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10 Jahre MEEDIA: Wozu brauchen wir eigentlich Medienjournalismus, Herr Professor Gäbler?

Prof. Bernd Gäbler: “Medienkritik ist auch Bildung”
Prof. Bernd Gäbler: "Medienkritik ist auch Bildung"

Zum 10. Geburtstag erlauben wir uns bei MEEDIA einmal den Luxus, ganz grundsätzlich zu werden und haben den Medienprofessor und ehemaligen Leiter des Grimme-Instituts, Bernd Gäbler, gefragt, wozu es eigentlich Medienjournalismus braucht. Seine Antworten waren dann für unsere Profession doch einigermaßen beruhigend. Ein Gespräch über Sinn oder Unsinn von Medienkritik.

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Wozu braucht man denn eigentlich Medien-Journalismus?
Bernd Gäbler: “Alles, was wir über die Welt wissen, wissen wir durch Medien”. Das hat der berühmte Niklas Luhmann einmal gesagt. Als Fußnote hat er hinzugefügt: „Es sei denn wir sind in Urlaub.” Aber das war ein Witz. Medien ermöglichen uns den Blick auf die Welt und darum müssen wir wissen, wie Medien funktionieren. Deswegen ist Medienkritik wichtig.

Weil Medien die Wirklichkeit verzerren können?
Sie können die Wirklichkeit auch unter die Lupe nehmen. Naiv ist nur die Vorstellung, Medien seien dazu da, die Welt eins zu eins wiederzugeben. Medien sind selbstständige intermediäre Instanzen. Redaktionell geführte Medien wählen aus, gewichten, bearbeiten die Wirklichkeit, schauen sie aus einem bestimmten Blickwinkel an. Das sollten sie natürlich möglichst transparent tun. Das muss man aber verstehen, wenn man Medien verstehen will. Insofern ist Medienkritik, die erklärt, wie uns die Wirklichkeit mitgeteilt wird, immer auch ein Stück Bildung über die Welt hinter den Medien.

Das ist ein Bild von einem Medienjournalismus, der sich an ein breites Publikum richtet, einen allgemeinen Bildungsauftrag hat. Sehen Sie Medienjournalismus auch in der Rolle einer Art “Kontroll-Instanz” für die eigene Branche?
Gute Medienkritik ist beides! Sie ist immer dann gut, wenn sie sich nicht nur an Journalisten und Medienmacher wendet, sondern auch an das Publikum, die Rezipienten, damit diese mehr von Medien verstehen. Aber Medienkritik sollte immer auch eine Instanz der Selbstreflexion sein, die Macher zu Distanz ermahnen und Nachdenklichkeit in der Branche hervorrufen. Das ist nicht immer einfach, weil hier Journalisten Journalisten kritisieren. Das führt zu inneren Widersprüchen und Verwerfungen. Zu selten gelingt es, Streit produktiv zu machen.

Erfüllt der Medienjournalismus heute diese Anforderungen oder sehen Sie Defizite?
Ich finde, das Besondere und Einzigartige von Medienkritik ist, dass sie einen sehr umfassenden Anspruch hat, einen ganzheitlichen Ansatz. Medienkritik umfasst eine große Palette von Themen: Das geht los mit einer politischen Ökonomie der Aufmerksamkeit, über Technikentwicklung und Organisationssoziologie bis hin zur Rezeptionsforschung und Filmästhetik. Dazu gehören Fragen wie: Wird Twitter von der Fußball-WM profitieren? Wie geht der WDR mit der Metoo-Debatte um? Gibt es eine Krise des Dokumentarfilms? Wie wird der nächste „Tatort“? Das ist eine große Bandbreite. Aber darin besteht der Reiz von Medienkritik und das ist der Grund, warum es Medienkritik als besonderes Ressort und besondere Spielart des Journalismus gibt. Ich sehe aber die Tendenz, dass der Medienjournalismus zerfällt in Ökonomie einerseits und feuilletonistische Kritik andererseits. Das eigentlich Spannende ist aber der Zusammenhang: Was hat die Ästhetik eines Medienprodukts mit der dahinter liegenden Ökonomie zu tun?

