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Urteil des Bundesgerichtshofes: Eltern dürfen auf Facebook-Konto der verstorbenen Tochter zugreifen

Der Bundesgerichtshof fällt  Grundsatzurteil zu digitalem Nachlass
Der Bundesgerichtshof fällt Grundsatzurteil zu digitalem Nachlass

Am Donnerstagvormittag verkündete der Bundesgerichtshof (BHG) ein Urteil, das wegweisend für den Umgang mit digitalen Daten von Verstorbenen ist: Facebook muss den Eltern eines toten Mädchens als Erben Zugang zu dem seit fünfeinhalb Jahren gesperrten Nutzerkonto der Tochter gewähren. Die Eltern erhoffen sich von den privaten Inhalten der Seite Aufschluss über die Todesumstände der 15-Jährigen.

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Die Eltern des mit 15 Jahren verstorbenen Mädchens leben seit Jahren mit der Ungewissheit, ob der Tod ihrer Tochter ein Suizid war oder ein Unglück. Von den privaten Inhalten des Facebook-Profils versprechen sie sich Hinweise. Bislang konnten sie sich jedoch nicht anmelden, weil Facebook das Profil im sogenannten Gedenkzustand eingefroren hatte.

Nun hat der der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in letzter Instanz entschieden, dass den Eltern Zugriff auf die privaten Facebook-Daten der Verstorbenen gewährt werden darf. Damit hoben die Richter am Donnerstag ein Urteil des Berliner Kammergerichts auf, das die Sperre unter Verweis auf das Fernmeldegeheimnis bestätigt hatte.

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Im Zentrum der Verhandlung stand die Frage, ob das digitale Erbe dem analogen gleichzustellen ist – also ob Erben Chat-Nachrichten und E-Mails genauso lesen dürfen wie Briefe.

nb/dpa

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