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Zu viele Quizshows, zu viele Krimis: die heftige Kritik der RTL-Chefin Schäferkordt an ARD/ZDF und der Politik

Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL
Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL

Eigentlich war das Interview mit der Berliner Morgenpost über die schrumpfende TV-Nutzungsdauer schon vorbei, doch dann drehte Anke Schäferkordt noch einmal richtig auf. In ungewöhnlich scharfen Tönen kritisierte die Chefin der Mediengruppe RTL Deutschland die Politik, die die Privaten im Stich lassen und die Öffentlich-Rechtlichen, die immer mehr auf Unterhaltung setzen würden.

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“Moment, ich habe noch ein Thema, das mir am Herzen liegt”, verlängerte die TV-Managerin das Gespräch mit der Funke-Zeitung. Schäferkordt ist richtig sauer auf die Politik, die den privaten Sendern zu wenig helfe. Denn sie schaffe keine Rahmenbedingungen, die es RTL, aber auch ProSiebenSat.1 ermöglichen würde, gut zwischen den Polen der großen technologiegetriebenen US-Playern und den öffentlich-rechtlichen Sendern zu überleben.

Die RTL-Chefin fordert deshalb, dass endlich der Umfang des Gesamtangebots von ARD und ZDF überprüft und der Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen so definiert werde, “dass er auf seinen ursprünglichen Kern zurückgeführt wird”. Das sind ihrer Meinung nach Information, Kultur und Bildung.

Schäferkordt kritisiert, dass ARD und ZDF in immer mehr Gebiete vordringen würden, in denen die Privaten zuhause sind. Als konkretes Beispiel führt sie an:

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Quizshows oder bestimmte deutsche fiktionale Unterhaltung, insbesondere Krimis. Nennen Sie mir einen Abend, an dem es keinen öffentlich-rechtlichen Krimi gibt. Geradezu absurd ist, dass die Öffentlich-Rechtlichen auch für Plattformen wie Facebook oder Youtube produzieren dürfen. So werden die Internetriesen mit Beitragsgeldern gestärkt. Oder dass ARD und ZDF Lizenzproduktionen, die sie im europäischen Ausland einkaufen, 30 Tage kostenlos in ihre Mediatheken stellen dürfen. Das raubt uns die Möglichkeit, ein Geschäftsmodell mit Bezahlinhalten aufzubauen.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Anke Schäferkordt ist von der Politik “maßlos” enttäuscht.

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