Der Medienjournalismus saß schon immer zwischen diesen beiden Stühlen: Wirtschaft auf der einen Seite, Feuilleton auf der anderen. Eine Frage war immer, in welches Ressort gehört der Medienredakteur: Wirtschaft oder Kultur? Sie würden also sagen, dieser Effekt hat sich noch verstärkt?
Ich glaube ja. Hinzugekommen ist die Technologiebeobachtung: Was macht Virtual Reality mit dem Journalismus? Was ist eine 360-Grad-Reportage usw. Dabei geht leider oft der Bezug zum Inhalt verloren. Ich nenne mal ein Beispiel: Ich stelle fest, dass wir im Moment bei allen journalistischen Produkten, die ein jüngeres Publikum ansprechen wollen, eine Art Renaissance des „New Journalism“ erleben, also einen großen Subjektivismus. Betont wird die Ich-Form. Das hat natürlich mit Social-Media-Technologie und YouTube zu tun. Das Gefühl ist wichtiger als das Argument. Das Empfinden bedeutsamer als die Klärung eines Sachverhalts. Diese Angleichung des Journalismus in Form und Ausdruck an die Plattformen müsste im Medienjournalismus stärker reflektiert werden. Oder nehmen sie die Zeitschriften. Da gibt es seit einiger Zeit diese angebliche Innovation: Testimonial-Zeitschriften. Das muss man natürlich im Kontext von Promi-Kult, Selfie-Kultur und Werbung denken, wie sie wiederum von Social Media vorgegeben wird. Es gibt einen Zusammenhang von Technologie und Kultur-Veränderung. Darum darf der Medienjournalismus nicht noch stärker in Ökonomie und Kritik unterteilt werden. Beides gehört zusammen! Das muss nicht immer zwingend alles in einem Artikel stehen, aber letztlich ist diese Einheit für mich das Faszinierende an der Medienkritik. Oder nehmen Sie die Talkshows. Die sind offenbar immer noch wichtig für die politische Meinungsbildung. Fast genauso wichtig wird, wie darüber berichtet wird. Die Bild-Zeitung tut dies in der Form der Sport-Berichte …

… mit einem Zoff-o-Meter
Ja, und das ist nur ein Indiz für den Sofortismus der Meinungsbildung. Auch in anderen Medien muss die Talkshow-Kritik ja spätestens eine halbe Stunde nach Ende der Sendung online sein. Was bedeutet das alles eigentlich für das, was man früher mal im Habermas’schen Sinne die demokratische Öffentlichkeit genannt hat? Spürt jemand noch das Paradox, wenn in der Talkshow derjenige gewinnt, der die anderen sprachlos macht? Ich glaube, dahinter steckt eine starke Entwertung der Kategorie Meinung. Eine Meinung kann jeder haben, plötzlich wird alles irgendwie zur Meinung, steht beliebig nebeneinander. Der Physik-Nobelpreisträger und Lothar Matthäus, Margot Käßmann und Sophia Thomalla – alle haben eine Meinung. Solche Entwertungsprozesse muss man in einen Zusammenhang stellen zur Ökonomie der Aufmerksamkeit und das sind wir wieder sowohl bei der Art der medien-Rezeption wie den bei den Bedingungen und Zielen der Produzenten.

Jeder kann eine Meinung haben und dank Social Media kann die auch jeder veröffentlichen. Damit wird jedermann auch ein Stück weit zum Medienkritiker. Wie kann sich der professionelle Medienkritiker von dieser Inflation der Meinung abgrenzen?
Das ist eigentlich etwas ungeheuer Schönes und Demokratisches, das große Chancen eröffnet: Dass sich der professionelle Sänger mit dem Amateur messen muss, dass sich der professionelle Journalist nicht auf seine Stellung berufen kann. Nein, er muss tatsächlich den besseren Text schreiben! Jeder kann ohne großen Aufwand und riesige Produktionsmittel veröffentlichen und sich dem Wettbewerb um treffende Argumente und schöne Formen stellen. Das ist zunächst einmal wunderbar. Es gibt aber auch sofort gegenläufige Prozesse: sich hochschaukelnde Aufregung. Die Plattformen sind darauf ausgelegt, die Nutzer zu binden. Für sie ist relevant, was Klicks, Likes und Follower bringt. Das fördert die Erregung. Das ist der prinzipielle Unterschied zu redaktionell geführten Medien. Bernhard Pörksen hat die Utopie einer redaktionellen Gesellschaft entwickelt, die ich teile. Dahinter steckt die Idee, dass ursprüngliche journalistische Qualifikationen – wie etwa Quellenkritik, Zusammenhänge erkennen, unterscheiden zwischen wichtig und unwichtig, zwischen Ereignis und Struktur, zwischen Quantität und Qualität, zwischen echt und inszeniert – Qualifikationen sind, die heute jedermann braucht. Damit ist diese neue Form der Öffentlichkeit nichts anderes als eine gigantische Bildungsherausforderung.

