der unsere Demokratie gefährdet ist, ist es zutiefst besorgniserregend, dass sich der Präsident auf die Seite des Landes schlägt, das uns angegriffen hat”, schreibt Fox News-Redakteur Douglas Schoen. Das ist bemerkenswert, war er es doch, der sich noch vor einigen Wochen für einen Nobelpreis nach Trumps Bemühungen in Nordkorea ausgesprochen hat. Nun bezeichnet er Trumps Nähe zu Putin als “dumm und naiv”.

Zugleich hat Fox News aber auch Wladimir Putin eine Plattform gegeben und den russischen Präsidenten zum Interview eingeladen. Auch darin ging es um die Anschuldigungen der USA gegenüber Russland, das bei den US-Wahlen die öffentliche Meinung bewusst manipuliert haben soll. Fox-News-Moderator Chris Wallace versuchte bei dem Interview, Putin die Anklageschrift von US-Sonderermittler Robert Mueller gegen zwölf Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes zu übergeben. Putin nahm das Papier jedoch nicht an. Er forderte den Moderator auf, es auf den Tisch zu legen.

“Putin kann sein Glück wahrscheinlich nicht glauben”

Die New York Times, die sich hingegen häufiger kritisch zu Trump äußert, spricht in einem Beitrag von einem “bemerkenswerten Bruch mit der eigenen Regierung”, die am Freitag zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter angeklagt hatte, weil sie wegen Cyber-Angriffen in der Präsidentschaftswahl verdächtigt werden. Eine Kolumnistin der New York Times, Michelle Goldberg, fasste das Treffen mit der Überschrift „Trump hat der Welt gezeigt, dass er Putins Lakai ist“ zusammen. Sie schreibt von einem “sklavischen und unterwürfigen” Verhalten Trumps beim Treffen.

Auch bei der größten Zeitung der US-Hauptstadt, der Washington Post, werden kritische Töne angeschlagen. In einer Analyse nach dem Gipfel schreibt die Post: “Trump gab Putin den Propaganda-Sieg, von dem wir alle ausgingen, dass er kommen würde: Er stellte sich an die Seite Russlands statt an die Seite seiner eigenen Regierung (…). Putin kann sein Glück wahrscheinlich nicht glauben.” Das Wall Street Journal sieht nach dem Gipfeltreffen sogar “personellen und nationalen Fremdscham”.

“Offener Verrat”
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Mit einer Karikatur macht derweil die New York Daily News am Dienstag auf. Auf der Titelseite der Tageszeitung ist Trump zu sehen, wie er auf der Fifth Avenue in New York einen Amerikaner erschießt und Putin gleichzeitig die Hand hält – eine Anspielung auf die von Trump im US-Wahlkampf erhobene Behauptung, er könne auf der Fifth Avenue jemanden erschießen und würde trotzdem keine Wähler verlieren. Dazu steht der Titel: “Offener Verrat”.

Nicht nur US-Medien auch internationale Zeitungen wissen den Gipfel grafisch einzuordnen. Die neuseeländische Zeitung NZ-Herald etwa vergleicht Putins “Sieg” über Trump mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft oder des Wimbeldon-Finales.

Auch eine finnische Zeitung spielt auf den Fußball an und lässt das Ergebnis des Gipfels in einem Endergebnis abdrucken: “Trump 0 – Putin 1”.

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