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“Geht länger zur Schule”: Was ZDF-Fußball-Kommentatorin Claudia Neumann ihren Hatern zu sagen hat

Claudia Neumann, ZDF-Kommentatorin bei der Fußball-WM in Russland Copyright: ZDF/Rico Rossival
Claudia Neumann, ZDF-Kommentatorin bei der Fußball-WM in Russland Copyright: ZDF/Rico Rossival

Das ZDF setzt bei der Fifa-WM in Russland, wie schon bei der Europameisterschaft 2016, Claudia Neumann als Kommentatorin ein. Und wie vor zwei Jahren sieht sie sich insbesondere in den sozialen Netzwerken Kritik, Anfeindungen und Beleidigungen ausgesetzt. In einem Interview gegenüber der Zeit hat sich die 54-Jährige nun erstmals selbst zu der Thematik geäußert.

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Neben dem Vorrunden-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gab es wohl kaum etwas, was eine bestimmte Sorte deutscher Fußball-Fans so in Rage gebracht hat ,wie die Arbeit von ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann. In den sozialen Netzwerken schlugen ihr nicht nur Kritik, sondern auch Sexismus und persönliche Beleidigungen entgegen. Das ZDF hat vergangene Woche Strafanzeige gegen zwei Nutzer gestellt.

“Ich versuche mich nicht damit zu beschäftigen”, sagt Claudia Neumann im Interview mit der Zeit über die Anfeindungen, zeigt aber dennoch eine klare Meinung dazu: “Diese Art von Kommunikation und falschem Demokratieverständnis, die sich durch die sozialen Medien frisst, ist grauenvoll. Man kann den Menschen nur immer wieder zurufen: Geht länger zur Schule. Bildet euch weiter, erweitert euren Bewusstseinshorizont, dann lernt man auch andere Haltungen zu tolerieren.”

Aus Sicht von Claudia Neumann geht es den Hetzern nicht direkt um sie als Frau, sondern um das Neue, das sie als erste Kommentatorin bei einer Fußball-WM verkörpert: “Ob es weibliche Kommentatoren sind oder homosexuelle Spieler, Fußballer mit Migrationshintergrund – manche Menschen scheinen nicht akzeptieren zu wollen, dass ihnen das Altbekannte abhandenkommt.”

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Bereits bei der Europameisterschaft 2016 war Neumann als ZDF-Kommentatorin tätig und musste sich schon damals einiges anhören. Daher versuchte das ZDF sich bei diesem Turnier auf eine Welle der Empörung vorzubereiten, wie Neumann erklärt: “Mir wurde nur gesagt, dass wir gewappnet sind. […] Ich habe den Eindruck, dass die Kollegen beim ZDF sehr genau wissen, was sie tun, und spüre insgesamt große Rückendeckung in dieser leidigen Angelegenheit.”

Rückendeckung erfuhr Neumann nicht nur durch ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. Auch prominente Kollegen, wie Reporter-Legende Marcel Reif, sowie ein beträchtlicher Teil der Twitter-Gemeinde solidarisierten sich mit Claudia Neumann und verurteilten die Beleidigungen.

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Alle Kommentare

  1. Immerhin ist Frau Neumann ein Vorbild in Sachen Deeskalation. Chapeau. Vermutlich eine Folge dessen,
    dass sie länger zur Schule gegangen ist.

    Ungut, dass sie sich inzwischen vollumfänglich hinter dem Anti-Frauen-Dings verschanzen kann – und aussagekräftig, dass sie es tut. Sachliche Fehler werden nicht diskutiert, so haarsträubend sie auch sein mögen.
    Der falsche Weg.

    Mal kurz Wahrheit und so? Sie sollte ganz einfach nochmals Sprachtraining belegen. “Belegt” ist dabei das Stichwort – dieses Runterdrücken ins Kehlige beim kleinsten dramatischen Anflug klingt unangenehm bis lächerlich. Rein akustisch.

    Außerdem klingt das alles dadurch so angestrengt, so unlocker.

    Als Kind habe ich Klingelstreiche geliebt. Man rief bei irgendwem an, drückte die Stimme und hatte seinen Spaß. So ähnlich klingt das hier manchmal.

    Und diese repetitive (yeah, Schuldbildung!) Sprachmelodie. Das geht fachlich einfach alles viel, viel besser. Echter, fraulicher, authentischer. Warum einen auf kessen Macker machen, wenn man eine fachkundige Frau ist?