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Das Wort Utopie kommt da wohl nicht von ungefähr, denn die Realität scheint eine ganz andere zu sein. Ist es nicht eher so, dass sich weniger die allgemeine Bevölkerung journalistische Tugenden aneignet, sondern vielmehr so, dass Journalisten und Medien sich diesen Erregungszuständen, die durch die Plattformen begünstigt werden, hingeben?
Beides muss man im Auge behalten. In den langen Linien der Medienentwicklung ist das alles ja doch noch ziemlich neu. Das muss man erst einmal verstehen und dann muss man Umgangsformen finden. Man kann auch nicht alles dem Einzelnen aufbürden. Es braucht auch gesellschaftliche Regelungen. Wir haben zum Beispiel als Gesellschaft den Willen, Pluralität zu sichern und keine Monopole zuzulassen. Das ist natürlich in einer Zeit der Plattformen ganz anders zu regeln, als in der Zeit, als Reichweiten und Marktanteile von Sendern und Verlagen ausschlaggebend waren. Da gibt es einen großen Regulierungsbedarf. Auch in Bezug auf die Inhalte sind Regeln nötig, die aber nicht in Zensur ausarten dürfen. Bei redaktionellen Medien ist das einfach, bei Plattformen aber keineswegs trivial. Bei allem, was automatisiert ist oder werden soll, müssen zudem Haftungsfragen geklärt werden. Das reicht vom selbstfahrenden Auto über Roboter in der Krankenpflege bis hin zum automatisierten Computertext über ein Fußballspiel in der Kreisliga. Wir brauchen einen neuen Ethik- und Haftungskodex. Diese Aufgabe wird derzeit noch sehr schüchtern angefasst. Wenn die Politik über den Nachholbedarf bei der Digitalisierung spricht, ist vor allem die technologische Seite gemeint – schnelles Internet auf dem Dorf usw. – nicht aber die regulatorische.

Die Sozialen Medien haben zu einer unfassbaren Verbreiterung des Medienbegriffs geführt. Alles, was passiert, findet auch in Sozialen Medien statt und wird damit oft auch Objekt des Medienjournalismus. Wie gehen wir damit um?
Für die Menschen wird es immer schwieriger zu unterscheiden, was ist echt, was ist inszeniert? Ist alles, was inszeniert ist, schon dadurch schlimm oder hat es vielleicht auch einen Sinn, dass bestimmte Dinge inszeniert werden? Ist alles Authentische automatisch gut oder kann nicht gerade auch das Authentische in die Irre führen?

Wie kann das Authentische in die Irre führen?
Ich gebe ein Beispiel: Martin Schulz war als angenehmer Nachbar aus Würselen, mit dem man gerne Würstchen grillt, sehr authentisch. Aber wäre es nicht besser gewesen, er hätte glaubhaft die Rolle als möglicher Kanzler eines bedeutenden Landes eingenommen? Dieser Kult der Echtheit, nach nicht medial Gebrochenem hat auch eine Kehrseite. Und bei Social Media müssen wir bestimmte Effekte kennen. Es gibt so etwas wie einen Schmetterlingseffekt: eine ganz kleine Ursache kann riesige Wirkung haben. Wir haben das gesehen bei dieser jungen, russischen Schülerin, die für ein, zwei Nächte in Berlin abgetaucht war. Es gab Demonstrationen, in kürzester Zeit wurde daraus ein bilaterales Regierungsproblem. Heute muss nur irgendwo auf der Welt jemand ankündigen, er werde morgen den Koran verbrennen und schon brennt es am anderen Ende des Globus tatsächlich. Im Netz gibt es auch sich selbst aufpumpende Riesen. Ich lese mit Begeisterung jeden Morgen den MEEDIA-Newsletter #trending. Würde man die dort verzeichneten Interaktionen eins zu eins in politische Stärke übersetzen, läge man natürlich falsch. Dann wäre die AfD die mit Abstand stärkste Partei oder Sahra Wagenknecht die bedeutendste deutsche Politikerin der Gegenwart. Man muss also Medien-Effekte kennen, um die dahinterliegende Wirklichkeit beurteilen zu können.

