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WM-Bilanz: Frühes deutsches Aus schadete ARD und ZDF, dennoch war auch die WM 2018 ein großer Quotenhit

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Die Fußball-WM 2018 hat den beiden übertragenden Sendern Das Erste und ZDF weniger Zuschauer beschert als die vorigen Turniere. Das lag vor allem am Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft. Ab dem Achtelfinale erreichte die Quotenkurve nur noch selten das Niveau der WMs 2010 und 2014. Das Endspiel war hierzulande trotz 21,32 Mio. Sehern das zuschauerschwächste seit 24 Jahren.

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Eins vorweg: Von den Quoten der Fußball-WM 2018 träumen 99,9% aller anderen TV-Programme. 15 mal erreichten Spiele diesmal die absolute Mehrheit des TV-Publikums, also einen Marktanteil von über 50%. 20 Partien knackten die 10-Mio.-Marke. Selbst das erfolgloseste Match sprang noch auf einen Marktanteil von 28,2%. An dieser Stelle muss natürlich ein “aber” kommen. Aber: Trotz dieser Performance konnte die WM 2018 bei den Quoten nicht mit den vorigen Turnieren mithalten. Einer der Hauptgründe: das frühe Aus des deutschen Teams, das die Euphorie hierzulande spürbar beschädigt hat.

In der Vorrunde lief alles noch so wie erwartet: Elfmal wurde die 10-Mio.-Marke geknackt, die drei deutschen Spiele landeten allesamt jenseits der 25 Mio. Zwar schafften vor vier Jahren noch 14 Partien die 10-Mio.-Marke, doch das könnte auch an den etwas attraktiveren Anstoßzeiten liegen, z.B. 18 Uhr und 21 Uhr. Ein direkter Vergleich zu früheren Turnieren ist ohnehin immer nur mit Einschränkungen möglich, da je nach Zeitverschiebung andere Anstoßzeiten existieren. In Brasilien gab es beispielsweise an den meisten Vorrunden-Spieltagen auch ein Mitternachts-Match, eine Partie fand sogar nachts um 3 Uhr deutscher Zeit statt. Sehr ähnlich zum Turnier 2018 waren die Anstoßzeiten 2010, ohne Zeitverschiebung zwischen Südafrika und Europa. Damals wie heute gab es elf Vorrunden-Spiele mit mehr als 10 Mio. Zuschauern.

Deutlich auseinander entwickelten sich die Quoten ab dem Achtelfinale, also nach dem frühen Ausscheiden des deutschen Teams. Nur die Hälfte der Spiele erreichte noch mehr als 10 Mio. Zuschauer, die vier 16-Uhr-Spiele schafften das nicht mehr. Das gleiche Bild bei den Viertelfinals: Zweimal mehr und zweimal weniger als 10 Mio. Seher. 2014 verfehlte nur ein Achtelfinale die 10-Mio.-Marke, sowie kein Viertelfinale. Auch 2010 sprangen alle Viertelfinals über die 10-Mio.-Marke.

Beide Turniere – 2010 und 2014 – beflügelten zudem allein durch die deutschen Spiele den Quoten-Durchschnitt: 25 Mio. bis 28 Mio. sahen die deutschen Achtel- und Viertelfinals, 2018 erreichten Russland und Kroatien mit 14,01 Mio. Sehern die beste Zuschauerzahl in diesen beiden Runden. Im Halbfinale lief es 2018 mit 18 bis 19 Mio. Zuschauern wieder so wie in der Vergangenheit ohne deutsche Beteiligung, doch Spiel um Platz 3 und Finale lagen dann noch einmal deutlich unter den entsprechenden Partien der Vergangenheit. So sahen das Spiel um Platz 3 in den Jahren 2010 (mit Deutschland) und 2014 (ohne Deutschland) noch 23,67 Mio. bzw. 17,47 Mio. Leute, diesmal nur noch 8,53 Mio.

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Das Finale schließlich war mit 21,32 Mio. Sehern wie berichtet das zuschauerschwächste seit 1994. Auch damals war das deutsche Team mit schwachen Leistungen ausgeschieden, immerhin erst im Viertelfinale. Eine Tatsache, die zeigt, dass es die besten Quoten für Fußball-WMs nur dann gibt, wenn auch das deutsche Team lang dabei ist – auch für die Spiele ohne deutsche Beteiligung. Ist das nicht der Fall, erlischt das Interesse an einem WM-Turnier bei einigen Millionen Leuten.

Schauen wir noch auf einige Highs und Lows der WM 2018:

  • Höchste Zuschauerzahl des Turniers: Deutschland – Schweden in der Vorrunde mit 27,48 Mio.
  • Höchste Zuschauerzahl des Turniers ohne deutsche Beteiligung: Frankreich-Kroatien (Finale) mit 21,32 Mio.
  • Höchste Zuschauerzahl im Achtelfinale: Kroatien – Dänemark mit 12,82 Mio.
  • Höchste Zuschauerzahl im Viertelfinale: Russland – Kroatien mit 14,01 Mio.
  • Höchste Zuschauerzahl im Halbfinale: Kroatien – England mit 19,23 Mio.
  • Niedrigste Zuschauerzahl des Turniers: Kolumbien – Japan in der Vorrunde mit 3,79 Mio.
  • Niedrigste Zuschauerzahl des Achtelfinals: Schweden – Schweiz mit 6,80 Mio.
  • Niedrigste Zuschauerzahl des Viertelfinals: Schweden – England mit 8,70 Mio.
  • Höchster Marktanteil des Turniers: Südkorea – Deutschland in der Vorrunde mit 87,5%
  • Niedrigster Marktanteil des Turniers: England – Belgien in der Vorrunde mit 28,2%

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