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Schwerpunkt auf Bewegtbild und Ton: ARD-Anstalten wollen neuen Staatsvertrag gemeinsam umsetzen

Der ARD-Vorsitzende und BR-Intendant Ulrich Wilhelm
Der ARD-Vorsitzende und BR-Intendant Ulrich Wilhelm

Die ARD sieht die Umsetzung des neuen Telemedien-Staatsvertrags als Gemeinschaftsaufgabe für die kommenden Monate. Die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender sollen künftig ihren Schwerpunkt auf Bewegtbild und Ton legen. Gut läuft aus ihrer Sicht bereits die Fußball-Weltmeisterschaft: Ein Spiel der deutschen Mannschaft hält den diesjährigen Rekord bei den Zuschauerzahlen.

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Mit diesem Grundsatzbeschluss hatten die Ministerpräsidenten Mitte Juni eine Lösung für den jahrelangen Streit zwischen Verlegern und ARD und ZDF gefunden. “Wir werden jetzt Gespräche zwischen Onlinern, Juristen und den technisch verantwortlichen Kollegen führen und uns untereinander koordinieren”, sagte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm am Dienstag nach der Intendantensitzung in Berlin.

Die neue Schlichtungsstelle soll Empfehlungen aussprechen

Für die gemeinsame Schlichtungsstelle für Streitfälle zwischen Verlagen und öffentlich-rechtlichen Sendern in der Frage, welche Angebote von ARD und ZDF im Internet nach den neuen Regeln zulässig sind, soll es keinen wechselnden Vorsitz geben, sagte Wilhelm.

Der ARD-Vorsitzende betonte, es sei außerdem eine Schlichtungs-, keine Schiedsstelle. Sie habe Empfehlungen auszusprechen. Ob diese aufgegriffen würden oder nicht, liege dann in der Verantwortung der Geschäftsleitung der jeweiligen Anstalt, gegebenenfalls unter Beteiligung von deren Gremien. “Wenn das nicht zur Zufriedenheit eines beschwerdeführenden Verlages ausgeht, bleibt weiterhin der Weg zum Gericht.” Das Ziel sei aber, im Gespräch zu bleiben.

Über die bisherigen Live-Übertragungen der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland äußerte sich ARD-Programmdirektor Volker Herres ausgesprochen zufrieden. Das neue Konzept, überwiegend aus Deutschland zu produzieren mit vergleichsweise wenig Mitarbeitern vor Ort, sei aufgegangen. “On Air kann sich das absolut sehen lassen”, sagte Herres. “Es hat die gleiche redaktionelle und produktionstechnische Qualität, die wir bei ARD und ZDF gewohnt sind.”

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Auch die Zuschauerresonanz sei positiv: “Wir haben ganz ähnliche Werte wie beim letzten Mal in Brasilien. Wenn man den Schnitt nimmt, liegt es ein klein bisschen darunter. Das hat aber damit zu tun, dass wir in Brasilien eine etwas bessere Zeitzone hatten.” Mit 27,48 Millionen Zuschauern beim Spiel Deutschland gegen Schweden habe man den Spitzenwert des Jahres erreicht. “Und jenseits des linearen Fernsehens haben wir noch einmal 1,9 Millionen, die im Streaming oder mobil das Spiel verfolgt haben und noch mal 1,3 Millionen, die es am Desktop oder Laptop gesehen haben”, erklärte Herres.

ARD will Gespräche mit ZDF über gemeinsames Sendezentrum angehen

Bei den Plänen für ein gemeinsames Sendezentrum von ARD und ZDF für große Sportereignisse soll es darüber hinaus ebenfalls schon bald Fortschritte geben. Über das Thema sei bei der ARD-Intendantentagung in Berlin intensiv gesprochen worden, sagte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm am Dienstag – und auch über die Voraussetzungen. “Wir haben ja zwischen ARD und ZDF in Teilen unterschiedliche technische Systeme.”

Auch wenn das Ziel vernünftig sei, wolle das bedacht sein, sagte Wilhelm. “In dem Sinne werden wir schon in den nächsten Wochen die Gespräche mit dem ZDF aufnehmen. Wir haben einen gewissen Zeitdruck wegen des Jahres 2020 – da gibt es ja mehrere Großereignisse gleichzeitig.”

Die eine oder andere Standortvariante sei ebenfalls bereits überlegt worden – noch sei es aber zu früh, das öffentlich zu machen, sagte der ARD-Vorsitzende und Intendant des Bayerischen Rundfunks. “Aber sinnvoll wär’s, wenn es uns in der Tat gelingt, gemeinsam mit den Kollegen in Mainz etwas Dauerhaftes anzubieten für die unterschiedlichsten Großereignisse des Sports.” Ein solches NBC (National Broadcasting Center) auf Zeit haben ARD und ZDF während der Fußball-WM in Baden-Baden. Von dort berichten sie gemeinsam über das Großereignis in Russland.

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