    Also, nicht einfach nur verschanzen, Frau Neumann. Als Profi ins Training gehen, man (frau) selbst sein, sich nicht zu wichtig nehmen, besser werden. Dann kommen auch die Fans.

  2. Das ist ungefähr das Niveau von “Wasch dich Mal!”.
    Passt aber sehr gut zu der sonstigen “Performance” dieser Frau, die bestimmt von irgendwas erstaunlich viel Ahnung hat (Schulbildung evt.), aber von Fussball doch besser schweigen würde.

  3. Neumann: “Ihr habt kein Abitur, ihr Versager!”

    Top Argument einer durch Zwangsabgaben ausgehaltenen Mittelschichtsschnepfe.

      1. When you’re in a hole, stop digging.

        Danke, ich kann bzgl. Schulbildung durchaus mithalten; aber auch bei der Emphatie reicht’s bei mir dafür, dass mir die Verachtung der Neumänner und -frauen für die “Unterschicht” auffällt.

        Man vergelte ihnen das.

  4. Die Kenntnisnahme und Akzeptanz der Realität, hier also der Unterschiede zwischen Mann und Frau kann durch geeignete Bildungssysteme unterdrückt und weggeschult werden.

    Nicht jedoch die Realität, in diesem Falle also die Unterschiede selber.

    Kein Zweifel: die Formen der Unterdrückung werden weiter zunehmen. Eine Möglichkeit der Einsicht mit dem Ziel der friedlichen Umkehr besteht schlichtweg nicht. Also wird es zunehmend unfriedlicher werden, wir sind an der Schwelle schrecklicher Zeiten gelandet, oder haben diese bereits überschritten.

    Auch wenn den Allermeisten dies noch nicht ins Bewußtsein gelangt ist. Dazu ist der Bauch viel zu voll.

    Dann schult mal schön.

    1. Da haben Sie wohl recht, die Anzeichen mehren sich, dass wir an der Schwelle zu schrecklichen Zeiten stehen (oder zumindest weniger menschlichen, demokratischen, solidarischen …). Wenn Ihnen das bewusst ist, dann frage ich mich bloß, warum Sie selbst so gerne in dieses Horn blaßen und zumindest hier im Forum gerne den Brandbeschleunigern das Wort reden?
      Abgesehen davon: Ganz so fatalistisch sehe ich es noch nicht, negative Vorzeichen lassen sich immer noch umkehren, zu jeder Bewegung kann es eine Gegenbewegung geben. Dazu braucht es aber nicht nur Einsicht in die Notwendigkeit, massiv die Werte der Demokratie zu verteidigen, sondern auch Leute, die ihren Allerwertesten mal aus der Komfortzone herausbewegen. Aber das kann natürlich noch dauern …

  5. Oh weih, oh weih… Die Kritikpunkte an Claudia Neumanns Art zu reden sind mir so nicht aufgefallen, fußball-fachliche Defizite habe ich keine bemerkt. Der ein oder andere Flüchtigkeitsfehler unterläuft jedem Kommentator in solchen Live-Situationen. Aber haben die Kritiker – auch diejenigen hier! – sich schon einmal ähnlich scharf mit den Leistungen der nicht nur meines Erachtens nach unerträglichen Dampfplauderer Tom Bartels (ARD) und Bela Rethy (ZDF) beschäftigt? Denen sind Fehler ohne Ende nachzuweisen, weil sie sich manchmal geradezu überschlagen, von ihrer Art zu sprechen einmal ganz abgesehen. Und sie scheinen sich für das Wichtigste bei der Übertragung überhaupt zu halten. Dagegen sind Kommentare von Claudia Neumann nun wirklich eine Erholung. Übrigens: Claudia Neumann wird überall beim Klarnamen genannt, sie verschweigt ihn auch selbst nicht, im Gegensatz zu – ne, Ihr wisst schon.

    1. Es geht nicht darum, wie die Lady redet, sondern worüber sie redet.

      Frauen haben nun einmal die Rolle einer Frau wahrzunehmen.

      Freilich, man muß sich daran nicht halten, aber sollte sich dann auch nicht beschweren. Andererseits ist dies die Erwartung an ein Verhalten, welches Frauen ( und Frauen-Versteher) überhaupt nicht akzeptieren: sich 1) an etwas zu halten, sowie 2) sich dann nicht zu beschweren.