Dieser Schnittpunkt zwischen sozialen und klassischen Medien und die daraus resultierenden Wechselwirkungen, ist das die größte Herausforderung für den Medienjournalismus heute?
Man könnte es auch demokratietheoretisch formulieren: Eigentlich ist die Frage nach der Zukunft einer zugänglichen, liberalen und pluralistischen Öffentlichkeit das Entscheidende. Das ist harte Arbeit. Viele lassen sich dabei zu sehr treiben: vom Netz, von schnellen Wertungen. Das Netz bietet stets sofort beides: Wenn ich einen Talkshow-Ausschnitt mit der AfD-Politikerin Alice Weidel anklicke, bekomme ich diesen Ausschnitt nur mit entsprechender Kommentierungen, etwa: “So genial zeigt Frau Weidel es den grünen Hühnern”. Diese Vorprägung muss ich als Nutzer durchschauen. Ich muss tiefer schürfen und genauer hinschauen. Schillernde Oberflächen blenden. Das gilt übrigens für alle Bildungsschichten. Letztens sagte eine Studentin in einem Seminar: „Was für eine Sauerei, jetzt wird dieser Ali B. nach Jugendstrafrecht beurteilt!“ Ich fragte: „Woher haben sie das?“ Es war dann ein Interview der Bild-Zeitung mit dem Anwalt des Beschuldigten, der das forderte. Da wurde unter der Hand eine Forderung schon als Tatsache gelesen.

Kann es eigentlich sein, dass die Medien erstaunlich kritik-resistent sind? Seit Jahren wird zum Beispiel eine neue Fehlerkultur gefordert und gelobt und doch passieren immer wieder dieselben Fehler. Sind wir lernunfähig?
Das sieht man immer wieder, zuletzt als die Titanic mal wieder verschiedene Medien geleimt hat. Das hat natürlich sehr viel damit zu tun, wie getrieben die Medienmacher im Maschinenraum sind. Da sitzen oft Leute wie in der Galeere vor ihren Bildschirmen und müssen ganz schnell und ohne nachzudenken etwas umformulieren. Das hat auch mit Können und Bildung zu tun. Wenn es Einheiten gibt, in denen fast ausschließlich Studenten, Hilfskräfte oder Volontäre den Nachrichtenfluss in Gang halten, dann ist das ein Problem. Die großen Sender und Verlage haben aber auch kein besonderes Interesse daran, sich der Medienkritik auszusetzen. Sie werden bei Gruner + Jahr im Großen und Ganzen nicht wirklich schwerwiegende Kritik an RTL-Produktionen finden. Oft tritt im Mantel der Medienkritik auch auf, was tatsächlich nur Kooperation ist. Wenn die Bild-Zeitung über das Dschungelcamp, GNTM oder den Bachelor berichtet, ist das im Grunde ein enthusiastisches Nacherzählen, keine Kritik. Außerdem schotten sich die Verlage ab, damit die kommunikativen Auswirkungen ihrer Probleme nicht deutlich werden. Ich sehe aktuell ein gefährliches Austrocknen des Lokaljournalismus. Das ehemalige Rückgrat der deutschen Zeitungslandschaft, die regionale Abo-Zeitung, droht zu verkommen. Wenn ich morgens in Bremen in den Zug steige, eine Zeitung kaufe und lese, dann 3 Stunden später in Köln aussteige, dann die dortige Zeitung kaufe, finde ich darin über weite Strecken wortgleiche Artikel. Die regionalen Abo-Zeitungen sind inzwischen unfassbar stark von Agenturen getrieben und Opfer der Zentralisierung. Da gibt es wenig Recherche vor Ort. Hyperlokale Plattformen gleichen das nicht aus. Vermutlich muss es regulatorische Maßnahmen geben, um einen lebendigen Lokaljournalismus zu erhalten. Der muss ja nicht auf Papier stattfinden, aber für demokratische Partizipation ist er wichtig.

