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Trotz 21,32 Mio. Zuschauern: schwächste deutsche Sehbeteiligung eines WM-Finals seit 24 Jahren

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Fußball-WM-Finale Frankreich - Kroatien

Auf den ersten Blick eine extrem grandiose Zuschauerzahl: 21,32 Mio. sahen am Sonntag das WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien im ZDF, der Marktanteil lag bei stolzen 76,1%. Auf den zweiten Blick hingegen ist das die geringste WM-Final-Beteiligung seit 1994. Zwischen 1998 und 2014 haben immer mehr zugeschaut als diesmal – egal, ob mit oder ohne deutschem Team im Finale.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Sonntag wissen müssen:

1. WM-Finale mit grandioser Quote, aber schwächer als bei den vorigen WMs

21,32 Mio. sahen also ab 17 Uhr das Endspiel der Fußball-WM 2018. Hinter den drei deutschen Spielen, die jeweils mehr als 25 Mio. einschalteten, war das Finale damit erwartungsgemäß das viertstärkste Spiel der WM. Würden sich alle anderen TV-Programme über Zuschauerzahlen von mehr als 20 Mio. extrem freuen, sieht es bei WM-Finals etwas anders aus: Hier sind die 21,32 Mio. ein unterdurchschnittlicher Wert. So sahen das deutsche Finale 2014 gegen Argentinien z.B. 34,57 Mio. – bis heute der deutsche Quoten-Rekord. Doch auch Spanien vs. Niederlande war 2010 beliebter als das 2018er-Finale – mit damals 25,03 Mio. Sehern. Weniger als die nun erreichten 21,32 Mio. waren zuletzt 1994 dabei, als Brasilien gegen Italien gewann. Damals sahen weniger als 20 Mio. zu, das Endspiel fand wegen der Zeitverschiebung aus den USA allerdings auch an einem späten Sonntagabend statt, das Elfmeterschießen beispielsweise erst nach Mitternacht. Auffällig: Damals wie heute blieb das deutsche Team hinter den Erwartungen zurück, dämpfte offenbar die WM-Euphorie in den folgenden Spielen.

2. Die “Tatort”-Wiederholung gewinnt den Abend

Da das WM-Finale bereits um 17 Uhr stattfand, wurden die Prime-Time-Quoten nicht mehr durch den Fußball beeinflusst. Vorn lag hier daher eine “Tatort”-Wiederholung aus dem Jahr 2013: 4,97 Mio. sahen den Fall “Macht und Ohnmacht” – gute 17,2%. Das ZDF landete mit “Katie Fforde: Eine teure Affäre” bei 3,92 Mio. Sehern und 13,6%, profitierte also am Abend nicht mehr vom Fußball. Die Nachberichte zum Endspiel hatten zwischen 19.50 Uhr und 20.20 Uhr noch 6,18 Mio. (23,5%) gesehen, ein großer Teil davon schaltete danach aus oder um. Stärkstes Prime-Time-Programm der Privaten war der ProSieben-Film “Vacation – Wir sind die Griswolds” – mit 1,94 Mio. Sehern und 6,8%.

3. WM-Finale im jungen Publikum mit noch besserem Marktanteil, ProSieben gewinnt die Prime Time

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Bei den 14- bis 49-Jährigen war das WM-Finale in Sachen Marktanteil wie schon die meisten vorigen WM-Spiele noch erfolgreicher als im Gesamtpublikum: 7,65 Mio. junge Fans waren am Sonntag ab 17 Uhr dabei – 77,2%. Auch das sind übrigens Zahlen, die unter denen der vorigen WMs liegen. Den Abend entschied dann ProSieben für sich: 1,27 Mio. 14- bis 49-Jährige schalteten “Vacation – Wir sind die Griswolds” ein – starke 13,2%. Auch Sat.1 sprang mit dem Klassiker “Titanic” klar über sein Normalnveau: 940.000 14- bis 49-Jährige entsprachen 11,9%. Zwischen die beiden schob sich noch der “Tatort” mit 1,12 Mio. und 11,5%. RTL erreichte mit “Die Bestimmung – Insurgent” nur 700.000 und 7,4%, landete damit sogar noch hinter “Katie Fforde” im ZDF (890.000 / 9,1%).

4. Vox punktet mit “Promi Shopping Queen”, RTL II mit “Mamma Mia!”, kabel eins ohne Quotenglück mit den Bundys

In der zweiten Privat-TV-Liga landete am Sonntag die “Promi Shopping Queen” von Vox vorn: 640.000 14- bis 49-Jährige entsprachen am Abend ordentlichen 7,4%. Direkt dahinter folgt der RTL-II-Film “Mamma Mia!”, den ab 20.15 Uhr 620.000 (6,5%) einschalteten. Die “Pop-Giganten” erreichten danach ab 22.25 Uhr mit Abba noch 400.000 und sogar 6,8%. Zu den Verlierern gehörte am Sonntag hingegen der “Eine schrecklich nette Familie”-Marathon von kabel eins.  Zwar gab es in einigen Phasen wie der zwischen 9.50 Uhr und 11.45 Uhr oder 14.40 Uhr bis 16 Uhr auch gute Quoten – um 15.05 Uhr sogar kurz einen Marktanteil von fast 10% im jungen Publikum -, doch zwischen 16.40 Uhr und 1 Uhr nachts kam die Uralt-Serie mit Al Bundy nie mehr an das kabel-eins-Normalniveau heran. Zwischen 16.40 Uhr und 21.45 Uhr gab es beispielsweise zu keinem Zeitpunkt mehr als 3% bei den 14- bis 49-Jährigen.

5. Tolle Quoten für Edgar Wallace bei 3sat, zdf_neo erfolgreich mit “Marie Brand”

Weit über sein Normalniveau sprang in der Prime Time der Sender 3sat. Der Grund: Edgar-Wallace-Klassiker. So schalteten 1,37 Mio. um 20.15 “Der Hexer” aus dem Jahr 1964 ein, 1,15 Mio. ab 21.40 Uhr “Neues vom Hexer” aus dem Jahr 1965. Die Marktanteile lagen jeweils bei grandiosen 4,7% und damit fast beim Vierfachen des 3sat-12-Monats-Durchschnitts von derzeit 1,3%. Noch ein paar Zuschauer mehr sammelte zdf_neo ab 20.15 Uhr mit zwei “Marie Brand”-Krimis ein: 1,40 Mio. und 1,19 Mio. (4,8% und 5,0%). Ein Millionenpublikum erreichte um 21.45 Uhr auch noch “Kaum zu glauben! – Das Lustigste” im NDR Fernsehen: 1,28 Mio. sahen zu – stolze 5,4%.

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