      Der Verweis auf eine unzureichende Beschulung stellt, was Fußball anbelangt, ebenso die Öffnung eines Nebenkriegs-Schauplatzes dar wie die Herausstellung von vermeintlich sachlichen oder sprachlichen Unzulänglichkeiten durch die Kommentierung dieser Dame. Beides hat mit dem eigentlichen Sachverhalt nix zu tun. Und ob Schulen, also speziell unsere Bildungseinrichtungen überhaupt etwas bewirken, da kann man inzwischen Zweifel anmelden.

      Fußball ist eine emotionale Angelegenheit für Männer. Dazu existiert dann ein Vordergrund, sowie ein Hintergrund.

      Aber was schreibe ich hier? Auch der DFB hat sein eigenes Geschäftsmodell nicht verstanden, wie die Einführung des Video- Beweises belegt. Wer den Fußball ent-emotionalisiert, also versucht, rationale Entscheidungen in den Vordergrund zu stellen hat zumindest keine Ahnung, wie der Mensch tickt.

      So besehen darf Frau Neumann getrost das, was inzwischen an Fußball zugestanden, also noch übrig geblieben ist, auch als Wahrnehmung einer Frau über die dazu besonders berufenen GEZ- Medien verbreiten.

      Paßt.

      1. Ich frage mich immer wieder, wie wann endlich “Mann” und “Frau” als Kategorien verlassen werden. Wir sind alle nur “Personen” und unterscheiden uns dadurch voneinander. Es gibt keine Rolle der Frau mehr, die wahrgenommen werden muss. Wenn die ewig gestrigen das doch endlich mal verstehen würden, dann bräuchten sie sich nicht durch die schiere Präsenz von weiblichen Personen angegriffen zu fühlen.

      2. Au weia, da offenbart sich der E Ekat aber als Vorgestriger. Bei dem Satz “Frauen haben nun einmal die Rolle einer Frau wahr zu nehmen” musste ich doch zweimal hinschauen, ob es sich nicht doch um Satire handelt. Scheint aber bei einem unserer Mitbürger im 21. Jahrhundert tatsächlich noch ernst gemeint zu sein. Mein herzliches Beileid.
        Und was den Hinweis auf bessere Schulbildung betrifft: Damit meinte Frau Neumann wohl auch die Schulung emotionaler Intelligenz, um beispielsweise auch auf sinnvolle Weise Kritik äußern zu können. Damit scheint es ja bei vielen ihrer Kritiker nicht weit her zu sein und insofern ist der Hinweis auf fehlende Bildung durchaus berechtigt.

  6. falschem Demokratieverständnis – natürlich muss die Demokratie mal wieder bemüht werden.
    Diese spielt beim Sumpf des Öffentlichen Rundfunks wenn überhaupt nur als Feigenblatt eine Rolle.

  7. Also, ich als Mann und als jemand, der Claudia Neumann kritisch sieht, fühle mich gar nicht angesprochen. Sie bezieht sich doch offensichtlich auf sexistische Kommentare (“Geht länger zur Schule…”) und sonstige Beleidigungen im Internet (“Diese Art von Kommunikation und falschem Demokratieverständnis…”). Wo ist also das Problem?

    Die sachliche (und aus meiner Sicht berechtigte) Kritik meint sie sicher und hoffentlich nicht! Dass sie darauf nicht eingeht…, nun gut, das tun andere in der Regel männliche Kollegen auch nicht, die sich schon immer – mal mehr, mal weniger – Kritik anhören müssen: Rethy, Bartels, Simon, früher Reif, Rubenbauer Faßbender usw.

  8. Immer wenn einer dieser Staatsfunk-Nasen den Mund aufmacht, muss man sich verwundert umschauen ob des unterirdischen Niveaus.

    Aber ansonsten immer von Toleranz, Vielfalt und Bunt schwadronieren.

    1. Dann schauen Sie sich doch mal das Niveau der unqualifizierten Beleidigungen an Frau Neumann an und überlegen, wie Sie in einem solchen Fall reagieren würden. Wohl kaum mit grenzenloser Toleranz, vermute ich.

  9. Wenn einem der TV-Kommentar nicht passt, was für Gründe auch immer, der stellt auf stumm und hört eben den Radiokommentar zum Bild. Und wem das alles nicht passt, der sollte sowieso ganz abschalten und lieber mal entspannen. Wer braucht noch GEZ-Medien, wenn es Internet gibt.

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