Anlass für unser Gespräch ist, dass MEEDIA 10. Geburtstag feiert. Jetzt dürfen Sie zum Schluss nochmal Lob oder Tadel loswerden. Was gefällt Ihnen an MEEDIA, was sollten wir besser machen?
Ich schaue jeden Morgen den Überblick über die Tageszeitungstitel an. Ich lese natürlich #trending, amüsiere mich, was die Leute gerade bevorzugt googeln und schaue mir die Interaktionen im politischen Diskurs an. Ich finde auch viele kleine Meldungen interessant. Gerne lese ich, was in einzelnen Verlagen los ist. Manches ist auch eine zu einfache Wiedergabe von bestimmten überhitzten Debatten. Wenn Rewe sagt: “Schieb den Mexikaner in den Backofen” und es dann tatsächlich heiß hergeht im Netz, ist das natürlich voraussehbar. Mich freut, dass MEEDIA sich nicht nur ums Fernsehen dreht, sondern ein breiteres mediales Spektrum abdeckt. Was ich vermisse, ist hier und da eine Medienkritik, die auch ästhetische Kategorien zu Rate zieht. Zum Beispiel würde ich aktuell gerne eine substantielle Kritik an dem RTL-II-Format „Hartz und herzlich“ lesen. Auf jeden Fall empfehle ich allen Studenten, dass sie sich mindestens einmal am Tag bei MEEDIA ‘reinklicken sollen!

Prof. Bernd Gäbler lehrt an der FHM Bielefeld Journalistik und Medienkommunikation. Von 2000 – 2005 war er Leiter des Grimme-Institus in Marl, zuvor Redakteur in unterschiedlichen Fernsehformaten und Zeitungen („Die Woche“); letzte Veröffentlichung: „AfD und Medien“, Studie der Otto Brenner Stiftung, Frankfurt a.M. 2017

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Alle Kommentare

  1. “Für die Menschen wird es immer schwieriger zu unterscheiden, was ist echt, was ist inszeniert?”

    Nee, definitiv nicht. Analog DDR-Presse/Funk bereitet das mediale Kasperletheater von Maischberger über Süddeutsche, Grimme-Preis, Will-ige ‘Interviews’ – und, der Gipfel idiotischer Inszenierung: ein komplett lächerlicher weil mit ‘Authentizität’ begründeter €U-Schulz-Hype – intellektuell nur noch Schmerzen.

    Alt68er Destruktivität. Kommt endlich aus dem Bunker!

  2. Sehr viel Bedenkenswertes von Herrn Gäbler und insofern ein dankenswertes Interwiew. Die Probleme des Subjektivismus und Sofortismus für die heutige Medien können gar nicht ernst genug genommen werden.

    Was das Echo in Foren und Netzen angeht, so wäre wohl statt eines Medientheoretikers eher ein Seelenkundler, sprich Psychologe /-therapeut der passende Gesprächspartner. Gerade bei Meedia, wo es ja liberal zugeht, fällt auf, wie einige wenige Streithähne sich bei nahezu jedem Thema offensiv bis aggressiv einklinken, um ihre chauvinistische Lügenpresse-Agenda aufzutischen und die Debatte zu majorisieren. Kaum vorstellbar, dass es sich da um Fachpublikum handelt, eher um Leute, die den unregulierten Zugang zum Kommentarteil ausnutzen.

    1. Alte Totalitarismusschule: Nach A, also der Pathologisierung von Dissidenten, muss dem Fachpublikum unmissverständlich – neupolitologisch ‚sofortistisch‘ – auch B vermittelt werden:

      „Der Beruf des Pressemannes ist von einer hohen staatspolitischen Verantwortung umgeben; und nur Menschen, die dieser Verantwortung würdig sind, die die sittliche Reife mitbringen, um sie zu tragen, haben das Recht, an der Presse mitzuwirken und mitzuschaffen.“ (J. Goebbels)

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