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Netflix-Quartalsbilanz: Der Streaming-Pionier gewinnt “nur” 5,2 Millionen Neukunden – Aktie crasht

Netflix-Gründer Reed Hastings
Netflix-Gründer Reed Hastings

Jede Serie geht einmal zu Ende – auch die Erfolgsserie von Netflix. Bei Vorlage seiner neusten Quartalszahlen enttäuschte der Streaming-Video-Pionier diesmal die Erwartungen der Wall Street. Nach einem Zuwachs von weiteren 5,2 Millionen neuen Abonnenten zwischen April und Juni bringt es Netflix nun bereits auf 130 Millionen zahlende Kunden. Die Wall Street hatte allerdings mit einem Abonnentenzuwachs von 6,2 Millionen gerechnet. Nachbörslich bricht die Netflix-Aktie um mehr als 50 Dollar bzw. 13 Prozent ein.

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Die “Weltmacht Netflix” muss mal einen Rückschlag verkraften. Die hyperbolische Wachstumsstory des US-Streaming-Anbieters von Serien und Filmen, der in den späten 90er-Jahren noch als Versender von DVDs begonnen hatte, hat in den vergangenen drei Monaten leicht an Dynamik verloren.

Im zweiten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres konnte sich der von Reed Hastings vor 21 Jahren gegründete Internetpionier über 5,2 Millionen neue Abonnenten freuen. Die Wall Street freute sich allerdings nicht mit, weil Analysten mit 6,3 Millionen Neukunden gerechnet hatten. Bemerkenswerterweise lag der Abonnentenzuwachs zudem mehr als eine Million unter den eigenen Schätzungen, die Hastings Mitte April für das laufende Quartal auf 6,2 Millionen Neukunden beziffert hatte.

Neukunden-Entwicklung enttäuscht

Vor allem der Heimatmarkt, auf dem bereits 57 Millionen Amerikaner Netflix nutzen, scheint zunehmend saturiert. Lediglich 700.000 Amerikaner schlossen im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Netflix-Abo ab – Reed Hastings war von 1,2 Millionen Neukunden ausgegangen. Damit wuchs Netflix in den USA langsamer als im Vorjahr, als noch 1,1 Millionen neuen Abonnenten verbucht werden konnten.

International konnte der weltgrößte Streaming-Anbieter 4,5 Millionen Neukunden anlocken. Per Ende Juni bringt es Netflix damit nunmehr bereits auf 130,1 Millionen Kunden – 124,4 Millionen davon zahlen, der Rest verfügt über ein Test-Abo.

Ausblick ebenfalls schwächer als erwartet
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Doch auch der Ausblick auf die laufende Geschäftsentwicklung fällt schwächer aus als erwartet. Während die Wall Street im dritten Quartal mit 6 Millionen neuen Abonnenten gerechnet hat, stellte CEO Hastings lediglich 5 Millionen Neukunden in Aussicht.

In Dollar und Cent entwickelten sich Netflix‘ Geschäfte im zweiten Quartal des Jahres dagegen weitgehend wie von der Wall Street erwartet. Die Erlöse trafen mit 3,91 Milliarden Dollar knapp die Analystenschätzungen, die bei 3,94 Milliarden Dollar gelegen hatten, während der Gewinn je Aktie mit 85 Cent je Anteilsschein höher ausfiel als die Analysten-Prognosen, die noch bei 79 Cent  je Aktie gelegen hatten.

Aktie bricht nachbörslich um 13 Prozent ein – Disney wieder wertvoller

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnten sich die Gewinne von 66 auf 384 Millionen Dollar fast versechsfachen. Anleger ignorierten die steigende Profitabilität indes vollends und konzentrierten sich ausschließlich auf die enttäuschende Abonnentenentwicklung.  Netflix-Aktien, die auch in diesem Jahr schon wieder von Allzeithoch zu Allzeithoch geeilt waren und vor Bekanntgabe der Quartalszahlen bereits um 110 Prozent seit Jahresbeginn im Plus gelegen hatten, brachen nach Vorlage der Bilanz krachend ein.

Nach einem Kurssturz von 14 Prozent auf 344 Dollar muss der Streaming-Pionier eine Erosion seines Börsenwertes um 25 Milliarden Dollar hinnehmen. Die Folge: Netflix ist nicht länger der wertvollste Medienkonzern der Welt. Mit einer Marktkapitalisierung von 149 Milliarden Dollar muss sich der Internetaufsteiger nunmehr länger hinter dem langjährigen Branchenprimus Disney mit der Nummer zwei-Position im Mediensektor an der Wall Street begnügen.

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